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Schlagwort: 1. Bundesliga (Seite 9 von 10)

Was fehlt RB Leipzig zum Gewinn der deutschen Meisterschaft?

RB Leipzig hat sich auf Anhieb nach seinem Aufstieg in die Fußball Bundesliga zum Bayern-Jäger Nr. 1 etabliert. Die wenigsten Fans und Experten hätten damit gerechnet, dass die Roten Bullen diese Rolle so schnell einnehmen würden. In der vergangenen Saison sicherte man sich die Vizemeisterschaft hinter den Bayern, hatte jedoch 15 Punkte Rückstand. Auch in dieser Saison ist man direkt hinter den Bayern, droht jedoch, erneut den Anschluss auf den Rekordmeister zu verlieren. Was fehlt RB Leipzig zum Gewinn der deutschen Meisterschaft? Mit dieser Frage haben wir uns etwas näher beschäftigt.

Für viele Fans und Experten war es nur eine Frage der Zeit, bis RB Leipzig sich in der 1. Bundesliga etablieren wird. Dass die Leipziger jedoch so schnell im oberen Tabellendrittel mitmischen werden, hat sicherlich auch den einen oder anderen RB-Fan überrascht. Es gab bisher noch keinen einzigen Verein in der Geschichte der Bundesliga, der sich in seiner Debütsaison die Vizemeisterschaft sichern konnte.

Trainingszentrum RB Leipzig
By Hennez (Own work) [CC BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Auch in der laufenden Saison ist RB wieder „auf Kurs“ und hat sich als Bayern-Jäger Nr. 1 entpuppt. Das Team von Ralph Hasenhüttl wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf einem CL-Platz überwintern und wenn alles nach Plan läuft in der kommenden Saison, erneut in der Königsklasse spielen. Während man dem BVB bereits als Nr. 2 entthront hat, wird es wohl noch ein wenig länger dauern, bis man den Rückstand auf den FC Bayern wettgemacht hat. Die Münchner sind nach wie vor auf einem ganz anderen Niveau und dominieren die Bundesliga nach Belieben.

RB Leipzig fehlt es noch an der nötigen Balance

Als Leipzig in der Saison 2016/17 sein Debüt in der Fußball Bundesliga feierte, war allen bewusst, dass der Ostverein sich nicht als „klassischer“ Aufsteiger präsentieren wird und sich ausschließlich auf die eigene Defensive konzentriert. RB Leipzig hat von Anfang an mit schnellem, aggressivem Tempofußball überzeugt. Mit 66 Toren hat man hinter den Bayern (89) und Borussia Dortmund (72) die drittmeisten Tore in der abgelaufenen Saison erzielt. Das Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ ist dabei voll aufgegangen.

Auch in der aktuellen Spielzeit hat man bereits 25 Tore erzielt und gehört damit erneut zu den offensivstärksten Teams der Bundesliga. Die Roten Bullen sind zudem nach wie vor ein Meisterschaftskandidat. Der RB erhält (Stand 13. Dezember) eine Meisterquote von 21 und liegt damit vor dem BVB und dem FC Schalke 04.

Leipzig fehlt es jedoch noch an der nötigen Balance im eigenem Spiel, vor allem bei Spielen in der heimischen Red Bull Arena. Im US-amerikanischen Basketball gibt es ein prägendes Sprichwort „Offense wins Games, Defense wins Championships“, was so viel heißt wie „Mit der Offensive gewinnt man Spiele, mit der Defensive Meisterschaften“. Genau dieses Leitmotiv trifft faktisch auch auf den Fußball zu. Es reicht nicht nur aus, offensiv Woche für Woche alles zu geben, auch die Defensive muss auf einem hohen Niveau agieren. Leipzig ist bekannt für sein schnelles Umschaltspiel, aber auch in der Rückwärtsbewegung muss man mit der gleichen Intensität agieren.

RB-Coach Ralph Hasenhüttl hat nach dem vorzeitigen Aus in der UEFA Champions League offen zugegeben, dass seine Mannschaft in dem einen oder anderen Spiel zu blauäugig war und nicht taktisch bzw. strategisch genug gespielt hat. Im kommenden Jahr hat man jedoch die Chance es in der UEFA Europa League besser zu machen. Genau dieses strategische Spiel beherrscht der FC Bayern nahezu perfekt. Die Bayern wissen ganz genau gegen welche Gegner sie mit wie viel Intensität auftreten müssen ohne sich dabei übermäßig zu verausgaben.

Mit der Zeit kommt auch die Erfahrung

Ein weiterer Aspekt, der sehr stark mit der Spiel-Balance verbunden ist, ist die mangelnde Erfahrung der Leipziger. Auch wenn man auf Anhieb in der Liga mithalten kann, ist es dennoch erst die zweite Saison im deutschen Oberhaus. Zudem ist RB mit einem Altersschnitt von 24,5 Jahren die jüngste Mannschaft der Liga. Viele Spieler haben in Leipzig den großen Durchbruch geschafft und verfügen nicht über die nötigen Erfahrungen, die man benötigt, um insbesondere in engen Spielen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Erfahrung lässt sich grundsätzlich auch „einkaufen“, z.B. in Form von gestandenen Profis. Doch genau diesen Weg möchte Leipzig nicht gehen, sich fertige Stars für viel Geld zu kaufen. Man möchte eigene junge Spieler wie Timo Werner aufbauen, und mit diesen Erfolge feiern. Dies hat jedoch zur Konsequenz, dass man möglicherweise in den kommenden 2-3 Jahren wohl nicht in der Lage sein wird, den FC Bayern vom Thron in der Fußball Bundesliga zu stürzen.

Bundesliga: Kann Dortmund Bayern München diesmal besiegen?

In dieser Saison könnten wir tatsächlich einen spannenderen Titelkampf in der Bundesliga erleben. In letzter Zeit wurde das berühmte Zitat von Gary Lineker geändert, um Bayern München als Ersatz für Deutschland einzusetzen, da die Mannschaft aus dem Süden die Bundesliga immer wieder dominiert hatte.

Die aktuelle Saison könnte jedoch eine andere Geschichte aufzeigen, denn Bayern München ist von starker Konkurrenz wie RB Leipzig und vor allem Borussia Dortmund umzingelt. Dortmund führt derzeit die Bundesliga an und hat eine beachtliche Offensivkraft gezeigt. Das Motto des Teams in Gelb und Schwarz scheint: Laufen und so aggressiv wie möglich sein! Und das scheint gegen die Mehrheit der Mannschaften, gegen die Dortmund angetreten ist, wunderbar zu funktionieren.

Das hat in der Tat eine Menge Euphorie für den Verein erzeugt und nicht nur einige Spieler glauben an einen Sieg des Bundesliga-Titels in dieser Saison. Viele Fans denken dasselbe und sie verleihen ihrem Glauben Ausdruck, wenn sie „Der Deutsche Meister wird Borussia Dortmund sein!“, von der Südtribüne aus skandieren.

Respekt zwischen den Spielern

Bosz hat es nicht nur geschafft, Borussia Dortmund mit seinem Training und den guten Ergebnissen zu verändern, sondern auch dem Team Frieden zu bringen. Während die Zeiten unter Thomas Tuchel turbulent zu sein schienen, steht Borussia Dortmund nun als Einheit zusammen. Auch während der Zeit, die die Spieler in der Umkleidekabine verbringen, ist die Interaktion untereinander von gegenseitigem Respekt geprägt. Und das ist sehr hilfreich, da gute Teams nur durch Einheit und Teamplay zu großartigen Teams werden können.

Dortmund hat eine hochqualifizierte Mannschaft

Es ist auch erwähnenswert, dass Borussia Dortmund in diesem Jahr eine sehr gute Mannschaft hat, was Trainer Bosz genug Qualität gibt, um bei Verletzungen oder Sperren bestimmter Spieler aus anderen guten Spielern zu wählen. Das heißt, er kann sein Team ohne großen Qualitätsverlust verändern. Darüber hinaus hatten einige der Neuverpflichtungen wie Yarmolenko, Philipp und Toprak einen großen Einfluss auf das neue Team. Mit Fussball Wetten können Sie auf Ihre Mannschaft wetten und eine Menge Geld gewinnen.

Die Bayern müssen ihr Potenzial wiederfinden

Bayern hingegen ist oft hinter den Erwartungen zurückgeblieben, da das Team aus München oft unter den eigenen Leistungsanspruch geblieben ist. Es hilft nicht, dass das Team zu diesem Zeitpunkt eine ziemlich alte Mannschaft ist, und es wurde nicht viel getan, um Weltklassespieler wie Lahm oder Schweinsteiger zu ersetzen. Außerdem hinterließ Carlo Ancelotti ein Team, das teilweise auseinandergerissen wurde und nicht auf einem Fitnesslevel ist, das man von einem Weltklasse-Team erwarten würde. Allerdings könnte Jupp Heynckes die Dinge wieder umkehren. So muss Dortmund für ein starkes Bayern bereit sein, wenn man den Titel gewinnen will.

Union Berlin schießt übers Ziel hinaus

Der 1. FC Union Berlin bald in der 1. Bundesliga angekommen?

Die Ost(Berliner) stehen momentan auf dem direkten Aufstiegsplatz ins deutsche Fußball-Oberhaus. Was zu Beginn der Spielzeit keiner glaubte – der Zwerg aus dem Osten der Hauptstadt kann den Aufstieg plötzlich schaffen! Und beim 2:0-Sieg gegen die Würzburger Kickers am vergangenem Wochenende machte man mit einer Choreo schon mal auf die positive Situation beim ostdeutschen Vorzeigeverein an der Alten Försterei aufmerksam. 

Ein Blick in die Vergangenheit bzw. Tradition des Vereins klärt auf: Zu DDR Zeiten war Union Berlin zwar immer eine „Fahrstuhlmannschaft“  zwischen Oberliga und Liga, doch auf seine Fans konnte man sich auch damals schon immer voll verlassen. Der Verein füllte unabhängig von Ligazugehörigkeit sein Stadion und tausende Unioner pilgerten Woche für Woche auswärts zu spielen. Und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Für viele ostdeutsche Fußballanhänger verkörpert Union Berlin in der heutigen Kommerz-verseuchten Zeit den Gegenpart zum unbeliebten Projekt von Red Bull in Leipzig – und die leise Hoffnung, dass im deutschen Fußball vielleicht doch noch nicht alles verloren ist.

Übrigens: Bei einem Aufstieg in die 1. Bundesliga würde der 1. FC Union Berlin rund 40 Millionen Euro in der kommenden Spielzeit aus den Fernsehrechten der DFL kassieren. Derzeit sind es rund 9 Millionen.

Ostvereine in den Profi-Ligen – eine Bestandsaufnahme

Unsere Ostvereine in den drei obersten Profiligen

1. Bundesliga: Während am vergangenem Wochenende der FC Bayern München ein „spannendes“ Spiel gegen den Hamburger SV mit einem knappen 8:0 für sich entscheiden konnte, durfte man auch in Leipzig abermals jubeln. Die „Jecken aus Köln“ entpuppten sich auch nur als Karnevalsverein und verloren ohne große Gegenwehr gegen den zukünftigen Champions League Teilnehmer aus Sachsen. Wo dann zusammen mit dem FC Bayern München, RB Leipzig, wahrscheinlich auch die TSG Hoffenheim die deutschen Farben auf der internationalen Bühne vertreten werden. Das gemeine Fußballvolk jubelt allerdings nur sehr verhalten – warum eigentlich nur?

2. Bundesliga: Das brisante Ostduell zwischen dem FC Erzgebirge Aue und der SG Dynamo Dresden endetet am Sonntag mit einem echtem Bällchenbad für den kleinen Martin im Kumpel-Tor. Ansonsten blieb es ruhig – keine Fanausschreitungen oder Hooligan Krawalle wie eine Klasse obendrüber. In Berlin hatten sich erneut Hertha-Banausen und Frankfurter-Halbstarke zum allwöchentlichen Stelldichein in der 1. Bundesliga getroffen. „Frauen und Kinder zuerst“ lautete die Devise zuletzt ja bekanntlich in Dortmund. Apropos Berlin – Union Berlin steht plötzlich auf dem Relegationsplatz zum Aufstieg. Der Vorzeigeverein aus dem sonst so dunklen Osten der Stadt klopft schon mal gaaanz leise an. Gut so!

3. Liga: Von Langeweile kann in dieser Liga nun wirklich nicht die Rede sein! Der größte Verein der Welt, der 1. FC Magdeburg, macht ebenfalls Anstalten, eine Etage höher in der kommenden Saison zu spielen. Hoffnungen können sich auch noch die „Freunde“ aus der Nachbarstadt an der Saale und der Chemnitzer FC machen. Insgeheim redet man bei Letzteren schon hinter vorgehaltener Hand über eine Relegation gegen die „Unblauen“ aus dem Erzgebirge. Dass es für den Aufstieg der „grauen Maus“ reicht, soll nun ein neuer dreiköpfiger Dynamo-Vorstand beim CFC sorgen. Klingt komisch – ist es auch. Und dass es am Ende ganz knapp gegen den Abstieg werden könnte, wissen die Verantwortlichen in Rostock, Erfurt und Zwickau.

Die Torjäger der Bundesliga 2016/17

Die aktuelle Bundesliga-Saison startete am 26. August 2016 und meldet sich gerade aus der Winterpause zurück. Wie auch schon im letzten Jahr führt der FC Bayern München die Tabelle an. Die Bayern gewannen den Deutschen Meistertitel bereits in der letzten Saison. Ebenfalls auf Top-Plätzen stehen RB Leipzig und Hertha BSC. Weniger gut sind die Aussichten jedoch für SV Darmstadt 98 und den FC Ingolstadt 04, die momentan die beiden letzten Plätze belegen.

In den meisten Fällen spielen die erfolgreichsten Torschützen auch in den erfolgreichsten Vereinen, doch es gibt in dieser Saison auch einige Außenseiter, die durch ihre Zielgenauigkeit gute Chancen darauf haben, zum diesjährigen Torschützenkönig zu werden. Hier ist eine kleine Übersicht über die Spieler, die 2016/17 bisher sehr erfolgreich waren und den Titel gewinnen könnten.

Anthony Modeste

Der Franzose Anthony Modeste steht beim 1. FC Köln im Sturm. Die Kölner tummeln sich momentan im oberen Mittelfeld der Tabelle – das hat der Verein vor allem dem torgefährlichen Mittelstürmer zu verdanken. Er wurde in dieser Saison bisher 16 Mal eingesetzt und konnte 13 Tore erzielen. Es fehlen ihm nur noch zwei Tore, um seine Torzahl der vergangenen Saison zu übertreffen. 2015/16 konnte er den Ball bei 34 Einsätzen insgesamt 15 Mal im Netz versenken.

Robert Lewandowski

Ein weiterer heißer Anwärter auf den Titel ist Robert Lewandowski vom FC Bayern München. Der gebürtige Pole konnte bei bisher 16 Spielen 12 Tore schießen. Bereits in der vergangenen Saison schaffte er es bei 32 Einsätzen 30 Tore selbst zu schießen und weitere 5 vorzubereiten. Mit dieser großartigen Bilanz wurde er zum Torschützenkönig 2015/16. Es sieht ganz so als, als ob Lewandowski an seinen Erfolg vom Vorjahr anknüpfen möchte.

Pierre-Emerick Aubameyang

16 Tore bei 15 Einsätzen erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in dieser Saison bereits für Borussia Dortmund. Der gebürtige Ghanaer spielt beim BVB im Mittelsturm, und wie torgefährlich er ist, konnte er schon bereits in der vorherigen Saison beweisen. Damals versenkte er den Ball 25 Mal bei 31 Einsätzen.

 

Timo Werner

Timo Werner ist die “personifzierte Power” des RB Leipzigs. Der deutsche Mittelstürmer wurde in dieser Saison bisher 16 Mal eingesetzt und traf immerhin 9 Mal. Damit konnte sich der junge Spieler, der gerade einmal 20 Jahre alt ist, im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich verbessern. Damals schoss er bei 33 Einsätzen nur 6 Tore. Er könnte also einen neuen, persönlichen Rekord aufstellen.

Noch steht offen, ob Robert Lewandowski auch in diesem Jahr wieder zum Torschützenkönig ernannt wird. Bei den meisten Buchmachern wie 888Sports kann man jetzt schon seinen Tipp abgeben. Doch um den Titel wieder für sich zu gewinnen, muss der Bayern-Spieler erst Pierre-Emerick Aubameyang einholen. Der Borusse hat momentan einen Vorsprung von vier Toren und auch Anthony Modeste konnte den Ball einmal mehr versenken als Lewandowski. Kleinere Chance hat Timo Werner, der aber im Vergleich zum Vorjahr die Chance hat, sich deutlich zu verbessern. Doch noch ist nichts entschieden. Das letzte Spiel der Bundesliga-Saison 2016/17 findet erst am 20. Mai 2017 statt. Bis dahin können wir noch auf einige großartige Tore hoffen.

Zuschauerzahlen Ostvereine im Profibereich

So viel Zuschauer wollten die Ostvereine in den drei Profi-Ligen sehen

Insgesamt 10 ostdeutsche Vereine spielen in den drei oberen Fußball-Profiligen der DFL bzw. des DFB. Dabei entfallen auf Sachsen fünf, auf Sachsen-Anhalt zwei und auf (Ost)Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen jeweils ein Verein. Insgesamt sind die Besucher in der 1. Bundesliga und 3.Liga rückläufig, in der 2. Bundesliga allerdings gibt es eine steigende Tendenz zu vermelden.

Zentralstadion - 2009 - 5

Stand 7.12.2016

RB Leipzig 1. Bundesliga 41.485 Zuschauer
SG Dynamo Dresden 2. Bundesliga 28.907 Zuschauer
1. FC Union Berlin 2. Bundesliga 21.273 Zuschauer
1. FC Magdeburg 3.Liga 16 839 Zuschauer
FC Hansa Rostock 3.Liga 12.242 Zuschauer
FC Erzgebirge Aue 2. Bundesliga 8.457 Zuschauer
Hallescher FC 3.Liga 6.882 Zuschauer
Chemnitzer FC 3.Liga 6.876 Zuschauer
FC Rot-Weiß Erfurt 3.Liga 6.292 Zuschauer
FSV Zwickau 3.Liga 4.961 Zuschauer

Zum Vergleich: Der aktuelle Zuschauerschnitt der 1. Bundesliga liegt bei 41.435 Zuschauern. Durchschnittlich 21.206 Besucher kamen in der 2. Bundesliga in die Stadien. In der 3. Liga sind es immerhin noch 5.758 Fans pro Heimspiel im Schnitt.

Der Ost / West Vergleich in Sachen Bundesliga Sponsoren

Internationale Sponsoren immer wichtiger für Bundesliga Vereine

Während man im Osten der Republik auf ein zweifelhaftes Experiment im Reagenzglas in Sachen Finanzierung durch Red Bull Leipzig als Eigentümer eines Clubs in der 1. Bundesliga setzt, werden im Westen internationale Sponsoren immer wichtiger für die dortigen Vereine. Dabei beschäftigt uns eine Frage, können kleine Vereine überhaupt noch im harten Bundesliga-alltag langfristig gegen große Konzerne und deren subventionierte Teams mithalten?  

Und ja, es gibt tatsächlich noch echte eingetragene Vereine, wie zum Beispiel Mainz 05 im Oberhaus der Liga. Und genau auf dieses Beispiel wollen wir an dieser Stelle etwas genauer eingehen…

Dabei die gute Meldung zuerst – eine Ausgliederung der Profi-Abteilung bei Mainz 05 ist kein Thema. Dies gab der Vorstand der Mainzer am vergangenem Wochenende auf der zweiten Informationsveranstaltung zur geplanten Neuausrichtung des Vereins den Fans und Ultras bekannt. So stellte die von den Rheinhessen eingesetzte Kommission dafür zwei zukünftige Modelle vor. In der ersten Variante soll ein neu zu wählender Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder einschließlich des Vorsitzenden bestimmen. Im zweiten Modell wählen die Vereinsmitglieder den Chef. Ziel dabei ist eine transparentere Vereinsführung mit professioneller Ausrichtung.

Großer Wert wird zukünftig auch auf die Auswahl der Sponsoren gelegt. Neben der regionalen Verknüpfung im Netzwerkmarketing, sollen mehr internationale Sponsoren den Weg zum Bundesligisten finden. Ein erster Grundstein wurde in dieser neuen Ära dabei mit dem Globalplayer Coopertire gelegt.

Als weltweiter Player auf dem Ersatzreifenmarkt verfügt Cooper Tire & Rubber Company zusammen mit seinen Schwester- und Tochterunternehmen und seinen Joint Venture-Partnern über Produktionseinrichtungen auf  drei Kontinenten, weltumspannende Vertriebs- und Distributionsnetzwerke sowie über Produkte, die die Anforderungen der dynamischsten Märkte der Welt erfüllen und übertreffen. Die Cooper-Unternehmensfamilie hat mehr als 430 Millionen Reifen für Fahrzeuge in aller Welt hergestellt  – unsere Produkte sind dadurch ein wichtiges Element für die Lebensqualität zahlloser Menschen.

 

 

Auch soll die gute Zusammenarbeit zwischen Fans und Verein weiter auf hohem Level gehalten werden. Mittlerweile hat der FSV Mainz 05 weit mehr als 14.000 Mitglieder – Tendenz weiter steigend. In der großen „Klopp-Ära“ konnte man viele große Sympatien auch außerhalb der Stadt aufbauen. Seitdem wächst man kontinuierlich in den Mitgliedszahlen. Zwar ist man damit sehr weit weg vom großen FC Bayern München, dennoch kann man stolz auf sich sein. Und mit seinen lautstarken Anhängern im Rücken ist Mainz eine echte Festung im Fußball-Oberhaus geworden.

Aber auch die Bindung zur Stadt bzw. Region soll dauerhaft zur soliden Wirtschaftstruktur beitragen. So wurde zur Wahrung der wirtschaftlichen und damit auch sportlichen Konkurrenzfähigkeit des Vereins durch die Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG) der Stadt Mainz ab dem 5. Mai 2009 in Mainz-Bretzenheim die 34.034 Zuschauer fassende Opel Arena gebaut, welche der Verein nun pachtet. Andere ehemalige Vereine der 1. Bundesliga haben diese wichtigen Kosten in der Vergangenheit oftmals kopflos außer acht gelassen und sind mit riesigen Schulden in die Bedeutungslosigkeit abgestürzt – siehe am Beispiel von Aachen.

Fazit: Echte Vereine wie Mainz 05 (im Westen) in der 1. Bundesliga oder bsw. auch der 1. FC Union Berlin (im Osten) sind ein leuchtendes Beispiel in Sachen von gelebtem Vereinsfußball in Deutschland. Sie sind der Gegenpol zum gekauftem Sport ala Red Bull in Leipzig, wie er leider immer mehr in den oberen Ligen Einzug hält. Und nur mit größter Kraftanstrengung kann er uns in den den nächsten Jahren erhalten bleiben.

Gegenwind für Red Bull: Diesmal Augsburg und Gera

Aufruf zum Boykott von Red Bull in Leipzig

Woche für Woche rufen deutsche Fanszenen zum Boykott der Spiele gegen das künstliche Produkt eines österreichischen Milliardärs auf. Kommende Woche boykottieren die Ultras Borussia Dortmund das Meisterschaftsspiel in Leipzig, nun gibt es diesbezüglich schon wieder neue Meldungen aus Augsburg und Gera. Aber auch die Verbände, wie DFB und DFL, bekommen dabei ihr Fett weg.

Augsburger Fanszene kritisiert DFL und verweist auf die gravierenden Auswirkungen solcher Reagenzglas-vereine:

(…) Eigentlich erlauben die Statuten der DFL grundsätzlich nicht, dass das Emblem eines Bundesligaclubs ein Firmenlogo oder Werbebotschaften für ein Unternehmen enthält (Anhang IV, § 9 Abs. 5 Lizenzierungsordnung). Eine Ausnahme gilt hier für die Werksmannschaft Bayer 04 Leverkusen, deren Logo um Jahrzehnte älter ist als die Lizenzierungsordnung der DFL. Dass aber RB Leipzig, nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ein Vereinswappen führen durfte, das aus dem nur marginal veränderten Markenlogo des Salzburger Getränkekonzerns besteht, ist in unseren Augen schon ein krasser Verstoß der DFL gegen ihre eigenen Grundsätze und ein Affront gegen alle anderen Clubs.

Projekte wie RB Leipzig verdrängen regional und demokratisch verankerte Vereine mit unfairen Mittel aus der Bundesliga! Noch wird dies von vielen Offiziellen oder Medien nicht erkannt, heruntergespielt und als Teil des ganz normalen Wettbewerbs zwischen Fußballteams abgetan. Wir wissen nicht, welche Launen die Aktivitäten des Milliardärs Mateschitz zukünftig prägen werden. Vielleicht begnügt er sich mit einem werbewirksamen Mittelfeld in der Bundesliga, vielleicht stellt er den fairen Wettbewerb vollends auf den Kopf, wenn RB mit seinen Milliarden im Rücken, Clubs wie dem FC Bayern oder Dortmund auf die Pelle rücken wird oder vielleicht eines Tages Vereine wie der VfB Stuttgart, Werder Bremen, Hertha BSC oder der Hamburger SV für immer in der zweiten Liga oder noch tiefer verschwinden werden. Ob sich der FCA dann noch im bezahlten Fußball halten kann, bleibt abzuwarten (…) [original1907.de]

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Ultras Gera (UG) fordern Testspielabsage gegen Red Bull die zweite Mannschaft:

(…) Der künstlich geschaffene Verein – wenn man RB Leipzig überhaupt als einen solchen bezeichnen kann – verkörpert ein reines Kunstprodukt, welches nur aus kommerziellen und werbetechnischen Beweggründen geschaffen wurde, um deren Brauseplörre zu vermarkten. Der Fußballsport ist dabei nur Mittel zum Zweck, den Initiatoren aber eigentlich völlig zweitrangig. Aus diesen Gründen widerstrebt es uns, den Ultras Gera`99 und der gesamten WismutSzene, als ein Traditionsverein ein Testspiel gegen Leipzig – selbst wenn es nur die zweite Mannschaft ist – durchzuführen. Zwar können wir die Zweckmäßigkeit eines Freundschaftsspiels durchaus nachvollziehen, um die Abläufe in der Mannschaft weiter zu festigen. Doch sollte man beachte, dass hierdurch auch dieser Verein in ihrer Findungsphase unterstützt wird. Und eben jenem Produkt darf kein Nährboden gegeben werden, um sich weiter auszubreiten, da diese nach und nach besonders den Amateurvereinen der Region den Rang ablaufen, die Zuschauer abgrasen und somit auch uns erheblichen Schaden zufügen können! Gute Gegner, um das freie Wochenende zu füllen, findet man anderweitig, da muss man nicht auf dieses Produkt zurückgreifen. Deswegen fordern wir ganz klar und offen: TESTSPIEL ABSAGEN, ohne Wenn und Aber (…) [facebook.com]

Hoffenheim vs. Red Bull Leipzig – Bundesliga Anno 2016

Betriebssportgemeinschaften der DDR feiern Auferstehung

So schnell kann es gehen. Nachdem in der deutschen Politik 27 Jahre nach dem Mauerfall nun endlich der Sozialismus zurückgekehrt ist, durfte auch der nächste Schritt in Sachen DDR-Fußball nicht fehlen. Denn auch das ehemalige Auslaufmodel Betriebssportgemeinschaft (BSG) hat sich hierzulande wieder durchgesetzt.

Und was das Politbüro in Frankfurt / M. zum 10 Jahresplan in 2006 beschlossen hatte, ist nun endlich Realität.  Die BSG Rote Brause Leipzig (Getränkekombinat Fuschl) darf unsere Region nun in der Oberliga (1. Bundesliga) in dieser Spielzeit vertreten. Etliche Delegierungen an die Pleiße und der Bau einer volkseigenen Sitzplatzarena haben damit ihre volle Wirkung erzielt.

Bundesarchiv Bild 183-J1231-1002-002 Walter Ulbricht, Neujahrsansprache

Gleich am ersten Spieltag kommt es dabei zum absoluten Highlight bei der BSG SAP Hoffenheim.  Etwa 500 Schlachtenbummler des OFC Komsomol aus der Messestadt werden auswärts zu diesem Event erwartet. Weitere spannende Duelle gibt es dann gegen so namhafte Genossinen und Genossen wie Telekom, Bayer, Audi und VW sowie viele andere Kombinats-Mannschaften der Republik.

Nur noch wenige urkapitalistische Vereine, so genannte e.V.,  sind somit im deutschen Oberhaus vertreten.  Doch auch diese allerletzten Auswüchse des marodierenden Imperialismus werden schon bald von der Bildfläche verschwunden sein und Platz für den „modernen Fußball“ machen. Erich Honecker agitierte zu recht: „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf!“

Ewiggestrige Anhänger, auch Ultras genannt, wird es dann nicht mehr in den Kurven geben. Diese subversiven Elemente stören ohnehin nur mit lauten Sprechchören sowie kritischen Spruchbändern und zünden zuweilen sogar Silvesterartikel außerhalb der genehmigten Zeiten. Um die Stimmung im Stadion angemessen zu gestalten, wurde auf der „Messe der Meister von Morgen“ das Model Klatsch-pappe erstmals  aus PVC (Polyvinylchlorid) aus Leuna vorgestellt.

In diesem Sinne – vorwärts und nicht vergessen…

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