Schlagwort-Archiv: Willkür

Fundstück des Tages # 163 [Fankultur, Moderner Fußball, RB-Fans.de]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und dabei zuweilen gleichfalls einfach ihrerseits selbst vor sich hin sprechen und durchaus aktuelle Geschichten über dies und das erzählen, auch wenn es eventuell unverständlich klingt – ist aber so

Zum Thema: VFC Plauen: Fanprojekt bittet um Mithilfe!

Dazu hier ein paar “nette” Antworten aus dem RB-Forum:


Erfolgsfan
Kompliment an die Sicherheit: Wer sich assig benimmt, wird entsprechend behandelt. Klasse “Rechte” voll auf die zwölf – so setzt man Hausrecht gegen unanständige Gäste durch.

Roter Bulle
ach ja, “Schmach” über alle die nicht anwesend waren, allein die Pausenunterhaltung im Plauener Block war das Eintrittsgeld wert

John L.
Eine erneute Bestätigung, warum ich seit 15 Monaten zu RB gehe, lieferten mal wieder die Gäste. Ich weiß jetzt nicht wer da wen mehr ignoriert. Die VFC “Fans” aber ganz sicher ihre eigene Mannschaft. Einfach nur peinlich und unglaublig hirnlos.

Puma
sie sind doch selbst Schuld, kommen nach Leipzig und singen zu 90% nur Sachen gegen uns. Darunter auch das bekannte “Tod und Hass dem…” aber sich dann beschweren das man nicht freundlich behandelt wird.

ch@cka
Warum sind wir denn schon wieder die Schuldigen? Das ist echt Hammer, egal was passiert es ist immer RB dran Schuld. Die VFC Fans werden nicht ohne Grund eine mitbekommen haben.

bullish!
Also: Ursache und Wirkung nie außer acht lassen! Jetzt, die so brutal Behandelten und Mißverstandenen zu miemen ist lächerlich. Die Zeitung hat auch gleich noch eine Spalte gefüllt und macht sich zum Rächer der Geknechteten auf.

Imperator
Ich dachte das Benehmen der Plauener “Fans” war schon das peinlichste auf Erden, … aber nun noch so eine Darstellung, dass schlägt ja das ganze nochmals. Wer hätte das gedacht. Peinlich, peinlicher, Plauen.

prAx
immer die große Klappe dann gibts die Jacke voll und dann wird von Willkür gegen Fans gesprochen…. als Security muss man sich nicht alles gefallen lassen.

Imperator
Und ich fand das Einschreiten mehr als berechtigt. Auch in seiner Art und Weise. Vllt. hab ich ja auch ein anderes Verständnis in Sachen Benehmen und Kinderstube.

John L.
“Ihr könnt nach Hause fahren” ist für mich eine mehr als angemesse Gastgeberreaktion! Und es ist mir persönlich völlig egal ob die Reaktion der Security überhart ist oder nicht.

Elektrozaun
Wer einen Ordner angreift, bekommt eine aufs Maul. Das ist so. Und das ist auch richtig so.

Imperator
Ich habe gesagt, dass ich es konsequent und richtig fand wie die Ordner das Hausrecht durchsetzen, weil es auch schlichtweg keine andere Möglichkeit gibt, wenn sich einige trotz mehrfachen Aufforderungen nicht an die HO halten.

Funke-F1
Wer sich als Gast mit Sprüchen wie “Tod und Hass…” sowie Fahnen oder Spruchbändern ähnlichen Inhalts daneben benimmt fliegt raus! Ich kann nur hoffen dass Red Bull sich in diesem Punkt nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und weiterhin konsequent unter solchen “Subjekten” aufräumt! Dankeschön auch nochmal an die Security, wie weiter oben beschrieben sind Ursache und Wirkung in diesem Fall klar definiert!

jeahmon
Ich habe noch niemanden gehört, der sich mal für das sichere Umfeld bei den Spielen in den letzten Jahren bei den Securitys bedankt hätte. Von mir ein Dickes Danke dafür!

Erfolgsfan
Ich verstehe die Aufregung nicht. Die rotzen Kinder voll und werden danach noch pampig. Und wenns ´ne adäquate Reaktion durch den Sicherheitsdienst gibt, wird nach dem “Rechtsstaat” gejammert?! Erbärmliche Leute. Und danke, Sicherheitsdienst! Mehr Worte muß man dazu nicht verlieren.

John L.
Mir ist es ziemlich egal wie hart die Security durch greift. Wenn sie es tut wird es Gründe geben und die sind ganz gewiss nicht bei RB zu suchen. Wer seine Kinder Seite an Seite mit Prügel und Pöbelvolk los schickt, der sollte sich schämen. Und nicht anschliesend auf die bösen Aufpasser schimpfen.

tonic
Die Security hatten einen Grund dazu – denn auch Frauen und Kinder können bestraft werden wenn sie sich nicht an Regeln halten, WAS ECHT?… ja!

Arrmaniac
Wer “Tod und Hass dem RBL” schreit, braucht sich nicht über fehlendes Mitleid der RB-Fans zu beschweren, wenn er den Gästeblock verlassen muss. So einfach ist das erstmal.

Imperator
Was nun nachweislich jeder im Stadion sehen konnte, war das abartige Verhalten der Plauener. Aus meiner Sicht braucht sich die Security da nun nicht hinter einer Angstecke verstecken, sondern setzte nur das Hausrecht durch, welches einige Unbelehrbare nicht akzeptieren wollten.

[Quelle im vollständigen Original -> “28. Spieltag: RB Leipzig – VFC Plauen, 15.04.2011, 19:00 Uhr” (oder Security vs. Frauen und Kinder), rb-fans.de, 19. April 2011, 12:10]

Demonstration für den Erhalt der Fankultur: Was war? Was wird sein?

Beginnend ab den frühen Mittagsstunden nahmen am 9. Oktober 2010 in Berlin tausende Fußballfans jeder Provenienz an einer schon längere Zeit angekündigten (ostfussball.com berichtete) Demonstration zum “Erhalt der Fankultur” teil. Die Organisatoren der Veranstaltung gingen zwischenzeitlich bilanzierend von “mindestens 4.000 Teilnehmern und Anhängern von knapp 50 Vereinen” aus (eurosport.yahoo.com, 9. Oktober, 16:32). Der Berliner Kurier berichtete später von über 5.000 Fußball-Anhängern, die “friedlich für den Erhalt der Fankultur” demonstriert hätten.

Faksimile: stadionwelt-fans.de
Faksimile: stadionwelt-fans.de

Anliegen der Demonstration war es – neben den bereits weit vorab kontinuierlich von aktiven Fußballfans immer wieder erhobenen und mehr als deutlich artikulierten Forderungen der Fan-Szene hinsichtlich beispielsweise willkürlich verhängter Stadionverbote, steigender Eintrittspreise, fehlend zugelassener Meinungsfreiheit, zunehmender Kommerzialisierung, kaum noch nachvollziehbarer Splittung der Spieltagsanstoßzeiten sowie Willkür bei Polizeieinsätzen und nicht zuletzt fehlender Kennzeichnungspflicht für die Poilizeibeamte – “dass alle Gruppen ‘den Schalter umlegen’ und ihre Rivalitäten während der Demonstration ruhen lassen”, so Steffen Toll, ProFans, zitiert von morgenpost.de (9. Oktober, 13:05).

Zu den Organisatoren der Demonstration gehörten Fan- und Ultraszenen quasi aus der ganzen Bundesrepublik, federführend die Vereinigungen ProFans, Bündnis Aktiver Fußballfans und Unsere Kurve. In Berlin vertreten waren augenscheinlich Fans von Bundesligisten bis hin zu Anhängern von Regionalligisten. Allerdings hatten auch einige Fan- beziehungsweise Ultra-Kreise – nur aus Westdeutschland (?) – ihre Teilnahme an der Demonstration mehr oder weniger öffentlichkeitsheischend via Online-Erklärung offiziell abgesagt.

Natürlich kann letztendlich eine relativ kurzfristige Reflektion einer wie auch immer gemeinsam agierenden Fan-Aktion höchstens ein allererster Versuch eines Resümees zur besagten Gesamtproblematik sein.

Ist nun der schon weit im Vorfeld auf vielerlei Art und Weise verschlammt wordene Trampelpfad zwischen besagten Parteien vielleicht plötzlich – wenigstens kommunikativ – begehbarer geworden, gar beidseitig offener als bisher?

Nach ostfussball.com übermittelten Informationen soll es übrigens, trotz des postulierten kleinsten gemeinsamen Nenners der Demonstration “Getrennt in den Farben – Vereint in der Sache”, im Umfeld der Veranstaltung in Berlin doch zu einigen Rangeleien zwischen nicht gerade freundschaftlich verbundenen Fangruppierungen gekommen sein.

[om]

Fundstück des Tages # 79 [Mehr Verantwortung bei der Polizei, Online-Demo]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche ihrerseits selbst einiges postulieren; mitunter scheinbar sogar vielleicht auch in teilweise argumentativer Ergänzung der einen (DFB-Pokal: Da waren es nur noch Drei!) oder anderen (DFB-Pokal in Leipzig: Neuer Zündstoff für Kennzeichnungspflicht der Polizei) oder noch anderen (DFB-Pokal in Leipzig und die Geiselhaft bei der Fußball-RAF) vormaligen Publikation bei ostfussball.com

Screenshot: amnestypolizei.de
Screenshot: amnestypolizei.de

(…) Nicht nur bei Fußballspielen werden wir Woche für Woche mit unverhältnismäßigen Polizeieinsätzen konfrontiert. Ob Gewalt oder Diskriminierung, ob Willkür oder Sippenhaft – es mangelt an der Aufklärung der Straftaten und die Täter in Uniform gehen in aller Regel straffrei aus.

Beamte, die Straftaten begehen, können nicht zugeordnet werden, weil es derzeit noch keine Kennzeichnungspflicht gibt. Fragt man nach Namen oder Dienstnummern, wird man meist nur höhnisch ausgelacht. Die abgesprochenen Aussagen zweier Beamten reichen aus, um einem der Willkür ausgesetzten Bürger alle Chancen zu nehmen, den wahren Ereignisverlauf in die Beurteilung einfließen zu lassen. Bei Fußballspielen werden unauffällige Personen kontrolliert und können allein dadurch in die Akte “Gewalttäter Sport” eingetragen werden. Stadionverbote werden auf Verdacht erteilt und manchmal trotz Kenntnis der Fakten ungerechtfertigt aufrecht erhalten (…)

Willkür und Gewalt gibt es aber nicht nur beim Fußball. Amnesty International hat sich diesem Problem nun mit einer Kampagne gewidmet und fordert Transparenz bei Polizeieinsätzen, damit auch die Beamten bei übertriebener Härte zur Rechenschaft gezogen werden können.

Wir als Fangemeinschaft Dynamo unterstützen die Kampagne von Amnesty International und rufen alle (…) Fußballfans dazu auf, sich anzuschließen. Nehmt an der Online-Demo auf www.amnestypolizei.de teil und macht Freunde und Bekannte auf die Kampagne aufmerksam! Helft dabei mit, dass auch bei Fußballspielen Polizeiwillkür und -gewalt eingeschränkt werden können! (…)

pussy_sic

[Quelle im vollständigen Original: “Fangemeinschaft Dynamo unterstützt Kampagne ‘Transparenz schützt Menschenrechte'”, fangemeinschaft-dynamo.de, 9. September 2010]