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Gute Gründe für Sportwetten bei Mybet

Sportwetten oder Fußballwetten haben gerade jetzt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien absolute Hochkonjunktur. Die Wettanbieter und Online-Buchmacher verzeichnen immer wieder während solchen internationalen Turnieren einen enormen Zulauf bei Neuanmeldungen sowie Ersteinzahlung. Doch nicht jedem Wettportal im Internet sollte man blindlings sein Geld anvertrauen –  deshalb ein paar gute Gründe für Sportwetten bei mybet.com.

mybet

Wichtigster Punkt, eine deutsche Lizenz

(…) PEI Ltd. ist einer der größten Gambling-Anbieter in Europa und steht unter der staatlichen Kontrolle des Lottery and Gaming Board of Malta – sowie des Schleswig-Holsteinischen Innenministeriums (für www.mybet.de). Malta ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. PEI Ltd. bietet nach den engen europäischen Vorschriften Poker, Casino (nicht auf www.mybet.de) und hochwertige Sportwetten unter den höchsten geprüften Sicherheitsvorkehrungen an. Dies beinhaltet neben vielen anderen Kontrollen: Jugend- und Spielerschutz, Unangreifbarkeit und Ausfallsicherheit des Zufallsgenerators, der Server und Datenwege. Ständige Kontrolle der Auszahlungsraten aller Angebote. Überprüfung und Überwachung aller Mitarbeiter und der internen Sicherheit der Daten. Sicherheit der Zahlungsdienste sowie Trennung und Sicherung der Kundengelder. Einhaltung der maltesischen sowie Schleswig-Holsteinischen Lizenz- und Steuergesetze (…)

Ebenfalls wichtig, ein deutsches TÜV-Zertifikat

(…) Mybet ist eine Marke unter der Lizenz der PEI Ltd., die eine mehrheitliche Beteiligung der in Deutschland börsennotierten Finanzholding mybet Holding SE ist. Unsere Plattform ist von einem weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen zertifiziert worden und unterliegt höchsten Sicherheitsstandards für unsere Kunden. Dies Prüfung betrifft insbesondere die Sicherheit der Nutzerdaten und Nutzergelder (…)

Volle Kontrolle beim Jugendschutz – 18+

(…) PEI Ltd. kontrolliert streng den den Zugang seiner Kunden. Wir schließen Teilnehmer unter 18 Jahren international vom Spiel aus. Bei der Anmeldung wird die Bestätigung der Volljährigkeit über verschiedene Verfahren geprüft. Unter anderem kann auf das Benutzerkonto nicht eingezahlt werden. Ebenso muss bei einem Auszahlungswunsch die Identität des Benutzers eindeutig über eine Ausweiskopie belegt werden (…)

[Quelle der Pressemeldung: mybet.com]

Sportwetten: Auf ein neues Jahr in Sachen Glücksspielstaatsvertrag

Und wieder beginnt ein neues Jahr ohne Regulierung des Glücksspielmarkts in Deutschland, Millionenverluste an Steuereinnahmen inklusive. Seit Mitte vergangenen Jahres bestand die Möglichkeit, sich für eine der neuen Sportwetten-Konzessionen zu bewerben. Laut Plänen des hessischen Innenminesteriums sollten insgesamt 20 solcher Lizenzen an private Sportwettenanbieter vergeben werden. Keiner der Bewerber hätte aber bisher nachweisen können, dass er den Mindestanforderungen genüge – noch nicht einmal der staatliche Anbieter Oddset.

“Im Sportwettkonzessionsverfahren wurde eine abschließende Prüfung der Anträge aller Antragsteller, die zur 2. Stufe des Konzessionsverfahrens zugelassen wurden, durchgeführt”, schreibt das Ministerium (…) “Dabei wurde festgestellt, dass (…) keiner der Antragsteller die Erfüllung der Mindestanforderungen (…) in prüffähiger Form nachweisen konnte.”

Paradox – ODS Oddset gehört den acht Lotteriegesellschaften der Bundesländer, ist also quasi schon in Staatsbesitz und hielt bisher die alleinige Monopolstellung in Deutschland. Oddset-Chef Christoph Schmidt ist natürlich empört: “Es erschließt sich uns nicht, wo wir die Anforderungen nicht erfüllt hätten. Unser gesamter Antrag wurde von Experten gründlich überprüft.”

(Screenshot: bwin.com/de)

Derzeit bemühen sich rund 80 private Sportwettenanbieter um eine deutschlandweite Lizenz. Mit im Rennen sind die Großen der Branche, wie zum Beispiel Tipico, Betfair, Bwin oder Mybet. In einem schon eher intransparenten Verfahren fanden bisher lediglich die ersten finalen Anhörungen statt. Brisant scheint dabei auch die Tatsache, dass offensichtlich die zwei großen deutschen Unternehmen, bwin.com/de und Mybet, keine dieser Einladungen erhalten hatten.

Nicht verwechseln sollte man allerdings die in Kiel vergebenen Sportwetten-Lizenzen. Das dortige Innenministerium ist nur die zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde für die Aufgaben nach dem schleswig-holsteinischen Gesetz zur Neuordnung des Glücksspiels, welches am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Die Nutzung ist jedoch nur für Teilnehmer(innen) ab 18 Jahren im Geltungsbereich des Glücksspielgesetzes zulässig und somit für Wettbetreiber sowie Kunden in anderen Bundesländer völlig wertlos. Auch laufen diese vergebenen Lizenzen in gut vier Jahren schon wieder aus.

[ab]

Fundstück des Tages # 356 [Dynamo Dresden, Pokalausschluss, DFB-Positionen unverhandelbar]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren, dabei ihrerseits selbst sprechen oder eben einfach nur Geschichten zu erzählen scheinen, mitunter aus kürzerer Vergangenheit, der Gegenwart oder vielleicht auch aus näherer Zukunft; in durchaus teilweiser Ergänzung der einen [DFB-Pokal, Dynamo Dresden] oder anderen [Dynamo Dresden, DFB-Pokal, Klage-Brief der Fans] oder noch anderen [Dynamo Dresden vs. DFB, Eier zeigen für Pyrrhussieg?] oder weiteren [Dynamo Dresden vs. DFB, Machtprobe?] vormaligen Publikation bei Ostfussball.comoder auch darüber hinaus …

(Foto: Ostfussball.com)

Die Sächsische Zeitung spricht mit DFB-Vizepräsident Rainer Koch – und dieser “verdeutlicht den klaren Standpunkt des Verbandes in einem juristisch sehr komplexen Sachverhalt” –

“(…) Selbst möchte ich das Urteil nicht mehr weiter kommentieren, ich schaue lieber nach vorne. Das Verfahren ist für uns längst abgeschlossen (…) Dynamo kann mit weiteren Verfahren nichts gewinnen, nur verlieren. Und darauf lege ich keinerlei Wert. Wir wollen Gräben zuschütten, nicht tiefer werden lassen (…)”

“Wir wollen nach vorne blicken, schnellstmöglich einen Neuanfang machen auf der Basis der vergangene Woche auf dem DFB-Bundestag beschlossenen Neuregelungen. Das heißt, wir wollen Dynamo Dresden und seinen Fans die Hand reichen. Ich möchte, dass die Akten aller offenen Altverfahren mit einer milden Sanktion zum Abschluss gebracht werden. Den Blick nach vorne gerichtet: Wir wollen bei neuerlichen Fällen vorrangig gemeinsam mit Dynamo und seinen Fans die Täter ermitteln und mit präventiven Maßnahmen versuchen, neue Fälle zu verhindern. Das meine ich sehr ernst. Es kann allerdings nur funktionieren, wenn wir uns alle gemeinsam darin einig sind, dass Gewalt, rassistische, diffamierende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen, sowie der Einsatz von Pyrotechnik in der Kurve nichts zu suchen haben. Diese Positionen sind unverhandelbar, sie stehen nicht mehr zur Diskussion. Das muss die Dynamo-Kurve akzeptieren.”

“(…) Ich biete umfassende Kommunikation an. Ich bin bereit, mit Fans über deren Rechte und deren Probleme zu sprechen, sie an Meinungsbildungsprozessen zu beteiligen und mitwirken zu lassen. Sind wir uns einig in der hundertprozentigen Ablehnung von Pyro, Gewalt und jeder Form von diskriminierenden Verhaltens, dann bin ich der Erste, der sich für eine verbesserte Einbeziehung von Fans und ihren Vertretern in die Diskussion zwischen Verbänden und Vereinen einsetzen wird – zum Beispiel über die Ausgestaltung von Stadionordnungen. Aber wir müssen uns auch gemeinsam um die Ermittlung der Täter kümmern. Diese dürfen sich nicht länger inmitten der rechtstreuen Fans verstecken können (…)”

Quelle im vollständigen Original -> Antworten von Rainer Koch im Gespräch mit Sven Geisler (Interview-Auszug)  -> “Dynamo kann nichts gewinnen, nur verlieren”, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 30. Oktober 2013

Fußballwetten: Mit Volldampf ins neue Jahr 2013

Durchweg positiv und ungebremst geht die Entwicklung bei privaten Sportwetten auch im ersten Quartal des Jahres 2013 weiter. Während der staatliche Anbieter Oddset weiterhin mit seinem schlechten Image aus der Vergangenheit zu kämpfen hat, legen Anbieter von Sportwetten wie zum Beispiel Mybet.com weiterhin kräftig in diesem Bereich zu –

(…) Die mybet Holding SE (Deutsche Börse, Prime Standard, ISIN DE000A0JRU67) hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013 den Wegfall der Erlöse aus dem 2012 verkauften Lotteriegeschäft mit einem starken Wachstum im Kerngeschäft mit den Produkten Sportwetten und Mybet Online Casino überkompensieren können. Der Umsatz ist in den ersten drei Monaten 2013 von 18,5 Mio. Euro im Vorjahr um 8,0 Prozent auf 20,0 Mio. Euro gestiegen.

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Online-Sportwetten: Die Wetteinsätze auf den Internet-Plattformen der mybet-Gruppe stiegen um 28 Prozent auf 26,3 Mio. Euro (VJ 20,6 Mio. Euro). Der Hold stieg durch eine höhere Buchmachermarge sogar deutlich überproportional um 45 Prozent auf 4,4 Mio. Euro (VJ 3,0 Mio. Euro). Gebremst wurde das Gesamtwachstum im Sportwettsegment durch ein schwächeres Geschäft in den Wettshops, das auf Anlaufschwierigkeiten der für den Vertrieb in lizenzierten Märkten notwendigen neuen Shop-Software zurückzuführen ist. Die Wetteinsätze in den Shops gingen im ersten Quartal um 14 Prozent auf 21,7 Mio. Euro zurück. Der Hold in den Shops lag dennoch aufgrund der verbesserten Buchmachermarge mit 6,3 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.

Im ersten Quartal 2013 hat mybet vermehrt Chancen genutzt, um seine Marktposition weiter auszubauen und verstärkt Neukunden zu gewinnen. Die Anzahl der Registrierungen stieg in der Folge innerhalb des ersten Quartals 2013 um 52.000 auf nunmehr 1,1 Mio. Die durchschnittliche Anzahl der in der Periode aktiven Online-Kunden lag mit 57.500 rund 54 Prozent über dem Vorjahresquartal, in dem rund 37.300 Kunden mindestens einmal aktiv waren (…) [sportwetten-news]

(Screenshot: mybet.com)

Unterdessen gehen die Regulierungen der Sportwetten in Deutschland in die heiße Phase und es scheint so, als würde der Staat den Boden für weitere Klagen schaffen. In einem schon sowieso eher intransparenten Verfahren fanden nun die ersten finalen Anhörungen statt. Trotz fast 100 Bewerbungen wurden lediglich 14 Unternehmen eingeladen und bislang scheint es auch so, als sei kein Konzept zu erkennen, nach welchen Kriterien eine Einladung zur Anhörung ausgesprochen wurde (Ostfussball.com berichtete).

Sportwetten: Lizenzverfahren gehen in heiße Phase

Die Regulierung der Sportwetten in Deutschland geht die heiße Phase und es scheint so, als würde der Staat den Boden für weitere Klagen schaffen. In einem schon sowieso eher intransparenten Verfahren fanden nun die ersten finalen Anhörungen statt. Trotz fast 100 Bewerbungen wurden lediglich 14 Unternehmen eingeladen und bislang scheint es auch so, als sei kein Konzept zu erkennen, nach welchen Kriterien eine Einladung zur Anhörung ausgesprochen wurde.

Noch viel brisanter scheint dabei auch die Tatsache, dass offensichtlich die zwei großen deutschen Unternehmen, Bwin und Mybet, keine dieser Einladungen erhalten. Somit liegt der Verdacht nahe, dass die Behörden hier alte Rechnungen begleichen. Nach ersten Rücksprachen sehen viele Rechtsexperten zahlreiche Angriffspunkte für weitere Klagen. So könnten Wettunternehmen, die eine Schleswig-Holstein-Lizenz haben für sich beanspruchen, damit für das ganze Bundesgebiet eine Lizenz zu besitzen. Gleichzeitig kommt auch noch eine Casino-Lizenz hinzu, bei der die Gültigkeit und das Wirkungsgebiet ebenfalls noch nicht geklärt sind.

Vor allem jedoch scheint das Lizenzverfahren an sich zahlreiche Punkte zu bieten, die zu Klagen führen könnten. So ist bislang keinerlei Akteneinsicht möglich um zu sehen, was dazu geführt haben könnte, keine Einladung zu erhalten. Außerdem waren schon in den Bewerbungsunterlagen klare Rechtsbrüche erkennbar, die man vermutlich wird beanstanden können. Experten, wie die des Sportwetten Magazins, gehen von noch einer recht langen Zeit aus, in der wir viele Graumärkte sehen werden.

Die ersten Anbieter haben schon gesagt, dass sie der Meinung sind, eine Berechtigung für ihr Angebot wäre auch ohne eine Lizenz vorhanden. Scheinbar werden die Zeiten nicht weniger stürmisch als in den letzten Jahren. Bis alles geregelt ist, können Sie hier die besten Wettanbieter finden. Schließlich müssen die Angebote noch genutzt werden, so lange viel Konkurrenz vorhanden ist.

[ab]

Sportwetten in Thüringen legal

Ein ganz aktuelles Urteil zu Sportwetten besagt, wonach Ordnungsverfügungen gegen Sportwettvermittler im Bundesland Thüringen rechtswidrig sind –

(…) Das Verwaltungsgericht Weimar hat mit einem Hauptsache-Urteil vom 26.06.2012 in einem durch die Rechtsanwaltskanzlei Bongers geführten Verfahren (AZ: 5 K 882/06) eine Ordnungsverfügung und den später ergangenen Widerspruchsbescheid des Thüringer Landesverwaltungsamtes aus dem Jahre 2006 aufgehoben. Die Klage des Sportwettvermittlers hatte insoweit Erfolg.

Die Regelungen im Glücksspielgesetz 2007 und im Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahre 2008 seien mit Unionrecht nicht zu vereinbaren, weil sie in unverhältnismäßiger Weise die Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit des Wettanbieters und seines Wettvermittlers beschränken. Insbesondere sei das in Thüringen geltende Sportwettenmonopol mit Europarecht nicht vereinbar, weil der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes hinsichtlich einer kohärenten Regelung zur Begrenzung der Wetttätigkeit im Glücksspielsektor nicht ausreichend Rechnung getragen worden sei (…) [isa-guide.de].

So wurde damals der prominenteste ostdeutsche Anbieter Sportwetten Gera zur Geschäftsaufgabe gedrängt und zudem tausende zufriedene Kunden in die angebliche Illegalität bei ausländischen Wettanbietern abgeschoben. Auf der Website von Sportwetten Gera ist seitdem nur noch folgendes zu lesen –

Seit dem 14.09.1990 waren wir als Sportwetten GmbH in Gera für Sie eine der ersten Adressen in Deutschland, die legal Sportwetten veranstaltet hat. Aufgrund der Entscheidung der Bundesländer ein Monopol für Glücksspiele zu schaffen und Glücksspiele im Internet völlig zu verbieten, teilen wir Ihnen hiermit die Einstellung unseres operativen Sportwetten Geschäfts im Internet in Deutschland mit [Sportwetten Gera].

Momentan hat man einen neuen Glücksspielstaatsvertrag zusammen mit allen deutschen Bundesländern ausgearbeitet, welcher nun vor dem Europäische Gerichtshof bestehen muss. Doch schon jetzt kann stark bezweifelt werden, dass auch der neue Staatsvertrag überhaupt mit geltendem EU-Recht vereinbar ist. Auch hierzulande haben verschiedene Anbieter bereits angekündigt, erneut dagegen vorzugehen (Ostfussball.com berichtete).

[ab]

FC Sachsen Leipzig: Letzte Pressekonferenz

Der FC Sachsen Leipzig 1990 e.V. wird zum 30.06.2011 seinen Spielbetrieb einstellen und im Rahmen der Insolvenz in einem normalen Verfahren abgewickelt werden. An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren, Ehrenamtlichen und Fans die in den vergangenen zwei schweren Jahren zum Verein gestanden haben und eben diese Situation vermeiden wollten. Der Spielbetrieb aller Mannschaften geht aber bis zum Ende der jeweiligen Spielzeiten weiter und die Mannschaften des FCS wünschen sich auch weiterhin tatkräftige Unterstützung dafür! [fc-sachsen.de]

Fundstück des Tages # 111 [RasenBallsport Leipzig, Sportpolitik]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche bereits einiges selbst postulieren und dabei ihrerseits sprechen; mitunter scheinbar sogar vielleicht auch in teilweiser Ergänzung der einen (RB Leipzig: Trainingszentrum bringt Auenwald in Gefahr) oder anderen (RB Leipzig, Trainingszentrum, Ökolöwe) oder noch anderen (RB Leipzig und ein Fleckchen Erde) vormaligen Publikation bei ostfussball.com

Faksimile: sofort-billiger.de
Faksimile: sofort-billiger.de

(…) Der Red-Bull-Verein Rasenballsport Leipzig macht dieser Tage negative Schlagzeilen. In der Regionalliga haben sich bislang nur die Traditionsvereine des Fußball-Ostens an dem neureichen Newcomer gestört. Doch nun provoziert RB Leipzig im Verbund mit der Stadtverwaltung eine ganz andere Klientel (…)

Die Aufregung in Leipzig ist groß (…) Red Bull, Sponsor des Fußball-Viertligisten Rasenballsport Leipzig, will ein Trainingszentrum bauen. Ausgerechnet im Auwald, ausgerechnet in jenem schmalen Korridor, der den südlichen vom nördlichen Teil dieses einzigartigen Ökosystems trennt. Seit 2006 sind Teile des Terrains Europäisches Vogelschutzgebiet. Rund 100 Vogelarten haben im Auwald und an seinen Flussläufen ihr Refugium, dazu neun Fledermausarten, viele stehen auf der “Roten Liste” (…)

Monatelang kursierten in Leipzig Gerüchte um die Baupläne am Auwald-Standort. Nur das Elsterflutbecken trennt ihn vom einstigen Zentralstadion, der Red-Bull-Arena. Vor zwei Wochen lud die Stadtverwaltung die Umweltverbände zum Gespräch. Sie präsentierte Karten, auf denen das Vogelschutzgebiet nicht eingezeichnet war. Dem Deutschlandfunk liegen diese Papiere vor. Red Bull plant großzügig: sechs Spielfelder mit Flutlicht, Tribüne, Trainingshügel, Laufbahn, Sandfeld. Nebenan soll ein zweistöckiges Gebäude mit Indoor-Halle in den Auwald gepflanzt werden, dazu Bürogebäude, Internat und ein Neubau für Restaurant und Fanshop. Nur Teile der 93.000-Quadratmeter-Fläche werden derzeit schon genutzt. Knapp heißt es in dem Papier, das Trainingszentrum reiche ins Vogelschutzgebiet hinein. Und in Klammern setzen die RB-Planer den Vermerk, dass nebenan Eisvögel brüten. Grünen-Stadtrat Roland Quester hält es für klar rechtswidrig, dass Stadt und Red Bull auf eine Verträglichkeitsprüfung verzichten wollen (…)

Das Sächsische Umweltministerium verweist auf Anfrage auf das Bundesnaturschutzgesetz. Danach habe Leipzig eine Prüfung durchzuführen und, sind Arten der “Roten Liste” betroffen, die Stellungnahme der Europäischen Kommission einzuholen. Andernfalls sei die Planung angreifbar – womöglich drohe sogar ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.

Die bekannt auf Image versessene Rathausspitze ignoriert das bisher. Auch Fragen des Deutschlandfunks ließ sie unbeantwortet. Unverdrossen verbreitet man die gute Nachricht von einer 30-Millionen-Euro-Investition. Red Bull, so verlautbarte die Stadt kürzlich, sei “das Beste, was Leipzig an Wirtschaftsförderung passieren konnte”. Derlei Lob erfreut den Konzern, der ebenso gern wie die Kommune – allerdings ungleich erfolgreicher – in Marketing via Sport investiert. Erste Teile des Trainingszentrums sollen angeblich im Sommer stehen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung fiel schon während der gescheiterten Olympiabewerbung mit Mauscheleien auf. Auch deshalb muss die Frage lauten: Steuert Leipzig auf den nächsten sportpolitischen Skandal zu?

Faksimile: glassblog.wordpress.com
Faksimile: glassblog.wordpress.com

[Quelle im vollständigen Original & Interview-Zitate -> dradio.de, 20. November 2010]