Schlagwort-Archiv: Verfahren

Fundstück des Tages # 356 [Dynamo Dresden, Pokalausschluss, DFB-Positionen unverhandelbar]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren, dabei ihrerseits selbst sprechen oder eben einfach nur Geschichten zu erzählen scheinen, mitunter aus kürzerer Vergangenheit, der Gegenwart oder vielleicht auch aus näherer Zukunft; in durchaus teilweiser Ergänzung der einen [DFB-Pokal, Dynamo Dresden] oder anderen [Dynamo Dresden, DFB-Pokal, Klage-Brief der Fans] oder noch anderen [Dynamo Dresden vs. DFB, Eier zeigen für Pyrrhussieg?] oder weiteren [Dynamo Dresden vs. DFB, Machtprobe?] vormaligen Publikation bei Ostfussball.comoder auch darüber hinaus …

(Foto: Ostfussball.com)

Die Sächsische Zeitung spricht mit DFB-Vizepräsident Rainer Koch – und dieser “verdeutlicht den klaren Standpunkt des Verbandes in einem juristisch sehr komplexen Sachverhalt” –

“(…) Selbst möchte ich das Urteil nicht mehr weiter kommentieren, ich schaue lieber nach vorne. Das Verfahren ist für uns längst abgeschlossen (…) Dynamo kann mit weiteren Verfahren nichts gewinnen, nur verlieren. Und darauf lege ich keinerlei Wert. Wir wollen Gräben zuschütten, nicht tiefer werden lassen (…)”

“Wir wollen nach vorne blicken, schnellstmöglich einen Neuanfang machen auf der Basis der vergangene Woche auf dem DFB-Bundestag beschlossenen Neuregelungen. Das heißt, wir wollen Dynamo Dresden und seinen Fans die Hand reichen. Ich möchte, dass die Akten aller offenen Altverfahren mit einer milden Sanktion zum Abschluss gebracht werden. Den Blick nach vorne gerichtet: Wir wollen bei neuerlichen Fällen vorrangig gemeinsam mit Dynamo und seinen Fans die Täter ermitteln und mit präventiven Maßnahmen versuchen, neue Fälle zu verhindern. Das meine ich sehr ernst. Es kann allerdings nur funktionieren, wenn wir uns alle gemeinsam darin einig sind, dass Gewalt, rassistische, diffamierende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen, sowie der Einsatz von Pyrotechnik in der Kurve nichts zu suchen haben. Diese Positionen sind unverhandelbar, sie stehen nicht mehr zur Diskussion. Das muss die Dynamo-Kurve akzeptieren.”

“(…) Ich biete umfassende Kommunikation an. Ich bin bereit, mit Fans über deren Rechte und deren Probleme zu sprechen, sie an Meinungsbildungsprozessen zu beteiligen und mitwirken zu lassen. Sind wir uns einig in der hundertprozentigen Ablehnung von Pyro, Gewalt und jeder Form von diskriminierenden Verhaltens, dann bin ich der Erste, der sich für eine verbesserte Einbeziehung von Fans und ihren Vertretern in die Diskussion zwischen Verbänden und Vereinen einsetzen wird – zum Beispiel über die Ausgestaltung von Stadionordnungen. Aber wir müssen uns auch gemeinsam um die Ermittlung der Täter kümmern. Diese dürfen sich nicht länger inmitten der rechtstreuen Fans verstecken können (…)”

Quelle im vollständigen Original -> Antworten von Rainer Koch im Gespräch mit Sven Geisler (Interview-Auszug)  -> “Dynamo kann nichts gewinnen, nur verlieren”, Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 30. Oktober 2013

FC Sachsen Leipzig: Letzte Pressekonferenz

Der FC Sachsen Leipzig 1990 e.V. wird zum 30.06.2011 seinen Spielbetrieb einstellen und im Rahmen der Insolvenz in einem normalen Verfahren abgewickelt werden. An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren, Ehrenamtlichen und Fans die in den vergangenen zwei schweren Jahren zum Verein gestanden haben und eben diese Situation vermeiden wollten. Der Spielbetrieb aller Mannschaften geht aber bis zum Ende der jeweiligen Spielzeiten weiter und die Mannschaften des FCS wünschen sich auch weiterhin tatkräftige Unterstützung dafür! [fc-sachsen.de]

Fundstück des Tages # 111 [RasenBallsport Leipzig, Sportpolitik]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche bereits einiges selbst postulieren und dabei ihrerseits sprechen; mitunter scheinbar sogar vielleicht auch in teilweiser Ergänzung der einen (RB Leipzig: Trainingszentrum bringt Auenwald in Gefahr) oder anderen (RB Leipzig, Trainingszentrum, Ökolöwe) oder noch anderen (RB Leipzig und ein Fleckchen Erde) vormaligen Publikation bei ostfussball.com

Faksimile: sofort-billiger.de
Faksimile: sofort-billiger.de

(…) Der Red-Bull-Verein Rasenballsport Leipzig macht dieser Tage negative Schlagzeilen. In der Regionalliga haben sich bislang nur die Traditionsvereine des Fußball-Ostens an dem neureichen Newcomer gestört. Doch nun provoziert RB Leipzig im Verbund mit der Stadtverwaltung eine ganz andere Klientel (…)

Die Aufregung in Leipzig ist groß (…) Red Bull, Sponsor des Fußball-Viertligisten Rasenballsport Leipzig, will ein Trainingszentrum bauen. Ausgerechnet im Auwald, ausgerechnet in jenem schmalen Korridor, der den südlichen vom nördlichen Teil dieses einzigartigen Ökosystems trennt. Seit 2006 sind Teile des Terrains Europäisches Vogelschutzgebiet. Rund 100 Vogelarten haben im Auwald und an seinen Flussläufen ihr Refugium, dazu neun Fledermausarten, viele stehen auf der “Roten Liste” (…)

Monatelang kursierten in Leipzig Gerüchte um die Baupläne am Auwald-Standort. Nur das Elsterflutbecken trennt ihn vom einstigen Zentralstadion, der Red-Bull-Arena. Vor zwei Wochen lud die Stadtverwaltung die Umweltverbände zum Gespräch. Sie präsentierte Karten, auf denen das Vogelschutzgebiet nicht eingezeichnet war. Dem Deutschlandfunk liegen diese Papiere vor. Red Bull plant großzügig: sechs Spielfelder mit Flutlicht, Tribüne, Trainingshügel, Laufbahn, Sandfeld. Nebenan soll ein zweistöckiges Gebäude mit Indoor-Halle in den Auwald gepflanzt werden, dazu Bürogebäude, Internat und ein Neubau für Restaurant und Fanshop. Nur Teile der 93.000-Quadratmeter-Fläche werden derzeit schon genutzt. Knapp heißt es in dem Papier, das Trainingszentrum reiche ins Vogelschutzgebiet hinein. Und in Klammern setzen die RB-Planer den Vermerk, dass nebenan Eisvögel brüten. Grünen-Stadtrat Roland Quester hält es für klar rechtswidrig, dass Stadt und Red Bull auf eine Verträglichkeitsprüfung verzichten wollen (…)

Das Sächsische Umweltministerium verweist auf Anfrage auf das Bundesnaturschutzgesetz. Danach habe Leipzig eine Prüfung durchzuführen und, sind Arten der “Roten Liste” betroffen, die Stellungnahme der Europäischen Kommission einzuholen. Andernfalls sei die Planung angreifbar – womöglich drohe sogar ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.

Die bekannt auf Image versessene Rathausspitze ignoriert das bisher. Auch Fragen des Deutschlandfunks ließ sie unbeantwortet. Unverdrossen verbreitet man die gute Nachricht von einer 30-Millionen-Euro-Investition. Red Bull, so verlautbarte die Stadt kürzlich, sei “das Beste, was Leipzig an Wirtschaftsförderung passieren konnte”. Derlei Lob erfreut den Konzern, der ebenso gern wie die Kommune – allerdings ungleich erfolgreicher – in Marketing via Sport investiert. Erste Teile des Trainingszentrums sollen angeblich im Sommer stehen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung fiel schon während der gescheiterten Olympiabewerbung mit Mauscheleien auf. Auch deshalb muss die Frage lauten: Steuert Leipzig auf den nächsten sportpolitischen Skandal zu?

Faksimile: glassblog.wordpress.com
Faksimile: glassblog.wordpress.com

[Quelle im vollständigen Original & Interview-Zitate -> dradio.de, 20. November 2010]