Schlagwort-Archiv: Sanierungskonzept

BSG Chemie Leipzig: Sanierungsvorhaben im AKS

Die Gegensätze im Leipziger Fußball könnten derzeit nicht größer sein. Während sich viele Leipziger momentan ganz gern ins gemachte Nest setzen und “einfach nur noch guten Fußball sehen” möchten, kämpfen doch tatsächlich noch ein paar unermüdliche Leutzscher weiter für den Erhalt ihrer traditionellen Sportstätte, den Alfred-Kunze-Sportpark.

Mit einer Spendenaktion und viel ehrenamtlicher Tätigkeit soll nun zumindest ein Teil der altehrwürdigen Wirkungsstätte mit großer Geschichte und Erfolgen saniert werden. Ziel des Vorhabens ist die Sanierung des Kinder-und Familienbereichs im Alfred-Kunze-Sportpark in vollständiger Eigenleistung der BSG Chemie Leipzig e.V., ihrer Fans, Mitgliedern und Kleinsponsoren.

(…) Zu Pflicht-und Pflichtfreundschaftsspielen besuchen im Durchschnitt rund 700 Zuschauer die Heimspiele des Vereins. Auf Grund des Vereinskonzeptes sind unter diesen Zuschauern zahlreiche junge Familien mit Kleinkindern im Alter von 0 bis 10 Jahren, denen der Verein durch ehrenamtliches Engagement der Mitgliederinitiative “Leutzscher Freundeskreis” Gelegenheit bietet, im Sanierungsbereich betreut Spiel und Bewegung realisieren zu können. Eigens beschaffte Spielzeuge werden den Kindern hierfür zur Verfügung gestellt und sie werden von ehrenamtlichen Pädagogikstudenten betreut und angeleitet. Kleine Mal-und Bastelstrecken runden das Angebot ab. Während die Eltern sich also dem Spiel der BSG Chemie Leipzig e.V. widmen, werden die Kinder beschäftigt und betreut. Dies gilt auch für Besucher der Gastmannschaften, welchen der Verein ungehindert Zugang zum Familien-und Kinderbereich gewährt.

Innerhalb des gesamten Geländes bietet kein anderer Bereich die Möglichkeit, Kindern und Eltern in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander und doch abgetrennt von sonstigen Zuschauerbereichen sowie bei kurzen Wegen zu den Sanitäreinrichtungen im Verwaltungsgebäude einen derartigen Service zu bieten. Der allgemeine Zustand des Alfred-Kunze-Sportparks wird als äußerst schlecht und dringend sanierungsbedürftig angesehen. In den vergangenen fünf bis zehn Jahren sind, von ganz wenigen Einzelmaßnahmen abgesehen, keinerlei Sanierungsarbeiten realisiert worden, welche Sicherheit und Komfort für die Besucher der Veranstaltungen auch nur annähernd auf ein ortsübliches und zeitgemäßes Niveau gebracht hätten.

Im Focus unserer Aktivitäten und Vorhaben steht darum vor allem die Nachhaltigkeit aller Einzelmaßnahmen, welche die BSG Chemie Leipzig e.V. Schritt für Schritt in ein Gesamtkonzept zur umfassenden und langfristigen Sanierung und Erhaltung ihrer Heimat Alfred-Kunze-Sportpark einfließen lassen wird. Dieses Gesamtkonzept basiert auf dem Sanierungskonzept eines örtlichen Architekturbüros und dem Wirtschaftlichkeitskonzept des Vereins (…) [chemie-leipzig.de]

Auch Leser von Ostfussball.com haben nun die Möglichkeit, diese lobenswerte Aktion gemeinsam durch eine kleine Spendenhilfe zu unterstützen. Aktuell fehlen noch knapp 4000 Euro in der Kasse, was aber durchaus noch realisierbar in den nächsten Wochen erscheint.

Dieses Projekt ist vom deutschen Finanzamt als gemeinnützig anerkannt – eine Spendenquittung wird erstellt.

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FC Hansa Rostock: Rettungsschirmchen in Sicht?

Genau so stetig wie die Ostsee tagein und tagaus an den Strand plätschert, versiegen die aktuellen Insolvenz-Schlagzeilen um den FC Hansa Rostock nicht – im Gegenteil.

Der Finanzausschuss der Stadt Rostock lehnte am 24. April mit deutlicher Mehrheit einen fiskalischen ‘Rettungsschirm’ für Hansa ab. Gleichfalls will auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern dem hochverschuldeten Fußballclub zumindest nicht direkt unter die Arme greifen. Ein verordneter Zwangsabstieg in die Regionalliga wäre die unausweichliche Folge, schlimmstenfalls sogar in die Oberliga. Nach Darstellung des SID habe der Verein insgesamt Verbindlichkeiten von knapp 16 Millionen Euro (Ostfussball.com berichtete). Zwischenzeitlich initiierten Rostocker Fans verschiedene Aktionen, um ihrem Club direkt und auch symbolisch beizustehen (Ostfussball.com berichtete ebenfalls).

Unterdessen resümierte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Hansas Sanierungskonzept begutachtet hat, dass zu einer dauerhaften Rettung des FC Hansa Rostock der Verkauf des eigenen Stadions grundlegend wäre. Der Prüfbericht, aus dem die Ostseezeitung zitiert, geht davon aus, dass der Traditionsverein von der Ostseeküste seine derzeitige Liquidität mit Krediten in Höhe von 2,6 Millionen Euro sichert. “Die Schulden des Vereins bezifferten die Experten auf 8,5 Millionen Euro” (ndr.de).

Zunächst allerdings müsste aber die Stadt Rostock – wie Ostfussball.com bereits berichtete – dem Hilfspaket für Hansa zustimmen, denn nur dann wäre ein Schuldenschnitt möglich. “Das von der Stadt zu stemmende Paket beinhaltet außer dem Teilerlass der 680.000 Euro Steuerschulden den Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes im Wert von 530.000 Euro und 750.000 Euro Zuschuss” (dpa).

Offener Brief der Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG an die Rostocker Bürgerschaft  –

Sehr geehrte Damen und Herren der Rostocker Bürgerschaft,

die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG haben mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen, dass der Finanzausschuss der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock das Maßnahmenpaket zum Fortbestand des Vereines leider abgelehnt hat.

Hiermit möchten die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock herzlich darum bitten, das Sanierungskonzept zu unterstützen und sich persönlich für die Finanzierungshilfe einzusetzen.

Lassen Sie uns nicht fallen und unterstützen Sie uns in dieser Notsituation. Der F.C. Hansa Rostock e.V. ist mit seiner 47jährigen Clubgeschichte ein wichtiger Imageträger der Stadt und der Region und eine DER Marken unseres Landes Mecklenburg-Vorpommern. Hansa ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Hansestadt Rostock und engagiert sich zudem auch im sozialen Bereich sehr stark (…)

Es geht darum, den Fußballstandort Rostock zu erhalten. Kein Veranstaltungsort oder Verein im Land zieht so viele Menschen aus unserer Region und darüber hinaus an, die sich mit einem überregionalen Aushängeschild identifizieren. Nicht zuletzt geht es auch um direkte, wie indirekte Arbeitsplätze.

Wir sind der festen Überzeugung, dass der F.C. Hansa Rostock e.V. mit Ihrer Unterstützung und auch der Unterstützung unserer Mitglieder, Fans und Sponsoren auf dem richtigen Weg ist, den Verein zu sanieren.

Wir bitten Sie, diesen Brief an möglichst viele Empfänger weiterzuleiten und in den Fraktionen zu verteilen. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Die Mitarbeiter des F.C. Hansa Rostock e.V. und der Ostseestadion GmbH & Co. KG

Derweil soll die eigentlich bislang für den 9. Mai geplante Abstimmung der Bürgerschaft Rostock für eine allein thematische Sondersitzung um eine Woche verschoben werden. Unterstellt angestrebte Planungssicherheit für einen sich in sehr schwerem Fahrwasser befindlichen Fußballverein kann auch anders aussehen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

[om]