Schlagwort-Archiv: Popularität

Fundstück des Tages # 346 [Red Bull Leipzig, Halleluja?]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – fast immer unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren, dabei ihrerseits selbst vor sich hin sprechen oder eben einfach nur Geschichten zu erzählen scheinen; zuweilen gleichfalls in durchaus diametraler Ergänzung dahingehend vormalig bezüglicher Publikationen [11Freunde: Warum RB Leipzig so unbeliebt ist] bei Ostfussball.com oder auch darüber hinaus [Red Bull Leipzig, Lobet den Herren?]

(… und Weltfrieden? – Foto: Ostfussball.com)

(…) Nach Anlaufschwierigkeiten sind die Leipziger im Profifußball angekommen, die erste Saison in der Dritten Liga spielen sie unter dem Motto: “Ab durch die Dritte”. Es ist eine Frage der Zeit, bis RB Leipzig in der Bundesliga aufschlägt. Wenn es nach den meisten deutschen Fußballfans geht, darf es nicht dazu kommen. RB Leipzig ist in vier Jahren – 2009 verleibte sich der Konzern den damaligen Oberligisten SSV Markranstädt ein – zum unbeliebtesten Fußballklub Deutschlands geworden (…)

Die junge Geschichte des RB Leipzig – ein einmalig rasanter Aufstieg zur Unpopularität. Hat der Klub das verdient oder ist es nicht eher die erste große begrüßenswerte Chance, den Fußball in der Fußballdiaspora Ostdeutschland nach oben zu bringen? Gibt es überhaupt gute und schlechte Mäzene im Fußball und lebt ein Klub wie Schalke 04 mehr Moral als RB Leipzig?

Red Bull ist kein Wohltätigkeitsverein (…) Die Message von Red Bull ist eine merkwürdige, die Öffentlichkeitsarbeit mitunter auch. Und den öffentlichkeitscheuen Konzernchef Dietrich Mateschitz durchweg sympathisch zu finden, fällt auch nicht gerade leicht. Wobei, welcher Milliardär wird schon breitflächig geliebt? Und warum sollten andere Klub-Sponsoren in Schalke oder die Werder-Bremen-Wiesenhofhähnchen auf der Brust in eine moralisch bessere Kategorie fallen? Hat Bayer aus Leverkusen immer nur Gutes für die Menschheit getan? Und welcher Sponsor im Sport will nicht, dass seine Marke durch seinen Verein an Popularität gewinnt? (…)

(…) Und die Leipziger nehmen den neuen Fußballklub an, wie die ersten Punktspiele in der Dritten Liga gezeigt haben. Zuletzt kamen gegen Kiel fast 12.000 Zuschauer. Eine gute Kulisse für die Drittklassigkeit. In Elversberg, beim Auswärtsspiel der Leipziger ein paar Tage später, kamen 860 Menschen.

RB Leipzig ist eben unverbraucht. Tradition kann auch Ballast sein, viele Traditionsklubs, gerade im Osten, haben Anhang, in dem mancher Krawall mag. RB ist eben nicht Lok Leipzig.

Hatte sich der Klub in den ersten drei Regionalligajahren sportlich eher schwer mit einer Identitätsfindung getan, so ist das in Jahr vier anders. Inzwischen sind die Spieler jünger, es gibt kaum abgetakelte Stars und eben keine brutalen Fans. RB wird, auch wenn diese Saison holprig anläuft, bald in der Bundesliga spielen. Und dann womöglich einen anderen – Traditionsklub – aus der Liga verdrängen. So funktioniert Kapitalismus, so funktioniert Profisport (…)

Vieles, was RB Leipzig an Hass entgegenschlägt, ist durch Unsinn motiviert. Und macht die Marke letztlich nur stärker. Denn was polarisiert, ist auch interessant. Ob RB-Hasser eigentlich auch gerne Formel-1-Rennen schauen? Für Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel jubeln und RB Leipzig alles Schlechte wünschen, das ist heuchlerisch.

Quelle im vollständigen Original -> Claus Vetter: “Eine Marke gewinnt den Ost-Fußball”, Potsdamer Neueste Nachrichten (pnn.de), 13. September 2013

Ostvereine im Vergleich bei Google Trends

Wenn man einen echten Online-Vergleich aller ostdeutschen Vereine durchführen möchte, kommt man sicherlich nicht an den Google Trends vorbei. Mit Hilfe von diesem Online-Tool können das genaue Suchaufkommen analysiert und die Popularität verschiedener Parameter gemessen werden.

Wir haben uns die Mühe gemacht und die jeweiligen Ostfußball-Vereine innerhalb der 2. Bundesliga, 3. Liga und Regionalliga Nord untereinander verglichen. Dabei sind wir zu folgendem Ergebnis in den einzelnen Ligen gekommen.

Screenshot: Google Trends

2. Bundesliga:

1. –  SG Dynamo Dresden

2. – FC Hansa Rostock

3. – 1. FC Union Berlin

4. – FC Energie Cottbus

5. – FC Erzgebirge Aue

Quelle: Google Trends

3. Liga:

1. – Chemnitzer FC

2. – FC Carl Zeiss Jena

3. – SV Babelsberg 03

4. – FC Rot-Weiß Erfurt

Quelle: Google Trends

Regionalliga Nord:

1. – RasenBallsport Leipzig

2. – FC Magdeburg

3. – Hallescher FC

4. – VFC Plauen

5. – VfB Germania Halberstadt

6. – ZFC Meuselwitz (nicht gelistet, da zu wenig Suchanfragen)

Quelle: Google Trends

Fazit: Der Fußball in Sachsen ist laut den ermittelten Suchanfragen von Google Trends ganz klar vorn in dieser Statistik. Alle drei sächsischen Metropolen können jeweils das beste Ergebnis innerhalb der jeweiligen Liga für sich im Jahr 2011 erzielen. Die Erfolge in Dresden und Chemnitz sind sicherlich auf die Aufstiege in der letzten Spielzeit zurückzuführen. Beim Projekt RedBull Leipzig haben Anhänger und Gegner gleichermaßen für ein hohes Suchaufkommen gesorgt. Zudem besteht dahingehend ebenso wohl ein durchaus größeres Informationsinteresse aus Österreich, speziell rund um Salzburg.

*Google Trends ist ein Service der Google Inc., der Informationen darüber bereitstellt, welche Suchbegriffe von Nutzern der Suchmaschine Google wie oft eingegeben wurden. Die Ergebnisse werden in Relation zum totalen Suchaufkommen gesetzt und sind in wöchentlicher Auflösung seit Anfang 2004 für die gesamte Welt oder einzelne Regionen verfügbar. Mit Hilfe dieses Tools lässt sich die Popularität einzelner Begriffe im Zeitablauf analysieren, was Rückschlüsse auf sich formierende Trends in der Gesellschaft erlaubt.

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