Schlagwort-Archiv: Polizeibeamte

Polizistin lügt – Hansafan freigesprochen

Das Auswärtsspiel beim VFL Osnabrück am 17. August 2013 hatte für die drei Hansafans Carlos, Ronny und Sebastian (Namen geändert) ein unerfreuliches juristisches Nachspiel. Die Jungs sollen Pyrotechnik gezündet haben und wurden dabei sowohl von Ordnern, als auch anschließend nach Auswertung der Polizeivideos, vermeintlich eindeutig wiedererkannt, so hieß es.

Bei Ronny und Sebastian wurden die Verfahren – auf Initiative des Anwalts der Blau-Weiß-Rote-Hilfe hin – relativ schnell eingestellt. Anschließend hob man auch deren Stadionverbote auf. Carlos hingegen musste bis zum 20. Februar 2014 warten. Ihm wurde ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz nach § 27 Abs. 1 vorgeworfen.

blau weiss rote hilfe(…) Carlos befand sich zum Zeitpunkt der vermeintlichen Tat auf dem Zaun des Gästeblocks. Dies belegen die vorgelegten Polizeivideos. Nach Aussage der 24-jährige Polizeikommissarin Rebecca H. soll Carlos allerdings zur selben Zeit eine Bengalfackel im Block gezündet haben. Videos die das bestätigen könnten, wurden zuvor aus datenschutzrechtlichen Gründen von der Polizei gelöscht. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Niedersachen wäre wohl eher überrascht als erfreut. Das der Richterin vorgelegte Material, das Carlos belastete, beschränkte sich also auf die Aussage der Polizistin.

Auf Nachfrage unseres Anwalts, wie denn nach ihrer Kenntnis eine Bengalfackel aussehe, beschrieb die Polizeibeamtin den Gegenstand mit dem charakteristischen roten Feuer, das alle Anwesenden ja sicher aus Funk und Fernsehen kennen würden. Womit die Polizistin anscheinend nicht rechnete, es lag weiteres Videomaterial von den Stadionkameras vor, die die Geschehnisse im Gästeblock, zufällig genau im beschriebenen Zeitraum einfingen. Auf den Aufnahmen war beim besten Willen im ganzen Block keine einzige brennende bengalische Fackel auszumachen. Lediglich sah man einige wenige andere pyrotechnische Artikel auf dem Boden zwischen den Fans brennen. Darüber hinaus erkannte man, dass Carlos auf dem Zaun saß und nichts tat.

Rebecca H. droht nun eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung (Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) sowie uneidlicher Falschaussage (drei Monate bis fünf Jahre). Dass es sich im Fall von Carlos im Grunde um eine Verfolgung Unschuldiger handelt, die nach § 344 (StGB) mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft wird, wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen (…) [blau-weiss-rote-hilfe.de]

FC Hansa Rostock in Kiel – Presse wittert Ausnahmezustand

Es könnte das Fußballfest zur Weihnachtszeit werden. Doch anstatt über das sportliche Duell zu schreiben, beherrschen andere Themen die Presselandschaft.

“Am Holsteinstadion herrscht der Ausnahmezustand”, titelten gestern die Kieler Nachrichten in ihrer Onlineausgabe.  Nun, wer gestern das Geschehen rund um das Stadion von Drittligist Holstein Kiel verfolgte, wird auch bei höchster Konzentration keinen Ausnahmezustand erkannt haben. Den gab es ja auch nicht, wenngleich das lokale Medium selbigen Eindruck zumindest mit ihrer Überschrift suggerierte. Vielmehr geht es um eine kühne Prognose,  die manch Journalist bereits Tage vor dem Spiel in den Raum stellte.

Insgesamt 600 Polizeibeamte werden die Geschehnisse rund um die Partie beobachten, versuchen Konfrontationen zwischen den Fan-Gruppen zu vermeiden. Dabei setzen die Verantwortlichen alles auf die Strategie der Deeskalation, die bisweilen krude Züge annimmt. So soll durch den kostenlosen Transport zum und vom Stadion verhindert werden, dass Hansa-Fans den Kieler  Weihnachtsmarkt (einer der besten in Norddeutschland) betreten.

Dabei wird die Polizei nicht nur das Geschehen in Kiel beobachten, sondern auch bei allen Zwischenstationen die Augen offen halten, wie Bundespolizeisprecher Menge den Kieler Nachrichten verriet: “Aus Sicherheitsgründen dürfen keine Getränkedosen, Glasflaschen und pyrotechnischen Gegenstände mitgenommen werden”. Zuwiderhandlungen würden streng geahndet, wie der Beamte erklärt: “Gut möglich, dass die betreffende Person das Spiel dann nicht sieht”.

Der Großeinsatz der Polizei, der vor allem mit Ausschreitungen von Hansa-Fans in Leipzig begründet wird, trifft auch die ortsansässigen Fans. So wird diesen abgeraten, mit dem eigenen PKW zum Spiel zu fahren, da die “Polizei viel Platz für ihre Fahrzeuge benötigt” und Parkplätze daher in den meisten Fällen blockiert werden.

Wie viele Hansa-Fans im Stadion sein werden, ist bisher noch unklar. Fakt ist nur, dass deutlich über 1.300 Rostocker vor Ort ihre Mannschaft unterstützen werden.  Da Holstein ein noch größeres Ticketkontingent ablehnte, hat sich eine gewisse Unübersichtlichkeit eingestellt.  Allerdings muss noch einmal klar betont werden, dass Hansa-Vereinschef Dahlmann im Sommer eine ähnliche Kieler Bitte ebenfalls ablehnte und dabei  (mal wieder) den guten Ton vergaß.

[hh]

Fundstück des Tages # 176 [Fangemeinschaft Dynamo, Offenbach]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und dabei zuweilen gleichfalls bereits einfach nur ihrerseits selbst vor sich hin sprechen, mitunter auch in scheinbarer Ergänzung bezüglich vormaliger Publikationen [Dynamo Dresden: Freude, aber keine Freunde in Offenbach] bei ostfussball.com

(…) Im letzten Spiel der gerade abgelaufenen Saison traf die SG Dynamo Dresden auf die Kickers aus Offenbach. Bereits lange vorher war klar, dass die bauliche Situation rund um den Bieberer Berg ungünstig sein wird.Um so unverständlicher ist für uns das, was am Sonnabend passierte.

Die Situation am Einlass ins Stadion wurde durch völlig konzeptlose Einheiten der Polizei und der Ordnungskräfte regelrecht provoziert. Nicht nur willkürliche Festnahmen, sondern auch das Verhalten der Einsatzkräfte waren alles andere als deeskalierend. Unsinnige Aufrufe an mehr als 800 Menschen, geschlossen zurückzutreten, wechselten sich mit der Androhung von Gewalt ab. Die Stimmung heizte sich durch derartiges Verhalten weiter auf und drohte endgültig zu kippen. Innerhalb des Stadionbereiches wurden die Fans aufgerufen, per Telefon oder SMS beruhigend auf die Wartenden einzuwirken. Dagegen wurden die mit offiziellen Arbeitskarten des OFC ausgestatteten Fanvertreter der Fangemeinschaft Dynamo beim Versuch, direkt am Tor deeskalierend auf die eigenen Fans einzugehen, mit Platzverweisen belegt. Die damit einhergehenden Beschimpfungen führender Polizeibeamter empfinden wir als Provokation und deutliches Signal an uns Fanvertreter, dass eine Beruhigung der Lage gar nicht gewollt war. Aussagen in diese Richtung gab es jedenfalls mehrfach.

Leider durften wir auch zum wiederholten Male erleben, dass seitens der Polizei der Einsatz von Pfefferspray einer immer weiter sinkenden Hemmschwelle unterliegt. Ohne tatsächlichen Grund wurde willkürlich und rücksichtslos in Menschenmengen gesprüht, Verletzungen von unschuldigen und wehrlosen Fans dabei mindestens billigend in Kauf genommen. Wir empfinden es als unerträglich, dass Menschen, die zu einer offiziellen Veranstaltung gehen wollen, bereits vorbeugend erklärt wird, sie müssen mit der Gewalt staatlicher Einsatzkräfte rechnen. Das Verhalten der Polizei und der Einsatzkräfte in Offenbach war eines Rechtsstaates unwürdig und ist in keiner Weise mit dem ersten Artikel des Grundgesetzes zu vereinbaren.

Die Fangemeinschaft Dynamo ist stolz auf das Verhalten der Dynamofans. Nur der Besonnenheit der großen Masse ist es zu verdanken, dass die Situation in Offenbach trotz ständiger Provokationen und unsinniger Restriktionen nicht eskaliert ist. Dem gegenüber steht das Entsetzen über die Art und Weise einer Machtdemonstration hauptsächlich uniformierter Beamter im Staatsdienst, die ihre Aufgabe, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, gründlich missverstanden haben. Gewalt ist aus Sicht der Fangemeinschaft Dynamo niemals ein Mittel, um vorhandene Probleme zu bekämpfen. Weder auf Seiten der Fans, noch auf Seiten der Polizei und Ordnungskräfte.

Die Fangemeinschaft Dynamo bedauert jeden einzelnen Verletzten. Keinem Fan, keinem Ordner und keinem Polizeibeamten sollten solchen Risiken durch mangelhafte Konzeption aufgebürdet werden. Die für die Sicherheit Verantwortlichen haben am Sonnabendnachmittag jedoch genau dies durch ihr völliges Versagen getan (…)

[Quelle im vollständigen Original -> Pressemitteilung – Fangemeinschaft Dynamo entsetzt über Einsatz in Offenbach, fangemeinschaft-dynamo.de, 16. Mai 2011]

(…) Sehr geehrter Präsident, Herr Dieter Müller,
sehr geehrter Geschäftsführer, Herr Thomas Kalt,
sehr geehrter Sicherheitsbeauftragter, Herr Gernot Hess,
sehr geehrte Fanbeauftragte, Herr Matthias Schmidt und Herr Raffael Baccaro,

nach dem Spiel der Offenbacher Kickers 1901 gegen die SG Dynamo Dresden ziehen wir, die Fangemeinschaft Dynamo, eine erschreckende Bilanz. Medienberichten zufolge zählten die Sanitäter und Ärzte vor Ort insgesamt 29 Verletzte. Dies ist umso bedauerlicher, als dass jeder einzelne Verletzte an diesem Tag vermeidbar gewesen wäre.

Dynamo Dresden hat selbst Erfahrungen mit dem Spielbetrieb auf einer Baustelle. Dennoch gab es in Dresden zu keinem Zeitpunkt der Bauphase Verletzte durch mangelnde Sicherheitskonzepte. Aus unserer Sicht wurden bereits in der Vorbereitung des Spieles gravierende Fehler begangen.

Im Ergebnis musste das Spiel eine viertel Stunde später angepfiffen werden, gleichwohl zu diesem Zeitpunkt noch mehrere hundert Dresdner vorm Stadion warteten. Eine vollkommen unübersichtliche Situation am Eingang, die leicht vermeidbar gewesen wäre, ist dabei nur der Anfang der Kette von Unverständlichkeiten. So ist es der Konzeptlosigkeit aller Sicherheitskräfte geschuldet, dass Offenbacher Fans aus ihrem eigenen Block mit Polizeigewalt vertrieben werden mussten. Im Dresdner Fanblock wurde Pfefferspray eingesetzt, weil einige Wenige auf dem Zaun saßen, ebenso am Treppenaufgang gegen Fans, welche dort auf die sich vor dem Stadion befindlichen Personen warteten. Verletzungen Unschuldiger wurden dabei billigend in Kauf genommen. Aufrufe über den Stadionsprecher waren inhaltlich an Dreistigkeit kaum zu überbieten. So wurden die Dresdner Fans aufgerufen, beruhigend auf die Masse eigener Fans vor dem Stadion einzuwirken. Diesem Aufruf folgend wurden dann Fanvertreter trotz Arbeitskarte mit Platzverweisen belegt. Niemand im Stadion war als Ansprechpartner oder Vermittler zur Stelle, mit dem man gemeinsam die Situation beruhigen hätte können. Ein sogenannter “Communicator” der Polizei warb sogar mit “privaten Problemen” um Verständnis.

Höhepunkt der Peinlichkeiten waren dann die minutenlang wiederholten Androhungen von Gewalt durch die Polizei über das Mikrofon des Stadionsprechers, begründet mit der Aussage, man wolle keine Gewalt. Dass Fans auf Zäunen sitzen, mag nicht gewollt sein. Sie haben durch das ausgesprochene Verbot auch nichts darauf zu suchen. Dieses einfache Sitzen aber als “Aggression” zu bezeichnen, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten!

Sehr geehrte Verantwortliche des OFC,

zusammengefasst haben Sie im Zusammenhang mit dem genannten Spiel Ihre mangelnde Fähigkeit demonstriert, ein Spiel unter den gegebenen Bedingungen sicher und kontrolliert durchzuführen. Für die Vertreibung der eigenen Fans aus dem eigenen Block aufgrund mangelnder Organisation der angezeigten Fantrennung, für die völlig undurchdachte Zuführung der Dresdner Fans zum Stadion und für die offene und wiederholte Androhung von Gewalt sollten Sie sich schämen! Das ist eines ambitionierten Drittligisten nicht würdig! (…)

[Quelle im vollständigen Original -> Offener Brief der Fangemeinschaft Dynamo an die Verantwortlichen der Offenbacher Kickers 1901, fangemeinschaft-dynamo.de, 16. Mai 2011]

 

Demonstration für den Erhalt der Fankultur: Was war? Was wird sein?

Beginnend ab den frühen Mittagsstunden nahmen am 9. Oktober 2010 in Berlin tausende Fußballfans jeder Provenienz an einer schon längere Zeit angekündigten (ostfussball.com berichtete) Demonstration zum “Erhalt der Fankultur” teil. Die Organisatoren der Veranstaltung gingen zwischenzeitlich bilanzierend von “mindestens 4.000 Teilnehmern und Anhängern von knapp 50 Vereinen” aus (eurosport.yahoo.com, 9. Oktober, 16:32). Der Berliner Kurier berichtete später von über 5.000 Fußball-Anhängern, die “friedlich für den Erhalt der Fankultur” demonstriert hätten.

Faksimile: stadionwelt-fans.de
Faksimile: stadionwelt-fans.de

Anliegen der Demonstration war es – neben den bereits weit vorab kontinuierlich von aktiven Fußballfans immer wieder erhobenen und mehr als deutlich artikulierten Forderungen der Fan-Szene hinsichtlich beispielsweise willkürlich verhängter Stadionverbote, steigender Eintrittspreise, fehlend zugelassener Meinungsfreiheit, zunehmender Kommerzialisierung, kaum noch nachvollziehbarer Splittung der Spieltagsanstoßzeiten sowie Willkür bei Polizeieinsätzen und nicht zuletzt fehlender Kennzeichnungspflicht für die Poilizeibeamte – “dass alle Gruppen ‘den Schalter umlegen’ und ihre Rivalitäten während der Demonstration ruhen lassen”, so Steffen Toll, ProFans, zitiert von morgenpost.de (9. Oktober, 13:05).

Zu den Organisatoren der Demonstration gehörten Fan- und Ultraszenen quasi aus der ganzen Bundesrepublik, federführend die Vereinigungen ProFans, Bündnis Aktiver Fußballfans und Unsere Kurve. In Berlin vertreten waren augenscheinlich Fans von Bundesligisten bis hin zu Anhängern von Regionalligisten. Allerdings hatten auch einige Fan- beziehungsweise Ultra-Kreise – nur aus Westdeutschland (?) – ihre Teilnahme an der Demonstration mehr oder weniger öffentlichkeitsheischend via Online-Erklärung offiziell abgesagt.

Natürlich kann letztendlich eine relativ kurzfristige Reflektion einer wie auch immer gemeinsam agierenden Fan-Aktion höchstens ein allererster Versuch eines Resümees zur besagten Gesamtproblematik sein.

Ist nun der schon weit im Vorfeld auf vielerlei Art und Weise verschlammt wordene Trampelpfad zwischen besagten Parteien vielleicht plötzlich – wenigstens kommunikativ – begehbarer geworden, gar beidseitig offener als bisher?

Nach ostfussball.com übermittelten Informationen soll es übrigens, trotz des postulierten kleinsten gemeinsamen Nenners der Demonstration “Getrennt in den Farben – Vereint in der Sache”, im Umfeld der Veranstaltung in Berlin doch zu einigen Rangeleien zwischen nicht gerade freundschaftlich verbundenen Fangruppierungen gekommen sein.

[om]

Fundstück des Tages # 81 [Dynamo Dresden, Ultras, Capo]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche zumeist auch einiges selbst postulieren und dabei einfach ihrerseits sprechen …

Aktuelle Situation um unseren Capo “Lehmann”

Viele haben sich gewundert, manch einer hat nachgefragt, warum “Lehmann” nicht mehr im Stadion ist. Seit mehr als 15 Jahren geht er zur SGD, seit knapp 10 Jahren ist er aktives Mitglied der “ULTRAS DYNAMO” und seit einigen Jahren auch Sinnbild für Stimmung, K-Block, Leidenschaft und Fanatismus bei Dynamo. Leider wurde ihm seine Leidenschaft – für die er sich jahrelang regelrecht aufgerieben hat – nun zum Verhängnis! Das Unheil nahm mit der Zustellung eines Stadionverbotes vom DFB seinen Lauf. Unterschrieben vom Sicherheitsbeauftragten des Fußballbundes höchstpersönlich. Grund ist ein Ermittlungsverfahren, welches wegen eines Zwischenfalles beim Umstieg auf der Zugfahrt von Osnabrück nach Dresden eingeleitet wurde. Etwa 450 km und ca. 9 Stunden nach Spielende soll er dort zu einer Schubserei mit Polizeibeamten aufgewiegelt haben.

Offenbar erschien dem Staatsapparat die Gelegenheit nun günstig und kurze Zeit später flatterten zwei weitere Strafbefehle ein. Für eine angebliche Beleidigung eines Polizisten, sowie das Anstimmen eines verbotenen Liedgutes. Die Summe aller Strafbefehle beläuft sich auf über 5.000 Euro! Dagegen rechtlich vorzugehen wird ein finanzielles Risiko für Lehmi. Zudem werden durch die verschiedenen Verfahren die Möglichkeiten einer SV-Einstellung zu Grunde gerichtet (die Zeit die es dauert um gegen alle Verfahren vorzugehen wird die Dauer des SV wahrscheinlich übersteigen).

Sicherlich ist unser “Lehmi” kein Waisenknabe durch und durch, doch mit der Frequenz mit der die Strafbefehle eingegangen sind und der Tatsache, dass kein x-belieber Sicherheitsbeauftragter das SV verteilt hat, kommt das Gefühl auf, dass systematisch daran gearbeitet wurde den Capo der Dresdner Kurve dauerhaft aus dem Stadion zu verbannen. Jede sich bietende Möglichkeit wird genutzt, um ein Verfahren einzuleiten.

Auch die Anwesenheit von Lehmann außerhalb des Stadions, im Ackis oder bei gemeinsamen Märschen zum Stadion, stellt für die Polizeieinheiten offenbar auf Anweisung ein Problem dar. “Allgemeine Personenkontrollen” stehen für ihn nun an Spieltagen auf der Tagesordnung. Beim Heimspiel gegen Saarbrücken musste er mehrfach seine Personalien vorzeigen und sich in einer Kontrolle zwangsweise bis auf die Unterhosen ausziehen!

Um auch in schweren Zeiten zu zeigen, dass wir eine Schwarz Gelbe Fanfamilie sind, rufen wir (…) zum Spenden für “Lehmi” auf! So wollen wir ihm finanziell ein wenig unter die Arme greifen und auf diesem Weg unsere Solidarität bekunden (…) Das sind wir einem Jungen schuldig, der das Gesicht der Kurve nachhaltig geprägt hat.

SGD vs. FC Bayern München (Amateure) [ultras-dynamo.de]
RHS Dresden, K-Block, 11. September 2010 (ultras-dynamo.de)

[Quelle im Original: Ultras Dynamo, Zentralorgan Nr. 4 Saison 10/11 (*.pdf), 11. September 2010]