Schlagwort-Archiv: Mickael Poté

Dynamo Dresden vs. Energie Cottbus – Medienfokus

Die Begegnung am 12. Spieltag der diessaisonalen 2. Liga zwischen Dynamo Dresden und FC Energie Cottbus endete am 27. Oktober 2013 im Rudolf-Harbig-Stadion (RHS) vor 29.593 Zuschauern letztendlich leicht verspätet, aber immerhin regulär, mit einem 1:0-Ergebnis. Das Tor erzielte Mickael Poté (72.). Schiedsrichter Felix Brych leitete das Spiel auf dem Rasen.

Ostfussball.com erlaubt sich, keinesfalls mit Anspruch auf Vollständigkeit, rund um diese Partie ein wenig durch den Medien-Wald zu streifen und folgend das eine oder andere diesbezügliche Fundstück auszugsweise einfach unkommentiert zu dokumentieren. [om]

67. Minute / Spielstand 0:0 – Leuchtkörper auf dem Platz! Sie kamen aus dem Energie-Fanblock. Brych unterbricht.

67. Minute / Spielstand 0:0 – Die Nebelwolken sind verzogen, jetzt geht es weiter.

76. Minute / Spielstand 1:0 – Zweite Spielunterbrechung: Die Spieler gehen in die Kabine. Wieder brennt & knallt es im Cottbuser Block.

76. Minute / Spielstand 1:0 – Das Spiel ist immer noch unterbrochen. Die Brandkörper haben sogar Löcher in den Rasen gebrannt.

85. Minute / Spielstand 1:0 – Nach fast zehn Minuten Unterbrechung geht es jetzt endlich weiter [mdr.de, Live-Ticker].

(RHS, 27. Oktober 2013 – Foto: dehli-news.de)

In Dresden drohte ein Spielabbruch. Schiedsrichter Felix Brych aus München musste die Partie bereits in der 65. Minute unterbrechen, weil aus dem Cottbuser Block Böller und bengalische Feuer aufs Spielfeld geworfen wurden. Energie-Kapitän Uwe Möhrle und Verteidiger Alexander Bittroff versuchten, beschwichtigend auf die Zündler einzureden. Doch nach dem 1:0 für Dynamo durch Mickael Poté krachte und loderte es erneut auf den Stehplätzen für Gäste-Fans. Diesmal schickte Brych die Mannschaften in die Kabine. Auf dem Rasen war ein großer Brandfleck zu sehen.

“Er hat seine Arbeit sehr gut gemacht”, lobte der Cottbuser Trainer Rudi Bommer den Schiedsrichter, der gut eine Woche nach dem Phantom-Tor wieder eine schwierige Entscheidung zu treffen hatte. “Er hat die Situation sehr gut beruhigt, indem er diese Auszeit gegeben hat.” Brych forderte Möhrle auf, deeskalierend zu den Fans zu sprechen. Erst nach einer rund zehnminütigen Pause konnte das Spiel weitergehen, der Unparteiische ließ die Stadionuhr zurückdrehen.

Trotz der Freude über den Heimsieg ärgerte sich auch Dynamo-Coach Olaf Janßen über die Zwischenfälle. “Ich finde das zum Kotzen”, erklärte der 47-Jährige drastisch. “Ich wehre mich dagegen, dass solche Vollchaoten Anhänger eines Vereins sein sollen, egal, in welcher Kurve sie stehen oder welches Trikot sie tragen.” Das seien vielmehr Menschen, die den Fußball als Plattform benutzen, um aufzufallen. “Für mich gehören diese Leute brutalst bestraft”, meinte Janßen. “Ihnen sollte nicht nur einen Monat oder ein Jahr der Weg zum Stadion verwehrt werden, sondern sie müssen lebenslang draußen bleiben.”

Energie-Präsident Ulrich Lepsch kündigte ein konsequentes Vorgehen an. “Das ist katastrophal, für das Image des Vereins extrem schädlich. Wir distanzieren uns entschieden davon”, erklärte er auf Nachfrage (…) Drei Täter seien bereits identifiziert worden [sz-online.de, 28. Oktober].

Als Polizisten die Täter festnehmen wollten, brach im Gästeblock Tumult aus. Weitere Bengalos flogen auf das Spielfeld (…) Schon vor dem Spiel wurden im Bereich des Gästeblocks Flaschen geworfen und Bengalos gezündet [Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 28. Oktober].

Präsident Ulrich Lepsch vom Fußball-Zweitligisten Energie Cottbus hat sich für das Fehlverhalten eigener Anhänger beim Ostderby bei Dynamo Dresden entschuldigt und harte Konsequenzen angekündigt [freiepresse.de, 28. Oktober].

Einen Tag nach den schweren Fan-Ausschreitungen beim Zweitligaspiel in Dresden hat der FC Energie Cottbus eine schnelle und konsequente Aufklärung der Vorfälle angekündigt. Vereinssprecher Lars Töffling sagte am Montag, dass dem Club bereits fünf Täter namentlich bekannt sind. “Wir werden Stadionverbote aussprechen, so wie wir das immer gemacht haben”, erklärte Töffling. “Zudem prüfen wir, ob wir Strafanzeige stellen, um die zu erwartende Strafe durch den DFB auf die Störenfriede umzulegen” [mdr.de, 28. Oktober].

Weniger erfreulich waren hingegen die abermaligen Ausschreitungen in Dresden, auch wenn der Dynamo-Anhang sich diesmal nichts zu Schulden kommen ließ. Nichtsdestotrotz droht Dynamo als Gastgeber wegen der Geschehnisse im Gästeblock möglicherweise eine Strafe, da in der Regel eine verschuldensunabhän­gige Haftung vorausgesetzt wird und der Heimverein für die nötige Sicherheit im Stadion zu sorgen hat [liga-zwei.de, 28. Oktober].

Eigentlich hat sich Dresden am Wochenende nichts zuschulden kommen lassen und genügend Grund zum Feiern. Trotzdem muss der Club erneut bei offenbar schlecht informierten Medienvertretern als Sündenbock für die Ausschreitungen einiger Chaoten am vergangenen Spieltag herhalten (…) Nun veröffentlicht der Donaukurier aus Ingolstadt einen Meinungsartikel, in dem wieder die Fans der Sportgemeinschaft für das Fehlverhalten anderer herhalten müssen (…) Dynamo Dresden reagiert auf diesen wiederholten Versuch, den Namen des Vereins synonym für Gewalt in Stadien zu benutzen, angesäuert. “Mit Verärgerung und Verwunderung” habe man den Artikel des Donaukuriers zur Kenntnis genommen, heißt es in einer öffentlichen Stellungnahme des Clubs. In dem Schreiben erklärt der Verein, dass ihm durch tendenziöse und falsche Berichterstattung ein enormer Imageschaden entstünde [sz-online.de, 28. Oktober].

Fundstück des Tages # 271 [Chemnitzer FC, 0:3 gegen den gesunden Menschenverstand]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – in der Regel eigentlich unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und mitunter einfach ihrerseits bereits selbst vor sich hin sprechen und dabei durchaus manchmal kleine Geschichten erzählen, zuweilen scheinbar gleichfalls in Fortführung vormalig bezüglicher Publikationen bei Ostfussball.com

(…) 0:1
Eigentlich hatte man ja gedacht, daß die Affenlaute gegenüber dunkelhäutigen Spielern in Chemnitz vor mehr als zehn Jahren endgültig ausgestorben sind. Irgendwann nach dem Wiederaufstieg in die 2. Liga muss es das letzte Mal gewesen sein, daß Olaf Kadner diesbezüglich eine Ansage machen musste. Umso peinlicher und unverständlicher ist es, daß dieser Schwachsinn am Montag plötzlich wieder Einzug gehalten hat.

Wann begreift endlich der Letzte, dass Rassismus kein Fangesang ist, um einen Slogan des Gegners vom Montag zu zitieren? Dass es auf der Fischerwiese um Fußball geht und nicht darum, auf geistigem Tieffliegerniveau dumpfe Scheißhausparolen oder Affenlaute von sich zu geben? Dass diese Aktion gegenüber dem Menschen Mickaël Poté eine primitive Sauerei ist – ganz egal, ob da nun 10, 20 oder 50 Mann von 14.500 diese Laute von sich gegeben haben?

Und dass nicht zuletzt mit solchen Schwachsinn unserem Verein in extremer Weise geschadet wird?

Wo sich vor 12 Jahren der DFB noch mit Ansagen des Stadionsprechers zufrieden gegeben hat, hagelt es heute schwerste Strafen vom DFB. Das sollte langsam auch der Letzte einmal begriffen haben! Zudem ist es verwunderlich, weil das Spiel gegen Newcastle – wo auch viele dunkelhäutige Spieler im Aufgebot standen – völlig normal und anständig über die Bühne gegangen ist. Die Affenlaute gegen Poté haben in der deutschen Medienlandschaft einen wahren Sturm entfacht, von ARD bis Sky, von Bild bis Spiegel wurde der Name unseres Vereins mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Verbindung gebracht . Ist es das wirklich wert?

Sechs Jahre mühseligen Aufbaus von der Oberliga bis zurück in den Profifußball kann man so an einem Tag in die Tonne kloppen. Jeder, der sich daran beteiligt hat, sollte sich abgrundtief schämen und bei Mickael Poté, Dr. Hänel und den ganzen Helfern der letzten sechs Jahre um Verzeihung bitten! Wut kommt auch darüber auf, daß man der versammelten Presse-Meute – Stichwort Ostduell und Dynamo-Sanktionen – einen herrlichen Spielball für die Titelseiten geliefert hat. Das rund um das brisante sächsische Derby letztlich nur ein einziger Zwischenfall vom Thomas-Mann-Platz zu vermelden war und die Polizeidirektion Chemnitz von einen insgesamt ruhigen Abend sprach, ist somit hinfällig. Man hat mit den Affenrufen der Presse die Schlagzeilen geliefert, die diese suchten und letztlich auch bekamen.

0:2
Stolz war man bisher gewesen, wie gut die Südkurve – speziell die Ultras Chemnitz – zusammen mit dem Verein und der Stadt in der Lage waren, legale Pyro-Aktionen durchzuführen. Erinnert sei u.a. an den wunderbaren, glühenden FCK-Schriftzug gegen Sachsen Leipzig im Jahr 2006. Nicht umsonst sprach man sogar bundesweit achtungsvoll vom “Chemnitzer Weg”, einem greifbaren Kompromiss für Alle. Ja, der DFB hat die Gespräche abgebrochen und zuletzt den Vereinen einen Wisch vorgesetzt, den diese unterschreiben mußten. Aber ist es denn eine Lösung, jetzt völlig unkontrolliert in den Blöcken zu zündeln? Diese “Antwort” ist pubertär und wenig durchdacht. Und sie verstößt gegen alle Regeln der Kampagne “Emotionen respektieren – Pyrotechnik legalisieren!”. Wer in einem ausverkauften und voll besetzten Familienblock wie dem 3er Pyrotechnik zündelt, der muß – mit Verlaub – nicht ganz sauber sein. In der Kampagne hieß es einmal, Pyro sollte als Stilmittel dienen und das Spiel nicht gefährden. Gegen beide Prinzipien wurde bei der Zündelei im 5er verstoßen. Wie es geht, zeigten die Dresdner, die zu Spielbeginn ganz dezent Rauch aufsteigen ließen. Aber nicht nur für die Kampagne ist der Montag ein dicker Minuspunkt. Ob der CFC jemals wieder seine Unterschrift unter ein Schreiben an den DFB setzen wird, was Pyrotechnik im Stadion – der geschilderte Chemnitzer Weg – erlaubt, dürfte nach den gesehenen Blödsinn vom Montag mehr als zweifelhaft sein. Wir halten fest: Ein dickes, dummes Eigentor für den in Chemnitz bisher stets positiv angesehenen Einsatz von Pyrotechnik.

Hinzu kommt und das macht es besonders bitter, dass die Pyro-Aktion mitten in eine Phase platzte, als die Himmelblauen mit Leidenschaft und einem enthusiastischen Publikum, wie man es selten erlebt hat, im Rücken, Dynamo stark unter Druck setzte und mit aller Macht auf das Anschlußtor drängte. Mit der Unterbrechung haben die Zündler diese starke Drangphase der eigenen Mannschaft regelrecht kaputt gemacht und den Dynamos in die Karten gespielt, wie auch deren Kapitän Koch leicht süffisant im TV-Interview bestätigte. Dass zudem einige Zündler nach lautstarken Protesten aus dem Block noch die handfeste Konfrontation suchten, setzt dem Ganzen die Krone auf. IHR macht mit solchen Schwachsinnsaktionen unseren Sport kaputt!!

0:3
Was haben wir gezittert im letzten Jahr, als es im Chemnitzer Stadtrat um das “Ja” zu einem neuen Stadion für Chemnitz ging. Eines der Hauptargumente – neben der auslaufenden Ausnahmegenehmigung für die alte Fiwi – war der Imagegewinn für unsere Stadt. Keine Sportart generiert so viel Interesse, Begeisterung, Verbundenheit und Aufmerksamkeit wie der Fußball. Chemnitz braucht den Profifußball und das neue Stadion hieß es. Und das ist auch richtig. Allerdings zeigt sich nun die Kehrseite der Medaille. Da der Fußball eben so viel Aufmerksamkeit generiert, sind die Vorfälle vom Montag das genaue Gegenteil von dem, was der CFC für die Stadt eigentlich darstellen möchte. Bundesweite Negativ-Schlagzeilen braucht kein Mensch – schon gar nicht, wenn das neue Stadion noch nicht einmal steht. Monatelange, zäheste Arbeit des Vorstandes und das Vertrauen des Rathauses wird hier buchstäblich mit den Füßen getreten und die Zukunft des himmelblauen Fußballs aufs Spiel gesetzt. Mit bösen Vorahnungen erwartet man das DFB-Urteil aus Frankfurt, wo der Verband erst vor 5 Wochen mit den Innenministern bezüglich Pyrotechnik eine Null-Toleranz-Strategie verkündet hat. Gut möglich, daß die Stadt Chemnitz dadurch erneut in ein sehr schlechtes Licht gestellt wird und die Stadiongegner Wasser auf ihre Mühlen erhalten.

Klitzekleine Anmerkung am Rande: Auch die Errichtung einer neuen Fanhalle hängt letztlich nur vom Wohlwollen des Vereins ab.

Was vom Sachsenderby zwischen Chemnitz und Dresden bleibt, ist schlicht nur Ärger, Wut und Hilflosigkeit. Was kommen wird, sind Sanktionen seitens des Verbandes. Empfindliche Geldbußen oder sogar ein Geisterspiel drohen.

Wann fangen manche endlich mit Nachdenken an und hören auf, unserem, ihrem (?) Verein, dem Chemnitzer FC, zu schaden (…)

(Foto: Ostfussball.com)

Quelle im vollständigen Original -> “Nachlese: 0:3 gegen den gesunden Menschenverstand”, cfc-fanpage.de, 23. August 2012

Sportschau: Tor des Monats April – aus dem Osten?

Auch für das Tor des Monats aus dem April dieses Jahres sind in der entsprechenden Rubrik der Sportschau (ARD) wie üblich wieder fünf Spieler mit ihren mehr oder weniger spektakulären Torerfolgen nominiert.

In durchaus prominenter Gesellschaft befindet sich unter den Nominierten Mickael Poté von der SG Dynamo Dresden. Poté erzielte am 7. April im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion mit einem Fallrückzieher in der 22. Spielminute das zwischenzeitliche 1:0 gegen Eintracht Braunschweig. Die Begegnung am 29. Spieltag der 2. Liga endete schließlich mit einem 2:2-Unentschieden.

Zusammenfassung der Partie (ARD) –

Mickael Poté selbst bezeichnete diesen Treffer – abgesehen von der Freude über die Nominierung zum Tor des Monats – als einen der schönsten in seiner bisherigen Fußballerkarriere.

Weiterhin wurden von der ARD-Sportschau aktuell nominiert: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund), Raul (FC Schalke 04), Julian Derstroff (1. FC Kaiserslautern) sowie René Wessels (SV Meppen).

Unter sportschau.de kann über das Tor des Monats April 2012 noch bis zum 16. Mai (24 Uhr) abgestimmt werden.

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