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Keine Lust auf Fußball-Weltmeisterschaft 2014

Korruption, Kommerzialisierung und Missachtung von Gesetzen sowie Faninteressen – der Fußball verkommt immer mehr zu einem perversen Kommerzspektakel! Gerade die FIFA unter Sepp Blatter ist verdorben und verfault, dass es anscheinend längst nichts mehr zu flicken gibt. Buchautor Thomas Kistner bezeichnet den Weltverband in seinem Buch “Die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfußball” sogar ganz offen als Mafia.

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(Foto: YouTube.com)

Ein paar Tage vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien möchten wir an dieser Stelle im Rahmen unserer Rubrik “Presse-Fokus” einige aktuelle und zudem nachdenkliche Randnotizen auf unserer Webseite veröffentlichen – 

(…) Im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar sieht sich der Weltverband Fifa mit neuen schweren Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Der britischen Zeitung “Sunday Times” liegen nach eigenen Angaben geheime Dokumente vor, die belegen sollen, dass der ehemalige katarische Spitzenfunktionär Mohamed bin Hammam fünf Millionen Dollar an Offizielle gezahlt haben soll, um sich deren Unterstützung für Katars WM-Bewerbung zu sichern. Vorwürfe einer Einflussnahme bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 hatten die Organisatoren und Bin Hammam bisher stets zurückgewiesen. Die Dokumente sollen nun belegen, dass der Katarer bereits ein Jahr vor der Entscheidung der Fifa-Exekutive begonnen hatte, Einfluss zu nehmen und direkte Zahlungen an Funktionäre leistete. Katar hatte bisher stets behauptet, dass Bin Hammam in der Bewerbungskampagne keine Rolle gespielt habe. Dem Blatt liegen angeblich außerdem Belege dafür vor, dass Bin Hammam dem ehemaligen Exekutiv-Mitglied Reynald Temarii aus Tahiti 305.000 Euro für Anwaltskosten gezahlt haben soll. [derwesten.de]

(…) Für die WM werden in Brasilien anscheinend Straßenkinder erschossen, um den schönen Schein zu wahren. Über zwei Jahre lang hat sich der dänische Journalist Mikkel Keldorf Jensen auf die Weltmeisterschaft in Brasilien vorbereitet. Der 27-jährige Freelancer lernte Portugiesisch und studierte an der Universität in Rio Brasiliens Geschichte, um sich einen Traum zu erfüllen: Er wollte vor Ort über die WM 2014 berichten. Doch je näher sie rückt, desto mehr verwandelt sich sein Traum in einen Albtraum. Er wird Zeuge traumatisierender Brutalität und schmeißt das Handtuch. Nun berichtet er über seine Erlebnisse. Sein Dokumentarfilm und sein Blog sind nur ein kleiner Ausschnitt der Grausamkeit, die auf den Straßen Brasiliens herrscht. Und doch reicht beides aus, um den wahren Preis der Fußball-WM zu erkennen. Und der ist nicht mit Geld zu bezahlen: es geht offenbar um Menschenleben (…) [zeitjung.de]

(…) Einmal mehr endete ein Protestzug in Sao Paulo gegen die Fußball-WM in Tumulten. Rund 500 WM-Gegner waren am Samstag mit Rufen “Nao vai ter Copa” (Es wird keine WM geben) durch das Zentrum der brasilianischen Wirtschaftsmetropole gezogen. Nach einer zunächst friedlich verlaufenden Kundgebung stürmten Chaoten eine U-Bahn-Station und richteten Sachbeschädigungen an. Rund 140 Polizisten in neuen “Robocop”-Schutzausrüstungen begleiteten zuvor die Demonstranten auf ihrem Weg zum Sitz des Fußball-Landesverbandes. Es gab keine Festnahmen. Die Demonstranten versammeln sich am kommenden Mittwoch erneut, um “den Widerstand und die Volkserhebung während der WM” zu organisieren (…) [sport1.de]

Piratenpartei auf Stimmenfang bei Fußballfans

Die Piratenpartei sitzt bereits nach kurzer Zeit wieder auf dem absteigenden Ast in der politischen Landschaft Deutschlands. Um noch zu retten, was eigentlich schon gar nicht mehr zu retten ist, versucht man nun mit aktuellen Themen ein paar junge Wähler aus dem Bereich Ultras und Fußballfans mit in das sinkende Piratenschiff zu holen. Ein politischer Vorstoß, welcher zudem noch fast ausschließlich kritisch beim Zielpublikum gesehen wird –

 (Modul 1 – Einleitung)
Piraten für Fanrechte

Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für die Wahrung der Rechte von Fans und für einen sachlichen Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Interessensgruppen beim Fußball und anderen Sportarten ein.

Der derzeitige Druck der Innenminister des Bundes und der Länder sowie der Polizeibehörden auf die Verbände, repressive Maßnahmen gegen große Teile der Fanszenen neu zu schaffen oder bestehende zu verschärfen, muss gestoppt werden. Die Verfolgung und Sanktionierung von Straftaten muss im gesetzlichen Rahmen von der Polizei durchgeführt werden, statt sie in das Vereinsrecht zu verlagern, wo Mittel und Verfahren rechtsstaatlichen Ansprüchen nicht genügen.

(Modul 2 – Kollektivstrafen & Hilfspolizei)
Gegen Kollektivstrafen

Die Praxis, Vereine oder Fangruppierungen für die Vergehen einzelner Anhänger in Sippenhaft zu nehmen und Pläne, dieses Vorgehen gesetzlich zu legitimieren, lehnen wir entschieden ab.

Ebenso sehen wir Piraten keine Rechtsgrundlage für die Versuche einiger Vereine hohe Strafzahlungen an Dritte weiter zu leiten, die die Verbände und Vereine miteinander vereinbart haben.

Ein friedliches und respektvolles Miteinander ist nur ohne solche Drohkulissen möglich, die für die überwiegend jugendlichen Betroffenen langfristig stark negative Folgen haben.

(Modul 3 – Gewalttäter Sport)
Gewalttäter Sport

Die Datei “Gewalttäter Sport” ist eine von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze geführte Datei, in der Informationen zu Personen gesammelt werden, deren Personalien im Rahmen von Sportveranstaltungen – meistens beim Fußball – erfasst wurden.

Die Art, wie diese Datei derzeit geführt wird, ist aus Sicht der Piratenpartei datenschutzrechtlich bedenklich und stellt einen Verstoß gegen grundlegende juristische Standards dar.

Die Piratenpartei fordert daher die Abschaffung der Datei Gewalttäter Sport, mindestens aber die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien, wie der Unschuldsvermutung.

Hierzu gehört, dass Eintragungen in die Datei “Gewalttäter Sport” erst bei rechtskräftiger Verurteilung oder mindestens dringendem Tatverdacht, eine Gewalttat begangen zu haben, erfolgen dürfen. Derzeit liegt dies allein im Ermessen der Beamten, die den Vorgang bearbeiten. Bei Unschuld oder Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit muss der Eintrag unverzüglich gelöscht werden.[1]

Um den Betroffenen das Beschreiten des Rechtsweg zu ermöglichen, müssen diese direkt nach der Eintragung schriftlich, unter Angabe aller gespeicherten Daten, informiert werden.

(Modul 4 – Einschränkung der Freiheit der Person)
Keine Einschränkungen der Freiheit der Person

Die Piratenpartei spricht sich gegen die Praxis vieler Polizeibehörden, Fans ohne richterliche Anordnung mit sogenannten “Bereichsbetretungsverboten”[2] oder Ausreiseverboten zu belegen, sowie Bestrebungen dies bundesweit zu ermöglichen, aus. Diese Einschränkung der Grundrechte der Betroffenen ist für uns nicht hinnehmbar.

(Modul 5 – Stadionverbote)
Stadionverbote

Derzeit werden, insbesondere vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), bundesweite Stadionverbote häufig auf Verdacht ausgesprochen, ohne dass die Betroffenen sich zur Sache äußern könnten. Dies hat nicht selten große soziale Folgen, gerade für jene Betroffene, die im Stadion einen ihrer Lebensmittelpunkte haben.[3][4][5]

Die Piraten stehen für ein Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben ein und fordern daher die Vergabe von bundesweiten Stadionverboten einzelfallgerecht und unter Einhaltung rechtsstaatlicher Mindeststandards inkl. fairer, verpflichtender Anhörung des Betroffenen und seiner Vertreter zu regeln. Zusätzlich sind bei den Anhörungen auch immer die jeweils zuständigen Fanbeauftragten und Vertreter der Fanszene hinzuzuziehen.

Sinn dieses Vorgehens ist es festzustellen, ob von dem Fan akute Gefahr ausgeht, oder ob man ihn nicht mit Hilfe geeigneter Maßnahmen auf den richtigen Weg zurückführen kann. Liegen die Ursachen des Fehlverhaltens des Fans außerhalb des Stadions, verlagert man mit einem Stadionverbot das Problem nur und verstärkt es unter Umständen sogar.

Hooligans und organisierte Gewalttäter werden durch Stadionverbote nicht von der Begehung von Straftaten außerhalb der Stadien abgehalten. Hier muss zur Gewaltprävention die Arbeit der Fanprojekte und Fanbeauftragten unterstützt werden, um zu verhindern, dass Jugendliche in die Hooliganszenen abdriften.

(Modul 6 – Einlasskontrollen)
Einlasskontrollen

Bei den Einlasskontrollen zu den Stadien ist unbedingt darauf zu achten, dass die Würde der Stadionbesucher gewahrt bleibt. Vollkörperkontrollen sehen wir als menschenunwürdige Maßnahme, die in keinem Verhältnis zu den zu verhindernden Ordnungswidrigkeiten steht, und lehnen diese entschieden ab. [piratenpartei.de]

Zum Erhalt der Fankultur: Infos zum Ablauf der Demo

Unter dem Motto “Erhalt der Fankultur” rufen Fan- und Ultraszenen aus Deutschland, ProFans, BAFF und Unsere Kurve zu einer Demonstration am 9. Oktober 2010 in Berlin auf. Der Treffpunkt ist 13.00 Uhr auf dem Alexanderplatz in Ostberlin. Die Eröffnungskundgebung beginnt dann ab 14.00 Uhr (…) [ostfussball.com, 25. August 2010]

Als allgemeiner Treffpunkt für alle teilnehmenden Fans dient die Weltzeituhr am Alexanderplatz. Alle Teilnehmer werden gebeten, sich bis 13 Uhr dort einzufinden. Die Busparkplätze befinden sich am Olympiastadion, Ostbahnhof und an der Storkower Straße. Es wird vorgeschlagen, die Busbesatzungen am Alexanderplatz aussteigen und nach der Demo dort durch die Busse wieder abholen zu lassen. Es werden von allen teilnehmenden Szenen, die mit dem Bus anreisen, Rückmeldungen an demo@profans.de benötigt, dann wird ihnen ein Parkplatz zugewiesen. Eine Anfahrtsbeschreibung von den Autobahnen bis dorthin, sowie eine Wegbeschreibung innerhalb Berlins zum Alexanderplatz gibt es in Kürze.

In der Übergangszeit bis zur Eröffnungskundgebung um 14 Uhr ist dann erst mal genügend Zeit lautstark und kreativ zu zeigen, was Fankultur bedeutet und das die Demo-Teilnehmer ALLE GEMEINSAM ihre Stimmen für mehr Fanrechte erheben und sich nicht nur als Sicherheitsrisiko abstempeln lassen!

Bei der Eröffnungskundgebung werden dann die Hauptorganisatoren ProFans, BAFF, sowie Unsere Kurve ein paar begrüßende Worte halten und nochmal näher erläutern, wie und warum es überhaupt zur diesjährigen Fandemo als Auftakt zu einer langfristig angelegten Kampagne ZUM ERHALT DER FANKULTUR gekommen ist. Weiterhin wird es eine ganze Anzahl an Redebeiträgen geben, sowohl von Fanseite, aber auch von anderen Organisationen.

Anschließend beginnt dann der Demonstrationszug durch Berlin mit folgender Route: Gestartet wird am Alexanderplatz. Die Route verläuft dann durch die City Ost: Es wird dann über die Torstraße, Friedrichstraße und Unter den Linden wieder zum Alexanderplatz zurück gelaufen! Bei der Demo wird in einzelnen Blöcken gelaufen, diese Vorgehensweise hat sich schon bei der letzten Fandemo in Frankfurt 2005 bewährt. Hierzu folgt noch eine Einteilung der teilnehmenden Fanszenen nach Vereinen und anhand des Themenschwerpunkts, den sich die Fans innerhalb ihres Bereichs annehmen werden. Hierzu sind auf Homepage der Initiatoren unter der Rubrik “Themenschwerpunkte” eine paar Vorschläge für die angedachten Bereiche, die jedoch gerne erweitert und ergänzt werden können. Alle teilnehmenden Fangruppen werden um Abstimmung und Mitteilung über ein von ihnen aufzugreifen wollendes Thema an demo@profans.de gebeten.

Nach dem Demonstrationszug finden sich die Demo-Teilnehmer noch einmal alle zusammen zur Abschlusskundgebung am Alexanderplatz ein, wo zum Abschluss nochmals einige Vertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve zu Wort kommen.

Weitere Infos unter -> Erhalt-der-Fankultur.de

Fundstück des Tages # 22 [‘Unter Generalverdacht: der Fußballfan, das ungeliebte Wesen’]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da zumeist schon das Fundstück, mitunter sogar in andeutungsweiser Ergänzung eines anderen ‘Fundstück des Tages’ (ostfussball.com), einiges selbst postuliert; beispielsweise über gewisse Entwicklungen und aktuelle Zustände …

“(…) Im Unterschied zum Musikbusineß könnte man im Fußballgeschäft mittlerweile recht gut ohne echte Anhänger vor Ort leben. Die Erlöse aus den Verkäufen der Fernsehrechte sowie das Merchandising und diverse Sponsorenverträge für alles vom Trikot bis zur Bande übersteigen die Gewinne, die man mit den Fans in der Kurve pro Saison erzielen kann, um ein Vielfaches – selbst dann, wenn die allesamt notorische Liebhaber überteuerter Bratwürste und unzureichend eingeschenkter bierähnlicher Plörre sind und gewohnheitsgemäß alles kaufen, was der Verein an neuen Devotionalien auf den Markt schmeißt. Viel mehr läßt sich mit denjenigen verdienen, die das Event Fußball in die Sitzplatzbereiche und VIP-Logen gelockt hat – daß die eher wenig zur Stimmung im Stadion beitragen, ist ein vernachlässigenswerter Malus.

Der klassische Fan wird dagegen zunehmend als Problem gesehen. Er macht eine Menge nichtgenormten Lärm, findet die Hätschelkinder unter den Zuschauern, die VIPS, und das vereinseigene Unterhaltungsprogramm für die Familien meist lautstark scheiße, tut nicht immer, was das Ordnungspersonal sagt, und braucht überhaupt eine Menge Leute, die auf ihn aufpassen. Außerdem läßt er sich in seinem Tun nicht gern einschränken und beharrt auf seinen Fanrechten. Dazu gehört (…) auch der ungehinderte Besuch von Spielen (…) ‘Was sind eigentlich Fanrechte, auf welchen Gesetzesgrundlagen beruhen sie?’

Die Antwort lautet: Man weiß es nicht. Es gibt kein Menschenrecht auf den Besuch eines Ballspiels. Denn auch Vereine, die ein städtisches Stadion nutzen, also eine Spielstätte, die der Allgemeinheit gehört, haben das Recht, nicht jedes Mitglied dieser Allgemeinheit in die Arena zu lassen. Das Hausrecht, mit dem immer gern argumentiert wird, erlaubt es, aufgrund der Nutzungsordnung Personen auszuschließen. Sogar landesweit, der Bundesgerichtshof erklärte bundesweite Stadionverbote in einem Urteil aus dem vergangenen Jahr für rechtmäßig, solange sie nicht willkürlich und diskriminierend sind (…)

(…) Gleichwohl befürchten viele Fußballanhänger, daß (…) eine Kettenreaktion in Gang gesetzt worden sein könnte (…)

So ungeliebt wie heute haben sich Fans selbst zu Hoch-Zeiten der Hooligans nicht gefühlt (…) Damals wurde zwischen Fans und Hools durchaus getrennt, auch weil die Unterscheidung zwischen friedlichen und gewaltbereiten Vereinsanhängern optisch so einfach war (…)” [Original-Zitat aus: Scary Ultras – Unter Generalverdacht: der Fußballfan, das ungeliebte Wesen — konkret, Heft 05/2010]

Faksimile: glassblog.wordpress.com
Faksimile: glassblog.wordpress.com

FC Hansa Rostock: Erneute Aussperrung der Fans

Erneut müssen sich die Fans von Hansa Rostock mit weniger und zudem personalisierten Tickets beim letzten Spiel der Saison in Düsseldorf abfinden.

“(…) In den Gesprächen mit den Düsseldorfer Vereinsvertretern sowie der Düsseldorfer Polizei, die ursprünglich nur 1.200 personalisierte Tickets in den Verkauf geben wollte, einigten sich alle beteiligten Parteien letztendlich auf 2.500 personalisierte Eintrittskarten (…)” [FC Hansa Rostock]

Eigentlich würden den Hansa-Fans nach der 10-Prozent-Regelung aber 4.000 Eintrittskarten zustehen. Doch gerade beim wahrscheinlich wichtigsten Spiel der Saison für den Verein von der Ostsee werden also diese grundlegenden Rechte der Fußballfans wiederholt beschnitten – ein Zustand, der keinesfalls zu akzeptieren ist!

Solidarisch zeigen sich jetzt die Düsseldorfer Ultras, die auf ihrer Homepage einen Teil-Boykott für dieses Spiel in Aussicht stellen.

“(…) Deshalb steht für uns fest, dass wir dieses Spiel nicht als Gruppe besuchen werden. Wir werden den Block 42 fünf Minuten später betreten, es gibt keine Fahnen, keinen organisierten Support. Das geht natürlich nicht gegen die Mannschaft, die bereits informiert wurde. Und wir wollen auch niemandem diktieren, uns zu folgen oder uns gar anmaßen, dem Rest des Stadions das Singen zu verbieten. Wir wollen einfach ein Zeichen setzen und freuen uns über jegliche Solidarität.  Denn dieses Thema geht uns alle an.  Heute ist es Rostock, bald sind es vielleicht wir, wenn wir ein entscheidendes Auswärtsspiel haben oder es (endlich) mal wieder gegen die widerlichen Kölner geht. So weit darf es nicht kommen (…)” [Ultras Düsseldorf]

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Foto: Sind Fans per se Verbrecher? (Quelle: flickr.com)

Zuletzt gab es ähnliche Einschnitte bei den Fanrechten bei Spielen von Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock und so langsam hat man den Verdacht, es könnte in Deutschland zur Gewohnheit verkommen. Die betroffenen Vereine sollten sich endlich stärker dagegen engagieren und  ihre Position hinter den eigenen Fans suchen, anstatt sich von sichtlich überforderten Funktionären der Altherren-Verbände auf der Nase herum tanzen zu lassen – denn: “Stellt euch vor, es ist Fußball und keiner darf hin …” (ostfussball.com berichtete mehrfach). [ab]

FC Hansa Rostock prüft rechtliche Schritte gegen Corny Littmann

Der Streit um das Nord-Derby am 28. März 2010 in der 2. Bundesliga zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Hansa Rostock geht in die nächste Runde. Corny Littmann bezeichnet im Hamburger Abendblatt einen Großteil der Ossis als Nazis oder rechtsradikal. Der selber oft wegen seiner Homosexualität gescholtene Präsident des FC St. Pauli versucht nun mit einer starken Prise Populismus, Hetze und offener Verleumdung ostdeutscher Fußballanhänger sein verlorenes Vertrauen bei den eigenen Fans zurück zu gewinnen. Gerade er sollte doch wissen, wie empfindlich man im Osten auf solche verlogenen Äußerungen reagiert. Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den beiden Vereinen aus dem Norden wird nun erst recht weiter eskalieren, die Antwort aus Rostock wird nicht lange auf sich warten lassen – zu Recht!

Die letzte Wasserstandsmeldung gab es vor zwei Tagen:

“(…) Unterdessen wurde – wie berichtet hauptsächlich auf Interventionen des FC St. Pauli – ein vorläufiger Konsens mit den staatlichen Ordnungsbehörden gefunden. Danach erhält Hansa Rostock zwar immer noch keine Stehplatzkarten für seine Anhänger, allerdings könnten Hansa-Fans nun immerhin insgesamt 500 Sitzplatzkarten erwerben – personifiziert, gegen Vorlage eines Ausweisdokumentes (…)” [ostbussball.com]

Corny Littmann: “Wenn uns Verantwortliche von Hansa Rostock achselzuckend sagen, dass ein Drittel ihrer Fans rechtsradikal sind, dann frage ich mich, weshalb man die noch ins Stadion lässt.”

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Dazu stellt der FC Hansa Rostock folgendes fest: “(…) Die Aussage ist nicht getätigt worden. Zudem entbehrt diese Aussage jeglicher Grundlage und ist falsch. Der F.C. Hansa prüft rechtliche Schritte, wie er gegen diese populistische, polemische und beleidigende Aussage vorgehen kann (…)” [fc-hansa.de]

Zwischenzeitlich erklärten zudem die Ultras St. Pauli:

“(…) Mit großer Verwunderung mussten wir am Montag zur Kenntnis nehmen, dass das Präsidium des FC St. Pauli von dieser gemeinsam getroffenen Entscheidung abgerückt ist und sich stattdessen in einem ‘einvernehmlichen Gespräch’ mit der Hamburger Polizeiführung auf eine abweichende Regelung geeinigt hat: Statt der gemeinsam vereinbarten 1.400 Gästekarten sollen nunmehr nur noch 500 Karten verkauft werden, und auch diese nur nach Vorlage eines Personaldokumentes. Es ist nicht hinnehmbar, dass auf Druck der Hamburger Polizei von der mit der eigenen Fanszene und Vertretern des FC Hansa Rostock gemeinsam getroffenen Vereinbarung abgewichen wird. Geradezu skandalös ist es, eine solche Regelung noch als ‘weitestgehend mögliche Wahrung von Fanrechten’ zu bezeichnen.

Wir fordern das Präsidium des FC St. Pauli auf, unverzüglich zur gemeinsam beschlossenen Linie zurückzukehren und alle erforderlichen Rechtsmittel gegen die polizeiliche Verfügung einlegen.

Andernfalls werden wir auf verschiedenen Wegen deutlich machen, dass wir diese massive Einschränkung elementarer Fanrechte nicht unwidersprochen hinnehmen (…)” [usp.stpaulifans.de]

[ab]