Schlagwort-Archiv: BTSV

Red Bull Leipzig: Boykott der Braunschweiger Fans

Lange wurde der Boykott der Braunschweiger Fanszene bei Red Bull in Leipzig am 13. September angekündigt, nun wurde auch für den bisher nicht genehmigten Public Viewing ein Ersatz gefunden. Im gleichen Atemzug wurde auch ein sofortiger Verkaufsstopp des Energydrink Red Bull in der Sportsbar von Eintracht Braunschweig angeordnet.

“Es sei ein Widerspruch sondergleichen, dass die Eintracht-Fanszene derzeit so engagiert versucht, sich gegen den Einfluss von Firmen wie Red Bull im deutschen Fußball zu wehren und parallel direkt vor der eigenen Haustür dieses Getränk zu verkauft wird.”

(…) Hallo Eintracht-Fans, endlich können wir euch gute Nachrichten überbringen: Gestern Nachmittag fand die Begehung mit der Polizei und der Stadt Braunschweig statt, wo der erweiterte Biergarten der Sportsbar „Südkurve“ für eine maximale Personenzahl von 999 genehmigt wurde. Mit Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung die Schirmherr und Haupt-Organisator Sebastian Baruschke (Inhaber der Sportsbar „Südkurve“) nächste Woche vorliegen wird, steht dem gemeinsamen Fußball gucken nichts mehr im Wege.

Auf dem Schützenplatz wird ein 700qm großes Areal eingezäunt, wo das Spiel gegen „RB Leipzig“ auf einer 15qm Leinwand geschaut werden kann. Der erweiterte Biergarten öffnet um 11:30 Uhr und bietet wie bereits erwähnt für maximal 999 Personen Platz. Aus rechtlichen Gründen darf diese Anzahl nicht überschritten werden. Selbstverständlich hat aber auch die Sportsbar „Südkurve“, die in der „SoccerFive Arena“ -also direkt neben dem Schützenplatz- liegt am 13.09.2014 geöffnet und bietet weiteren 200 Eintracht-Fans einen Platz. Der Eintritt ist jeweils kostenlos.

Bitte beachtet, dass das Mitbringen von eigenen Getränken innerhalb des Areals nicht gestattet ist. Hierfür werden euch zwei Bierwagen und eine Grillbude zu fairen Preisen versorgen, wobei die Hälfte der Einnahmen dem Förderverein „Eintracht ist alles e.V.“ gespendet wird (…) [fanpresse.de]

Zuletzt hatten Auer Anhänger versucht den Protest gegen Red Bull in das Leipziger Stadion zu bringen, was zu unschönen Szenen am Einlass führte. T-Shirts mit der Aufschrift “Gegen RB” mussten auf Anordnung von Red Bull ausgezogen werden oder den tragenden Personen wurde der Gang in das Stadion verwehrt. Mehr als 5000 Fans aus dem Erzgebirge waren vergangene Woche nach Leipzig gepilgert und erlebten Zustände, welche man in puncto Meinungsfreiheit bisher nur aus China oder Nordkorea kannte.

rb_auto_dd_weberplatz

Auch für den 13. September 2014 wird es dann erneut Motto-Shirts gegen Red Bull geben. So informiert die Fangruppe Cattiva Brunsviga: “Des Weiteren rufen wir alle Eintracht-Fans dazu auf, die gemeinsamen Motto-Shirts am 13.09.14 zu tragen – entweder beim gemeinsamen Fußballgucken oder vor Ort in Leipzig.” Leztere sollten allerdings unbedingt einen Ersatzpullover für ihre Fahrt in die sächsische Metropole einpacken…

FC Hansa Rostock: Geplante Notbremse

Wie wir bereits in unseren wöchentlichen Informationen der “Spieltage-Berichte” mitgeteilt hatten, ist es am vergangenen Sonntag in Rostock zu Ausschreitungen im Umfeld des 3. Liga-Spiels FC Hansa Rostock gegen Eintracht Braunschweig gekommen.

(…) Randalierende Fußballfans haben vor der Drittliga-Begegnung zwischen dem FC Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig am Sonntag zeitweise den Rostocker Hauptbahnhof lahmgelegt. Die Bundespolizei ging mit zahlreichen Einsatzkräften gegen die vielfach stark alkoholisierten Randalierer vor, wie eine Sprecherin sagte (…) [ostfussball.com]

So wurde von Medien und Pressestellen teilweise berichtet, dass es zu einem Angriff durch Rostocker Hooligans kurz vor der Einfahrt des Zuges in den Rostocker Hauptbahnhof gekommen sei. Daraufhin wurde die Notbremse im Sonderzug der Braunschweiger gezogen. Das ist so nicht richtig dargestellt!

Laut unseren Informationen wurde die Notbremse durch Braunschweiger gewaltbereite Fans gezogen, um so in die Stadt zu gelangen und sich dort zu einer Verabredung mit den Rostockern zu treffen, zu der es aber nicht kam. Die Polizei konnte die Randalierer zurück in die Abteile treiben und setzte dabei Pfefferspray ein. Dabei wurde teilweise auch in die Waggons der Deutschen Bahn gesprüht, so dass sich dort schnell Panik ausbreitete.

Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, haben sich dann unglaubliche Szenen abgespielt. Augenzeugen verglichen die Zustände mit der Loveparade in Duisburg – “ein Wunder, dass es keine Toten gab!” Auch die Fahrt mit den Shuttle-Bussen zur DKB-Arena gestaltete sich schwierig, es kam dort zu mehreren Sachbeschädigungen. Über die Höhe des Sachschadens wurden bisher keine Angaben bekannt.

Zu einem Angriff auf den Zug durch Rostocker Hooligans kam es aber dann trotzdem. Bei der Abfahrt gingen durch Wurfgeschosse, wie Flaschen und Steine, etliche Scheiben zu Bruch, hierbei wurden auch Personen in den Abteilen verletzt. Angeblich waren bei dieser Aktion lediglich nur drei Angreifer beteiligt. Der Sonderzug kam erst mit 90 Minuten Verspätung wieder in Braunschweig an.

Gestern wurden die ersten Stadienverbote in Braunschweig ausgesprochen, weitere werden in den nächsten Tagen folgen. Der Verein distanziert sich indes auf seiner Homepage von den Vorfällen: “Wir möchten auf diesem Wege noch einmal deutlich machen, dass wir uns von jeglicher Form von Gewalt ausdrücklich distanzieren! Zu allen weiteren Vorgängen äußern sich Geschäftsführung, Sicherheitsbeauftragter und Fanbeauftragter von Eintracht Braunschweig sowie das Fanprojekt Braunschweig erst dann, wenn in enger Zusammenarbeit mit der Polizei alle Ermittlungen vorliegen und ausgewertet sind.”

[ab]

Zur Diskussion im –> Ostforum

Resümee vor dem Start in die 3. Liga

Wenn ab diesem Freitag wieder der Fußball in der dritthöchsten Spielklasse anläuft, ist der Großteil der Anhängerschaft der teilnehmenden Vereine entweder gerade in den Urlaub abgereist oder befindet sich noch dort. Schade eigentlich, denn gleich am ersten Spieltag kommt es zum Duell der beiden Zugpferde dieser Liga zwischen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden (ostfussball.com), welches nun sogar live im NDR-Fernsehen am Samstag ab 13.45 Uhr übertragen wird. Schade auch, dass man im Auslandsurlaub kaum ein drittes Programm der ARD empfangen kann. Hätte man nicht gerade bei solch einem Spiel den Austragungstermin weiter nach hinten verlegen können? Oder wollte man es nicht, weil die Polizeigewerkschaft wieder einmal etwas dagegen hatte? Überhaupt hat man den Eindruck im deutschen Fußball, alles richtet sich neuerdings nach der Bereitschaftswilligkeit der Polizei.

Foto: focus.de
Foto: focus.de

Alle Spiele des 1. Spieltag der 3.Liga auf einen Blick:

23.07.2010, 20.15 Kickers Offenbach – 1. FC Saarbrücken
24.07.2010, 14.00 VfB Stuttgart II – Rot-Weiß Erfurt
24.07.2010, 14.00 Eintracht Braunschweig – Dynamo Dresden
24.07.2010, 14.00 Wacker Burghausen – SV Sandhausen
24.07.2010, 14.00 SpVgg Unterhaching – SV Wehen Wiesbaden
24.07.2010, 14.00 Werder Bremen II – SSV Jahn Regensburg
24.07.2010, 14.00 TuS Koblenz – Rot Weiss Ahlen
24.07.2010, 14.00 Hansa Rostock – VfR Aalen
24.07.2010, 14.00 Carl Zeiss Jena – 1. FC Heidenheim

25.07.2010, 14.00 SV Babelsberg 03 – Bayern München II

*Spiele mit ostdeutscher Beteiligung sind fett markiert

Doch es gibt noch andere große Probleme, denn seit dem Start der 3. Liga vor zwei Jahren sind die Zuschauerzahlen rückläufig. Waren es in der ersten Saison noch durchschnittlich 5.500 Zuschauer pro Spiel, kamen in der vergangenen Spielzeit mit 5.100 Besuchern etwa 8 Prozent weniger. Und die Aussichten sind schlecht, denn mal abgesehen vom FC Hansa Rostock ist zuschauertechnisch kaum eine Steigerung zu erwarten. Die restlichen neuen Teams werden den Zuschauerschnitt sicherlich kaum erreichen und die ohnehin schlechte Aureole dieser Spielklasse nach Außen weiter nach unten drücken.

Zurück bleiben am Ende die gefrusteten Zuschauer, die den Vereinen den Miesepeter für ihre schlechte Arbeit unterschieben wollen. Diese wiederum stehen stellenweise aber schon heute vor dem Ruin und können es kaum mehr aus eigener Kraft stemmen – ein gottverdammter Teufelskreis! Zuletzt waren mit dem FC Carl Zeiss Jena und der SG Dynamo Dresden auch gleich wieder zwei Vereine aus Ostdeutschland wegen wirtschaftlicher Schieflage in den Fokus der Presse gelangt. Nur mit Hilfe von Steuergeldern ist die Lizenz in Jena und Dresden für die aktuelle Spielzeit noch gesichert wurden, Geld was natürlich gleichzeitig von anderen sozialen Projekten abgezweigt wird und demzufolge an anderer Stelle fehlt. Dass man in Rostock ebenfalls auf Sparflamme fährt, sollte kein Geheimnis mehr sein.

Hinzu kommt die immer größer werdende Unattraktivität durch die Teilnahme am Spielbetrieb der Amateurvereine von Bundesliga-Mannschaften. […] Oft verlaufen sich bei Spielen von diesen Nachwuchsmannschaften (U 21) gerade einmal 300 Besucher in den Stadien der hochgelobten dritthöchsten deutschen Spielklasse, ganz zu schweigen weiter unten in den Ligen. ostfussball.com […] So bleiben dringend benötigte Zuschauereinnahmen für die ohnehin stark gebeulteten Traditionsvereine aus, während die Ausgaben weiter steigen. Der Aufstiegsdruck zwingt die Schatzmeister oftmals zu riskanten Manövern und ähneln einem Poker oder Glücksspiel. Das kann schnell in die falsche Richtung laufen.

Und während in den Chefetagen des DFB weiter von der Erfolgsliga gesprochen wird, kämpfen die traditionellen Vereine weiter ums Überleben. Da kommt schnell die Frage auf, für wen gibts Erfolg und für welchen Preis?

[ab]