Schlagwort-Archiv: Bayer 04 Leverkusen

Warum Red Bull Leipzig schnell in die 1. Bundesliga muss!

Es ist Deutschlands meist gehasster Verein, so zumindest artikulierte erst vor wenigen Tagen das bekannte Online-Magazin profil.at aus Österreich. Die Rede ist vom künstlichen Konstrukt des österreichischen Brauseabfüllers Red Bull in Leipzig, mit dem schon fast päpstlichen Segen der DFL und des DFB. Denn im Gegensatz zu den hunderttausenden deutschen Fußballfans scheinen die Vertreter der beiden Verbände kein Problem mit RasenBallsport Leipzig zu haben.

(…) Seit dem Aufstieg des mit Ösi-Millionen gedopten Ossiclubs (so eine durchaus gängige Sichtweise) stehen Fankurven und Sportjournalisten Kopf. Vereine verweigern Freundschaftsspiele, Medien orten Wettbewerbsverzerrung, Fanclubs überbieten einander in ritueller Bullenschmähung, zum Teil sogar, wenn gar kein Rasenballspieler in Rufweite ist, wie etwa beim Bundesligaauftakt Werder gegen Hertha Ende August, bei dem RB eines der lautstärksten Pfeifkonzerte seit Menschengedenken gewidmet wurde.

“RB Leipzig ist zum Hassobjekt geworden”, stellte die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ fest, das meinungsführende Fußballkultur-Magazin ’11 Freunde’ widmete sich in einer Titelgeschichte dem “großen Red Bull Bluff”, und VfL-Bochum-Trainer Peter Neururer formulierte ein momentan weit verbreitetes Gefühl folgendermaßen: “Was Mateschitz und Rangnick da machen, machen sie sehr gut. Nur was gemacht wird, finde ich zum Kotzen” (…) [profil.at]

So weit so gut, denn mittlerweile mehren sich aber auch ganz andere Stimmen. Red Bull Leipzig sollte nach Möglichkeit schnell in die 1. Bundesliga aufsteigen, wo schon die TSG Hoffenheim, der VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder andere ähnlich hochsubventionierte Clubs warten. Und am besten sollte der Aufstieg schon dieses Jahr, gleich noch zusammen mit dem FC Ingolstadt und dem 1. FC Heidenheim, gelingen.

ja zu rb

Zwar würde mit immer mehr künstlichen Projekten die 1. Bundesliga deutlich an Attraktivität verlieren, im Gegenzug die 2. Bundesliga sowie 3. Liga jedoch weiter kräftig gestärkt – weniger Eintritt zu den Spielen und geringere Polizeikosten inklusive. Selbst die teuren monatlichen Kosten für Pay-TV würden ab der 3. Liga komplett wegfallen, denn da gibt es schon jetzt jedes Wochenende gratis Übertragungen der dritten Programme der ARD. In diesem Sinne, auf gutes Gelingen …

DFB-Pokal: RB Leipzig, Erzgebirge Aue und 1. FC Magdeburg – live

Nachdem bereits gestern die SG Dynamo Dresden sensationell den Sprung ins Achtelfinale des DFB-Pokal geschafft hatte, geht es heute für den FC Erzgebirge Aue und den 1. FC Magdeburg um den Einzug in die 3. Hauptrunde. Während die Spieler aus dem Erzgebirge beim österreichischem Retortenprojekt in Leipzig antreten müssen, hat der FCM heute abend Heimrecht gegen den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.

Live können die beiden Spiele allerdings offiziell nur beim Bezahlsender Sky oder direkt im Stadion verfolgt werden. So ist das Spiel in Magdeburg seit Wochen restlos ausverkauft – eine Anreise ohne Ticket sinnlos. Anders in Leipzig, wo es aktuell noch viele Karten gibt. Und obwohl fast alle Vereine der 2.Bundesliga die Spiele bei Red Bull in Leipzig boykottieren, werden heute etwa 4000 Veilchen-Anhänger bei der Partie im ehemaligen Zentralstadion beiwohnen um ihre Mannschaft zu unterstützen. Protest ja – Boykott nein, so lautet die Devise!

gegen-rb-shirts

In der Meisterschaft kam es leider zu unschönen Szenen, als viele Fans aus Aue ihre Protest-Tshirts gegen Red Bull am Eingang ausziehen mussten. Vor knapp zwei Monaten gewann das künstliche Energydrink-Projekt mit 1:0 vor über 6000 mitgereisten Anhängern aus dem Erzgebirge (Ostfussball.com berichtete). Gelingt heute eventuell die Revanche im Pokal?

Letzte Meldungen –

Aue: (…) In der 2. Runde des DFB-Pokal 2014/2015 treffen heute Abend, 29. Oktober 2014 (Anpfiff 19.00 Uhr), RB Leipzig und Erzgebirge aufeinander. Im Sachsenderby kämpfen die Ligakonkurrenten um den Einzug unter die letzten 16 Teams. Bereits vor zwei Monaten standen sich Leipzig und Aue schon einmal gegenüber: Damals siegte Leipzig mit 1:0 im Tabellenspiel der 2. Liga. In der Red Bull Arena Leipzig wird sich entscheiden, wer das zweite Sachsenderby für sich entscheidet (…) [news.de]

Magdeburg: (…)”Es spielt keine Rolle, ob wir in der Bundesliga, der Champions League oder im nationalen Cup spielen: Die Vorbereitung auf den Gegner ist dieselbe. Ich freue mich richtig auf Magdeburg. Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, kannte den ich den Verein zwar nicht. Aber ich hab’ mir sagen lassen, dass die Magdeburger ein super Stadion und tolle Fans haben”, erklärte Drmic kurz vor dem Abflug.

Am Mittwochmorgen nach dem Frühstück folgt für die Werkself um 10 Uhr noch eine letzte Trainingseinheit im Heinrich-Germer-Stadion des Magdeburger FFC – das klassische Anschwitzen. Die finale Besprechung vor der Abfahrt zum Stadion steht gegen 17.15 Uhr an. Spätestens um 17.45 Uhr müssen beide Mannschaften in der MDCC-Arena anwesend sein. Während die Hausherren in Blau-Weiß spielen werden, läuft die Werkself komplett in Schwarz auf (…) [epochtimes.de]

-> Hier ist Live-Sport zu Hause – Sky Sport

Fundstück des Tages # 346 [Red Bull Leipzig, Halleluja?]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – fast immer unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren, dabei ihrerseits selbst vor sich hin sprechen oder eben einfach nur Geschichten zu erzählen scheinen; zuweilen gleichfalls in durchaus diametraler Ergänzung dahingehend vormalig bezüglicher Publikationen [11Freunde: Warum RB Leipzig so unbeliebt ist] bei Ostfussball.com oder auch darüber hinaus [Red Bull Leipzig, Lobet den Herren?]

(… und Weltfrieden? – Foto: Ostfussball.com)

(…) Nach Anlaufschwierigkeiten sind die Leipziger im Profifußball angekommen, die erste Saison in der Dritten Liga spielen sie unter dem Motto: “Ab durch die Dritte”. Es ist eine Frage der Zeit, bis RB Leipzig in der Bundesliga aufschlägt. Wenn es nach den meisten deutschen Fußballfans geht, darf es nicht dazu kommen. RB Leipzig ist in vier Jahren – 2009 verleibte sich der Konzern den damaligen Oberligisten SSV Markranstädt ein – zum unbeliebtesten Fußballklub Deutschlands geworden (…)

Die junge Geschichte des RB Leipzig – ein einmalig rasanter Aufstieg zur Unpopularität. Hat der Klub das verdient oder ist es nicht eher die erste große begrüßenswerte Chance, den Fußball in der Fußballdiaspora Ostdeutschland nach oben zu bringen? Gibt es überhaupt gute und schlechte Mäzene im Fußball und lebt ein Klub wie Schalke 04 mehr Moral als RB Leipzig?

Red Bull ist kein Wohltätigkeitsverein (…) Die Message von Red Bull ist eine merkwürdige, die Öffentlichkeitsarbeit mitunter auch. Und den öffentlichkeitscheuen Konzernchef Dietrich Mateschitz durchweg sympathisch zu finden, fällt auch nicht gerade leicht. Wobei, welcher Milliardär wird schon breitflächig geliebt? Und warum sollten andere Klub-Sponsoren in Schalke oder die Werder-Bremen-Wiesenhofhähnchen auf der Brust in eine moralisch bessere Kategorie fallen? Hat Bayer aus Leverkusen immer nur Gutes für die Menschheit getan? Und welcher Sponsor im Sport will nicht, dass seine Marke durch seinen Verein an Popularität gewinnt? (…)

(…) Und die Leipziger nehmen den neuen Fußballklub an, wie die ersten Punktspiele in der Dritten Liga gezeigt haben. Zuletzt kamen gegen Kiel fast 12.000 Zuschauer. Eine gute Kulisse für die Drittklassigkeit. In Elversberg, beim Auswärtsspiel der Leipziger ein paar Tage später, kamen 860 Menschen.

RB Leipzig ist eben unverbraucht. Tradition kann auch Ballast sein, viele Traditionsklubs, gerade im Osten, haben Anhang, in dem mancher Krawall mag. RB ist eben nicht Lok Leipzig.

Hatte sich der Klub in den ersten drei Regionalligajahren sportlich eher schwer mit einer Identitätsfindung getan, so ist das in Jahr vier anders. Inzwischen sind die Spieler jünger, es gibt kaum abgetakelte Stars und eben keine brutalen Fans. RB wird, auch wenn diese Saison holprig anläuft, bald in der Bundesliga spielen. Und dann womöglich einen anderen – Traditionsklub – aus der Liga verdrängen. So funktioniert Kapitalismus, so funktioniert Profisport (…)

Vieles, was RB Leipzig an Hass entgegenschlägt, ist durch Unsinn motiviert. Und macht die Marke letztlich nur stärker. Denn was polarisiert, ist auch interessant. Ob RB-Hasser eigentlich auch gerne Formel-1-Rennen schauen? Für Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel jubeln und RB Leipzig alles Schlechte wünschen, das ist heuchlerisch.

Quelle im vollständigen Original -> Claus Vetter: “Eine Marke gewinnt den Ost-Fußball”, Potsdamer Neueste Nachrichten (pnn.de), 13. September 2013

10. Auflage des Rainbow-Cup startet am Wochenende

Bereits zum 10. Mal startet das internationale Nachwuchsturnier Rainbow-Cup am kommenden Wochenende, unter dem Motto “Kinder spielen für Kinder”, zugunsten für das Kinderhospiz Bärenherz Leipzig – Hospiz für schwerstkranke Kinder im Leipziger Land. Auf dem Sportplatz im Zwenkauer Eichholz werden dann wieder insgesamt 32 internationale E-Junioren-Teams in vier Gruppen antreten, um die beliebte Trophäe zu gewinnen.

Gruppe A –
FC Schalke 04,
SV Werder Bremen,
Hertha BSC,
AIK Stockholm (S),
RasenBallsport Leipzig,
SK Slovan Bratislava (SK),
SG Dynamo Dresden,
TuS Pegau

Gruppe B –
Borussia Dortmund,
Hannover 96,
1. FC Magdeburg,
PAOK Thessaloniki (GR),
Chemnitzer FC,
1. FC Köln,
1. FC Lokomotive Leipzig,
TSV 1886 Markkleeberg,

Gruppe C –
Bayer 04 Leverkusen,
Eintracht Frankfurt,
AC Sparta Prag (CZ),
VfL Wolfsburg,
FC Hansa Rostock,
HJK Helsinki (FIN),
BSV Einheit Frohburg,
IMO Merseburg

Gruppe D –
Lazio Rom (I),
Borussia Mönchengladbach,
Hamburger SV,
Liepajas Metalurgs (LV),
Hallescher FC,
1. FC Nürnberg,
Rotation Leipzig 1950,
VfB Zwenkau 02

(Foto: Ostfussball.com)

Insgesamt 450 kleine Kicker aus Top-Mannschaften, jede Menge internationale Gäste, Trainer, Betreuer, Eltern und das Organisationsteam fiebern bereits einem attraktiven Wochenende entgegen. Die Vorbereitungen für dieses Jubiläum laufen daher auf Hochtouren, um auch diesen Cup wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Mitwirkende und Gäste zu machen.

Der Startschuss fällt am 27. April ab 10.00 Uhr auf dem Sportplatz des VfB Zwenkau 02. Neben dem MDR (Sport im Osten) werden ebenso HFM-TV sowie Ostfussball.com direkt von vorort berichten. Auch Autogrammstunden mit Spielern von RasenBallsport Leipzig und Ex-Nationalspieler Uwe Zötzsche sind neben vielen weiteren Attraktionen rund um das zweitägige Fußballfest geplant.

[ab]

Das perverse Geschäft mit den Ballack-Tickets

Der Ex-Chemnitzer und 98-fache Nationalspieler verabschiedet sich im Leipziger Zentralstadion, gespielt wird am 5. Juni 2013 um 20.00 Uhr. Michael Ballack begeht damit das Ende seiner außergewöhnlichen Karriere als Profifußballer. Mit von der Partie sind ehemalige Mitspieler und Wegbegleiter – unter anderem von Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern München, vom FC Chelsea, dem 1. FC Kaiserslautern und Chemnitzer FC sowie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Sie alle möchten noch einmal gemeinsam mit dem Capitano auflaufen und sich bei einem großen Fußballfest von ihm verabschieden. Das Abschiedsspiel wird auch live im Fernsehen beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übertragen werden.

Im Sommer 2012 hatte Michael Ballack seine aktive Fußballkarriere beendet. “Mit dem Spiel möchte ich mich von meinen Fans und Wegbegleitern gebührend verabschieden und mich bei all den großartigen Menschen bedanken, die mich während meiner Laufbahn gefördert, gefordert und unterstützt haben”, so der 98-fache Nationalspieler und langjährige Kapitän der deutschen Fußball- Nationalmannschaft. “Leipzig ist ein toller Standort: In Sachsen liegen meine Wurzeln, hier habe ich mein Fußball-ABC gelernt. Das wird ein ganz besonderes Spiel.” Mit der Veranstaltung werden wohltätige Zwecke unterstützt. “Ich freue mich, dass wir mit diesem Abend auch etwas für die gute Sache tun können”, so Michael Ballack. Innerhalb von 24 Stunden nach Verkaufsstart waren die 43.000 Tickets für das Mega-Event “Ciao Capitano – Michael Ballack Abschiedsspiel” in Leipzig vergriffen. So weit so gut …

(Screenshot: viagogo.de)

Denn nunmehr hat sich zum Beispiel auf dem Verkaufsportal Viagogo ein regelrechter Schwarzmarkt mit Tickets für dieses Spiel entwickelt. Bis zu knapp 350 Euro werden dort mittlerweile für eine Eintrittskarte fällig – ein wahrlich perverses Geschäft auf Kosten der Fußballfans! Der ursprüngliche Preis für diese Ticket-Kategorie lag dabei gerade einmal bei 25 Euro.

Der dringende Verdacht auf Wucher liegt demzufolge sehr nahe. Viele deutsche Fans laufen aus diesem Grund bereits Sturm gegen diese ominöse Ticketbörse. Auf Facebook machte man jetzt kurzerhand aus Viagogo ein Vianogo und ruft zum sofortigen Stop der Plattform in Deutschland auf (Ostfussball.com berichtete).

Aber auch beim Auktionshaus Ebay.de läuft der rege Handel mit den “Ballack-Tickets” auf Hochtouren, obwohl dies laut den AGB eigentlich verboten ist. Wir rufen daher auf, derartige Angebote in keinem Fall zu erwerben, sondern solche Auktionen unbedingt sofort zu melden. In Sachen Viagogo sollten sich jedoch endlich die Veranstalter, Vereine sowie unsere Politik einschalten.

[ab]

Ostfussball: Der Blick auf den Spieltag # 46

Aus ostdeutscher Sicht fällt die bisherige Ausbeute im Pokalwettbewerb leider sehr mager aus und so können wir uns bisher nur über den Einzug des FC Erzgebirge Aue in die nächste Runde freuen. Heute spielen noch ab 18.30 Uhr der Chemnitzer FC, SG Dynamo Dresden, FC Energie Cottbus sowie der 1. FC Union Berlin.

Diese Paarungen werden live bei Sky Sport übertragen, einen Livestream können wir aus rechtlichen Gründen daher nicht veröffentlichen. Für das brisante Ostderby zwischen dem Chemnitz FC und der SG Dynamo Dresden sind nur noch wenige Restkarten, für die mit insgesamt 18.700 Zuschauern ausgelastete “Fischerwiese”, erhältlich.

So spielten unsere ostdeutschen Vertreter in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal 2012/2013 am vergangenen Wochenende –

Hallescher FC vs. MSV Duisburg – 0:1

(…) Mit einer unglücklichen Niederlage für den Halleschen FC aber auch mit der Erkenntnis, dass der gute Start des Hallenser in die 3. Liga nicht von ungefähr kommt, endete die DFB-Pokal Premiere im halleschen ERDGAS Sportpark. In einem spannenden Cup-Fight genügte dem Zweitligisten ein Elfmetertor in der ersten Halbzeit, um mit viel Dusel in die zweite Runde des DFB-Pokals einzuziehen (…) [hallescherfc.de]

SV Falkensee-Finkenkrug vs. VfB Stuttgart – 0:5

Kein Spielbericht online!

FC Schönberg vs. VfL Wolfsburg – 0:5

(…) Einen ganz starken Auftritt legte unsere Verbandsligamannschaft gestern bei ihrem DfB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg auf den Rasen der Lübecker Lohmühle. Trotz der deutlichen Niederlage wurden unsere Maurinekicker nach dem Abpfiff für ihr couragiertes Spiel mit stehenden Ovationen gefeiert. Es gibt eine Menge Material aufzuarbeiten und das kostet Zeit. Wir bitten Euch also um ein wenig Geduld, bis wir die vielen Fotos und den Spielbericht online haben (…) [upahl.de]

FC Carl Zeiss Jena vs. Bayer 04 Leverkusen – 0:4

(…) Sein Comeback im DFB-Pokal nach dreieinhalbjähriger Abstinenz verlor der FC Carl Zeiss heute bei tropischen Temperaturen gegen Bayer Leverkusen mit 0:4 und ist somit in der 1. Runde ausgeschieden (…) [fc-carlzeiss.de]

FC Erzgebirge Aue vs. SG Eintracht Frankfurt – 3:0

(…) Mit einem verdienten 3:0 ziehen die Veilchen in die nächste DFB Pokalrunde ein und bezwingen erstmals die Eintracht aus Frankfurt. Nach Treffern von Thomas Paulus durch ein Strafstosstor und einem Doppelpack von Jakub Sylvestr, kann man nun gespannt auf die Auslosung der nächsten Runde am 25.08. 2012 schauen (…) [fc-erzgebirge.de]

FC Hansa Rostock vs. 1. FC Kaiserslautern – 1:3

(…) Auch in dieser Saison übersteht der F.C. Hansa die erste Runde im DFB-Pokal nicht. Zwar dürfen die Fans bis zur letzten Sekunde auf eine Verlängerung hoffen, doch mit dem Abpfiff sorgt der 1.FC Kaiserslautern für die Entscheidung. So steht für die Hanseaten am Ende eine 1:3-Heimniederlage zubuche (…) [fc-hansa.de]

*Fettgesetzte Mannschaften erreichten die 2. Hauptrunde

DFB-Pokal 2012/2013: So spielen unsere ostdeutschen Vertreter

Viele ostdeutsche Fans verfolgten die Auslosung am vergangenem Samstag in der ARD wieder gespannt. Denn neben der sportlichen Herausforderung ist die Teilnahme am DFB-Pokal auch ein wichtiger finanzieller Aspekt für die Vereine –

Runde/Platzierung/Betrag
1. Runde – 100.000 Euro
2. Runde – 250.000 Euro
Achtelfinale – 531.250 Euro
Viertelfinale – 1.125.000 Euro
Halbfinale – 1.750.000 Euro
Finalist – 2.000.000 Euro
Pokalsieger – 2.500.000 Euro

Laut dem Rahmenterminkalender des DFB wird die 1. Runde zwischen folgenden Terminen ausgetragen: 17. – 20. August 2012. Für die erste Hauptrunde werden dann insgesamt 64 Mannschaften qualifiziert sein, darunter auch zehn ostdeutsche Vertretungen (Ostfussball.com berichtete).

(Foto: wikipedia)

Dabei kommt es zu folgenden Spielpaarungen mit ostdeutscher Beteiligung –

Hallescher FC vs. MSV Duisburg

SV Falkensee-Finkenkrug vs. VfB Stuttgart

FC Schönberg vs. VfL Wolfsburg

FC Carl Zeiss Jena vs. Bayer 04 Leverkusen

FC Erzgebirge Aue vs. Eintracht Frankfurt

Chemnitzer FC vs. SG Dynamo Dresden

Rot-Weiß Essen vs. 1. FC Union Berlin

SV Sandhausen vs. FC Energie Cottbus

FC Hansa Rostock vs. 1. FC Kaiserslautern

  • 2. Runde: 30./31. Oktober 2012
  • Achtelfinale: 18./19. Dezember 2012
  • Viertelfinale: 26./27. Februar 2013
  • Halbfinale: 16./17. April 2013
  • Finale: 1. Juni 2013

Fundstück des Tages # 87 [Halbnackt oder nackt als weiblicher Fan in den Fingern der Ordnungskräfte]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger auch (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert; da die Fundstücke als solche allein schon einiges – mitunter kaum zu glaubendes – postulieren und zugleich gewisse da und hier gepflegte geografische Beschränktheiten einfach nur noch nebensächlich erscheinen lassen

(…) Was geschah nun mit den Frankfurter Anhängerinnen bei der Durchsuchung vor dem Bundesliga-Spiel in Leverkusen? Während Bayer-Offizielle behaupten, die Frauen hätten nur die Schuhe ausziehen müssen, erzählt hier ein Eintracht-Fan die wahre Version (…)

Wenn die 25-Jährige an Mittwochabend [22. September] denkt, dann bekommt sie noch immer eine riesige Wut. Seit rund zwölf Jahren hat Susi F. (Name geändert, der richtige Name ist der Redaktion bekannt) kaum ein Eintracht-Spiel verpasst. “Aber so etwas habe ich noch nie erlebt”, sagt sie. Hier ihre Schilderung:

Susi F. war etwa 20 Minuten vor Spielbeginn zum Stadion gekommen, sah das große Schild “Fraueneingang”. Direkt dahinter war ein rotes Zelt aufgebaut. Drei Polizistinnen und vier Ordnerinnen standen davor, sieben oder acht Frauen vom privaten Ordnungsdienst warteten im Zelt. Es fing harmlos an: “Tasche auf!” Auch die Jacke ausziehen ist in Ordnung. Dann: “T-Shirt aus!” “Nein.” “Doch, das sind die Vorschriften.” Ich will das nicht dulden. “Ich kann die Polizei kommen lassen und Sie werden auf der Wache durchsucht.” Ich bin geschockt, hebe das T-Shirt ein Stück hoch. “Ganz, habe ich gesagt.” Ich koche vor Wut, aber ich will das Spiel sehen und nicht auf die Polizeiwache.

Ich ziehe mein Shirt aus, die Frau, sie hat dünne Gummihandschuhe an, greift mir unter den BH. “Sind Sie verrückt”, schreie ich. “Ich könnte ihn auch ausziehen lassen”, war die Antwort.

Dann darf ich das Shirt wieder anziehen, muss nun die Schuhe ausziehen. Ich muss die Hose öffnen, sie ein Stück herunter ziehen. Dann ziehe ich sie einfach wieder hoch: “Jetzt reicht es wirklich!” Die Frau sagt: “Wenn ich wollte, müssten Sie die auch ganz ausziehen.” Immerhin: Diese Demütigung bleibt mit erspart.

Im Zelt waren noch mehrere andere Fans durchsucht worden, besonders die Jüngeren mussten ihre T-Shirts ausziehen. Neben mit stand eine etwa 40-Jährige. Sie durfte ihre Bluse zwar anbehalten, aber dafür wurden ihre Brüste kräftig gedrückt. Sie weigerte sich auch, die Schuhe auszuziehen. Daraufhin musste sie zehn Mal fest aufstampfen, damit klar war, dass sie nichts im Schuh versteckt hat.

Susi F. wunderte sich nicht nur über die Behandlung, sondern auch darüber, dass im Zelt weder Licht war noch eine Matte auf dem Boden lag. Diesen “Komfort” ist sie sogar als Fußball-Fan gewöhnt, wenn sie Schuhe ausziehen muss.

Sie wird weiter zu den Eintracht-Spielen gehen und hofft, nie mehr so menschenunwürdig behandelt zu werden. “Wir wollen Fußball sehen und die Mannschaft supporten.” (…)

(Quelle im vollständigen Original: “Fremde Hände im BH”, fnp.de, 25. September 2010, 09:15)

Faksimile: eip-news.com
Faksimile: eip-news.com

(…) “Das Urteil des OVG Saarlouis, wonach das Ausziehen eines minderjährigen weiblichen Fans von Dynamo Dresden vor Polizeikräften in Saarbrücken unverhältnismäßig war, schränkt die weitverbreitete Praxis, Fußballfans unter Generalverdacht zu stellen und als Verbrecher zu behandeln, ein”. So kommentiert Christian Hirsch von der Fußball AG der “Aktion 3.Welt Saar” das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Saarlouis (…)

Damit wird das erstinstanzliche Urteil des VG Saarlouis vom Mai 2006 aufgehoben, das die Maßnahme der Polizei für rechtmäßig hielt. “Eine Beibehaltung des Urteils hätte bedeutet, dass Fußballfans Bürger zweiter Klasse sind, nur einen eingeschränkten Zugang zu Bürgerrechten haben und minderjährige Fußballfans wie Schwerverbrecher behandelt werden dürfen”, so Hirsch.

Eine 16 jährige minderjährige Anhängerin von Dynamo Dresden hatte gegen ihre polizeiliche Behandlung vor dem Zweitligaspiel 1. FC Saarbrücken gegen Dresden am 11. März 2005 geklagt und bekam jetzt Recht. Sie musste sich vor Spielbeginn nackt ausziehen und gemeinsam mit zwei Dutzend anderen weiblichen Dresden-Fans abtasten lassen. Damals wurden 600 Polizisten, darunter auch 100 Grenzschützer aus Bayern aufgeboten, um Fußballfans von Dynamo Dresden einer Sonderbehandlung zu unterziehen. Für alle Dresdenfans galt zusätzlich zwischen Freitag 14 Uhr und Samstagmorgen 6 Uhr totales Innenstadtverbot für Saarbrücken. Begründet wurde dies seitens der Polizei mit dem vermuteten Auftreten von gewaltbereiten Fußballfans. Später stellte sich heraus, dass nichts davon eintrat.

“Mit diesem polizeilichen Vorgehen werden Fußballfans unter Generalverdacht gestellt. Mit genau der gleichen Begründung – irgendeiner hat mal was gemacht – könnte man Parteipolitiker zwingen, sich vor dem Betreten eines Parlamentsgebäudes nackt auszuziehen, um zu überprüfen, ob sie keine Protokolle und Geldscheine von geheimen Absprachen mit Lobbyisten mit sich tragen”, so Christian Hirsch. Deshalb plädiert die Fußball AG der “Aktion 3.Welt Saar” dafür, die “Politik der doppelten Standards” gegenüber Fußballfans aufzugeben. Für Fußballfans müssen die gleichen Rechte gelten wie für andere Menschen auch.

(Quelle im vollständigen Original: “Oberverwaltungsgericht Saarlouis zeigt ‘Fummelpolizisten’ die Grenzen auf”, scharf-links.de, 16. Dezember 2007)

Faksimile: glassblog.wordpress.com
Faksimile: glassblog.wordpress.com

-> Oberverwaltungsgericht des Saarlandes -> “Feststellung der Rechtwidrigkeit polizeilicher Maßnahmen” -> Urteil [*.pdf] aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 30. November 2007

Fundstück des Tages # 46 [Dynamo Dresden, Reiner Calmund und nicht nur Tiramisu]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke einiges zumeist selbst postulieren; und dabei mitunter auch einfach ihrerseits sprechen …

(…) Die Riesenscampi am Abend hatte sich Reiner Calmund verdient. Und natürlich wollte der schwergewichtige Feinschmecker auch auf den leckeren Nachtisch nicht verzichten. Tiramisu, Créme Caramel und hausgemachtes Eis tischten ihm die Köche des italienisches Restaurants Al Capone in der Dresdner Neustadt auf. Ein Nachtmahl ganz nach Calmunds Geschmack. Seine Entscheidung, sich ab sofort für den hiesigen Fußball-Drittligisten SG Dynamo zu engagieren, war zu der späten Stunde (…) aber längst gefallen. “Ich kann mich mit den Vorstellungen und Konzepten, die ich in den letzten Tagen kennengelernt habe, zu hundert Prozent identifizieren”, betonte Calmund und stieß mit einem Gläschen Pinot Grigio auf seinen Entschluss an, der sich dann (…) wie ein Lauffeuer in den Internetforen (…) verbreitet hat: Calmund steigt bei Dynamo ein (…)

(…) “Es geht jetzt darum, für Ruhe im Verein zu sorgen und die Jungen ihre Arbeit machen zu lassen”, sagte Calli. “Sie sollen ihre Ideen umsetzen, aber auch wissen, dass sie mich immer anrufen können, damit so ein alter, erfahrener Sack wie ich ihnen hier und da helfen kann, das Risiko zu minimieren.”

Ehrenamtlich will der frühere Manager des Bundesligisten Bayer Leverkusen die Dynamos beraten. “Wenn ich merke, dass man Strukturen platzieren kann, also das absolut Notwendige, um erfolgreich zu sein, dann will ich nicht ausschließen, im Herbst auch für zwei Jahre in den Aufsichtsrat zu gehen”, kündigte Calmund an (…) “Dresden ist eine der schönsten Städte des Planeten, hier gibt es so viele positiv bekloppte Fußballanhänger, hier habe ich so viele Emotionen erlebt, die ich nie vergessen werde.” (…)

Zuvor hatte sich der gewiefte Fußballkenner aber (…) die Unterstützung von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz zusichern lassen. Bei einem von Calmund erbetenen Termin, bei dem auch Dynamos designierter Notaufsichtsrat Thomas Bohn dabei war, erklärte Calli, wie es mit dem krisengeplagten Verein vorangehen könnte (…) “Es ist immer gut, wenn sich Dynamo Sachverstand ins Boot holt und ein Mann wie Reiner Calmund sein breites Netzwerk einbringt“, sagte Stadtsprecher Kai Schulz (…), betonte aber: “Der Verein ist deshalb nicht entbunden, seine Hausaufgaben zu machen.“ Soll heißen: Allein kann es Calmund auch nicht richten. [Feinschmecker Calmund steigt bei Dynamo ein – Sächsische Zeitung, 16. Juni 2010]

Faksimile: blog.tt.com
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(…) Als Hauptgang orderte Calmund Tagliatelle mit Riesenscampi und Safransoße, als Dessert eine Variation südländischer Klassiker: Tiramisu, Créme Caramel und hausgemachtes Eis. Getränkt wurde das Menü mit einem kühlen Pinot Grigio. Wirt Alfredo Schlesinger war zufrieden mit dem Appetit seines prominenten Gastes. “Ihm hat alles geschmeckt.” (…) [Reiner Calmund verdrückt Pasta und Tiramisu in der Neustadt – Sächsische Zeitung, 15. Juni 2010]