Schlagwort-Archiv: Attacke

SG Dynamo Dresden: Trauriges Benefizspiel

Die SG Dynamo Dresden gewinnt das gestrige Benefizspiel zu Gunsten von Flutopfern mit 4:0 – so weit so gut. Denn nach dem Spiel wurde laut einem Eintrag auf Facebook angeblich eine Fanclub-Fahne des HSV-Fanclub Nordhausen gewalttätig entwendet  –

(…) Bei aller Euphorie um den 4:0 Erfolg unserer SGD am gestrigen Abend gegen den HSV, gibt es leider auch wieder eine absolute scheiß Nachricht zu vermelden, die uns vor ein paar Minuten erreichte. Dem HSV Fanclub aus Nordhausen wurde nach dem Spiel die Zaunfahne entwendet. Ein Fanclubmitglied schrieb ab unsere Pinnwand: “Wir wurden auf brutalste Art von hinten angegriffen und sogar liegend auf den Kopf getreten.” Ob sich das ganze nun wirklich genau so zugetragen hat, wissen wir nicht, wir waren nicht dabei. Hin und wieder wird ja auch gern mal etwas übertrieben, weil wegen böse und brutale Dynamofans.

(Foto: facebook.com)

ABER: Der Hamburger SV kam gestern Abend zu uns, um den Flutopfern aus Dresden zu helfen. Sogar Fans vom HSV reisten von weiter an um das Spiel zu sehen. Es gab Applaus für die Gästefans, mal keine Pfiffe. Es kann also nicht sein, egal ob hier Rivalität beim Fußball herrscht oder den Fun andere Fahnen zu klauen, dass solche Fans nach dem Spiel angegriffen werden und denen die Fahne geklaut wird. Wenn diejenigen Eier in der Hose haben, geben sie die Zaunfahne zurück – auch wenn die Hoffnung bei solchen Leuten eher gering ist. Wir appelieren hier jedenfalls an den gesunden Menschenverstand, falls dieser noch bei den Dieben vorhanden ist. Wenn ihr etwas gesehen habt, Angaben zu den Leuten machen könnt, dann wendet Euch bitte per privater Nachricht direkt an uns (…)

Erzgebirge Aue vs. Dynamo Dresden: Zoff um Telefonate und Karten

Wie es vor den doch immer wieder brisanten Begegnungen zwischen dem FC Erzgebirge Aue und der SG Dynamo Dresden – nunmehr am diessaisonalen 25. Spieltag in der Rückrunde in der 2. Liga – ausschaut, werden im März dieses Jahres vermutlich lediglich 1.500 Dresdner Anhänger das Auer Stadion bevölkern können. Das sind nach den Richtlinien im bundesdeutschen Fußball zwar vorschriftsmäßig genau zehn Prozent der Gesamkapazität im Sparkassen-Erzgebirgsstadion, allerdings hatte in der vergangenen Saison der FC Erzgebirge den Dresdnern noch 2.700 Gäste-Tickets zugestanden. Gründe für die nunmehr veränderte Verfahrensweise der Auer scheinen in wohl deutlichen telekommunikativen beziehungsweise virtuellen Verstimmungen zu liegen.

(Blick ins Tal – Foto: wikipedia.org)

So berichtet aktuell die Dresdner Morgenpost von einem “Telefonterror” in den Talkessel des Zusammenflusses der Wasseradern von Zwickauer Mulde und Schwarzwasser: “Weil vermeintliche Dynamo-Fans die Geschäftsstelle des FC Erzgebirge terrorisieren, dürfen am 10. März offiziell nur 1.500 Anhänger der Schwarz-Gelben zum Spiel nach Aue reisen – FC Erzgebirge wehrt sich gegen Dynamo-Fans”.

“Per Facebook wurde … dazu aufgerufen, die Geschäftsstelle des FCE mit Telefonterror zu attackieren. Initiiert wurde die Aktion offenbar von Dynamo-Fans. Davon sollen eindeutige Abbildungen, Einträge und Beschimpfungen auf der Internet-Plattform zeugen” [MoPo Dresden]

“Für mehrere Stunden wurde unsere Geschäftsstelle quasi lahmgelegt. Wir haben bei der Polizei inzwischen Strafanzeige wegen Nötigung gestellt”, wird Michael Voigt, Geschäftsführer des FC Erzgebirge Aue, zitiert. Zudem behalte sich der FCE weitere rechtliche Schritte vor. “Wir lassen auch den wirtschaftlichen Schaden prüfen. Sollten die Täter ermittelt werden, müssen sie sich auch dafür verantworten”, so Voigt gegenüber der Dresdner Morgenpost.

Über Regelungen zum weiteren Kartenverkauf für besagtes Spiel wird der FC Erzgebirge Aue noch informieren. “Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass sich Dynamo-Fans mit Karten für die Blöcke unserer Anhänger eindecken” (Michael Voigt).

Der fußballerische Anstoß zwischen Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden zum so genannte Sachsen-Derby soll dann am 10. März 2013 um 13:30 Uhr auf dem Rasen im Erzgebirgsstadion erfolgen.

[om]

FC Hansa Rostock: Hooligan-Attacke auf Kleinbus

Die Meldung ist noch in unser aller Ohr – am vergangenen Wochenende hatten Ultrafans des Bundesligisten 1. FC Köln einen mit Anhängern von Borussia Mönchengladbach besetzten Bus auf der Autobahn angegriffen. Nun eine Woche später nun eine fast ähnliche Meldung aus Rostock.

Vermummte Hansa-Hooligans haben Fans von Eintracht Frankfurt auf der Autobahn in Rostock attackiert. Wie die Polizei mitteilte, hatten die Angreifer in der Nacht zum Sonntag versucht, sieben Insassen eines Kleinbus von der Straße abzudrängen. Zuvor kam es auf einem Parkplatz in Warnemünde zu einem Hooligan-Angriff mit Steinen und Flaschen. Als die Frankfurter flüchteten, wurden sie von drei Autos verfolgt. Die Polizei konnte eines der Angreifer-Fahrzeuge stoppen. Insgesamt sechs Hansa-Fans wurden vorläufig festgenommen.

Im Internetforum von Eintracht Frankfurt erschien dazu folgender Bericht des Vorsitzenden des betroffenen Fanclubs –

(…) Leider wurde unser 9-Sitzer gestern Abend von rund 20 Rostockern mit vier Fahrzeugen überfallen und durch ganze Stadt gejagt. Obwohl unsere Jungs komplett  inkognito (also ohne Fanutensilien, auch kein Frankfurter Nummernschild) unterwegs waren, kam es zur “organisierten” Verfolgung. Glücklicherweise haben es die Assis nicht geschafft, den Bus zu stoppen. Trotz Abdrängversuchen, ausbremsen ist es unserem Fahrer gelungen, unfallfrei durchzukommen – rote Ampeln inklusive. Die zu Hilfe gerufene Polizei war recht schnell vor Ort und konnte einige der Verbrecher festnehmen. Teilweise wurde die wohl schon per Haftbefehl gesucht, da sich diese Form der Fanverfolgung seit geraumer Zeit bei Rostock-Heimspielen wiederholt hat. Bitte passt auf Euch auf und seid gewarnt. Unser Bus hat leider einigen Schaden genommen – aber körperlich ist keiner zu Schaden gekommen – glücklicherweise (…) [eintracht.de]

[ab]

Rund um Hansa Rostock vs. St. Pauli: Im Spiegel der Medien

Die Begegnung am 15. Spieltag in der 2. Bundesliga zwischen FC Hansa Rostock und FC St. Pauli endete am 19. November 2011 im Rostocker Ostseestadion (DKB-Arena) vor 24.300 Zuschauern mit einem 1:3-Ergebnis. Die Tore erzielten Marek Mintal (50.) sowie Max Kruse (40.) und Mahir Saglik (80., 90.+1). Schiedsrichter Guido Winkmann leitetete das Spiel auf dem Rasen.

Ostfussball.com präsentiert auszugsweise reflektierend einen kleinen, in einzelnen Darstellungen durchaus divergierenden, Streifzug durch den Medien-Wald rund um diese Fußball-Partie. [om]

(…) Unbekannte haben am Freitag [18. November] ein Dienstgebäude der Polizei in Rostock attackiert. Sie warfen am späten Abend mit Steinen Fensterscheiben des Polizeihauptreviers im Stadtteil Kröpeliner-Tor-Vorstadt ein und zündeten Pyrotechnik (…) Personen wurden bei dem Anschlag nicht verletzt.

(…) Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem Angriff um eine Reaktion auf die Gewahrsamnahme eines Mannes aus der Rostocker Fußballfanszene handeln könnte. Im Vorfeld der (…) Begegnung des FC Hansa Rostock mit dem Hamburger F.C. St. Pauli war dieser (…) zur Verhinderung von Straftaten auf einen richterlichen Beschluss hin festgesetzt worden.

ostseeblick-nienhagen.de, 19. November 2011

(…) Frustrierte Rostocker Fußballfans randalierten nach dem Nordderby Hansa Rostock gegen St. Pauli im Bereich des Ostsee-Stadion und Rostocker Innenstadt. Nachdem Hansa Rostock das (…) Ligaspiel gegen St. Pauli mit 1:3 verlor, sollen frustrierte Hansa Fans im Bereich Stadion randaliert haben. So wurden einem Augenzeugenbericht zu Folge Mülltonnen umher geworfen und Steine geschmissen. Die Polizei trieb die rund 100 Fans in Richtung des Rostocker Holbeinplatz, wo sie dann in die Straßenbahn einstiegen und abfuhren. Inzwischen wird von weiteren Scharmützeln im Rostocker Stadtgebiet berichtet. Im Bereich der Rostocker Kröpeliner Vorstadt sollen Randalier ein Polizeifahrzeug angegriffen haben. In dem Zusammenhang wird derzeit wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt, bestätigt eine Sprecherin der Rostocker Polizei, die sich derzeit noch mit Details wegen der unklaren Lage zurückhält. Die Abreise der rund 1800 Hamburger Fans verlief nach einem ersten Bericht der Rostocker Bundespolizei weitgehend reibungslos und ohne nennenswerte Zwischenfälle (…)

mvpo.com, 19. November 2011, 16:40

(…) Nach der Partie ließen (…) die Rostocker Fans ihrer Wut über das verlorene Spiel freien Lauf. Vor dem Haupteingang zum Stadion kam es zu schweren Krawallen. Fans zündeten mehrere Böller und warfen Flaschen und pflastergroße Steine auf Polizisten. Mindestens acht Beamte wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Außerdem gingen mehrere Schaufensterscheiben und Bushaltestellen durch Stein- und Flaschenwürfe zu Bruch. Die Polizei ging ihrerseits mit Tränengas gegen die Randalierer vor. Mehrere Personen wurden festgenommen (…)

nonstopnews.de, 19. November 2011, 17:29

(…) Polizei und die Verantwortlichen beider Klubs hatten alles versucht, um ein friedliches Fußballspiel zu ermöglichen. Es hat leider nichts genutzt. Die unsägliche Geschichte des Nordderbys zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli (…) fand einen neuen traurigen Höhepunkt. Die Partie in der DKB-Arena stand kurz vorm Abbruch, musste nach 40 Minuten für zehn Minuten unterbrochen werden.

Der Irrsinn hatte bereits in der Nacht zuvor angefangen. Da wurde das Rostocker Polizeihauptrevier von Vermummten angegriffen. Die warfen Steine, zündeten Pyrotechnik. Beamte wurden nicht verletzt, der Sachschaden (mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch) wurde auf 5.000 Euro beziffert.

Zwei Stunden vorm Spiel ging die Gruselgeschichte weiter. 50 bis 70 Mitglieder der St. Pauli-Ultras stürmten den Hamburger Block, drängten die Ordnungskräfte zur Seite. Auch Rostocker sollen sich auf diese Weise Einlass verschafft haben.

Zunächst waren es nur kleinere Scharmützel. Beim Warmmachen wurde St. Paulis Keeper Philipp Tschauner mit hunderten Bananen beworfen, jede Menge St. Pauli-Schals wurden von Hansa-Fans verbrannt.

Die Partie musste mit zwei Minuten Verspätung angepfiffen werden, weil massenhaft weitere Bananen flogen. So ging es auch während des Spiels weiter. Dazu gesellten sich nach Augenzeugenberichten weiteres Obst, Feuerzeuge, Handys, Bolzen und Schrauben, sogar eine Kornflasche war dabei.

Nach dem Tor ersten Hamburger Tor (…) eskalierte die Situation. St. Pauli-Fans entfachten (ein einziges) bengalisches Feuer, dann starteten ihre “Feinde” einen beängstigen Raketen- und Böllerhagel. Schiedsrichter Guido Winkmann reagierte prompt und richtig, ließ für zehn Minuten unterbrechen, drohte mit Komplett-Abbruch.

(…) Bis zum Schluss flogen weiterhin Gegenstände auf den Rasen, bis zum Schluss stand das Spiel auf der Kippe. St. Paulis Sportchef Helmut Schulte: “Dass unsere Fans Pyros gezündet haben, ist nicht in Ordnung. Aber das sollte man unterscheiden von dem, was die Rostocker gemacht haben. Die Raketen  waren sicherlich schlimmer. Das ist schon alles sehr traurig.” (…)

mopo.de, 19. November 2011

(…) Hansa Rostock distanzierte sich nach der Begegnung “aufs Schärfste” von den Zwischenfällen, die der Verein in einer Mitteilung als “ernüchternd, schockierend und beschämend” bezeichnete, und bat um Unterstützung: “Wir bitten die Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht allein zu lassen”, hieß es in der Erklärung der Rostocker, die betonten, dass der Verein im Vorfeld alle ihm zur Verfügung stehenden Maßnahmen umgesetzt habe: “Wir werden weiterhin auf Prävention und Kommunikation setzen und fordern gleichzeitig die Gesellschaft dazu auf, uns bei diesem schwierigen Prozess zu unterstützen.”

Nach Spielschluss eskalierte die Situation durch frustrierte Hansa-Anhänger offenkundig weiter: Die Polizei berichtete von Steinwürfen auf Shuttlebusse der Gäste-Fans und einen Streifenwagen. Zu den insgesamt zehn Verletzten gehören demnach acht Polizisten. Die Beamten leiteten gegen 33 Personen Ermittlungsverfahren wegen Verdachtsfällen von Landfriedensbruch, Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Bereits vor Spielbeginn war es zu unschönen Szenen gekommen: Hansa-Anhänger bewarfen Gästespieler mit Bananen und verbrannten St.-Pauli-Fahnen. Zuvor hatten Anhänger der Gäste versucht, die Einlasskontrollen zu durchbrechen, was etwa 100 Personen gelang (…)

kicker.de, 19. November 2011, 19:30

(…) Mit einem Großaufgebot hat die Polizei (…) das emotionsgeladene Nordderby der 2. Bundesliga zwischen dem F.C. Hansa Rostock und dem FC St. Pauli abgesichert. Zu den im Vorfeld befürchteten Ausschreitungen ist es dabei nicht gekommen. Mit insgesamt 2.000 Einsatzkräften der Landespolizei MV und der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, unterstützt durch Einsatzkräfte aus Hamburg und Schleswig-Holstein, begann der Polizeieinsatz bereits am frühen Morgen (…)

Während es vor dem Spiel zu keinen größeren polizeilich relevanten Vorfällen kam, gab es nach Spielende im Rostocker Stadtgebiet mehrere Störaktionen, die die Polizei in Atem hielten. So wurden u.a. drei Shuttlebusse der Gästefans mit Steinen beworfen. Ein Fan des FC St. Pauli wurde dabei leicht verletzt, bei zwei Bussen gingen Scheiben zu Bruch. An mehreren Stellen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und im Hansaviertel versuchten Personen, die der Fanszene des F.C. Hansa Rostock zugeordnet werden, Barrikaden zu errichten. In der Doberaner Straße wurde zudem ein Streifenwagen der Polizei mit Steinen beworfen. Im Ergebnis des Einsatzes sind 10 Verletzte (davon 8 Polizeibeamte) zu bilanzieren. Es wurden zudem 33 Ermittlungsverfahren eingeleitet, u.a. wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs (1), Körperverletzung (9), Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (2), Diebstahl (3), Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (8) und Sachbeschädigung (7). Dass es im gesamten Einsatzverlauf zu keinem direkten Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fangruppierungen kam, ist Ergebnis des massiven und konsequenten Polizeieinsatzes (…)

Bundespolizeiinspektion Rostock, 19. November 2011, 19:35

(…) von der Aktion, die die Hansa-Rostock-Fans (…) beim Spiel gegen den FC St. Pauli abgezogen haben, kann man sich nur beschämend abwenden (…), denn das hat nichts mehr mit einer farbenfrohen Fankultur zu tun. Das ist ein Verbrechen und gehört aus unserer Sicht härter bestraft als jede angezündete Fackel oder Rangelei.

(…) Bei der (…) Partie zündeten die Hamburger Anhänger nach der Führung ihrer Mannschaft Feuerwerkskörper, was die Rostocker Fans erst mit Pfiffen bedachten und kurze Zeit später mit dem Abschuss von Leuchtraketen direkt in den Gästeblock beantworteten – ein lebensgefährliches No-Go.

Schlimmer noch: Die Aktion fand unter großem Applaus des fast gesamten Rostocker Publikums statt. Obwohl weit her geholt: Erinnerungen an Lichtenhagen vor 19 Jahren werden wach. Wir haben in der Vergangenheit sehr oft über Hansa Rostock und die Fanszene berichtet – meist positiv und unterstützend, aber diese Aktion ging aus unserer Sicht zu weit. Sorry, wir sagen wie es ist: Abscheulich und ekelhaft (…)

turus.net, 20. November 2011, 08:24

(…) So tief gesunken ist ein Teil der Fans, da ist man sprachlos … (…)

20min.ch, 20. November 2011, 12:24

(…) Hansa werde diese strafbaren Handlungen nicht tolerieren und alles unternehmen, die Verursacher persönlich zur Rechenschaft zu ziehen (…)

mz-web.de, 20. November 2011, 17:31

(…) Ratlos stand Bernd Hofmann nach der Partie in der Mixed-Zone. “Wir können nicht mehr tun”, verwies Hansas Klubchef auf die Sicherheitsvorkehrungen und hoffte, dass der DFB diese bei der Auswertung entsprechend bewertet. Eine erneute Strafe wird kommen, so viel ist sicher. Wenige Meter neben Hofmann stand St. Paulis Manager Helmut Schulte – gleichermaßen ratlos: “Ich will nicht generalisieren. Unter den Rostockern gibt es ebenso Leute guten Willens, wie es bei uns auch einige Unverbesserliche gibt.” (…)

neues-deutschland.de, 21. November 2011

Dresden: Erneute Attacke gegen Glücksgas-Stadion

Bereits schon in der Nacht zum 24. Juli 2011, unmittelbar vor dem Ost-Derby in der diessaisonalen 2. Bundesliga zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock, wurde das Stadion an der Dresdner Lennéstraße zum ersten Mal beschädigt. Wie Stadionmanager Hans-Jörg Otto darstellte, sind damals gegen 1.45 Uhr 10 bis 15 Männer aus den Gebüschen gegenüber des Stadioneinganges gekommen und haben den Schriftzug “glücksgas stadion” sowie die verglaste Außenfassade mit Teerbeuteln und Steinen beworfen. Dabei gingen mehr als ein Dutzend Fensterscheiben zu Bruch, der Schriftzug am Stadion wurde stark beschädigt und zudem sei weiterhin erheblicher Sachschaden entstanden. Die Polizei nahm die Personalien von acht Verdächtigen wegen des Verdachtes hinsichtlich Landfriedensbruchs auf.

(Faksimile: geocaching.com)

Der neue Schriftzug am Dresdner Stadion war erst wenige Tage zuvor, nach den Spielen der Fußball-WM der Frauen, an der Fassade angebracht worden. Die Dresdner Polizei ging bei dem damaligen Anschlag davon aus, dass sich die Attacke nicht gegen das Stadion selbst, sondern gegen den Schriftzug “glücksgas stadion” gerichtet habe. Die Heimspielstätte der Dresdner Dynamos hieß als solche bis 2010 Rudolf-Harbig-Stadion (Ostfussball.com berichtete mehrfach).

Wie die Polizeidirektion Dresden aktuell mitteilt, haben Unbekannte am Abend des 13. Oktober 2011 nunmehr das Dresdner Stadion erneut beschädigt. Festgestellt wurde “schwarze Farbe an dem Schriftzug und der Glasfassade”. Zudem seien bei dem zielgerichteten Bewerfen des Schriftzuges ein vor dem Stadion stehender Pkw Daihatsu und ein Pkw Audi mit Farbe beschädigt worden. Zur Höhe des Sachschadens gibt es derzeit noch keine Angaben.

[om]

Fundstück des Tages # 104 [1. FC Magdeburg, Ultras, Koranschüler des Viertligafußballs]

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges selbst postulieren, dabei ihrerseits sprechen oder eben auch einfach nur Geschichten zu erzählen scheinen, beispielsweise rund um die, bei ostfussball.com bereits erwähnten, rasenabseitigen Geschehnisse beim Punktspiel in der Regionalliga Nord am 30. Oktober zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Chemnitzer FC, beziehungsweise schon im Ausblick auf die am 24. November folgende Partie in dieser Liga zwischen Hallescher FC und 1. FC Magdeburg

(…) Eine historische Niederlage kassiert nicht jeder mit der Gelassenheit eines Barack Obama. In Magdeburg, der Stadt des einmaligen Europapokalsiegers und mehrfachen Derbyverlierers, feiert das Fanvolk einen 1-6-Untergang wie früher die Kapelle auf der “Titanic”: Die nach eigener Ansicht “Besten der Welt”, von Steuerzahler und Landesregierung schon vor Jahren unter Verwendung illegaler Finanzierungsmethoden mit einem friedensstiftenden Stadion beschenkt, zogen aus ihrer eigenen Kurve aus, die der Gästefans aus Sachsen zu stürmen.

Aber wie das so ist in einer Stadt, gelegen an der Straße der Gewalt und bevölkert von einem ungesunden Gemisch aus Verwaltungsbeamten und bäuerlichem Nachwuchs. Erst läuft es auf dem Platz nicht und dann klappt auch auf der Tribüne nichts mehr. Der gewalttätige Ausfall des blau-weißen Mob über die wegen des traditionell großen Zuschauerandrangs völlig unbesetzten Gegengerade bleibt in einer dünnen Ordnerkette hängen. Jetzt fehlen den gefürchteten blau-weißen Ultras, einer Art Koranschüler des Viertligafußballs, sichtlich Kraft und Mut, die Offensive weiter vorzutragen. Unten auf dem Rasen, wo eine holländische Weltauswahl für die seit Jahr und Tag sieglose Börde um den Aufstieg in die erste Bundesliga spielt, ist von Offensive ohnehin nicht mehr die Rede. Ohnmächtig sehen Legenden des Kleinstadtfußballs (…), wie sich ihre Erben von einer Chemnitzer Mannschaft vorführen lassen, die drei Tage zuvor noch eine Verlängerung im DFB-Pokal absolvieren musste (…)

Da lässt der härteste Hool die hohle Birne hängen, da vergisst der schärfste Schläger, dass eine Stadt wie Magdeburg (…) einen grottenschlechten Ruf zu verlieren hat. Ungeschlagen, aber vor aller Augen besiegt, zieht der Haufen Hirnloser wieder ab. “Das Torverhältnis könnte uns beim Aufstieg zum Verhängnis werden”, heißt es in einem FCM-Fanboard zerknirscht, ehe das wegen verbaler Prügeleien zwischen Vorstandsfans und Vorstandsfeinden für Tage geschlossen wird.

Gut, wenn man ganz unten steht, da geht der Blick automatisch nach oben. “Wir werden in den nächsten Spielen wie ein angeschlagener Riese wirken”, träumen die härtesten der harten Fans immer noch davon, Angst und Schrecken wenigstens in Havelse und Meuselwitz auszulösen (…) Später vor dem Stadion wird noch eine Straßenbahn voller Chemnitzer attackiert – das macht es dem Fußballverband diesmal richtig schwer, nichts bemerkt zu haben. Doch in Magdeburg weiß man: Keine Strafe wird je so hoch ausfallen wie die, die Halle für dasselbe Vergehen bekommen hätte.

In drei Wochen treffen die beiden Mannschaften aufeinander. Allerdings ist eine Anfrage bei der Nato, die bei der Absicherung des Spielortes Leipzig wegen eines gleichzeitig laufenden Kinderflohmarktes, eines Skatturnieres und der Volkszählung in China helfen muss, noch anhängig (…)

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[Quelle im vollständigen Original: “Bambule auf dem Bauernhof”, politplatschquatsch.com, 3. November 2010]

Union-Berlin-Hooligans attackieren BFC-Fans

Beim Hallenturnier des BFC Dynamo ist es am Nachmittag des 30. Januar zu hässlichen Szenen gewaltbereiter Hooligans gekommen. Zu Beginn  der Veranstaltung im Sportforum stürmten zirka 100 schwarz gekleidete und vermummte Hooligans den Eingangsbereich der Dynamo-Halle und schlugen  auf die Besucher des Hallenturniers ein.  Angeblich soll es sich bei den Angreifern nach ersten Ermittlungen der Polizei um Fans des 1. FC Union gehandelt haben. Der Angriff galt dem Erzrivalen in der Hauptstadt, dem BFC Dynamo. Bei dieser Aktion wurden leider auch Frauen und Kinder angegriffen. Bei den Übergriffen wurden mindestens zwei Personen verletzt, ein Magdeburger Fußballanhänger  musste mit Nasenbeinbruch behandelt werden. Union-Pressesprecher Christian Arbeit reagierte am späten Nachmittag mit einer Stellungnahme: “Noch liegen uns nicht alle Informationen vor. Aber so eine Aktion ist absolut sinnlos und nicht zu entschuldigen.”