Sachsenpokal 2010: Dissonanzen um das “Ballermann-Finale”
Mai 11, 2010 | In: Chemnitzer FC, FC Erzgebirge Aue, Fußballfans, Hooligans, Ost-Derbys, Sachsen - Fußball-Verband, Sachsen - Landespokal, Ultras, Videos
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Ganz so harmonisch wie in der gestern von DPA verbreiteten Meldung (“… einigte sich das Sächsische Innenministerium mit dem Verband und den beiden Klubs …”) erscheint die Verlegung des Finals um den sächsischen Landespokal zwischen dem Chemnitzer FC (CFC) und dem FC Erzgebirge Aue (FCE) vom ursprünglich 16. Mai auf nunmehr den 14. Mai (ostfussball.com berichtete) dann wohl doch nicht abgelaufen zu sein. Würde einigen Gerüchten zudem Glauben geschenkt, könnte sogar der jetzige Final-Termin wiederum in Frage gestellt werden.
Berichten zufolge sei der 14. Mai dem Sächsischen Fußball-Verband (SFV) durch das Innenministerium des Freistaates offenbar aufgedrückt worden und stoße außerdem bei den Finalisten auf Unverständnis.
“Beide Vereine sind damit überhaupt nicht einverstanden”, erklärte FCE-Vizepräsident Günther Großmann gegenüber der Dresdner Morgenpost. Beim CFC löste insbesondere die festgelegte frühe Anstoßzeit von 17 Uhr Kritik aus. Der FCE hatte laut Dresdner MoPo (“… nach Bekanntwerden, dass am Sonntag wegen Personalmangels bei der Polizei nicht gekickt werden kann …”) den 17. Mai als neuen Termin für das Finale um den Sachsenpokal vorgeschlagen. Ein Teil der Mannschaft befindet sich nach dem Aufstieg des FCE in die 2. Bundesliga (ostfussball.com berichtete) gerade für einige Tage auf Mallorca. “Demzufolge bleibt FCE-Trainer Rico Schmitt nur wenig Zeit, seine Schützlinge auf das Ballermann-Finale am Freitag vorzubereiten” (Dresdner MoPo, 11. Mai 2010).
“Der Verband sollte sich ernsthaft hinterfragen, ob er die Interessen seiner Vereine oder lieber die der Polizei vertritt.” (Günther Großmann)
Unterdessen werden auf verschiedenen Fan- und Ultra-Plattformen im Internet bereits die ersten Mobilisierungsaufrufe zum diesjährigen Sachsenpokal-Finale verbreitet. So ein landessportlicher Höhepunkt zum Saisonabschluss birgt natürlich durchaus auch die Möglichkeit, dass sich Fans, Kutten, Ultras, Hooligans – irgendwie Fußball-Anhänger aller Provenienz – angezogen fühlen, zumal bei den nicht gerade in Freundschaft verbundenen Gemeinden beider sächsischer Pokal-Finalisten.
Wie dem letztendlich auch sei, auf alle Fälle dokumentierte der SFV im Umgang mit dem Pokal-Wettbewerb nicht erst in dieser Saison wiederholt seinen offenbar kaum ausgeprägten Respekt gegenüber dem eigenen Landespokal (ostfussball.com, Fundstück des Tages). [om]
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