Red Bull: Sponsor für Hamburger Hooliganfilm
Januar 24, 2011 | In: 1. FC Lok Leipzig, FC Sachsen Leipzig, Fußballfans, Hooligans, Oberliga NOFV-Süd, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Ultras
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Der österreichische Konzern Red Bull will so schnell wie möglich mit seiner künstlichen Marketingtruppe (Abteilung Fußball) in die 1. Bundesliga und später gar in die europäische “Champagner-Liga”. Dabei möchte man unbedingt als Saubermann des so genannten neuen “Modernen Fußball” in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Unter keinen Umständen mag man jedoch mit sogenannten Hooligans oder Ultras in Verbindung gebracht werden.
Auch die eigenen Fans von RasenBallsport Leipzig rufen deshalb in regelmäßigen Abständen gegen die angeblich immer weiter zunehmende Gewalt in deutschen Stadien und deren Umfeld auf. Gern wird dieses Totschlagargument als Rechtfertigung für das Engagement in Leipzig genannt, um im gleichen Atemzug den Traditionsvereinen von Lok und Chemie (FC Sachsen) ein Gewaltproblem anzudichten. “Fußballstadt Leipzig : Gemeinsam für Leipzig – gemeinsam gegen Gewalt”, heißt beispielsweise die Parole des Leipziger Bulls-Club (offizieller Fanclub) oder auch “Nein zur gewalttätigen Ultra-Szene”, so die Klischee-Losung der Nachwuchs-Supportergruppe (Ultras) L.E.Bulls.
Doch nun zeigt sich scheinbar Red Bull urplötzlich von einer ganz anderen Seite. So berichtet der Blog von Ultrafans.de in seinem Preview zum neuen Film “Gegengerade” über die Unterstützung eines Hool-Streifens im Kino. Der Film zeigt neben dem ganz alltäglichen Wahnsinn auch jede Menge blutige Schlägerein, brutale Straßenkämpfe und abstoßende Sexszenen – und das taurinhaltige Getränk ist seltsamerweise Sponsor des Ganzen.
Foto: gegengerade-derfilm.de
“Selbst der unbeliebte Konzern Red Bull engagiert sich öffentlich für die Ausstrahlung dieses Hooligan- und Ultrasepos (direkt neben Hooligan-Streetware und Mob-Action) mit gezeigter Gewalt und Brutalität in unseren deutschen Stadien. Ein umstrittenes Getränk, welches gerade bei vielen traditionellen Fußballfans seit dem Einstieg in Leipzig deutschlandweit boykottiert wird! Das sollte so manchem Ultra oder Hool sehr bitter aufschlagen … ” [Ultrafans]
Auf der Sponsorenseite findet man das Dankeschön der Woche inclusive dem Red Bull Logo:
Vielen Dank für die Unterstützung und das Vertrauen unserer Partner, Sponsoren und Freunde! Ohne Euch würde es diesen Film nicht geben! [Sponsoren des Films]
In dem Film geht es übrigens um die Fanszene des FC St. Pauli, dem braun-weißen Hamburger Kiez-Kultclub von der Reeperbahn. Eine Szene, welche sehr stark von den Ultras St. Pauli geprägt wird und sich deutlich von Kommerz im Fußball, wie es der Getränkekonzern aus dem benachbarten Alpenland momentan mit RasenBallsport Leipzig praktiziert, distanziert!
Der Film startet am 31. März in den deutschen Kinos.
[ab]
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30 Antworten to Red Bull: Sponsor für Hamburger Hooliganfilm
Peter
Januar 24th, 2011 at 16:49
Selten so eine hirnrissige Argumentation gelesen. Der Film ist kein “Hool-Streifen”, geschweige denn ein Plädyoer für Gewalt, sondern eine fiktive Geschichte anlässlich des 100jährigen Jubiläums des FC St. Pauli (mit offzieller Unterstützung des Vereins, der Bundesliga und eben Sponsoren). Ich bin kein Freund von Großkonzernen und Clubmäzenen, aber wo da ein Widerspruch sein soll zum Engagement von für Red Bull gegen Gewalt, ist mir nicht ersichtlich.
blubb
Januar 24th, 2011 at 16:51
oh … wie böse: red bull betreibt auch filmförderung …
tolle sache!
Johannes
Januar 24th, 2011 at 17:18
Haha zusammen mit Hooligan Streetware und Mobaction
admin
Januar 24th, 2011 at 17:23
Dann schaue dir bitte den Trailer dieser Gewaltorgie, gemischt mit Hardcore-Sex, an und schreibe dann nochmals deine Eindrücke nieder -> http://www.youtube.com/watch?v=-2vFVok-xkM
Der Gute
Januar 24th, 2011 at 17:39
Trailer sieht schon ordentlich trashig aus. Die T*** von der g*** blonden Mutti im Auto sind aber unecht. Ich finds Klasse, dass solche Gewaltfilme jetzt von der Bundesliga und Red Bull gesponsert werden.
[om]
Januar 24th, 2011 at 17:45
(…) Harte Schnitte, ein Techno-Remix von “Hells Bells”, grobpixelige Bilder von Schlägereien in Stadien: Schnell wird klar, dass “Gegengerade” versucht auf der Welle der Gewaltfilme zu reiten (…)
(…) Die Darstellung der Fans insbesondere ist aber fragwürdig: Die drei Hauptfiguren sollen zwar wohl optisch an Ultras oder zumindest “erlebnisorientierte Fans” angelehnt sein, treten aber nur in ihrer kleinen Dreiergruppe auf. Einen Fanclub, dem sie angehören, gibt es nicht. Man wird also nicht etwa mit dem Innenleben einer Fangruppe als Fangruppe, sondern mit drei Charakteren konfrontiert, die am Spieltag zwar im Millerntor-Stadion stehen, aber sonst wenig Bezug zur Fanszene zu haben scheinen (…)
Zwischendurch gibt es immer mal wieder Einblendungen von Choreographien im Stadion, von Aufklebern in der Stadt – halt das, was man optisch am Ehesten mit Ultras verbindet. Auch Probleme wie Gentrifizierung oder Polizeigewalt gegen Fußballfans werden im Film dargestellt, als kleine Häppchen zwischendurch. Umso fragwürdiger erscheint die immer wieder geäußerte Kritik am Staat und Kommerzialisierung im Film, wenn man die große Dankesliste an verschiedene Sponsoren im Abspann des Films liest: Neben Nike und anderen Ausstattern, wird auch “Red Bull” gedankt, was für Fußball-Fans schon fast unfreiwillig komisch wirken muss (…)
(…) Das Publikum von “Hooligans” oder “The Football Factory” wird in der Tat Spaß an “Gegengerade” haben (…)
[blog.uebersteiger.de, 21. Januar 2011]
Elwira Gabelspiess
Januar 24th, 2011 at 18:46
Wenn Red Bull diesen Hooliganfilm sponsert, werden wir diesen Film im Kino nicht schauen gehen, sondern gleich herunterladen. Sozusagen wieder ein Boykott!
Mein Tip: Kino.to oder Onlinekino.tv
admin
Januar 24th, 2011 at 19:00
Erstaunlich – neben Red Bull treten so namhafte Sponsoren wie beispielsweise Canon, Panasonic, Nike, Nintendo, Kappa, Airberlin, Drogerie Müller sowie Europcar als Förderer des gewalttätigen Hooliganfilms in Erscheinung.
Fuschel
Januar 24th, 2011 at 20:06
Hetze und Ketzerei!
Der Film ist völlig harmlos und keineswegs zeigt er Gewalt.
Alles ist erstunken und erlogen!
Jay
Januar 24th, 2011 at 20:31
Ich vermute mal, die waren lediglich “Ausrüster” der Filmcrew, damit die Schauspieler auch so richtig schön fertig übermüdet aussehen in ihren Prügelszenen …
Oder ab 31. März stehen in unseren Multiplexen leicht begleitete RB-Girlies und drücken jedem Besucher des Films vorm Kino-Eingang eine Dose in die Hand … Eine neue Charme-Offensive des Konzerns? Aber in welche Richtung?
(bäääh, abhaun!)
KLOist
Januar 24th, 2011 at 21:57
“… um im gleichen Atemzug den Traditionsvereinen von Lok und Chemie (FC Sachsen) ein Gewaltproblem anzudichten …”
Ha! Ha! Ha!
Genau! Was sagte der damalige US-Präsi Lyndon B. Johnson zum Vietnam-Krieg “Crisis! What Crisis?!?”
Gerd
Januar 25th, 2011 at 07:33
Der nächste Schlag in die Fresse wird ihnen präsentiert von Red Bull. Damit verleihen sie ihrem Gegner einen ordentlichen Abflug auf die Bordsteinkante.
Ur-Leipziger
Januar 25th, 2011 at 08:15
Niedlich … wie sich die “Foristen aus Fuschel” hier herausreden …
Was gemeint ist, dass man sowas Doppelmoral nennt … Den L.E.-Vorstadtkiddies wird eingeredet “Keine Gewalt, seid ja ein liebes Eventpublikum auf den Rängen” Aber andererseits sponsort man hippe Szenefilme, um ja nicht den Anschluss an der Marketingfront zu verlieren …
Na jedenfalls als Rasenballzuschauer (ihr seid nunmal keine Fußballfans) würde ich mich mal wieder ganz schön verarscht vorkommen …
[ab]
Januar 25th, 2011 at 09:35
Ein weiterer Preview zum Film “Gegengerade – keiner siegt am Millerntor” -
(…) Absolut absurd erscheinen jedoch die kritischen Seitenhiebe gegen den immer weiter voran schreitenden Kommerz im deutschen Fußball, wenn man dann auch noch erfährt, dass zum Beispiel Sponsoren wie Red Bull diesen Film unterstützt haben. Moviesforum.de (…)
Hamburger
Januar 25th, 2011 at 09:41
Lieben Gruß von der Waterkant! … http://www.youtube.com/watch?v=Rk1KILRmqpA
MikeRohsoft
Januar 26th, 2011 at 09:24
Wird hier etwa behauptet, dass sämtliche Unternehmen, die hier als Partner genannt werden und auch der Saarländische Rundfunk, der NDR und Schauspieler wie Mario Adorf, einen gewaltverherrlichenden “Pro Hooligan-Streifen” unterstützen?
admin
Januar 26th, 2011 at 09:37
Zumindest werden sie alle als Sponsor (Unterstützer) für diesen blutigen Hooliganfilm auf der Homepage und auch im Abspann des gewalttätigen Streifens genannt.
Ur-Leipziger
Januar 26th, 2011 at 09:41
@Mike R …
Nein, die können unterstützen wen sie wollen …
Nur die verdammte Doppelmoral von Red Bull regt hier viele auf …
Auf der einen Seite möchte man eventgeiles, aber ruhiges, Publikum, damit ja kein Negativimage von Rasenball auf die Marke fällt, aber andererseits möchte man doch am Puls der Zeit sein und fördert denn solche Filme, vielleicht auch um eine Assoziation mit dem Kiezclub und dem Getränk herzustellen …
Na, jedenfalls ist das eine widerliche Doppelmoral …
admin
Januar 26th, 2011 at 09:56
Genau aus dem Grund dieser Doppelmoral wurde auch die Überschrift “Red Bull: Sponsor für einen Hamburger Hooliganfilm” gewählt.
Natürlich dürfen ARD-Anstalten selber solche Filme produzieren oder auch unterstützen, daran ist rein gar nichts auszusetzen oder verwerflich.
MikeRohsoft
Januar 26th, 2011 at 13:13
Nein, die Überschrift wurde mal wieder so gewählt, damit Red Bull auftaucht.
Da ich davon ausgehe, dass alle Partner, Unterstützer, Schauspieler usw. Gewalt und Hooligans ablehnen, würde die “Doppelmoral” auf alle zutreffen, die mit diesem Film zu tun haben.
[ab]
Januar 26th, 2011 at 13:42
Falsch, denn auf der Sponsorenseite befinden sich auch unter anderem die Ausstatter der beiden Hooligan-Labels wie “Hooligan Streetware” oder “Mobaction”. Letzteres wird auch gerne in links-autonomen Kreisen getragen. Sieht natürlich nett aus gleich neben dem Logo von Red Bull, jenem Konzern, welcher am lautesten gegen die bösen Hools schreit.
Und die Schauspieler können jede Rolle (Skinhead, Autonomer, Nazi, Ultra oder Hooligan) spielen, nichts sagt dabei über Lebenseinstellung oder Moral in ihrem Real Life aus – es ist ihr Job.
Ich möchte noch erwähnen, dass der Film im St.Pauli-Forum durchweg als mies bezeichnet wird, da mit diesem Werk leider nur Klischees nach außen getragen werden. Niemand dort kann sich mit der Story und den Personen im Film identifizieren. Hamburger Fans werden damit zu Unrecht als böse Schläger verallgemeinert.
MikeRohsoft
Januar 26th, 2011 at 14:37
1. Ich glaube kaum, dass einer der Sponsoren, auch nicht die beiden genannte Labels, öffentlich Gewalt für gut heißen.
2. Es handelt sich hierbei um eine fiktive Geschichte, hätte also auch um Hansa Rostock oder Energie Cottbus gehen können (dann hätte das mit den gewaltbereiten Hooligans wenigstens gepasst).
3. Selbstverständlich können Schauspieler auch Nazis oder Hooligans spielen, aber nicht, wenn der Film damit zum Ausdruck bringt, dass Nazis und schlagende Hooligans nette Jungs sind.
4. Ich kenne den Film nicht, vielleicht will uns der Film aber auch sagen “Gewalt – Nein Danke”.
5. Ihr seid alle frei von Doppelmoral und Naturschützer
admin
Januar 26th, 2011 at 15:00
Schau dich ruhig mal etwas bei Mob-Action um, dort findest du T-Shirts mit Aufdrucken von Molotowcocktails, Gewalt gegen die Polizei und sonstige Artikel aus der linksextremen Mobecke. Ähnliches gibt es natürlich auch bei Hooligan-Streetware, dort findet man zum Beispiel die beliebten Aufdrucke ACAB oder 1312, was bekanntlich für All Cops are Bastards (Alle Bullen sind Bastarde) steht. Wobei der Ausdruck “Bullen” ausnahmsweise nicht für eine Limonade steht. Da ist man doch mit dem Logo aus Fuschl in netter Gesellschaft …
Nur mal so am Rande: Wir würden schon vorher schauen, mit welchen Links wir uns auf solchen Webseiten feiern lassen
Leipzscher
Januar 26th, 2011 at 15:56
Ich kann nicht nachvollziehen, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll … und trotzdem sehe ich auch ohne Brille ohne Probleme sehr gut!
Das sind hier nur wieder Mutmaßungen und Hetzerei …
[ab]
Januar 27th, 2011 at 08:02
Ich kann dich trösten, dieses Problem haben fast alle Leipziger Lemminge. Macht aber nichts, denn dafür sind wir ja schließlich da.
Ur-Leipziger
Januar 27th, 2011 at 10:12
@Mike R. -
Du verstehst es nicht, den Sinn von Produkt Placement!!!
Diese Unternehmen möchten nicht mit Gewalt in Verbindung gebracht werden, sondern diese urtypische Arnarchobild von Pauli soll mit auf die Produkte abfärben.
Und deshalb Doppelmoral, denn im Zentralstadion will man aber diese Anarchoeinstellung nicht, denn macht Red Bull gleich vom Hausrecht Gebrauch …
Na jedenfalls würde ich mir als Rasenball-Lemming mal wieder verarscht vorkommen …
Ur-Leipziger
Januar 27th, 2011 at 10:14
Würde ich immer vorsichtig sein mit solchen Aussagen …
Stichwort Verleumdung …
Leipzscher
Januar 27th, 2011 at 11:13
Zum Glück haben wir “Lemminge” euch und zum Glück habt ihr den Durchblick noch nicht verloren oder wie auch immer …
Red Hool
Februar 16th, 2011 at 18:13
Die Red Bull Hooligans im Zerstörungsrausch
Eigentlich sollte die Premieren-Feier des Kiez-Films “Gegengerade” über den legendären Fußball-Club FC St. Pauli eine schöne Sache werden. Die Party fand am Dienstagabend im gediegenenen Grand-Hotel Esplanade am Lützowufer statt. Doch die Situation eskalierte. In schlimmster Hooligan-Manier steigerten sich etwa 50 geladene Gäste (dem Anschein nach Anhänger der linken Szene) geradezu in einen Zerstörungs-Rausch. Sie beschmierten Wände, zerstörten Toiletten und weitere Einrichtungsgegenstände, zündeten Feuerwerkskörper an, warfen Flaschen und beschmierten die Wände des Hotels mit “Liebig 14″-Sprüchen. Der Demolier-Exzess dauerte ungefähr zwei Stunden. Erst als die Polizei eintraf, beruhigte sich die Lage. Mehrere Personen wurden festgenommen. Die Beamten nahmen die Ermittlungen wegen diverser Sachbeschädigungen auf.
admin
April 14th, 2011 at 19:50
Red Bull wurde nun zumindest von der Unterstützer-Liste des Films gestrichen -> http://www.gegengerade-derfilm.de/?page_id=17