RasenBallsport Leipzig: Das sächsische Hoffenheim
Januar 6, 2011 | In: 1. Bundesliga, Fußballfans, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Spieler-Infos, Trainer-Infos, Ultras
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Und plötzlich war es vorbei mit der alten “Liebe” zwischen dem erfolgreichen Trainer Ralf Rangnick und seinem milliardenschweren Mäzen Dietmar Hopp. Denn die hochgelobte TSG Hoffenheim, das Vorzeigemodell des modernen Fußball in Deutschland, zeigte auf einmal sein wahres Gesicht – oder besser gesagt, seine hässliche Fratze. Und wenn es ums Geld geht, dann gehört der badische Dorf- und Bauernverein samt seinen obskuren Storys und steinerweichenden Anekdoten nun endgültig ins Reich der Fabeln.
Einen ganzen Film “Das Leben ist kein Heimspiel” hat man dem Wunder von Hoffenheim, übrigens seit heute in den deutschen Kinos, gewidmet. Kritiker sprechen bei dieser Dokumentation gar von einem “Horrorfilm” und beziehen sich dabei auf die schrecklichen Visionen für die Zukunft unseres geliebten Fußballs, welche in England längst zur grausamen Realität geworden sind.
Doch es geht aktuell um den Verkauf des Spielers Luiz Gustavo für geschätzte 17 bis 20 Millionen Euro zum FC Bayern München. Laut Regeln ist in den Statuten der DFL verankert, dass ein deutscher Verein stets die Mehrheit seiner Anteile behalten muss. Also mindestens 51 Prozent. Ziel dieser Regelung: Kein Geldgeber soll mit einem Verein machen können was er will. Und er soll nicht im Tagesgeschäft mitwirken können, zumal die Mehrheit der Vereine gar keine Vereine mehr sind, sondern Kapitalgesellschaften.
Hat Herr Hopp nun gegen diese Regel verstoßen? Wie sieht es eigentlich überhaupt mit der Einhaltung dieser Regelung zum Beispiel beim neuen Marketingprojekt RasenBallsport Leipzig in Ostdeutschland oder auch bei den beiden Bundesligisten aus Leverkusen und Wolfsburg aus? Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will nun am Beispiel Hoffenheim klären, ob bei dem Transfer des Brasilianers gegen die “50+1″-Regel verstoßen worden ist. Hopp soll an dem Winter-Verkauf des Brasilianers, der auch zur Trennung von Trainer Ralf Rangnick führte, aktiv mitgewirkt haben. Dies könnte einen Verstoß gegen die Statuten des Profi-Fußballs bedeuten, die eine Einmischung von Investoren in die Tagesgeschäfte der Klubs untersagen.

Faksimile: bild.de
Kaum ist nun Trainer Rangnick in Hoffenheim zurückgetreten, da wird der Name auch sofort mit RasenBallsport Leipzig in Verbindung gebracht. Dem Trainer Oral fehlt es dringend am Erfolg und sollte der Aufstieg diese Saison verspielt werden, dann werden auch die letzten Glocken für ihn am Ende der Spielzeit geläutet haben – oder schon eher? Denn schon jetzt sieht es alles andere als nach einem Aufstieg in die 3. Liga aus. Schon mit 12 Punkten Rückstand auf den Chemnitzer FC schaut man aber auch der U23 aus Wolfsburg und dem VfB Lübeck in der Tabelle der Regionalliga Nord nur enttäuscht hinterher.
Doch Ralf Rangnick wird sicherlich so schlau sein und seine Qualitäten nicht wieder für einen neuen milliardenschweren Mäzen, diesmal mit dem Namen Mateschitz (Red Bull), verschwenden. Wer tauscht schon gerne ein Übel gegen ein noch schlimmeres? Und so werden die Gerüchte über einen Wechsel in die sächsische Metropole auch schnell wieder verstummen.
Aber auch neben der Trainerfrage gibt es jede Menge Parallelen zwischen beiden Vereinen. Denn die Frage nach der Einhaltung der 50+1-Regelung bleibt auch weiterhin bestehen. Die Fäden im Hintergrund werden in Hoffenheim – wie auch in Leipzig – nur durch ihre Mäzene gezogen. Während zumindest in Hoffenheim die Mitglieder keine Entscheidungsgewalt besitzen, wurde in Leipzig gleich gänzlich auf die Aufnahme von neuen Mitgliedern in den “Verein” verzichtet. Hier hat lediglich eine handvoll Firmenmitarbeiter aus Fuschl am See das alleinige Sagen. Die jetzige Überprüfung durch die DFL kann man daher unter diesen Punkten nur mehr als “scheinheilig” bezeichnen. “Von der DFL ist doch in dieser Richtung nichts zu erwarten, die stecken doch alle unter einer Decke!”, so ein Leipziger Fan.
[ab]
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8 Antworten to RasenBallsport Leipzig: Das sächsische Hoffenheim
Johannes
Januar 6th, 2011 at 17:40
Die armen Leute in Hoffenheim! Wenn man im Hoffe Forum schaut, jetzt möchten sie Hopp dafür am liebsten lynchen oder gleich an die Wand stellen. Autsch diese Opfer
obergerd
Januar 6th, 2011 at 18:23
es gibt durchaus fans aus dem kraichgau, welche verständnis für solche transfers haben.
admin
Januar 6th, 2011 at 19:51
Erste Auflösungserscheinungen?
http://www.1899aktuell.de/news/1633-meinung-der-fans-zum-streik-von-demba-ba
So negativ sehe ich das Ganze ja diesmal noch nicht mal…
Auf der anderen Seite kann man deutlich sehen, wie schnell es mit solchen künstlichen Projekten den Bach runter gehen kann, wenn der Mäzen nicht mehr will…
Fan
Januar 6th, 2011 at 22:16
Es wäre schade um Hoffenheim, hat dieser Club doch frischen Fußball in die verstaubte Bundesliga gebracht.
Gerald
Januar 7th, 2011 at 07:44
Hoppenheim ist die Fußballhure in der 1.Bundesliga. Die meisten Fans weinen nicht eine Träne nach, wenn der Verein endlich wieder in der Versenkung verschwindet. Retortenball Leipzig setzt dem ganzen noch die Krone der Unerträglichkeit auf. Zwei Vereine die die Welt nicht braucht!
Jay
Januar 7th, 2011 at 08:42
Es zeigt sich aber auch der Unterschied zum Konzern-Werbe-Team. Während Hopp “Geldverdienen” will und dabei den sportlichen Erfolg hinten dran stellt, muss die Retorte aus LE stetig Geld zuschießen, damit die Marketing-Ziele des Dosen-Verkäufers aus Fuschel aufgehen. D.h. entweder dauerhaft Ch.-League oder Ende des grausigen Kommerz-Projektes… Ich hoffe letzteres sobald wie möglich!
FRITZass
Januar 7th, 2011 at 11:47
“damit die Marketing-Ziele des Dosen-Verkäufers aus Fuschel aufgehen.”
Und genau deshalb gilt:
1) Kauft keine Drinks von Hr. Mateschitz!
2) Freunden erzählen und sie ebenfalls dazu auffordern!
LeipzigerJung
Januar 7th, 2011 at 11:59
KommerzBall Leipzig sowas wie die sächsische TSG? Selbst Hoffenheim sieht gegen dieses Konstrukt noch traditionell aus. Ich kann Jay nur zustimmen … hoffentlich verlieren Dosen-Matti und seine Bande bald die Lust am scheiternden Projekt.