Ostfussball: Der Blick auf den Spieltag # 3
September 5, 2010 | In: 1. FC Lok Leipzig, 1. FC Magdeburg, BFC Dynamo, Chemnitzer FC, FC Carl Zeiss Jena, FC Rot-Weiß Erfurt, FSV Budissa Bautzen, FSV Wacker 03 Gotha, Fußballfans, Hallescher FC, Oberliga NOFV-Nord, Oberliga NOFV-Süd, RB Leipzig, Regionalliga Nord, SC Borea Dresden, SC Leinefelde 1912, Spieltage - Berichte, SV Altlüdersdorf, Thüringen - Landespokal, Ultras, VfB 09 Pößneck, VFC Plauen, Videos, ZFC Meuselwitz
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Da in der 2. Bundesliga und der 3. Liga wegen des EM-Qualifikationsspiels unserer deutschen Nationalmannschaft in Belgien (0:1 durch Klose) an diesem Wochenende keine Spiele stattgefunden hatten, beschränken sich unsere Spieltage – Berichte in dieser Woche auf die Regionalliga Nord sowie die NOFV-Oberliga Nord und NOFV-Oberliga Süd.
Bereits am Freitag konnte RB Leipzig bei Holstein Kiel mit 1:2 gewinnen. Vor 5.235 Zuschauern, darunter auch zirka 50 Anhänger aus der Messestadt, konnte Timo Rost eine Minute vor Ende der Partie den Siegtreffer erzielen. Ein Fan aus Leipzig wurde gar mit einer DDR-Fahne im Stadion gesichtet. Nach dem Spiel kam es zu einem Eklat zwischen den Trainern der beiden Vereine, nachdem die unbeliebten Rasenballer über 90 Minuten lang wüsten Beschimpfungen ausgesetzt waren. Der Retortenverein des österreichischen Getränkeherstellers unter der Führung von Dietrich Mateschitz genießt mittlerweile den Ruf als “unbeliebtester Verein” Deutschlands. Das Image der Marke “Red Bull” hat seit dem Einstieg beim SSV Markranstädt deutlich an Ansehen verloren und wird gerade von vielen jungen Fußballfans boykottiert.
Auch der VFC Plauen konnte sein Auswärtsspiel am Freitag Abend mit 0:1 bei der zweiten Vertretung von Eintracht Braunschweig gewinnen. Das 1:0 von René Schulze in Braunschweig war das 300. Tor vom VFC Plauen in der Regionalliga-Geschichte. Insgesamt waren 1.000 Zuschauer unter Flutlicht live dabei. [Statistik des Spiels]
Vor 3.671 Besuchern an der “Fischerwiese” konnte der Chemnitzer FC auch weiterhin seiner Favoritenrolle gerecht werden. Leider reichte es aufgrund der vielen ungenützten Chancen nicht zur Tabellenführung, welche man nun dem ostdeutschen Konkurrenten 1. FC Magdeburg überlassen musste. Etwa 35 Fans aus Meuselwitz wohnten der Begegnung in Chemnitz bei. [Bilder vom Spiel] [Sport im Osten]
Spitzenreiter der Regionalliga Nord ist nun seit dem 4. Spieltag der 1. FC Magdeburg. Mit einem knappen 1:0-Erfolg gegen den FC Oberneuland setzte der 1. FC Magdeburg am Samstagnachmittag vor heimischer Kulisse seine Serie ungeschlagener Pflichtspiele fort. Beim Spiel waren 5.600 Zuschauer. [Pressekonferenz nach dem Spiel]
Der Hallesche FC musste sich zu Hause mit einem 2:2 Unentschieden gegen den VfB Lübeck am Ende zufrieden geben. Nur 1.400 Zuschauer, darunter auch 60 Gästefans, wollten dieses Spiel im “Stadion am Bildungszentrum” in Halle sehen. Die niedrige Besucherzahl ist auf den aktuellen Fan-Boykott zurück zu führen (Fundstück des Tages # 73 [Hallescher FC, Knastgefühl im Vorstadt-Exil]). Viele Hallenser Anhänger verfolgten dieses Spiel lieber zusammen am Fanhaus.
In der NOFV-Oberliga Süd kam es zu einem Spielausfall. Mehrere Wildschweine hatten nämlich im Stadion Jägerpark für die Absage der Begegnung SC Borea Dresden gegen den 1. FC Lok Leipzig in der Fußball-Oberliga Nordost gesorgt. Die Schwarzkittel waren in der Nacht zum Freitag ins Stadion eingedrungen, suhlten sich stundenlang gemütlich auf der Spielfläche und richteten dort schwere Schäden an (ostfussball.com berichtete). Dafür konnte sich der Spitzenreiter aus Bautzen auch am 4. Spieltag in Gotha mit 0:1 durchsetzen und steht nun mit 10 Punkten ganz oben in der Tabelle.
Gestern gab es noch das Spiel in der NOFV-Oberliga Nord des SV Altlüdersdorf gegen den BFC Dynamo, welches mit 4:0 für den Außenseiter endete. Vor einer Rekordkulisse von 1200 Zuschauern (überwiegend weinrot-weiss) musste Dynamo Berlin seiner dritte Niederlage im vierten Spiel hinnehmen. “Unglaublich, wir dürfen gegen Dynamo spielen und gewinnen auch noch. Dieser Erfolg wird in die Vereinsgeschichte eingehen.“ Hans Oertwig war nach dem Spiel stolz auf seine Kicker, die den BFC vor der Rekordkulisse von rund 1200 Zuschauern mit einer 0:4-Niederlage nach Hause geschickt haben. Für alle, die nicht wissen wo Altlüdersdorf eigentlich liegt, das Örtchen liegt nördlich von Berlin zwischen Oranienburg und Neustrelitz. [Homepage des Vereins]
Thüringen Pokal: Rot-Weiß Erfurt hat sich im Thüringenpokal beim VfB Pößneck für das Halbfinal-Aus aus der letzten Saison revanchiert. Am Sonnabend hielt sich RWE mit einem 6:0 (4:0) schadlos. Auch der Erfurter Drittliga-Konkurrent Carl Zeiss Jena hat problemlos die zweite Runde im Thüringenpokal übersprungen. Bei Sechstligist Leinefelde gewann Jena am Sonnabend 3:0 (2:0).
[ab]
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22 Antworten to Ostfussball: Der Blick auf den Spieltag # 3
RB- und LOK-Fan
September 5th, 2010 at 13:42
Jan Sandmann sollte man in die Benimm-Schule einweisen!
Welcher Umfrage entnehmt Ihr, dass RB Leipzig der “unbeliebteste Verein Deutschlands” ist?
Warum nennt Ihr eure Internetseite Ostfussball, wenn ihr nicht über alle “Ost-Vereine” in gleicher Weise berichten könnt.
“Ex-Stasi-Club-Seite” passt besser zu Euch!
RB- und LOK-Fan
September 5th, 2010 at 13:44
So wird der Osten wahrgenommen:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5967469,00.html
Ihr tut wirklich ALLES, dass das so bleibt. Das ist wirklich traurig!
[ab]
September 5th, 2010 at 14:30
Ich verstehe deine Frage nicht ganz:
Unser Spieltagsbericht beinhaltet alle Ostvereine der Regionalliga Nord. Was und wo ist dein Problem? Der Eklat mit den sportlichen Verantwortlichen beim Spiel von RB Leipzig wird natürlich von uns genauer beleuchtet.
Jay
September 5th, 2010 at 15:25
Zitat RB-und-LOK-Fan:
“Warum nennt Ihr eure Internetseite Ostfussball, wenn ihr nicht über alle ‘Ost-Vereine’ in gleicher Weise berichten könnt.”
m.M.n:
Ganz einfache Antwort: Weil RBL kein Ostverein ist und werden wird!
Da könnt ihr mit den Füßen stampfen und die Tastatur zum glühen bringen, RB Leipzig ist und bleibt eine mit Millionen gepimte Marketing-Filiale des österreichischen Limo-Produzenten.
admin
September 5th, 2010 at 17:07
Solch ein “Eklat” unter Trainern kommt natürlich nicht von ungefähr. Eine Abneigung gegen solche künstlichen Projekte ist nicht nur auf Ostfussball.com, sondern deutschlandweit zu verspüren. Die Fanforen sind voll mit Einträgen gegen den Retortenverein RB Leipzig, eine Umfrage dazu wäre klar aussagend und vernichtend in ihrem Urteil.
Wenn jetzt schon Sportfunktionäre oder Trainer ausrasten, sollte das aber schon zu denken geben. Was kommt als nächstes?!
Und ich möchte zu “Jay”‘s Aussage ergänzen: Dieser Leipziger Verein präsentiert weder den Ostfussball, noch irgendwelche Werte, welche dafür stehen!
Jay
September 5th, 2010 at 17:13
@admin –
Oh Gott,
… jetzt kommt gleich die RB-Anhänger-Retour: “Was sind denn die Werte des Ostens?”
Aber keine Angst, mir und anderen fällt bestimmt eine ganze Liste ein …
RBLer
September 5th, 2010 at 18:10
Immer wieder interessant zu lesen, dass die Ostfußballer sogar bei einem gewonnenen Auswärtsspiel negative Stimmung verbreiten können. Der Ostfußball interessiert uns nicht die Bohne. Wir wollen nur schnell in die Bundesliga. Die anderen Ostvereine können gerne weiter abkacken und weiter Pleite gehen. Da wird die Suche nach guten Nachwuchsspielern für uns noch billiger.
[om]
September 5th, 2010 at 18:21
@RBLer – Ironie? Sarkasmus? Oder …?
siehste ma!
September 5th, 2010 at 19:08
admin: “… eine Umfrage dazu wäre klar aussagend und vernichtend in ihrem Urteil.”
Stimmt! Wie die LVZ-Umfrage: ‘Über 70 Prozent begrüßen das Engagement von Red Bull in LE …’
Nee, is schon klar Junge!
Pro Osten! Pro Leipzig! Pro RBL!
[*** Der Rest dieses Kommentars ging durch ostfussball.com den Edit-Weg für Fäkaliensprache.]
Elbbiberchen
September 5th, 2010 at 21:29
@siehste ma! – Welche Umfrage der LVZ wäre denn DIE, auf die Du Dich aktuell beziehst? Bestimmt hast Du für dahingehend interessierte Leserinnen und Leser signifikante Eckdaten besagter Erhebung parat …
Jay
September 5th, 2010 at 21:33
@siehste ma! – Zitat: ‘Über 70 Prozent begrüßen das Engagement von Red Bull in LE …’
Wäre ja mal schön zu wissen, wie die Fragestellung damals war und wer befragt wurde.
Fragt man einen 15jährigen Handballer, welcher sich nicht für Fußball interessiert und den 70jährigen Opernbesucher, ob ein Sponsor in LE gut für den Fußball wäre, kann ich mir die 70 Prozent gut erklären.
Fragt man aber Fußball-Fans, wie sie es finden, wenn ein österreichischer Limo-Produzent einen Club gründet, welcher zu 100 Prozent von Österreichern geführt wird und dieser sich der Jugendmannschaften der Region bedient, sieht wohl die Zustimmung anders aus.
Rudi
September 6th, 2010 at 07:09
So eine Umfrage wäre ein absoluter Schwanzvergleich und die Antworten wären immer die gleichen. Bullshit und Hoppelheim ständen ganz oben auf der Liste.
admin
September 6th, 2010 at 07:49
Im Forum der LVZ lag die Zustimmung bei schlichten 10 Prozent, so ein Moderator: http://forum.lvz-online.de/leipziger-sport/2655-red-bull-leipzig-5.html
DYNAMO
September 6th, 2010 at 10:25
Herzlichen Glückwunsch zum Sieg, rufe ich frohes Mutes gen RB Leipzig.
Natürlich begrüße auch ich das Engagement von RedBull bei unseren Leipziger Freunden. Ich freue mich, schon bald wieder einen Gegner auf Augenhöhe im Harbig-Stadion aus Leipzig begrüßen zu können.
RB wird hervorragende Strukturen in Leipzig schaffen und davon werden alle ambitionierten Vereine in Leipzig, Sachsen, Mitteldeutschland profitieren.
Daumen hoch!
Haha
September 6th, 2010 at 10:41
Der Witz war gut
Karlheinz
September 6th, 2010 at 17:35
Hehe … eure Seite ist wirklich fun, also auf jeden Fall diese Diskusionen zwischen RB-Fans und Anti-RB-lern.
Also .. ich, bekennernder RB-Fan, freue mich schon auf den nächsten Artikel und die nächste Diskusion und auf die Bundesliga.
Jungs, das mit Red Bull ist wie mit Frauen: You get Money, You get laid! What up?! … hehe … und Red Bull ist eine coole Marke … Nicht neidisch wettern, Jungs, macht das dem Hernn Marteschitz erstmal nach!
Have Fun!!!!
Jay
September 6th, 2010 at 18:12
@Kalle -
Na, das Neid-Argument würd ich mal besser nicht bringen. Das zeigt mal wieder deutlich den Mangel an Selbstreflektion der RB-Fans. Denn Ihr seid es doch, die voll von Neid auf andere Ostvereine und auf die Bundesligisten schielen und denken: “Wieso haben wir keinen höherklassigen Leipziger Verein?” Naja, und mit Red Bull wird jetzt die “Brechstange herausgeholt”, Hauptsache 1. Buli, ohne die Rücksicht auf Verluste …
Kielschwein
September 6th, 2010 at 20:38
In Kiel waren es 12 angereiste Fans aus Leipzig. Der Rest im Block waren nur interessierte Zuschauer, mit teilweise ostdeutschem Migrationshintergrund. Das mit der DDR-Fahne stimmt, so ein Idiot!
Grüße von der Waterkant
Ein Münchner aus LE
September 6th, 2010 at 21:23
Also wenn dort einer mit einer DDR-Fahne war, und das beim RBL-Auswärtsspiel, dann fehlen mir die Worte. Einfach nur krank – reif für Pflegestufe fünf
becks_159
September 7th, 2010 at 09:16
Eure Scheinheiligkeit ist ja kaum noch auszuhalten!! In Zeiten der “Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA” oder “Eintracht Frankfurt Fußball AG” redet ihr von Kommerz im Fußball. Nennt mir doch mal einen Bundesligaverein, der nicht kommerziell arbeitet. Ich denke ihr habt einfach nur Schiss vor Neuem. Wenns nach euch gehen würde, wäre die Erde immer noch eine Scheibe und es würde keine Flutlichtspiele geben, da der Strom noch nicht erfunden wäre. Ich finde es traurig, dass es solche Diskussionen nur in Deutschland gibt, aber das ist dann wohl mal wieder typisch Deutsch. Und kommt mir jetzt nicht wieder mit eurer Fuck Tradition, die hat auch irgendwann angefangen, im Fall Dortmund z.B. im November 1901.
Jay
September 7th, 2010 at 09:59
@becks -
Auch Planwirtschaft wurde mal als “Fortschritt” der Gesellschaft verkauft. Und Atomenergie als DIE Energiequelle des 21. JH …
Also, nicht alles Neue ist Fortschritt und muss bedingungslos hingenommen werden. Denk mal drüber nach!
[ab]
September 7th, 2010 at 10:02
Hat zwar jetzt nichts direkt mit dem Ostfußball zu tun, aber das sind trotzdem zwei gute Beispiele für die kommerzielle Geldverbrennung in deutschen Fußballvereinen.
Und wie 200 Millionen Euro in Salzburg ohne nennenswerten Erfolg durch den Ofen gegangen sind, davon kann ja Red Bull ebenfalls ein Lied singen.
Alleine diese drei Beispiele zeigen doch ganz deutlich, dass sportlicher Erfolg nicht unbedingt durch solche finanziellen, ich würde sagen spekulativen Geschäfte, zu erzwingen ist. An dieser Stelle auch noch einen netten Gruß nach Tebe
Und Tradition ist natürlich sehr wichtig, gerade für fußballbegeisterte Menschen hier im Osten. Das hängt sicherlich auch an den unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen damals in BRD und DDR zusammen. Für künstliche Projekte ist es in Deutschland aber ohnehin sehr schwer, und im Osten der Republik eigentlich unmachbar!