Mark Scheppert: Alles ganz simpel – Buchvorstellung
Oktober 18, 2011 | In: Blog-Ostalgie, Rezensionen
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Er ist quasi bereits Stammgast bei Ostfussball.com, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erschien nun sein neues Buch. Grund genug für uns, das jüngste Werk vom Mark Scheppert kurz vorzustellen …
Mein Opa ist ein “Geschichtsbuch auf zwei Beinen”, denn er hat fast ein komplettes deutsches Jahrhundert hautnah erlebt. Eine Kindheit und Jugend in Breslau (Schlesien) während der Weimarer Republik und in Hitlers Reich. Einen mörderischen Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft. Die Gründung und den Aufbau der DDR mit Jobs als Telegrafenarbeiter in Lübben, Dachdecker in Osternienburg, Hilfsschlosser und Technischer Zeichner in den Buna-Werken. Ein Sportstudium an der DHfK in Leipzig und den Berufsstart als Reporter der Friedensfahrt für das Deutsche Sportecho. Den 17. Juni und den Mauerbau. Die Zeit als Verlagsdirektor des Sportverlages in Berlin mit Teilnahmen an Olympischen Spielen und Buchmessen. Den Niedergang der DDR, den Mauerfall und den linken Neubeginn in der Bundesrepublik Deutschland. Das wollte ich unbedingt aufbewahren und teilen.
“Alles ganz simpel” beschreibt den außergewöhnlichen Lebensweg meines Opas vom stolzen Hitlerjungen in Breslau zum Alterspräsidenten der Linken 2011 in Berlin. Vielleicht hätte ich mit ein bisschen mehr Zeit und Mut eine ähnlich bewegende Familiensaga wie Uwe Tellkamps “Turm” oder Eugen Ruges “In den Zeiten des abnehmenden Lichts” schreiben können, da in meinen drei Büchern nunmehr mehrere Generationen ganz unterschiedlich auf dieses Land vor, während und nach der DDR zurückblicken. Allerdings muss ich gestehen, dass mein Großvater, der mittlerweile im vierten deutschen Staat lebt, mit Abstand die spannendsten Geschichten zu erzählen hat. Damit ist meine “Schwarz-Rot-Gold-Trilogie” beendet und ich kann mich neuen Dingen widmen. [markscheppert.de]
Mark Scheppert war Landschaftsgärtner, Möbelträger, Sachbearbeiter, Forstmitarbeiter, Erntehelfer, Vertreter, Partyveranstalter, Fahrrad-Kodierer, Handlungsreisender, Lagerverwalter, Postbearbeiter, Anzeigenverkäufer und Küchenhilfe. Und all das fand er wirklich kein bisschen aufregend. Deshalb begann er 2008, nebenher ein paar Zeilen zu schreiben.
“Er hatte sich kein Stück bewegt – und wurde doch vom Ossi zum Wessi: Sein Leben lang wohnte M.S. im Osten Berlins. Zu seinem 37. Geburtstag erlebte er seine persönliche Wende”.
Weitere Titel von Mark Scheppert -
90 Minuten Südamerika
Der Mauergewinner oder ein Wessi des Ostens
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