Hooligans in der DDR

August 17, 2012 | In: Ausschreitungen, Blog-Ostalgie, DDR-Ligen, Fußballfans, Hooligans, Ost-Derbys, Videos


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Hooligans – eine Subkultur im Fußball der achtziger Jahre

Mitte der achtziger Jahre entwickelten sich auch in der DDR die so genannten Hooligans. Regelmäßig kam es im Anschluss an DDR-Oberligaspiele oder auch schon im Stadion zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen gegnerischen Fans der verschiedenen Vereine. Fanfreundschaften, wie sie heute gerne zwischen Ultras und Fanszenen gepflegt werden, gab es damals fast nirgends – ganz im Gegenteil, denn jeder war mit jedem verfeindet. Die kommunistische Regierung und sein Staatsschutz in Form der Volkspolizei (VOPO), standen diesem neuartigen gesellschaftlichen Problem fast hilflos gegenüber.

(Foto: wikipedia)

Anfang der neunziger Jahre erreichten die Krawalle ihren Höhepunkt mit dem Tod des BFC-Fan Mike Polley. Er wurde beim Spiel zwischen dem FC Sachsen Leipzig gegen den BFC Dynamo durch ein Polizei-Kugel getötet. Ein fataler Fehler, wie sich später heraus stellte, denn Mike war kein Hooligan! Gerade in der Wendezeit der Deutschen Demokratischen Republik eskalierte die Gewalt in den ostdeutschen Stadien von Rostock bis Jena, rechtsradikale Gruppen nutzten zudem diesen Ausnahmezustand für ihre politischen Interessen. Eine interessante MDR-Reportage zum Thema Hooligans in der DDR, nicht zu verwechseln mit den heutigen Ultras,  findet man nun auch auf dem Video-Portal Youtube -

 

 

Frank Willmann, Schriftsteller und Fußballanhänger des FCC kommt in der Reportage zu Wort: “Als ich zum ersten Mal den BFC Dynamo im Stadion erlebte, das war 1979 in Jena. Da tauchten sie zum erstem Mal auf. Da brüllte das ganze Stadion Juden-Berlin. Alle haben das gebrüllt, mein Vater, ich – jeder hat es gebrüllt! Vielleicht sogar Biermann, der damalige Chef von Carl Zeiss. Man hat es einfach deswegen gebrüllt, weil der BFC kam aus Berlin, es war die Hauptstadt der DDR. Da gab es Bananen, Apfelsinen – wahrscheinlich alles Mögliche, was der gemeine Ossi in der ostdeutschen Provinz nicht bekommen hat. Und da der Deutsche immer schnell dabei ist, im Juden alles Böses zu vermuten und was meinem Volk weh tun könnte, ist das dann zu einem ziemlich miesen und rassistischem Wort avanciert, was man in allen DDR-Stadien gehört hatte.”

[ab]


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