Hinterm Horizont: Die Galaxie heißt Pankow in Ostberlin
Dezember 30, 2010 | In: Blog-Ostalgie, DDR-Ligen, Fußballfans, Videos
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Unser heutiger Kultur-Tipp ist die Premiere des Musicals “Hinterm Horizont” im Theater am Potsdamer Platz in Berlin am 13. Januar 2011. Da uns Old-School-Fußballfans aus der ehemaligen DDR auch die Musikerlegende Udo Lindenberg über all die ganzen Jahren begleitet hat, kommen wir an einer Empfehlung dafür ganz einfach nicht vorbei (ostfussball.com verwies bereits darauf).
Die Musik von Udo L. war ein durchaus gewichtiger und nicht zu verleugnender Bestandteil der Jugend- und Fußballfankultur, auch im sozialistisch angehauchten Alltag der Deutschen Demokratischen Republik. So schmückten neben den Aufnähern der verschiedene DDR-Vereine auch Motive mit dem Gesicht und Zitaten der Rocklegende viele ausgewaschene und geflickte Jeansjacken.
(…) Udo Lindenberg steht wie kaum ein zweiter für die Sehnsucht der Deutschen nach Freiheit und Einheit Er lebte viele Jahre in West-Berlin, mit Blick auf den Todesstreifen. Ein Multitalent: Schriftsteller und Maler, Musiker zwischen Rock, Chanson und Rebellion. Aufgewachsen im tiefen Westen, fühlte sich Lindenberg dem Osten immer nah und “errockte” sich mit seinem Hit “Sonderzug nach Pankow” einen Auftritt im Palast der Republik in der DDR. Udo bot Honecker und dem System die Stirn und wurde für Millionen Menschen zum Symbol der Friedens- und Einheitsbewegung (…) [musical-89.de]
Das mit dem besagten “Sonderzug nach Pankow” und so lief realsozialistisch gesehen allerdings dann doch wohl etwas anders – ach Udo, wenn du gewusst hättest – aber immerhin …
(…) So richtig wichtig waren aber die Jeans-Jacken voll mit Aufnähern aller Vereine. Neidvoll schauten wir auf solche Prachtexemplare. Gewaschen wurden diese Kleidungsstücke meist nicht, denn nur eine Jacke, welche vor Dreck alleine stehen konnte, hatten den allerhöchsten Wert. Seit Anfang der siebziger Jahre die Subkultur Fußballfans entstanden war, hatte sich auch einiges in der DDR entwickelt. Die Haare wurden meist lang getragen und bei der Musik lagen Udo Lindenberg, BAP oder Neil Young voll im Trend. Überhaupt galt die Ostmusik als völlig unzumutbar und es wurde ausschließlich nur Westradio gehört, mal abgesehen natürlich in Dresden. Alles erinnerte auch in den achtziger Jahren noch etwas an die längst ausgestorbene Hippie-Bewegung. In der DDR wurde diese Zeitepoche unter den Jugendlichen eben unter sozialistischen Gesichtspunkten weiter gelebt (…) [DDR Oberliga vor 30 Jahren]
(…) 1983: Als einer der ersten westdeutschen Rockmusiker erhält Udo Lindenberg die Erlaubnis ein Konzert in der DDR zu geben. Bei seinem Auftritt im Palast der Republik lernt Udo das junge FDJ-Mädchen Jessy kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine schicksalhafte Liebe. Für die Stasi Desaster und Chance zugleich. Kann sie über Jessy den Rebellen Lindenberg zähmen? Kann sie die Lindenberg-Euphorie im eigenen Land stoppen? Aus der Ost-West-Liebe wird ein großes Abenteuer, das auch mit dem Mauerfall und einem Wiedersehen in Moskau nicht endet.
Jessy und Udo gehen ihrer Wege und treffen sich erst 2010 wieder. Sie ist verheiratet und hat einen 19 jährigen Sohn. Ein Rebell. Ganz und gar nicht wie der Vater, den er kennt … (…) [musical-89.de]
(…) Udo Lindenberg [* 17. Mai 1946 in Gronau, Westfalen] ist ein politischer Mensch (…) Immer wieder ist er an Projekten gegen den Neo-Nazismus beteiligt (…)
(…) Er trat mit internationalen Künstlern wie Eric Burdon, Helen Schneider, David Bowie oder Gianna Nannini auf. Zudem ist er ein großer Bewunderer der Band Rammstein (…) [wikipedia.org]
“Dieses Lebenswerk, das muss auf die Bühne. Nicht nur so nice und ein paar Songs – Unsere deutsche Story. Wir haben 20 Jahre Wiedervereinigung. Da ist das genau richtig. Das wird viele Menschen erinnern, weil es die Biographie ist von ganz vielen Leuten. Die Erinnerungen. Die Sehnsüchte und Zielsetzungen. Dass wir die Mauer weg und die Wiedervereinigung irgendwie hinkriegen. Mit den blühenden Landschaften ist es ja immer noch ein bisschen schwierig. Und es ist immer ja auch noch ein bisschen Mauer da. In den Köpfen. Die muss weg.” (Udo Lindenberg im Juli 2010) [musical-89.de]
[ab] & [om]
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2 Antworten to Hinterm Horizont: Die Galaxie heißt Pankow in Ostberlin
Elbbiberchen
Dezember 30th, 2010 at 18:00
“… ach Udo, wenn du gewusst hättest …”
Oh manno, 1983 … Udo in Ost-Berlin, und sowieso … manohman …
[om]
Dezember 30th, 2010 at 19:05
unvergessen guddi, einfach so … beispielsweise -> http://www.youtube.com/watch?v=Sodjg3mOO6Y&feature=related … neben anderen dingens himself