Fundstück des Tages # 85 [Theo Zwanziger, Integration, Reform und Homosexualität]
September 23, 2010 | In: Frauenfußball, Fundstück des Tages, Nationalmannschaft, Regionalliga Nord
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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert; da allein die Fundstücke als solche schon einiges postulieren und dabei ihrerseits zuweilen mit Geschichten über die Geschichte - vielleicht auch in gewisser geografischer Beschränktheit – zu sprechen scheinen. So auch einige wichtige Fragen an den DFB-Chef, welche auch uns Ostdeutschen dringend unter den Nägeln brennen …

Faksimile: glassblog.wordpress.com
Stichwort Integration: “Unsere Männer-Nationalmannschaft ist Multikulti, ich finde das prima. Das ist praktizierte Integrationsarbeit”, sagt Zwanziger, der sich gegen Briefe verwahrt, in denen beklagt wird, dass in der Nationalelf keine Deutschen mehr spielen würden. Der DFB-Präsident hofft, dass auch in der Frauen-Nationalelf bald mehr Spielerinnen mit Migrationshintergrund aktiv sind: “Heute gibt es noch oft die Haltung: Mädchen aus muslimischen Familien sollen kein Fußball spielen. Das darf nicht sein. Man muss sich einmal vorstellen, dass die nur dank ihrer Brüder zum Fußball gebracht wurde – hinter dem Rücken des Vaters.”
Reform: Wie soll eine Reform der Fußball-Regionalliga aussehen? Bei seinem Besuch in Bitburg wollte sich nicht festlegen. Verbal unterstützt er das Wehklagen der Amateurvertreter aufgrund der Vielzahl von U-23-Mannschaften von Lizenzclubs in den drei Staffeln: “Der Wettbewerb ist durch die vielen zweiten Mannschaften nicht mehr so fair, wie er sein müsste. Deshalb sehen die Amateurvertreter, zu denen ich mich gerne rechne, einen dringenden Reformbedarf.” Partei für den Vorschlag, die U-23-Teams in eine eigene Staffel auszugliedern, ergriff er explizit aber nicht: “Bis zum Bundestag Ende Oktober haben wir noch genügend Zeit, um einen vernünftigen Kompromiss zu erzielen.”
Stichwort Fairplay: “Das muss immer unsere oberste Maxime sein, auch wenn ich weiß, dass im Fußball keineswegs immer Fairplay herrscht”, sagt Zwanziger. Die Achtung des Anderen, der Umgang mit Tabuthemen wie Depression oder Homosexualität – aus Sicht des DFB-Präsidenten muss täglich dafür gekämpft werden. “Nach dem Selbstmord von Torwart Robert Enke hatte ich nicht die Erwartung, dass sich die Welt von heute auf morgen ändert. Immerhin ist etwas mehr Nachdenklichkeit eingekehrt.”
[Quelle im vollständigen Original: "Theo Zwanziger will 'Tatort'-Leiche mimen", Volksfreund, 17. September 2010]
Zur Diskussion im -> Ostforum
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1 Antwort to Fundstück des Tages # 85 [Theo Zwanziger, Integration, Reform und Homosexualität]
Zyrus
September 23rd, 2010 at 10:48
Ich finde auch, dass es zu viele Ausländer in der Nationalelf gibt. Das sollte schon eine nationale Mannschaft bleiben und keine internationale. Mit dem schwul sein ist schön gesagt, aber es steckt nichts dahinter. Keiner wird sich in der Bundesliga öffentlich outen. Die Auswirkungen wären sehr schlimm für den Spieler. Und Frauenfußball, ich weiss nicht, das sieht so komisch aus