Fundstück des Tages # 284 [Die Polizei, die Polizei, Sie hat immer recht?]
Oktober 21, 2012 | In: 1. Bundesliga, Ausschreitungen, Deutscher Fußball-Bund, DFB-Pokal, Fundstück des Tages, Fußballfans, SG Dynamo Dresden, Ultras
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In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – in der Regel eigentlich unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und mitunter einfach ihrerseits bereits selbst irgendwie vor sich hin sprechen und dabei durchaus manchmal kleine Geschichten über die Geschichte erzählen oder darüber hinaus mitunter auch gewisse Befindlichkeiten sowie Entwicklungen anzudeuten scheinen …
(…) Die Dortmunder Polizei hat nichts aus ihren Fehlern des vorigen Herbstes gelernt. Wie damals beim Pokalspiel gegen Dynamo versagte gestern [20. Oktober] rund ums Revierderby gegen Schalke ihr Sicherheits-Konzept.
Überrascht von einer “sehr dynamischen Lage rund ums Stadion” sei man gewesen, so ein Sprecher der mehr als 1000 Einsatzkräfte. Die seien rigoros gegen Gewalttäter vorgegangen. Auch das dürfte vielen Dresdnern bekannt vorkommen. Schließlich waren rund um das berüchtigte Randale-Spiel auch Dutzende unbeteiligte Dynamo-Fans attackiert und verletzt worden (…)
Quelle im vollständigen Original -> ‘Meine Meinung’ von Thomas Schmidt, “Polizei wieder im Blickpunkt”, Morgenpost am Sonntag, 21. Oktober 2012
Post Scriptum: DFB und DFL werden die Botschaft sehr wohl hören …
(…) “Es ist unglaublich schade”, sagte die Polizeisprecherin. “Mit einer Fankultur hat das nichts zu tun.” [dapd, 20. Oktober, 16:57]
(…) kommentierte der Einsatzleiter der Polizei, Dieter Keil. “Mit Fußballbegeisterung hat das überhaupt nichts zu tun.” [dpa, 20. Oktober, 17:07]
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2 Antworten to Fundstück des Tages # 284 [Die Polizei, die Polizei, Sie hat immer recht?]
[om]
Oktober 26th, 2012 at 15:47
Rafael Buschmann @ spiegel.de -
(…) wer ist eigentlich für die Gewalt und die Ausschreitungen verantwortlich? (…) Ich habe versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden, indem ich das Geschehen vor Ort in Augenschein genommen habe (…)
(…) als wir am Stadion ankamen, eskalierte die Situation – und zwar herbeigeführt von der Polizei, die mit berittenen Einheiten mitten in die Fangruppe hineingaloppierte und diese gewaltsam sprengte. Die Ultras liefen teilweise in Panik quer über den Platz. Dabei kamen zwangsläufig Schalke-Fans mit Dortmund-Fans in Körperkontakt, was an verschiedenen Stellen zu kleineren Schlägereien führte. Das Polizeirezept in der nun wirklich unübersichtlichen Situation: Pfefferspray gegen alle. Mitten hinein in die Menge, teilweise aus 20, 30 Zentimetern direkt ins Gesicht. Viele Menschen rieben sich die Augen, husteten. Aus einer harmlosen Situation war ein Ausnahmezustand geworden. “Dortmunder und Schalker Gewalttäter haben unser Sicherheitskonzept bewusst unterlaufen und sind entgegen der Ankündigung konspirativ angereist”, erklärte der Einsatzleiter der Dortmunder Polizei, Dieter Keil, das Vorgehen.
Aber wo waren hier die Deeskalationsstrategien der Polizei? Wo waren strategische Absicherungen? Die Sicherheitstaktik der Dortmunder Polizei hat nicht gegriffen. Von einem über Monate ausgearbeiteten Sicherheitskonzept hätte ich mehr erwartet (…)
Am Samstag [20. Oktober] gab es niemanden im Stadion, der den Pyromanen erklärte, dass sie gerade den politischen Hardlinern wie Lorenz Caffier voll in die Karten spielen. Der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns fordert die Abschaffung von Stehplätzen (…)
Dass dieses Spiel mitten in die Debatte um ein neues Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga fiel, sollte als ein Geschenk empfunden werden. Denn die Probleme rund um das Spiel zeigen eines deutlich: Die Diskussion wird derzeit von einem falschen Standpunkt geführt. Man sollte nicht darüber sinnieren, wie Ultras und Fans noch härter bestraft werden können. Es bringt auch nichts, “Geisterspiele” vor leeren Stadien oder Nacktscanner zu fordern. Der gesamten Debatte täte es gut, wenn sie auf eine sachliche Ebene geführt würde – und wenn als Diskussionsgrundlage mehr Fakten einbezogen würden als lediglich Fernsehbilder und Polizeiberichte (…)
(…) Die Fußballverbände haben die aktive Fanszene wieder mal nicht in ihre Überlegungen eingebunden, stattdessen schieben sie Fans und Ultras die Schuld an den vermeintlichen Problemen beim Fußball zu (…)
(…) Ultras und Fans müssen im Gegenzug endlich aufhören, sich wie pubertäre Kinder zu benehmen und die Gesetze achten.
| Debatte über Fußballfan-Gewalt – Mit Sicherheit am Ziel vorbei | spiegel.de | 25. Oktober 2012 |
[om]
Oktober 27th, 2012 at 17:35
Liebe Polizei – Wir müssen reden (…)
| schwatzgelb.de | 24. Oktober 2012 |