Fundstück des Tages # 269 [Red Bull, Dose leer, Gründe]

Juli 27, 2012 | In: Fundstück des Tages, RB Leipzig, Regionalliga NordOst


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In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei ihrerseits sprechen oder eben auch einfach nur Geschichten über die Geschichte zu erzählen scheinen oder bereits auf unserer Website erschienene Publikationen in der Kategorie RB Leipzig lediglich ergänzen …

(…) Die Trainerwechsel: In sieben Jahren im Zeichen der Dose bastelt mit Roger Schmidt der sechste Trainer. Und jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Dass dann in den Qualifikationsspielen zu Beginn der Saison ein Rad nicht in das andere greift, ist kein Wunder. Das Gleiche gilt für RB Leipzig: Mit einem fast zweitligatauglichen Kader geht der Bruderklub mit dem dritten Trainer in die dritte Saison in Deutschlands vierter Liga. Real Madrid funktionierte auch erst in der zweiten Saison unter José Mourinho meisterhaft, ebenso Manchester City unter Roberto Mancini.

(…) Die Spielerwechsel: Jeden Sommer wird der Kader wild umgekrempelt, weil jedem neuen Trainer die Wünsche erfüllt werden. Wie sollen bei dieser Fluktuation Teamgeist und Automatismen entstehen? Einher damit geht der Philosophienwechsel: Defensiv, offensiv, erfahrene Legionäre, junge Ausländer, gestandene Bundesligaspieler, talentierte Österreicher – alles war in Salzburg schon gefragt, aber nie lange das Gleiche. Ivica Osim zeigte es mit Sturm Graz vor: Als er 1994 die Steirer übernahm, baute er um Ivica Vastic, Markus Schopp, Günther Neukirchner, Gilbert Prilasnig und Mario Haas ein Team, das bis 2000/01 nur punktuell verstärkt in die zweite Gruppenphase der Champions League stürmte. Als dann viel Geld da war, investierte Präsident Hannes Kartnig in Legionäre – und es ging bergab.

(…) Die Legionäre: Fußball ist nicht Formel 1: Dort holte Red Bull die weltbesten Ingenieure und die besten Fahrer – und fuhr schnell der Konkurrenz davon. Doch welche Spieler bekommt Salzburg? Nur solche, für die es in Top-Ligen aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) reicht. Diese vermitteln dann oft das Gefühl, als ob sie Österreichs Bundesliga als unter ihrem Niveau ansehen – lustlose Auftritte sind die Konsequenz. In den entscheidenden Partien können diese Spieler dann den Schalter nicht umlegen. Nur Amedeo Carboni und Somen Tchoyi nutzten Salzburg als Sprungbrett.

(…) Die Komfortzone: Wie einst Bayern München verpflichtet Salzburg die besten Spieler der Konkurrenz – aber nur dann, wenn sie (noch) nicht gut genug für einen Transfer in eine Topliga sind. Diese Spieler der zweiten Kategorie machen es sich in der Bullen-Komfortzone bequem: Die Gehälter sind die besten in Österreich, der Titel ist fast sicher, und Red Bull veranstaltet Rummel um seine Stars. Jeder von Red Bull unterstützte Extremsportler nimmt die Flügel als Ansporn für immer neue Höchstleistungen, um unter dem Dach des Imperiums bleiben zu können. Die Fußballer werden in Salzburg satt. Welcher Österreicher außer Marc Janko hat bei Salzburg einen Qualitätssprung gemacht?

(…) Der Nachwuchs: Red Bull investiert Millionen, um eigene Stars zu produzieren. In Salzburg, in Leipzig, in Brasilien und in Ghana betreibt der Konzern Akademien – der Output ist bisher gleich null. In Österreich leistet sich Red Bull die Satellitenklubs Pasching und Liefering, weil die Talente in Salzburg keine Chance bekommen. Der Weiterentwicklung dient das nicht, wenn sie nur auf Regionalliganiveau gefordert werden (…)

| Fünf Gründe, warum Red Bull im Fußball keine Flügel verleiht | nachrichten.at | 27. Juli 2012 |

(Foto: wikipedia)

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