Fundstück des Tages # 223 [Fangemeinschaft Dynamo, Dortmund, Zukunft]
Oktober 28, 2011 | In: 2. Bundesliga, Ausschreitungen, Deutscher Fußball-Bund, DFB-Pokal, Fundstück des Tages, Fußballfans, Hooligans, SG Dynamo Dresden, Ultras
.
Ladbrokees.com - Nr. 1 bei Fussballwetten!
50 Euro kostenlose Wette!
ladbrokes.com >>>
In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und zuweilen einfach ihrerseits irgendwie bereits selbst vor sich hin sprechen und dabei durchaus manchmal Geschichten erzählen oder andeuten, gleichfalls scheinbar allerdings leicht diametral in Fortführung vormalig bezüglicher Publikationen [Borussia Dortmund vs. Dynamo Dresden: Im Spiegel der Medien] bei Ostfussball.com …
(…) Alles war angerichtet für ein Fußballfest. Was schlussendlich für alle Zeiten vom vergangenen Dienstag übrig bleiben wird, sind Schlagzeilen über Randale und Gewalt von Dynamofans. Die Zutaten, die es braucht, um ein solches Desaster anzurichten, sind bekannt und nicht neu. Nicht im Fußball allgemein und ganz besonders nicht bei unserem Verein.
Man nehme einige Dynamofans, die nicht einmal ansatzweise in der Lage sind, die Folgen ihrer Dummheit einzuschätzen oder denen die Konsequenzen ihres kriminellen Verhaltens völlig egal sind. Sturzbetrunkene Chaoten, die im “Schutze” einer großen Fanmasse jegliche Hemmungen und jegliche Rücksicht auf umstehende Fans oder sogar Familien vergessen. Die auf verbale Provokationen aus dem Dortmunder Fanlager allein durch Werfen von Gegenständen und Schlägereien antworten können. Idioten, die es für normal halten, Flaschen und Feuerwerkskörper in Menschenmengen zu werfen und die den einzigen Sinn eines Spielbesuchs darin sehen, Dinge zu zerstören und Menschen zu verletzen. Dynamofans, von deren Verhalten sich die Fangemeinschaft Dynamo entschieden distanziert.
Man nehme eine Polizei, die nicht in der Lage ist, ein schlüssiges Konzept zu entwerfen und umzusetzen, dass deeskalierend wirkt und Sicherheit gewährleistet. Eine Polizei, die unkoordiniert, aggressiv, provozierend und unprofessionell agiert. Polizisten, die Pfefferspray wahl- und rücksichtslos auch gegen Unbeteiligte und gegen einen schlichtenden Dresdner Ordnungsdienst einsetzen.
Und man nehme Medien, deren Berichterstattung bereits Tage vor dem Spiel feststeht. Journalisten wie Herrn Poschmann, dessen Voreingenommenheit und Abneigung gegenüber den Fans aus Dresden mehr als offensichtlich war und ein ZDF, dass auf Kosten Dynamos versuchte, die Worte ihres Kommentators Oliver Schmidt zum Thema Pyrotechnik in der Öffentlichkeit zu relativieren. Zeitungen und Fernsehsender, die ohne einen Funken journalistischer Sorgfaltspflicht jede Halb- und Unwahrheit übernehmen, aufblasen und weiterverbreiten.
Nun ist der Kessel wieder einmal übergekocht und wieder einmal – auch das ist nicht neu – wird von allen Seiten versucht, die jeweiligen Anteile an der Schuldfrage zu erörtern und den entsprechenden Parteien zuzuschieben (…)
Die Fangemeinschaft Dynamo wird sich an diesen Diskussionen nicht beteiligen. Zum einen sind wir Interessenvertreter und Dachverband der Dynamofans und damit für uns und unsere Fehler zuständig, nicht für die von Journalisten, Polizisten oder Fans anderer Vereine. Zum anderen ist die Fangemeinschaft Dynamo fest davon überzeugt, dass uns Streitereien über den prozentualen Anteil an Schuld und theoretische Debatten über Hypothetisches genauso wenig voranbringen, wie ständige nicht untersetzte Distanzierungen, Verurteilungen und Entschuldigungen. Unsere ausdrücklich ablehnende Haltung zu Böllern, Körperverletzungen – als nichts anderes betrachten wir auch die Attacke mit Laserpointern – oder Zerstörungen ist oft dokumentiert und hat sich nicht geändert. Wir sehen uns jedoch mehr in der Pflicht, die Ursachen zu bekämpfen, als im Nachgang die Wirkungen uneffektiv anzuprangern.
Die Fangemeinschaft Dynamo hält konsequente, ehrliche, zielorientierte Arbeit für den einzig brauchbaren und erfolgreichen Weg. Rückschläge wie der am vergangenen Dienstag dürfen dabei kein Grund zu Resignation sein, sondern im Gegenteil ein Auftrag zu mehr. Wir werden nach dieser Maxime handeln. Was wir, die Fangemeinschaft Dynamo, dafür allerdings brauchen, ist die Hilfe und Unterstützung von möglichst vielen.
Wir brauchen Journalisten, die über die fantastische Stimmung, welche Dynamofans an jedem Wochenende in die deutschen Stadien tragen berichten. Über engagierte Mitglieder, über Fanbürgschaften, Spendeninitiativen und Fanbetreuer. Über Fußballturniere und soziale Projekte, über aktive Fanclubs, -vereinigungen und -gruppen.
Wir brauchen professionelle Polizisten und Ordnungsdienste, die Dynamofans weder als Feinde noch als Trainingsobjekte betrachten, auch nicht in komplizierteren Situation. Polizisten, die sich der Wirkung von Pfefferspray ebenso bewusst sind, wie der ihres persönlichen Auftretens (…)
Wir brauchen Verbände, die Absprachen mit Fußballfans einhalten. Funktionäre, die die Anstrengungen von Vereinen und Faninitiativen anerkennen und das nicht nur mit Worten. Einen DFB und eine DFL, die sich jeden Tag aufs Neue bewusst machen, dass das Produkt, welches sie für viel Geld verkaufen, ohne Fans nicht einmal das Schwarze unterm Nagel wert ist.
Wir brauchen Fans, die uns noch intensiver als bereits jetzt schon bei unserer alltäglichen Arbeit unterstützen. Als Mitglied, als Fanbetreuer, als Helfer bei Aktionen und Veranstaltungen. Mit Zeit, mit Energie, mit Geld, mit Kreativität und Phantasie. Mit mehr als Forderungen, Parolen und Absichtsbekundungen in Internetforen. Fans und Fanclubs mit Zivilcourage und Selbstbewusstsein. Fans, die ehrlich und offen sagen, was sie wollen und was nicht. Jedem gegenüber.
Und wir brauchen einen Verein, der Ehrenamt noch mehr unterstützt. Einen Verein, der noch aktiver diejenigen stärkt, die Dinge positiv verändern wollen. Einen Verein, der den Sinn darin erkennt, trotz knapper Kassen noch intensiver in Fanarbeit, Fanbetreuung, in Vereinsleben zu investieren. Einen Verein, der noch umfassender und grundsätzlicher als bereits geschehen, Prioritäten zugunsten dieser Themen setzt.
Der vergangene Dienstag war kein guter Tag für Dynamo Dresden und deshalb auch kein guter Tag für die Fangemeinschaft Dynamo. Er ist jedoch für uns kein Anlass, aufzugeben oder locker zu lassen. Im Gegenteil. Der vergangene Dienstag ist für uns ein Auftrag noch mehr zu tun. Noch konsequenter und noch kontinuierlicher. Wir werden das und zwar gemeinsam mit allen, die das ebenfalls wollen.
[Quelle im vollständigen Original -> Stellungnahme der Fangemeinschaft Dynamo zu den Vorkommnissen beim DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund , fangemeinschaft-dynamo.de, 27. Oktober 2011]
.

7 Antworten to Fundstück des Tages # 223 [Fangemeinschaft Dynamo, Dortmund, Zukunft]
Ost-Kurt
Oktober 28th, 2011 at 13:29
Borussia Dortmund – Dynamo Dresden -> ElbkaidaTV [YouTube]
[om]
Oktober 28th, 2011 at 13:50
Das DFB-Sportgericht hat den Zweitligist Dynamo Dresden wegen dreier Fälle eines unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt.
(…) Während des Dresdner Zweitliga-Auswärtsspiels beim MSV Duisburg wurden im Dresdner Zuschauerblock zweimal Feuerwerkskörper abgebrannt. Am 16. September 2011 beim Zweitliga-Spiel in Ingolstadt zündeten Dresdner Anhänger zunächst ein Bengalisches Feuer und warfen später circa 20 Klopapierrollen in den Strafraum, so dass die Begegnung kurzzeitig unterbrochen werden musste. Darüber hinaus gab es beim Dresdner Zweitliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt kurzzeitig rassistische Gesänge im Dresdner Zuschauerblock.
| sport-news.ws | 27. Oktober 2011 |
[om]
Oktober 28th, 2011 at 13:56
Ultras Dynamo (28. Oktober 2011): Rückblick Borussia Dortmund – SG Dynamo Dresden
[om]
Oktober 28th, 2011 at 15:36
(…) Nach Medienberichten soll eine entsprechende Ausstiegsklausel Bestandteil der vertraglichen Vereinbarungen sein.
Jens Heinig, Geschäftsführer Veolia Ost und SGD-Aufsichtsrat betonte gegenüber der Dresdner Morgenpost:
“Wenn es irgendwann wieder heftige Randale oder infolge dessen ein Geisterspiel gibt, dann steigen wir sofort aus! Ich sage das ganz bewusst in Anbetracht der Brisanzpartien zu Beginn der Saison in Cottbus, gegen Hansa und Union. Es hat doch wohl gereicht, als vor vierzehn Tagen die 2. Liga zu diskutieren begann: Oh Gott, die Dynamo-Fans fallen bei uns ein! Käme das so, wäre es auch für unser börsennotiertes Unternehmen eine große Rufschädigung, die wir uns einfach nicht leisten können.”
(…) | Dynamo Dresden: Hauptsponsor droht bei Randale mit Ausstieg | ostfussball.com | 6. Juli 2011 |
sachsen7
Oktober 28th, 2011 at 17:55
Zum Video der Elbkaidas … Warum muss so ein geiler Marsch kaputt gemacht werden durch sinnloses Geschmeiße von Bengalos auf die Autobahn, sinnloses Geknalle … ? … Warum nur macht man alles mit Randale kaputt?, naja is nix anderes wie ein Propagandavideo …
Netterjens
Oktober 29th, 2011 at 21:28
Dynamo Dresden hat sich in Dortmund gut verkauft, schließlich ging es gegen den amtierenden Deutschen Meister. Was in und um das Stadion abging, kein Kommentar, was das Fanpotenzial angeht in Ostdeutschland, neben Hansa erste Klasse!!! … es lebe Ostdeutschland!!!!!
sachsen7
Oktober 30th, 2011 at 08:35
@NetterJens … DYNAMISCHE Morgengrüße aus dem nordbadischen Exil