Fundstück des Tages # 212 [RB Leipzig, Fans, Verbullung, Spaltung, Antipathie]
September 21, 2011 | In: Fundstück des Tages, Fußballfans, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Ultras
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In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und dabei bereits gleichfalls einfach nur ihrerseits irgendwie selbst vor sich hin sprechen …
(…) Das Problem besteht nun darin, dass sich zwischen OFCs und den vereinsunabhängigen Fangruppierungen tiefe Gräben entwickelt haben. Diese Dissonanzen kommen nicht von ungefähr, sondern entwickelten sich in einem langwierigen Prozess. Die Red Aces und die FraRePri, deren Mitglieder zuvor größtenteils bei den L.E. Bulls verankert waren, traten aus dem OFC-Fanclub aus, weil sie z.B. keine Vorteile im OFC-Status sahen und sich vom Verein zu stark eingeengt bzw. kontrolliert fühlten. Ein weiterer, nicht unerheblicher Grund für die Spaltung dürften unterschiedliche Ansichten im Supporter-Wesen sein. Während sich die vereinsunabhängigen Fangruppierungen dem “Rasenballismus” (u.a. gegen die “totale Verbullung” im Verein) verschrieben haben, nehmen die OFCs von solchen Ansichten größtenteils Abstand. Von Seiten der L.E. Bulls hört man vereinzelt, dass sie sich von den ehemaligen Mitgliedern hintergangen fühlen und von den Red Aces und deren Handeln (Gesänge, Pöbeleien, Plakate) distanzieren. Die Gegenseite hält das für übertrieben und fühlt sich seinerseits nicht wirklich anerkannt und zudem vom Verein ungerecht behandelt (intensivere Kontrollen am Einlass; falsche Verdächtigung nach einem Überfall im Anschluss an ein Testspiel). Mehrere Schlichtungsversuche, um beide Parteien zueinander zu führen, verliefen in der Vergangenheit ergebnislos – Tenor: “Sinnlos, hier sind Hopfen und Malz verloren”. Und so schaukelt sich die Antipathie beider Seiten immer weiter nach oben, so dass beim Spiel gegen Magdeburg die eine Seite nicht mehr mitsingen wollte, was die andere gerade anstimmte.
Diese Darstellung der Verhältnisse erhebt selbstverständlich kein Anspruch auf Vollständigkeit, dafür sind wir zu wenig in/über den Alltag der Fanclubs/Fangruppierungen integriert bzw. informiert. Dennoch zeichnet sich ein trauriges Bild ab – ein Bild von einem zerstrittenen, stimmungsarmen und aufgrund der Dissonanz frustrierten Fanblock, der die Mannschaft nicht mehr mit voller Kraft unterstützen kann. Dabei haben es die Magdeburger Fans und viele andere vorgemacht, wie man persönliche Differenzen für 90 Minuten zurückstellt und seine Mannschaft bedingungslos unterstützt.
Es ist natürlich leicht, in unserer Situation den Moralapostel zu mimen und beide Parteien aufzufordern, die Streitigkeiten zugunsten der Mannschaft einzustellen. Dennoch kann es nicht sein, dass man – auch vielleicht aufgrund von verletztem Stolz – aktuell nicht mehr miteinander redet und den gemeinsamen Support für unsere Jungs einstellt. Jedem einzelnen müsste noch die grandiose Stimmung im Pokalspiel gegen Wolfsburg Gänsehaut verleihen, wenn er daran denkt, wie alle GEMEINSAM für unseren Verein aufstanden, mitklatschten und mitbrüllten. Wir appellieren an die Fangemeinschaft, sich wieder auf die Grundtugenden des Supports zu erinnern und unserer Mannschaft bei Heimspielen die nötige Unterstützung zu geben. Sollte es keine Veränderung geben, wird die gegen Magdeburg beginnende Tristesse im Fanblock von Spiel zu Spiel größer werden. Vielleicht ist es auch an der Zeit, dass der Verein dazu Stellung bezieht und beide Seiten wieder zur Raison bringt (…)
[Quelle im vollständigen Original -> "Fanblock-adé", rb-fans.de, 20. September 2011, 14:15]
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4 Antworten to Fundstück des Tages # 212 [RB Leipzig, Fans, Verbullung, Spaltung, Antipathie]
[ab]
September 21st, 2011 at 12:21
Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht über derart kritische Selbstreflektion innerhalb der Fanszene oder besser gesagt beim Fanportal RB-Fans.de – bravo für diesen mutigen Schritt in die richtige Richtung!
Mal sehen ob auch der Schrei nach mehr Demokratie beim eigenen “Verein” erhört wird. Warum ich aber nicht so richtig daran glaube?
ap
September 22nd, 2011 at 06:44
Boah, ich kanns nicht mehr hören. Ist das albern oder was! Das ist ja wie im Kindergarten. Die Fanclubs feuern doch ein und dieselbe Mannschaft an. Mit so einem Zickenkrieg stellen sie sich selber bloß, und machen sogar die Mannschaft lächerlich. Wenn sie keinen Bock mehr haben dann sollen sie doch zu Hause bleiben. Ich habe echt ein gespaltenes Verhältnis zu Fans, im allgemeinen. Warum wollen sie Mitbestimmungsrecht etc?! Das grenzt schon an Fatanismus. Früher hat man bockige Kinder in die Ecke geschickt um mal drüber nachzudenken – mein Tipp für alle Fanklubs von RB: bleibt zu Hause und stellt euch mal in die Ecke!
Jay
September 22nd, 2011 at 22:29
Man möchte den RB-Fans zurufen:

WAS HABT IHR EUCH GEDACHT ???
WAS GLAUBT IHR, WEM IHR DA ZUJUBELT ???
Es ist und bleibt ein ferngesteuertes Promotion-Team eines Getränkekonzerns! Kritische Fans? Unerwünscht. War und ist schon in Salzburg so gewesen: >>> Klick <<< … und das macht auch in LE nicht Halt!
Naive Bundesliga-Ch-League-Träumer …
[ab]
September 23rd, 2011 at 08:24
Zumal ich tatsächlich immer nur das eine Argument der RB-Anhänger höre: “Wir möchten gerne solche Vereine wie die Bayern hier spielen sehen.”