Fundstück des Tages # 200 [Hansa-Fans, Pfefferspray, Irrfahrt nach Duisburg]

August 15, 2011 | In: 2. Bundesliga, FC Hansa Rostock, Fundstück des Tages, Fußballfans, Ultras


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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und dabei zuweilen gleichfalls bereits einfach ihrerseits irgendwie selbst vor sich hin sprechen …

(…) Als sich am Sonntag ein gut 300 Mann starker Tross Richtung Duisburg aufmachen wollte, ging so einiges daneben. Viel zu lachen gab es unterwegs trotzdem. Eine traurig-lachhafte Chronik. Sonntag, es ist 2.30 Uhr in der Nacht. Rund 300 Hansa-Fans wollen in Berlin gerade zum Gleis gehen, von wo aus sie mit Regionalzügen in den Ruhrpott fahren, als Aufregung durch die Gruppe geht. Diese, ausgehend von einem Hertha-Fanclub, zieht sich noch einige Minuten. Einige Minuten in denen Polizeibeamte viel Pfefferspray anwendungswidrig direkt in Augen sprühen und mit Knüppeln derart oft auf Leute einschlagen, dass einige Fans ins Krankenhaus müssen. Diejenigen, die auf dem Gleis geblieben waren, blockieren den Zug. Eine Stunde später steht fest, dass mit diesem Zug niemand mehr seine Anschlüsse erreicht. Der Zug wird mit einer Stunde Verspätung freigegeben. Nach insgesamt etwa 3 bis 4 Stunden brechen die Hansafans nun Richtung Duisburg auf und bereits in Magdeburg wartet die nächste Überraschung. Beim Aussteigen wird ihnen zunächst verweigert auf den benachbarten Bahnsteig zu gehen, um ihren Anschlusszug zu bekommen, der noch einigermaßen erlauben würde, dass man das Spiel des FCH rechtzeitig erreicht. Nach kurzen Diskussion folgt abermals der massive Einsatz von Pfefferspray durch sogenannte Ordnungshüter. Wieder wird der Zug verpasst. Die Chance auf rechtzeitiges Erscheinen am Spielort hat nun keiner mehr, aber alle fahren weiter.

(…) Ankunft dann irgendwann in Duisburg als die Partei schon ihre 60.Minute zählt. Am Bahnhof sind die Beamten so freundlich und kontrollieren uns schon vor Ort, damit wir uns das Procedere am Stadion sparen können. Außerdem sind sie so nett uns mit Bussen zum Stadion zu karren. Zu nett. Zu nett auch, dass die Kontrollen derartig langsam von statten gehn und mit solchen Mitteln, die eher einer Massenverhaftung ähneln, dass man immernoch so richtig Bock auf Fußball hat. Mit jeweils zwei Beamten wurden die Fans bewegungsunfähig fixiert, dann kontrolliert. Dass das so so einige Minuten dauert, muss wohl nicht extra erzählt werden. Als die ersten das Stadion dann erreichen, wird das Spiel noch etwa 20 Minuten laufen. Na hey! Darauf hat man sich doch nach 12 Stunden so richtig gefreut!

(…) Auf dem Rückweg vom Stadion dürfen die Hansafans sich dann frei bewegen. Als Begründung hieß es vor einer halben Stunde noch, das nur am Rand, dass man mit Bussen zum Stadion gebracht werde, weil sie einen aus Sicherheitsgründen nicht allein durch Duisburg laufen lassen würden. Merkwürdig wie schnell sich die Situation verändert. Als dann abermals auf dem Bahnsteig Duisburg-Schlenk Fans darauf drängen, dass sie Anschlusszüge bekommen müssen und doch bitte mal Durchlass und Abfahrt gewährt werden solle, setzen die Beamten wieder auf Eskalation. Massiver Einsatz von Pfefferspray direkt in die Augen und militant auftretende Beamte prägen erneut das Bild. Irgendwie glückliches Ende hat es für unsere Reisegruppe, als wir dann immerhin noch die Reststrecke ab Hannover mit dem Schnellzug zurücklegen dürfen. (…)

[Quelle im vollständigen Original -> "Dann brauch ich gar nicht mehr mitfahren", ericcantona.blogsport.de, 15. August 2011, 14:10]

 


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4 Antworten to Fundstück des Tages # 200 [Hansa-Fans, Pfefferspray, Irrfahrt nach Duisburg]

JOSUE LIBERTAD

August 15th, 2011 at 18:36

wenn man als harmloser Fan wie hier derartig kriminalisiert wird, rennt vieles falsch in unserem Land … Die Cops sind wohl an ihre Befehle gebunden, aber der, der den Befehl gab, dem gehört lebenslängliches Berufsverbot, denn seine Befehle präventiv (ohne unmittelbare Begehung einer Straftat) Pfefferspray auf Auswärtsfans abzufeuern, die blos ihren Zug bekommen wollen, ist gegen die deutsche Verfassung … Dafür gehört er fristlos entlassen dieser Schwachkopf und sämtliche andere Cops die das billigen ebenfalls !!!!!

juhu

August 15th, 2011 at 19:39

ne klar, wenn man als fan was auf sich hält muss man erst mal jagd aufeinander machen um dann ganz erstaunt festzustellen, daß die polizei nicht zuschaut. pfefferspray in die augen ist so richtig. jedes andere körperteil wäre ein anwendungsfehler. wenn so ein zug durch fans blockiert wird kann man auch nicht fahren, ergo mit anschlüssen siehts dann wohl schlecht aus. das der ein oder andere mitreisende messer, verbotene pyro aus polen und die ein oder andere lustige tüte dabei hatte und auch sonst noch diverse andere nicht so ganz gesetzeskonforme sachen gemacht wurden ist ja auch nicht so wichtig. da auch in magdeburg ab und zu mal magdeburger fans zu erwarten sind, jagdszenen alla berlin nicht stattfinden sollen, trotzdem aber etwas in dieser richtung unternommen wird, muss das rudel wohl in einem abgesperrten bereich bleiben. der anschlusszug war übrigens der nächste richtung braunschweig. wer fahrpläne lesen kann ist klar im vorteil.
dann noch solche kleinigkeit wie nötigung (der zug fährt nicht eher ab, bis wir vollzählig sind), mißbrauch von nothilfeeinrichtungen, schwarzfahren, sachbeschädigung, bedrohung um nur mal ein paar zusätzliche straftaten aufzuzählen. das da die ein oder andere bewegungseinschränkung nötig ist dürfte wenig überraschen.

Sind Sie Polizist?

August 16th, 2011 at 08:33

 

juhu: ne klar, wenn man als fan was auf sich hält muss man erst mal jagdaufeinander machen um dann ganz erstaunt festzustellen, daß die polizeinicht zuschaut. pfefferspray in die augen ist so richtig. jedes anderekörperteil wäre ein anwendungsfehler. wenn so ein zug durch fansblockiert wird kann man auch nicht fahren, ergo mit anschlüssen siehtsdann wohl schlecht aus. das der ein oder andere mitreisende messer,verbotene pyro aus polen und die ein oder andere lustige tüte dabeihatte und auch sonst noch diverse andere nicht so ganz gesetzeskonformesachen gemacht wurden ist ja auch nicht so wichtig. da auch in magdeburgab und zu mal magdeburger fans zu erwarten sind, jagdszenen alla berlinnicht stattfinden sollen, trotzdem aber etwas in dieser richtungunternommen wird, muss das rudel wohl in einem abgesperrten bereichbleiben. der anschlusszug war übrigens der nächste richtungbraunschweig. wer fahrpläne lesen kann ist klar im vorteil.dann noch solche kleinigkeit wie nötigung (der zug fährt nicht eher ab,bis wir vollzählig sind), mißbrauch von nothilfeeinrichtungen,schwarzfahren, sachbeschädigung, bedrohung um nur mal ein paarzusätzliche straftaten aufzuzählen. das da die ein oder anderebewegungseinschränkung nötig ist dürfte wenig überraschen.

 
Dann sollte die Polizei im Kindergarten und in Schulen auch mit Pfefferspray durchgreifen…bis auf das Thema Nötigung alles Sachen die auf jedem Kindergarten/Schulhof in Deutschland auftreten…
 

JOSUE LIBERTAD

August 18th, 2011 at 17:33

User “juhu” macht wohl gerade die Polizeischule und will vor seinen Klassenkameraden mit diesem Post mal so richtig angeben, vor allem vor jenen die ihn sonst als Aussenseiter immer hänseln …

Die einzig logische Erklärung für eine derart weltfremde Denkensweise

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