Fundstück des Tages # 189 [Westsachsenstadion, Schlammplanung?]
Juni 17, 2011 | In: FSV Zwickau, Fundstück des Tages, Oberliga NOFV-Süd, Stadion-Infos
.
Ladbrokees.com - Nr. 1 bei Fussballwetten!
50 Euro kostenlose Wette!
ladbrokes.com >>>
In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke einiges durchaus schon selbst postulieren und dabei zuweilen einfach nur Geschichten vor sich hin erzählen, mitunter auch in scheinbarer Ergänzung vormalig bereits bei ostfussball.com diesbezüglich erst kürzlich erwähnter Publikationen …
(…) Der schwierige Zustand des Baugrundes, der die Kosten beim Umbau des Westsachsenstadions von 15 auf 19 Millionen Euro getrieben hat, ist offenkundig länger bekannt als bislang angenommen. Im Handlungskonzept Zwickau-Schedewitz 2020, verfasst vom Bauplanungsamt im Juni 2008, heißt es, der “weitestgehend begrünte Haldenkörper besteht aber zu großen Teilen aus Kohleschlämmen ehemaliger Absetzteiche mit eingeschränkter Standsicherheit”.
(…) Vor vier Wochen war die Erkenntnis, dass das Westsachsenstadion statt auf einer steinigen Halde auf einem schwammigen Absetzbecken steht, als neu und überraschend bezeichnet worden (…)
Weicher Boden hier, harte Zeitvorgaben da. 3,6 Millionen Euro Fördermittel verspricht sich die Stadt von Bund und Land für die ersten vier Bauabschnitte: Gästezufahrt und drei neue Tribünen. 685.000 sind davon voriges Jahr verbaut worden. In diesem Jahr sind 513.000 Euro von der Sächsischen Aufbau-Bank (SAB) zu erwarten. Gebaut wurde aber noch nichts. Die Zeit droht davonzulaufen. “Wenn wir jetzt nicht starten, ist die städtebauliche Vereinbarung hinfällig”, warnte Hochbauamtsleiter Mirko Richtsteiger (…)
Weiterhin hatte das Amt entschieden, für die Tribünen zunächst nur die Stahlbetonträger auszuschreiben, zu bestellen und zur Seite zu legen, bis die Gründung fertig und die Montage möglich ist. Ursprünglich sollten Material und Montage zusammen vergeben werden, um Rabatte zu bekommen. 565.000 Euro haben die Planer dafür vorgesehen und sich gehörig verrechnet. Denn jetzt sollen allein die Stahlbetonteile ohne Montage rund 1,5 Millionen Euro kosten. Der Ausschuss hat die Notbremse gezogen und die Vergabe gestoppt.
Diese Mehrkosten habe man bei der Oberfinanzdirektion angezeigt, von dort aber noch keine Stellungnahme bekommen, sagte Richtsteiger (…) Ingrid Gatter, Sprecherin der Behörde, sagte (…), man habe weder Informationen über weitere Mehrkosten noch liege ein Auftrag der SAB zur baufachlichen Prüfung von Mehrkosten vor. “Ob die SAB bereits Kenntnis über Mehrkosten hat, ist uns nicht bekannt.”
[Quelle im vollständigen Original -> "Die Planer haben auf Schlamm gebaut", freiepresse.de, 13. Juni 2011]
(…) Die Sportstätte in der Geinitzstraße bleibt auf jeden Fall erhalten! Mit diesem Satz trat Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (…) Gerüchten und Spekulationen entgegen, dass sich die Stadt aufgrund der ausufernden Mehrkosten von der Sanierung des Westsachsenstadions verabschieden wolle. Auch ein Baustopp sei kein Thema. Vielmehr sollen die Planungen präzisiert werden (…)
[Quelle im vollständigen Original -> "Stadionsanierung: Stadt tritt auf die Bremse", tv-zwickau.de, 16. Juni 2011]
(…) Aufgrund der Kostenexplosion beim Umbau des Zwickauer Westsachsenstadions hat Oberbürgermeisterin Pia Findeiß am Donnerstag [16. Juni] eine Prüfung des gesamten Bauvorhabens angeordnet (…)
(…) Ein völliger Baustopp wurde nach Angaben von Findeiß jedoch nicht verhängt. So werde etwa die Drainage unter der künftigen Tribüne eingebaut. Eine endgültige Entscheidung, wie das Stadion umgebaut werden soll, treffe der Zwickauer Stadtrat nach der Sommerpause im September (…)
[Quelle im vollständigen Original -> "Fehlplanungen - Zwickau bremst Stadionumbau nach Kostenexplosion", mdr.de, 16. Juni 2011, 20:19]
(…) In drei Monaten bekommen die Stadträte eine neue Kostenrechnung auf den Tisch, anhand der sie den Bau noch einmal beschließen sollen. Wenn sie es denn tun. Am Donnerstag [16. Juni] schien auch das nicht mehr sicher zu sein. Denn die Stadträte haben mit ihrer vehementen Kritik in verschiedenen Sitzungen erreicht, dass die Stadt nun erst einmal auf die Bremse tritt, wie es Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) (…) nannte. Ein Baustopp sei das nicht, sagte sie ausdrücklich.
Dennoch verzögert sich der gesamte Bau. Und das nicht nur um drei Monate. Er war eigentlich mit 14,8 Millionen Euro veranschlagt. Bleibt es bei den derzeit geschätzten Kosten von 22 Millionen Euro, die auch Meyer [Finanzbürgermeister, Die Linke] als realistisch ansieht, dann könnte sich die Bauzeit vier bis fünf Jahre nach hinten verschieben – über 2014 hinaus. Heißt: Mehr als 2 Millionen Euro kann die Stadt pro Jahr nicht locker machen. An einen Fördermittel-Nachschlag glaubt keiner – jedenfalls nicht in der Größenordnung, die die Stadt nun braucht. Also steht über kurz oder lang auch die Frage, worauf die Zwickauer verzichten müssen, um das neue Stadion zu bekommen. Noch etwas wurde (…) gesagt: “Es gibt viele Alternativen. Wir werden keine Grenzen setzen”, antwortete Pia Findeiß auf die Frage, ob das Vorhaben auch noch völlig andere Formen oder Standorte annehmen könnte.
Bei aller Diskussion um die Folgen der Kostenexplosion steht auch immer noch die Frage nach der Ursache. “Wir sind ohne Baugrundgutachten in dieses Vorhaben gegangen. Das ist das Problem”, sagte Meyer. Auf die Frage, ob das üblich sei, sagte er: “Nein.” Geplant wurde das Stadion 2009 auf Grundlage von Wismut- und anderen Unterlagen. Genaue Untersuchungen habe man erst später vornehmen können. Das Ergebnis lag am 21. April 2011 vor. Zu der Aussage, dass es ein Fehler gewesen sein könnte, den Planer mit einer offenkundig zu niedrigen Kostenbegrenzung ins Rennen zu schicken, wollten sich weder Pia Findeiß noch Bernd Meyer hinreißen lassen (…)
[Quelle im vollständigen Original -> "Planer rechnen nach: Was kostet das Stadion? - Stadtverwaltung wird Stadionbau bis September noch einmal überdenken", freiepresse.de, 16. Juni 2011]
.
