Fundstück des Tages # 170 [Red Bull Leipzig, Pacult, Mateschitz, Fairness]

Mai 6, 2011 | In: Fundstück des Tages, RB Leipzig, Regionalliga Nord, SG Dynamo Dresden, Trainer-Infos


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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren und dabei bereits ihrerseits sprechen; mitunter auch in scheinbar teilweiser Ergänzung der einen (Red Bull Leipzig – Trainerchen, wechsle dich?) oder anderen (Keine Gängelei bei Red Bull Leipzig) oder noch anderen (Red Bull, Leipzig, RasenBallsport und Kasper will Theater spielen) vormaligen Publikation bei ostfussball.com

West-Ost-West-Winker Pacult, September 2006 (Foto: dehli-news.de)

(…) Peter Pacult ist bei einer Blitzvisite am Donnerstag [5. Mai] als neuer Hoffnungsträger von RasenBallsport (RB) Leipzig vorgestellt worden. Der vom heimischen Rekordmeister Rapid im Zwist geschiedene 51-Jährige sprach von einer “sportlich hochinteressanten Aufgabe”, die beim deutschen Viertligisten auf ihn warte.

Pacult will Leipzig langfristig zum Erfolg führen. “Ich weiß um die großen Ziele, die RB hier hat. Ich hoffe, dass ich sie erfüllen kann”, sagte der 51-jährige Österreicher (…) Er soll zunächst den Aufstieg in die dritte Liga schaffen. Als Abstieg sieht Pacult den Job in der 500.000-Einwohner-Stadt in Sachsen nicht (…)

“Gerade in der vierten Liga liegt ein großer sportlicher Reiz. Ich will versuchen, dieses Projekt weiterzuführen”, sagte Pacult, der nicht erst seit seiner Tätigkeit bei Dynamo Dresden (2005 bis 2006) den Ost-Fußball im Blick hat. “Hier kommt kein Greenhorn her.” Langfristig peilt der von Milliardär und Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gesponserte Club die Bundesliga an (…)

Äußern musste sich Pacult auch zu seinem Abgang bei Rapid. “Mir wurde immer etwas unterstellt. Daraus wurde eine Story gedreht, die ich mir gegenüber gemein gefunden habe. Es war so, dass ich den Herrn Mateschitz bei diesem Treffen beim Heurigen zum ersten Mal gesehen und kennengelernt habe”, beteuerte der Wiener. Red Bull sei erst an ihn herangetreten, als er von den Hütteldorfern bereits entlassen worden war. “Erst danach hat es Kontakt gegeben.”

Pacult zeigte sich von der Darstellung seines Ex-Clubs einigermaßen überrascht. “Rapid soll einmal daran denken, wie wir an Spieler herangegangen sind. Da hat es auch Spieler gegeben, die laufende Verträge hatten. Natürlich führt man da Vorgespräche”, meinte er. “In meinem Fall kann ich absolut mit reinem Gewissen sagen, dass ich Herrn Mateschitz damals zum ersten Mal kennengelernt habe.” (…)

Teils heftig waren die Reaktionen auf Pacults Bestellung in den Lokalblättern. Frühere Dynamo-Kicker bezeichneten den Wiener in diversen Zeitungen zwar als fachkundig, aber “menschlich eine Katastrophe”. Eine Behauptung, die der Trainer so nicht stehen lassen wollte. “Vor mir muss sich kein Spieler ducken oder verstecken. Aber man muss mir zugestehen, dass ich zwischen dem Menschlichen und Sportlichen unterscheide und natürlich mehr auf das Sportliche schaue.”

Der auch in Österreich mit einigen Medien auf Kriegsfuß stehende Pacult äußerte zum Abschluss der Pressekonferenz deshalb gleich einen Wunsch: “Jeder soll sich ein eigenes Bild von mir machen und nicht das mitnehmen, was in Österreich über mich geschrieben wird. Man sollte jedem Trainer die Chance geben, fair aufgenommen zu werden.” (…)

[Quelle im vollständigen Original -> "Pacult will mit Leipzig nach oben", sport.orf.at, 5. Mai 2011]


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