Fundstück des Tages # 144 [Chemnitzer FC, Aufstieg, Fischerwiese]

März 9, 2011 | In: Chemnitzer FC, Fundstück des Tages, Regionalliga Nord, Stadion-Infos


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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und dabei zuweilen bereits ihrerseits auch einfach nur gegen den Einen oder für den Anderen selbst zu sprechen scheinen

In der vergangenen Woche brachte Peter Müller, wie gewohnt persönlich, die Lizenzunterlagen in die DFB-Zentrale nach Frankfurt/M. Neben dem Problem, die finanzielle Seite der kommenden Saison abzusichern, hätte die CFC-Leitung im Falle des Aufstiegs in die 3. Liga auch noch ein Stadionproblem auf dem Tisch. Denn vom DFB werden mindestens 2.000 Sitzplätze gefordert – die Fischerwiese hat ein paar über 1.000. Unterstützung von der Stadt können sich die Himmelblauen aber abschminken. Die “Freie Presse” befragte für ihre Samstagsausgabe Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zur Situation der Sportstätten in Chemnitz. In einem Teil des Interviews heißt es zur Stadionsituation des CFC:

Freie Presse: Der CFC marschiert Richtung dritte Liga. Dem Verein fehlt aber ein zeitgemäßes Stadion. Warum sind neue Arenen in Magdeburg oder Halle möglich, in Chemnitz jedoch nicht?

Barbara Ludwig: Alle, die sich so vehement für ein neues Stadion interessieren, sollten auch als Besucher zum Fußball gehen. Voraussetzung für ein neues Stadion ist ein größerer Zuschauerzuspruch. Der CFC spielt seit Saisonbeginn erfolgreichen Fußball. Dennoch kommen nach wie vor nur 3.000 bis 4.000 Besucher. Außerdem ist das Stadion weitestgehend drittliga-tauglich, seit wir 2009 rund 1,5 Millionen Euro investiert haben.

Der DFB fordert für die dritte Liga 2000 Sitzplätze. Im Stadion Gellerstraße gibt es derzeit aber nur reichlich 1000.

Wenn sich die Mannschaft in der dritten Liga etabliert, werden wir mit den CFC-Verantwortlichen reden, um eine Lösung zu finden. Und was andere Städte angeht: Ich staune über die Hallenser, dass sie sich trotz hoher Verschuldung ihrer Kommune ein neues Stadion leisten. In Chemnitz wäre das nicht möglich, weil die Landesdirektion so ein Projekt gar nicht genehmigen würde.

Ein privat finanzierter Stadionbau ist wohl Utopie?

Wir haben in der Stadt gegenwärtig kein Unternehmen, das als Namensgeber infrage kommt und so viel Geld investieren kann.

(…) Doch daran mag Barbara Ludwig derzeit wohl keine Gedanken verschwenden. Dass sie noch nicht einmal um private Investoren kämpft, ist erschreckend. Es bestätigt aber auch das von der Oberbürgermeisterin gewonnene Bild der Gleichgültigkeit gegenüber dem CFC und dem Chemnitzer Sport im Allgemeinen. Natürlich kann die Stadt dem CFC nicht im Alleingang ein neues Stadion hinsetzen – schon gar nicht in Zeiten, in denen die Kommune an allen Enden (aus Zwang) knausert. Aber eine Oberbürgermeisterin hat soviel Einfluss, dass sie Menschen zusammentrommeln kann, um eine Lösung für den Club und sein Stadion zu finden. Doch selbst dies ist dem Interview zufolge nicht erkennbar. Und so können die Macher des CFC dann wohl nur allein weiter um eine Modernisierung des Stadions kämpfen, während selbst in Plauen eine neue Gegentribüne in der Sonne glänzt und in Zwickau die Bagger am Stadion rollen …

[Auszug, "Oberbürgermeisterin lässt CFC in Stadionfrage im Regen stehen!'", 7. März 2011, cfc-fanpage.de]


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