Fundstück des Tages # 137 [Chemnitzer FC, Tradition versus Retorte Red Bull Leipzig]
Februar 4, 2011 | In: Chemnitzer FC, DFB-Pokal, Fundstück des Tages, Fußballfans, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Trainer-Infos
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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche zumeist einiges schon selbst postulieren und dabei gelegentlich durchaus gewissermaßen bereits ihrerseits sprechen …
(…) Armut schlägt Reichtum, Tradition schlägt Retorte: Der Chemnitzer FC zeigt dem finanziell übermächtigen Rivalen RB Leipzig in der 4. Liga die Grenzen auf. Wenn am Wochenende die Regionalliga-Rückrunde beginnt, haben die Himmelblauen beste Karten, den Durchmarsch des Millionen-Projekts zu verhindern und in der Fanszene viele Sympathien zu gewinnen.
“Das Duell David gegen Goliath hat immer seinen Reiz”, sagte der CFC-Vorstandschef Mathias Hänel (…) Chemnitz, DDR-Meister von 1967 und Stammklub von Michael Ballack, führt die Tabelle an und liegt zwölf Punkte Vorsprung vor Leipzig, das den Aufstieg mit den Getränke-Millionen von Red Bull im Rücken fest eingeplant hatte.
Doch nun gerät das Projekt ins Stocken, der CFC frohlockt. “Die Jungs sehen es als reizvolle Aufgabe an, gegen einen finanziell besser gestellten Klub wie RB Leipzig zu bestehen”, sagte Trainer Gerd Schädlich (…)
Zwar will man auch in Chemnitz erfolgreich sein und in die 3. Liga aufsteigen, eine Entwicklung wie in der Messestadt Leipzig ist für den Vorstandsvorsitzenden aber nicht vorstellbar. “Natürlich ist der wirtschaftliche Posten wichtig. Aber wir werden uns niemals fremdbestimmen lassen”, sagt Hänel.
Das neue Selbstvertrauen ist rund um das veraltete Stadion an der Gellertstraße überall spürbar – und auch verständlich. Der Erfolg gibt dem einstigen FC Karl-Marx-Stadt recht. “Wir sind zufrieden mit der Hinrunde. Das war nicht unbedingt zu erwarten”, sagte Schädlich. Zwar habe man schon vor der Saison angekündigt, um den Aufstieg mitzuspielen. “Dass sich allerdings eine solche Eigendynamik entwickelt und der Vorsprung schon so komfortabel ist, damit konnte man vorher nicht rechnen.” (…)
Auch im DFB-Pokal hinterließen die Chemnitzer (…) einen guten Eindruck. Gegen den Bundesligist VfB Stuttgart verpassten sie im eigenen Stadion nach großem Kampf erst durch ein 1:3 nach Verlängerung den Sprung ins Achtelfinale. Anschließend frotzelte der Stadionsprecher noch ganz im Rausch des dramatischen Pokal-Fights: “Heute haben wir hier ein tolles Fußballfest erlebt, auch ohne Millionen eines Getränkeherstellers.”
[Quelle im vollständigen Original -> "David vor Goliath - Chemnitz ärgert Krösus RB Leipzig", op-online.de , 3. Februar 2011]
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