Fundstück des Tages # 130 [Von Red Bull in Salzburg lernen, heißt für Leipzig ...?]
Januar 13, 2011 | In: Fundstück des Tages, RB Leipzig, Stadion-Infos
.
Ladbrokees.com - Nr. 1 bei Fussballwetten!
50 Euro kostenlose Wette!
ladbrokes.com >>>
In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei bereits ihrerseits sprechen oder eben auch einfach nur eine Geschichte erzählen; welche den Leserinnen und Lesern als kleiner und wie auch immer weiterbildender Lesetipp mitnichten vorenthalten werden soll; mitunter auch in scheinbar teilweiser Ergänzung von einigen diesbezüglich vormaligen Publikationen (Leipzig: Red Bull darf ohne Prüfung vor sich hin holzen) bei ostfussball.com …
(…) Mittels Trainingszentrum soll im Landschaftsschutzgebiet die große Bühne für das “RB-Märchen” (Bürgermeister Heiko Rosenthal) entstehen. Leipzigs Auwald würde so zum Märchenwald. Derweil entwickelt sich die Errichtung des Salzburger Mutterhauses zur “never ending story”.
Seit 2005 müht sich der Energy-Drink-Konzern aus dem Salzburgischen um die Errichtung einer Fußballakademie für Red Bull Salzburg. Auf dem Geläuf des mehrmaligen Champions League-Teilnehmers sollen talentierte Jungbullen zu versiertem akademischen Nachwuchs für die Profimannschaften im Global Soccer Universum reifen. Solch Ding will mitunter Weile haben, auch im Fußball geht so manches Spiel in die Verlängerung.
Ausgerechnet das Gelände einer ehemaligen Trabrennbahn hatten die Salzburger Red Bull-Macher für ihre Soccer Academy ausgeguckt und 2007 angekauft. Dumm nur: Die Lieferinger Au, in der Fußballlehrer bereits heute Jungbullen auf Trainingsplätzen auf Trab bringen, ist Teil eines Naturschutzgebietes. Deshalb ist die Diskussion um die naturschutzrechtlichen Fragen des Projekts bis heute nicht ausgestanden. Die Akte des Dramas sind mit “Flächenwidmung”, “Umweltschutz” und “Bauverfahren” überschrieben.
So platzte im August 2010 dem Salzburger Ratsherrn Helmut Hüttinger der Kragen. Ohne Rücksicht auf behördliche Auflagen seien bei der Fußballakademie (…) ganze Baumreihen gefällt worden, teilte der örtliche Klubobmann der Bürgerliste (…) mit. Der Vorsitzende der grünen Ratsfraktion sprach von “illegalen Rodungen in Lieferinger Au” und fragte erbost: “Warum glaubt Red Bull, dass die Auflagen nur für andere gelten?”
Eine neue Wendung nahm das Salzburger Red Bull-Märchen, als im Oktober 2010 die Naturschutzbehörde des Landes Salzburg seine Stellungnahme vorlegte. Tenor: Hochbauten wie das Akademiegebäude sowie die geplanten Eishockey- und Fußballhallen passen nicht in das dortige Schutzgebiet.
Das wollte die Salzburger Landesregierung damals so nicht stehen lassen. “Die Interessenabwägung und Bewertung des Gesamtprojekts obliegen der Stadtgemeinde”, erklärte der Umweltschutzreferent des Landes Sepp Eisl. “Stellungnahmen von Experten sind kein Hindernis, die raumordnungsrechtlichen Voraussetzungen für die Akademie zu schaffen”, so der ÖVP-Politiker (…)
Der angesprochene lokale Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) sagte damals (…): “Als eigentlicher Kritiker des Projekts bin ich mir etwas deppert vorgekommen.” Doch dann bemühte der grüne Kommunalpolitiker die kaiserlich-bayerische Fußballmaxime “Schauen wir mal.”
Wilfried Rogler von der “Aktion Grünland Salzburg” wurde deutlicher und sprach von einem “augenscheinlichen Kniefall vor dem Red-Bull-Projekt”. Das habe es in dieser Deutlichkeit noch nie gegeben (…)
Und dann ist da noch die Sache mit der Zuschauertribüne und dem Verkehr bei Veranstaltungen. Eigentlich ist das Trainingsgelände in der Lieferinger Au nicht für Veranstaltungen vorgesehen. Deshalb war Salzburgs Baustadtrat Johann Padutsch baff erstaunt, als Red Bull plötzlich die Tribüne wollte. “Es ist ja am Anfang gesagt worden, wir brauchen dort nicht wahnsinnig viel für den Verkehr machen, weil es keine Veranstaltungen geben wird”, so der grüne Dezernent im Januar 2010 (…), “jetzt gibt es eine Tribüne. Ob das dann verkehrlich ein Problem bringt, mag man sehen, wie man will. Es ist eher ärgerlich, weil das am Anfang kein Thema war.”
So richtiger märchenhaft klingt diese Kunde aus dem Salzburger Land dann doch nicht. Manch Leipziger wähnt sich in Kenntnis der dortigen Vorgänge bereits vor einem Déjà-vu. Ob sich die Salzburger Geschichte in Leipzig wiederholen wird, wird man sehen.
Doch wenn sich Geschichte wiederholt, dann zumeist nicht als Märchen. Sondern “das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce”, hat Karl Marx einmal niedergeschrieben. Und auf Marxens Analysen lässt der eine oder andere Leipziger Lokalpolitiker auch heutzutage nichts kommen. Na dann: “Schauen wir mal.”
[Quelle im vollständigen Original -> "Red Bull Academy: In Salzburg fallen schon die Bäume", Leipziger Internet Zeitung (l-iz.de), 10. Januar 2011]
.


3 Antworten to Fundstück des Tages # 130 [Von Red Bull in Salzburg lernen, heißt für Leipzig ...?]
Ost-Kurt
Januar 13th, 2011 at 16:48
“Warum glaubt Red Bull, dass die Auflagen nur für andere gelten?” Da werden sich wohl einige Leipz’scher noch umgucken …
Ur-Leipziger
Januar 14th, 2011 at 09:14
Da hätten die Leipziger Stadtoberen schon hellhörig werden müssen …
Es ist doch mit System, dass die Eventvereine ihre Trainingsplätze gleich am Stadion haben wollen … (hat nicht mal der FC Bayern). Denn so kann man 7 Tage die Woche doch ein schönes Fußballdisneyland aus dem Fußball machen und ganzen Busladungen von eventverrückten Markenopfern das Geld aus den Taschen ziehen …
Wie gesagt, bei diesem “Freizeitpark des Fußballs” kann er dann seine ganze Marketingmaschine zum Laufen bringen und horrende Umsätze machen (privat) …
Ekelhaft …
Ost-Kurt
Januar 14th, 2011 at 16:15
chief: … Gibt es auch einen Quellenauszug zu dem haltlosen Gerücht mit den 2500 €? …
-> Kommentar
… interessiert das etwa jemanden?