Fundstück des Tages # 122 [RasenBallsport Leipzig, Trainingsgelände, Olé?]

Dezember 15, 2010 | In: Fundstück des Tages, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Stadion-Infos


.
Ladbrokees.com - Nr. 1 bei Fussballwetten!
50 Euro kostenlose Wette!
ladbrokes.com >>>

In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei durchaus bereits ihrerseits sprechen oder einfach nur Geschichten über die Geschichte und die Zukunft zu erzählen scheinen; mitunter auch in teilweiser Ergänzung von einigen diesbezüglich vormaligen Publikationen (Trainingsgelände RasenBallsport Leipzig: Vollendete Tatsachen?) bei ostfussball.com

(…) Mit großer Mehrheit hat der Leipziger Stadtrat am Mittwoch [15. Dezember] dem Aufstellungsbeschluss für das neue Trainingsgelände für den Regionalligisten Rasenballsport Leipzig (RB) zugestimmt. Ziel sei, so Baubürgermeister Martin zur Nedden, dass das Projekt am Cottaweg eine planungsrechtliche Grundlage bekomme. Eine 28 Hektar große Fläche in Nachbarschaft zu Lindenau und dem Auwald ist jetzt neu zu ordnen. In der Vergangenheit war von Leipziger Bürgern beklagt worden, dass Red Bull ein Geheimnis aus der Standortentwickung mache.

Für ein Teilgebiet hat Red Bull bereits einen Bauantrag eingereicht. Baubürgermeister zur Nedden sagte, dass aufgrund der Vornutzung durch Sportstätten eine Genehmigung “nach jetzigem Kenntnisstand” möglich sei. Insgesamt sei das Gebiet des Aufstellungsbeschlusses größer als die bisher bekannt gewordenen Bauvorhaben: “Das liegt daran, dass sich dann alle Fragen des Miteinanders bewältigen lassen” (…)

Fragen hatte es immer wieder um das Gebiet der Kleinmesse gegeben, dessen Stellplätze im Norden des Areals an RB gehen sollen. Die Fragen, wie die Kleinmesse in das Konzept eingebunden wird, blieben heute offen.

“Geheimniskrämerei können wir nicht brauchen. Ein gutes Image ist für Red Bull und das Fußballprojekt notwendiger denn je”, sagte Siegried Schlegel von Fraktion der Linkspartei. Die Linke unterstützte am Ende das Projekt genauso wie die SPD-Fraktion, die die Sorgen Lindenauer Bürger in die Ratssitzung transportierte: Von der Zukunft des Palmengarten-Varietés über den Fortbestand Lindenauer Vereinssportstätten bis zur Frage nach der Verkehrsanbindung reichten die Fragen (…)

Bürgermeister zur Nedden betonte, dass mit dem Votum für den Aufstellungsbeschluss der Weg für die reguläre Bürgerbeteiligung offen sei. Er kündigte auch an, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung Teil des weiteren Verfahrens sein könne.

pussy

[Quelle im vollständigen Original -> "Leipzigs Stadtrat stimmt RB-Trainingszentrum am Cottaweg mit großer Mehrheit zu", lvz-online.de, 15. Dezember 2010, 15:16]


.


13 Antworten to Fundstück des Tages # 122 [RasenBallsport Leipzig, Trainingsgelände, Olé?]

admin

Dezember 15th, 2010 at 20:13

Er kündigte auch an, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung Teil des weiteren Verfahrens sein könne.

Sein könne? Wenn es nicht durchgeführt wird, werden sich die Gerichte damit beschäftigen müssen. Wie gesagt, das letzte Wort ist damit noch lange nicht gesprochen. Die Entscheidung heute war in dieser Art ja so zu erwarten …

Benne

Dezember 15th, 2010 at 20:23

“Wo kein Kläger – da kein Richter” lautet ein allseits bekanntes Sprichwort. Wer klagen will, muß vorab Gerichtskosten zahlen und hat zusätzlich die Kosten der beklagten Partei an der Backe, wenn er scheitert. Bin gespannt, wer das – außerhalb vollmundiger Ankündigungen in kostenfreien Foren – tatsächlich aus eigener Tasche riskiert. Mal ganz von der m.E. nicht ganz unwesentlichen Tatsache abgesehen, dass ein Rechtsschutzinteresse für Dritte im Baugenehmigungsverfahren ohnehin nur für einen beschränkten Adressatenkreis bestehen dürfte; unmittelbare Anwohner etc.pp. Die gibt es – jedenfalls soweit ich die Örtlichkeiten aus eigenem Ansehen kenne – für die bislang ausgewiesene Fläche, von den bisherigen Flächennutzern abgesehen, nicht. 

admin

Dezember 15th, 2010 at 20:30

Ich gehe davon aus, dass die verschiedenen Umweltverbände sicherlich eine Klage anstreben werden. Dieses Zielstreben wurde ja im Vorfeld bereits deutlich gemacht. Ich gehe aber 100 Prozent davon aus, dass diese Umweltverträglichkeitsprüfung aber auch ohne gerichtliches Verfahren starten wird.

Dampfplauderer

Dezember 15th, 2010 at 23:20

Nun ja, allerdings sehe ich für die Umweltverträglichkeitsprüfung das Ergebnis schon so ein wenig voraus. Denn wenn das Verfahren bezüglich Stuttgart 21 in vollem Umfang genehmigt wurde, wo wesentlich mehr in die Umwelt eingegriffen wird, dann dürfte es beim Trainingszentrum wohl kaum Probleme geben. Erstaunlich allerdings, was Proteste bei S-21 bewirken konnten …

Das es allerdings Proteste in solchem Umfang wie in Stuttgart geben könnte, halte ich für absolut ausgeschlossen. Und zwar deshalb, weil das Projekt S-21 ja nicht nur wegen der Umwelt so umstritten ist, sondern weil unzählige Millionen von Euros für etwas rausgeworfen werden, was kaum jemandem etwas bringt. Aber meines Wissens zahlen die Red Bulls ja ihr Zentum selber. Damit bleibt als Kritikpunkt die Umwelt, was aber m.E. in diesem Fall nicht reichen dürfte, um die Genehmigung zu kippen. Politik ist eben selten nur auf reine Gerechtigkeit angelegt, sondern auch auf den “Ausgleich divergierender Interessen”. Guts Nächtle.

MP

Dezember 16th, 2010 at 11:04

@ Dampfplauderer: Von welcher “reinen Gerechtigkeit” sprichst Du bitte? Ich kann mit meinen juristischen Kenntnissen (habe dies studiert) keine Ungerechtigkeiten erkennen………

Benne

Dezember 16th, 2010 at 11:47

@MP: Volle Zustimmung. Ich sehe nicht, was es am Verfahren zu “bekritteln” gibt. Und das ganz ohne rot-weiße Brille (allerdings ebenso mit “Vorbildung” und 15 Jahren gleichgelagerter Tätigkeit.. :-D )

Dampfplauderer

Dezember 16th, 2010 at 16:43

@MP: also ich hab das erste Staatsexamen. Und du? Reine Gerechtigkeit würde hier bedeuten, dass man eben auch die Umwelt schützt. Aber da sind hier halt andere politische Interessen vorrangig.

MP

Dezember 16th, 2010 at 17:44

Als Jurist mit ersten juristischen Staatsexamen hast du gelernt, Sachverhalte ausschließlich nach der Faktenlage zu beurteilen und deine Argumentation nicht auf Vermutungen und Eventualitäten zu begründen. “Hätte, wenn und aber” hat in der juristischen Beurteilung nicht zu suchen.
 
Zweitens: Der Stadtrat hat die Faktenlage bzgl. eines Aufstellungsbeschlusses geregelt. Und wie du aus ÖR weißt, ist dies nicht mit dem konkreten Bauantrag und dessen Genehmigung oder Versagung gleichzusetzen. Die öffentliche Diskussion kann nun beginnen; diese ist auch notwendig.
 
Drittens: Und letztlich kann ich den bis dato getroffenen Entscheidungen keine Umweltzerstörung oder stärkere Umweltbelastung entnehmen, als dies in der Vergangenheit und aktuell gegeben ist.
 
Welche politischen Interessen sind aus deiner sicht vorrangig? Welche dieser Interessen würden dann dem Gebot der “Verhältnismäßigkeit der Mittel” widersprechen?

Dampfplauderer

Dezember 16th, 2010 at 19:56

Du übersiehst, dass die Gesetzeslage eine Sache ist, die politische Meinungsbildung und Entscheidung aber oft eine ganz andere. Wie sagt man schon im Zivilrecht: einen Anspruch zu haben, ist eine Sache, ihn aber durchzusetzen, oft eine ganz andere…. Und auch im Ö- Recht gibt es ja einen Ermessensspielraum. Wie der ausgeschöpft wird, das geht wieder oft ins politische hinein. Hier werden Bäume im Leipziger Auenwald gefällt. Wieviele weiß ich freilich nicht. Wenn es ausserhalb des hier diskutierten Standortes auch Flächen gibt, wo keine Bäume stehen und die auch geeignet wären, dann müßte man unter dem Gesichtspunkt der Umwelt sagen: baut dort, und nicht da, wo Bäume gefällt werden müssen. Aber dann kommen wieder politische Interessen ins Spiel: sich mit Red Bull gutzustellen, bringt dem Stadtrat sicher mehr Pluspunkte, als es nicht zu tun…..Gesetz und Recht sind mit Politik viel viel enger vermischt als man das im Studium lernt.

MP

Dezember 16th, 2010 at 20:17

naja, ganz nette worte … mehr nicht

Dampfplauderer

Dezember 16th, 2010 at 20:30

Nett ist nicht die Frage. Aber das weißt du ja.

MP

Dezember 17th, 2010 at 07:48

der Professor hätte dir wahrscheinlich folgenden korrekturvermerk an deine arbeit geschrieben: “viele worte, die entscheidende aussagekraft fehlt, mutmaßungen zum sachverhalt…….. insgesamt 5 punkte, bestanden”.
 
aber spaß beiseite: du hast im grundsatz recht. aber für ein trainingszentrum einen schärferen maßstab anzulegen, als bei so vielen anderen bauprojekten, halte ich für verfehlt. mal ganz davon abgesehen: lass die öffentliche meinungen (politische vertreter, institutionen, bürger) ab jetzt diskutieren. ggf. stellen wir im anschluss fest, dass die ganze aufregung hinsichtlich umweltschutz etc. nicht von nöten wahr und man lediglich an der kommunikation zum projekt seitens stadt und investor hätte “feilen” können.
 
abschließend: ich sehe das trainingszentrum an diesem ort und bin der festen überzeugung, dass umweltbeeinträchtigen nicht oder in nicht stärkerem maße erfolgen, als dies bis dato der fall war.

Dampfplauderer

Dezember 17th, 2010 at 08:20

Nun ja, seit ich mein Studium beendet habe, sinds schon ca. 12 Jahre her, da baut man seine Argumentation eben nicht mehr ganz so strukturiert auf. Zumal ich seitdem nichts mehr mit Jura zu tun habe.
Denke auch, dass das Trainingszentrum an diesen Ort kommen wird. Und dass die Diskussionen bei weitem nicht so ausarten werden, wie bei Stuttgart 21.
 
 

Comment Form

   

Kategorien

 

Mai 2012
M D M D F S S
« Apr    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031