Fundstück des Tages # 118 [Ostfußball, Intensivstation oder Reha-Bereich?]

Dezember 6, 2010 | In: Berlin - Fußball-Verband, Brandenburg - Fußball-Verband, Fundstück des Tages, Meck-Pomm - Fußball-Verband, Sachsen - Fußball-Verband, Sachsen-Anhalt - Fußball-Verband, Thüringen - Fußball-Verband


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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei durchaus ihrerseits sprechen oder einfach nur Geschichten über die Geschichte und vielleicht auch schon die nähere Zukunft zu erzählen scheinen …

(…) Der Ost-Fußball geht am Stock, die Ära Moldenhauer ist vorbei – und jetzt geht dem Verband auch noch das Geld aus.

Der neue Chef der sportlichen Krisenregion zwischen Rostock und Erfurt wählte unmittelbar nach seiner Wahl auf dem Verbandstag drastische Worte und verglich seinen Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV), der die sechs Landesverbände des Ostens vereinigt, mit einem “Patienten auf der Intensivstation”. Der DFB hat für die kommenden vier Jahre nochmals Hilfe versprochen, allerdings “mit bescheideneren Mitteln”, sagte DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt.

160.000 Euro soll der DFB, der nach der Wende rund 35 Millionen Ost-Hilfe ausgab, nochmals als Zuschuss überweisen. Eine Garantie auf kurzfristige Besserung gebe es nicht, schloss Rainer Milkoreit aus Apolda an, der den Wende-Präsidenten Hans-Georg Moldenhauer beerbte und (…) zum neuen starken Mann des NOFV gewählt wurde. Es werde in den nächsten Jahren ein schwieriger Spagat zwischen Einnahmen und Ausgaben: “Nur wenn uns der gelingt, können wir den Patienten in den Reha-Bereich führen”, betonte Milkoreit.

Wurde kürzlich in Leipzig vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch mit einer zweitägigen Gala 20 Jahre Einheit gefeiert, so kamen nun in Potsdam die noch immer bestehenden Unterschiede ungeschönt auf den Tisch (…) Zudem lähmte der Finanzbericht die Diskussionsfreudigkeit der 127 Delegierten spürbar.

Die Verbands-Einnahmen sind von 890.000 Euro 2007 auf 722.000 Euro im Jahr 2010 gesunken. Der Plan für 2011 sieht nur noch 587.000 Euro vor. Dies wurde vor allem mit einem “dramatischen Rückgang” der sogenannten Spielabgaben begründet, die der Verband aus den Heimspieleinnahmen der Proficlubs erhält. Da dem Osten ein Erstligist fehlt und der Grundlagenvertrag zwischen DFB und Deutscher Fußball- Liga (DFL) den Prozentsatz zudem verringert, fehlt nun Geld.

[Quelle im vollständigen Original -> "Patient Ost-Fußball: Neuer Chef und kein Geld", newsticker.sueddeutsche.de, 5. Dezember 2010, 10:46]

Faksimile: abvmob.de

Faksimile: abvmob.de

(…) Ist die Lage tatsächlich so schlimm? Sie ist es. Dramatisch zurückgehende Einnahmen, kein Erstligist, eine stockende Talente-Entwicklung. 20 Jahre nach der deutschen Einheit geht der Fußball im Osten der Republik immer mehr am Stock.

Und Hilfe von außen ist nicht mehr zu erwarten. Der DFB (…) schießt in den nächsten vier Jahren gerade mal noch 160.000 Euro zu. Danach ist Schluss.

Milkoreit und sein Team sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. Es müssen neue Wege beschritten werden, um die Finanzen zu sanieren. Beispielsweise durch den Verkauf der Namensrechte an den Ligen. Nur so 
wird es gelingen, den Patienten Ost-Fußball erfolgreich durch die Rehabilitation zu führen.

[Quelle im vollständigen Original -> "Der ostdeutsche Patient", Märkische Oderzeitung, 5. Dezember 2010, 17:29]


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5 Antworten to Fundstück des Tages # 118 [Ostfußball, Intensivstation oder Reha-Bereich?]

MikeRohsoft

Dezember 7th, 2010 at 09:42

Neue Wege?
Aber nicht doch! Wir haben doch unsere Tradition.
Die “Ostvereine” stehen doch gut da. Spielen alle oben mit, die Stadien sind brechend voll, Woche für Woche attraktive Gegner, die Sponsoren stehen Schlange.
Was haben die denn?

Tropentheo

Dezember 7th, 2010 at 09:58

Also mein Stadion ist immer brechend voll,atraktive Gegner(tratitionelle Fussballklassiker) gibs auch,was nur nervt,das sich ein Despot aus Österreich hier eingekauft hat und somit unseren Ostfussball aus den Angeln heben will…
Dem DFB geht doch der Osten am Arsch vorbei,weil nun mal hier keine potenten Sponsoren am Werk sind die dem Verband Geld in den Arsch blasen können( Bsp.Daimler)
Deshalb konnte sich ja auch die Heuschrecke hier einnisten…
Am besten den DFB die Pistole auf die Brust setzen und sagen,wir machen unseren eigenen Verband mit eigenem Spielbetrieb( natürlich ohne Rasenball.ist ja KEIN OSTVEREIN)

MikeRohsoft

Dezember 7th, 2010 at 13:34

Jaja, am besten fangen wir wieder an alles zu trennen, dann bauen wir die Mauer wieder auf und sprühen in Großbuchstaben TRADTION dran. Ganz tolle Idee. Hat noch jemand so einen Vorschlag?

Rudi Mental

Dezember 7th, 2010 at 13:37

Gute Idee.
Bauen wir eine Mauer nach Österreich!
 

Dampfplauderer

Dezember 7th, 2010 at 14:44

@tropentheo: Ich würde dir raten Tropenholz zu schützen, dann tätest du mal was sinnvolles, anstatt hier so herumzulabern.
Also wenn RB kein Ostverein ist, dann liegt Leipzig eben im Westen. Wurschtegal, hauptsache Rasenball mischt bald die Buli auf. Rasenball Leipzig : Wo Fußball noch rockt!!!

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