Fundstück des Tages # 103 [Carsten Kammlott, RB Leipzig, Beschimpfungen ignorieren]
November 3, 2010 | In: 3. Liga, Chemnitzer FC, FC Rot-Weiß Erfurt, Fundstück des Tages, RB Leipzig, Regionalliga Nord, Spieler-Infos
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In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke als solche zumeist einiges selbst postulieren und dabei durchaus ihrerseits sprechen, zuweilen in Fortsetzung (Carsten Kammlott, RB Leipzig) oder auch in scheinbarer Ergänzung (RB Leipzig, “Keiner mag uns – scheißegal”) gewisser Ereignisse (Regionalliga Nord: RB Leipzig zu “Gast” in Lübeck) sowie einiger anderer vormalig dahingehender Publikationen bei ostfussball.com …
(…) Vier Monate nach seinem Wechsel vom FC Rot-Weiß zu RB Leipzig ist Carsten Kammlott erst jetzt beim Regionalligisten richtig angekommen. Gegen Hertha II (2:0) erzielte er (…) sein erstes Pflichtspiel-Tor. Im Interview [mit der Thüringischen Landeszeitung (TLZ)] spricht er über seine Erfahrungen als RB-Spieler, die nicht immer angenehm sind.
Worin unterscheiden sich RB Leipzig und der FC Rot-Weiß aus Ihrer Sicht am meisten?
Im Stadion … Was das Sportliche betrifft, war es in der 3. Liga einfacher. Da hatte man mehr Platz zum Spielen. Und in Erfurt war nicht jeder gegen uns.
Welches war Ihr bisher negativstes Erlebnis dieser Art?
Das war in Lübeck. Als wir dort aus dem Bus stiegen, wurden wir von den Fans bespuckt und übel beleidigt. Man lernt hier ja, Beschimpfungen zu ignorieren. Aber was in Lübeck ablief, ging weit unter die Gürtellinie.
Können Sie die Antipathie gegenüber RB nachvollziehen?
Ich weiß, dass dem Verein vorgeworfen wird, keine Tradition zu haben und mit dem Geld um sich zu werfen. Doch das Konzept ist für den Osten eine Riesen-Sache. In zwei, drei Jahren wird in Leipzig Bundesliga-Fußball live zu sehen sein.
Ein Selbstläufer scheint der Durchmarsch in Liga drei allerdings nicht zu werden.
Ja, die Chemnitzer spielen eine richtig gute Runde und sind bereits sechs Punkte weg. Es wird schwer, sie noch einzufangen. Wenn wir jedoch das Heimspiel Ende November gegen sie gewinnen, sieht es gleich besser aus.
Wie sehr haben Sie die Äußerungen jener Kritiker geärgert, die mit Unverständnis auf Ihren Weg in die 4. Liga reagierten?
Ich habe sie zur Kenntnis genommen mehr nicht. Ich kann auch in der Regionalliga noch viel lernen. Außerdem sehe ich in Leipzig die große Chance, einmal Bundesliga zu spielen. Und ich konnte in der Nähe meiner Heimat bleiben. In einer Stunde bin ich zu Hause in Nausitz.
Und das viele Geld?
Wenn man sich finanziell verbessern kann, macht man es sicherlich nicht ungern. Aber das war nicht mein Hauptgrund.
[Interview-Auszug, "Ex-Erfurter Carsten Kammlott: 'Bespuckt und beleidigt'", tlz.de, 3. November 2010]
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25 Antworten to Fundstück des Tages # 103 [Carsten Kammlott, RB Leipzig, Beschimpfungen ignorieren]
Roswitha
November 3rd, 2010 at 14:09
Was war denn der Hauptgrund des Wechsels von der 3. Liga in die Regionalliga? Darauf gibt es leider keine Antwort von ihm.
Schade für einen so jungen und talentierten Menschen, dass er sich bei RB jetzt so seinen guten Ruf versaut.
Achso, in zwei Jahren Bundesliga ist rein rechnerisch schon mal nicht machbar und wenn man nicht aufsteigt, dann erst recht nicht.
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 14:21
Wer redet denn hier von zwei Jahren? Das ist wohl deine Erfindung. Kammlott ist noch jung, da wäre Bundesliga in 3, 4 Jahren auch o.k.
Und bei RB hat er natürlich wesentlich bessere sportliche und finanzielle Perspektiven als bei Erfurt. Das ist so klar, das braucht der gar nicht extra erwähnen. Welcher gute Ruf? Wenn du Bundesliga spielen kannst, ist dass das beste für deinen Ruf, egal in welchem Verein.
[om]
November 3rd, 2010 at 14:31
“In zwei, drei Jahren wird in Leipzig Bundesliga-Fußball live zu sehen sein” [Kammlott] – “Wer redet denn hier von zwei Jahren? Das ist wohl deine [@Roswitha] Erfindung” [Peter Stocker from S.]
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 14:39
Danke für die Berichtigung. Aber zur Bundesliga gehört auch die dritte und die zweite Bundesliga, insofern hat Rosi wieder Unrecht, weil es im Falle des Aufstiegs schon in einem Jahr möglich sein kann, Bundesliga live in Leipzig zu sehen.
Der Begriff “Bundesliga” meint nämlich die ersten drei Ligen.
Und so hat es Kammlott natürlich auch gemeint, er weiß ja selber, dass man es in die Erste nicht in zwei Jahren schaffen kann, so viel Intelligenz müsst ihr ihm schon zutrauen – auch wenn er jetzt bei RB spielt.
admin
November 3rd, 2010 at 14:41
Falsch, deshalb heißt es auch 3. Liga und untersteht nicht der DFL sondern dem DFB! Bundesliga ist nur 1. + 2.
Rein sportlich gesehen ist ein Gang von der 3. Liga in die Regionalliga immer ein Schritt zurück und schlecht für seine weitere Entwicklung. Er ist nur dem Ruf des Geldes gefolgt. Angeblich gab es ja Angebote aus der 2. Bundesliga für Kammlott, nur gab es bei RB eben mehr Geld.
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 14:43
Werde ich überprüfen.
Dennoch kann RB auch in zwei Jahren in der zweiten Bundesliga sein. Ohne Probleme. Und wird es wohl auch.
Dr. Acula
November 3rd, 2010 at 14:53
Der Junge braucht aber JETZT Einsätze auf höchst möglichem Niveau, und nicht erst in zwei Jahren, zumal daraus drei werden können, wenns dieses Jahr nicht klappt.
Aus sportlicher Sicht war seine Entscheidung grob fahrlässig, aber offensichtlich eh nur sekundär.
admin
November 3rd, 2010 at 15:02
Wer garantiert den Aufstieg in dieser oder jeder weiteren Saison für RB Leipzig? Es sind schon jetzt sechs Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aus Chemnitz, dazu kommt noch das Torverhältniss zu Gunsten des CFC. Wenn es nicht klappt, werden in der nächsten Spielzeit die Karten neu gemischt.
Ein Aufstieg aus der Regionalliga ist nicht leicht, da immer nur eine Mannschaft aufsteigt. Dafür hat ja die DFL und der DFB auch wieder alles auf ihrer neuerlichen Reformsitzung getan, um seine Profivereine vor den unteren Ligen zu schützen.
http://ostfussball.com/regionalliga-reform-2012-nun-wird-es-noch-schimmer-580/
Und neben Chemnitz und RB Leipzig gibt es auch noch andere Vereine, welche die Chance haben, aufzusteigen. Gegen einen dieser Kontrahenten hat ja Leipzig schon verloren (0:1 vs. VfL Wolfsburg). Und zu den starken Hallensern muss man auch noch, bevor dann Chemnitz kommt …
Dr. Acula
November 3rd, 2010 at 15:50
Wäre mir neu, dass die Perspektive auf Zweitligafußball einen Spieler besser entwickeln lassen, als Zweitligafußball selbst …
“ich glaube, der Junge weiß in seinem Alter selber am besten”
Stimmt natürlich, Naivität findet man ja heutzutage fast ausschließlich bei Ü40-jährigen …
Garry Weber
November 3rd, 2010 at 15:59
Man sollte auch nicht unbedingt die Schuld bei Kammlott suchen, dass er sich für RB Leipzig entschieden hat. Wenn es um so viel Geld geht, setzt eben einfach in jungen Jahren der Verstand aus. Solch eine Art der Wettbewerbsverzerrung durch Red Bull in Form solcher hohen Spielergehälter sollte daher durch die zuständigen Gremien unterbunden werden, um allen Vereinen eine faire Chance zu gewährleisten.
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 16:02
@Dr. Acula:
Über 40-Jährige haben Lebenserfahrung. Ich bin nämlich über 40. Daher weiß ich auch, was ich schreibe. Und die Perspektive ist objektiv bei Leipzig deutlich besser als bei Erfurt. Daher hat Kammlott gewechselt.
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 16:26
@Dr. Acula:
Ich glaube, der Junge weiß in seinem Alter selber am besten, was er braucht. Sportlich war wie gesagt seine Entscheidung die beste, da am meisten Perspektive. Schließlich hat ja kein Bundesligist bei ihm angeklopft.
@admin: wir werden sehen.
Jasper
November 3rd, 2010 at 16:32
Ja, ist echt ne Schande dass er bei gleicher Bezahlung und heimatnahem Verbleib diese Variante gewählt hat und im Osten geblieben ist, statt gen Westen zu wandern.
Abstrafen den Jungen, sofort!
sonnenberger
November 3rd, 2010 at 16:40
Gegen Halle wird zwei Mal in Leipzig gespielt, von daher schon mal ein Heimspiel mehr.
Dr. Acula
November 3rd, 2010 at 16:45
Sie wollen mich scheinbar nicht verstehen, Herr Stocker …
Noch ein letztes Mal:
Was glauben Sie, wäre in der GEGENWART besser für ein Talent?
a) Spielpraxis in der 2. Bundesliga
b) Spielpraxis in der Regionalliga
Rüdiger aus Borna
November 3rd, 2010 at 18:00
Ich glaube, es wäre besser für ihn gewesen, wenn er in Erfurt geblieben wäre. Dort war er für die Leute ein Idol. Nun ist er unten durch bei allen Fans im Osten. Da wäre es noch besser gewesen, er wäre in den Westen gegangen als zu diesem Scheiß-Verein.
Peter Stocker from S.
November 3rd, 2010 at 21:51
@Dr. Acula -
Herr Doktor, ein Fußballer sollte nicht nur für ein Jahr denken. Das ist kurzsichtig. Sondern er sollte sich die Frage stellen: was kann ich mittelfristig – in drei bis fünf Jahren erreichen? Und genau das hat sich der Kammlott überlegt. Würde ihm auch jeder Spielerberater so sagen.
Dr. Acula
November 4th, 2010 at 07:08
Meine Fresse.
“Über 40-Jährige haben Lebenserfahrung. Ich bin nämlich über 40. Daher weiß ich auch, was ich schreibe.”
Da bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher.
Nils Petersen, vor fast zwei Jahren von Jena (3. Liga) zu Cottbus (2. Liga) gewechselt. Ist dort eingeschlagen, hat Spielpraxis bekommen usw. und sofort, und wird nach der Saison wohl wieder ne Klasse hoch springen. So ein Werdegang ist ideal. Und hören Sie mir bitte mit den Geschwafel von RBL’s Perspektive (ich kann das Wort nicht mehr hören) auf. Es gibt Klubs, die spielen bereits in der Bundesliga, da brauch der Kammlott keinen Regionalligisten mit Bundesliga-Ambitionen. Kammlott hat Talent, Kammlott hat die Perspektive (jetzt ist Schluss mit dem Wort) auf Bundesligafu0ball, das ist das Entscheidende.
Garry Weber
November 4th, 2010 at 07:56
Der Peter ist nur ein Troll. Kommt wahrscheinlich aus dem Forum der Stuttgarter Zeitung.
Peter Stocker from S.
November 4th, 2010 at 15:22
@Dr. Acula: “Kammlott hat Talent, Kammlott hat die Perspektive auf Bundesligafussball …” Eben!
@Garry Weber: und der Garry ist ein Fake.
Dr. Acula
November 4th, 2010 at 15:31
ER hat Persp****** weil ER Talent hat. Die Aussage hat’n scheißdreck mit RB zu tun. Jetzt ist gut meinerseits.
Don’t feed the Troll.
Peter Stocker from S.
November 4th, 2010 at 15:39
Eben, weil er Talent hat, ist er genau am richtigen Platz.
Und ich freue mich auf viele wunderschöne Tore von ihm.
admin
November 4th, 2010 at 16:06
Wie viel Tore hat denn das Supertalent in dieser Saison schon für Rasenballsport geschossen? Und zum Vergleich, wie viel waren es noch letzte Spielzeit höherklassig in Erfurt?
Peter Stocker from S.
November 4th, 2010 at 20:22
Das Verb freuen, welches ich benutzte, kann in diesem Zusammenhang grammatikalisch nur auf die Zukunft gerichtet verstanden werden. Ich habe nicht gesagt: ich finde es toll, dass K. schon so viele Tore geschossen hat, sondern: ich freue mich auf viele (zukünftige) schöne Tore von ihm.
Flying Horse
November 5th, 2010 at 08:44
Hmm, ganz einfach der Junge hat gelernt schnell Geld mitzunehmen (Söldnermentalität) entweder durch Drängen seines Beraters oder er wollte es selber, man weiss es nicht …
Sorry, aber wer nun mal freiwillig eine Liga runter geht und denn noch zu einem Kommerzverein der stark polarisiert, da weiss man als Spieler, dass sein Name einfach verbrannt ist und er immer mit dem Stigmata leben muss, wie alle RB-Spieler, dass er der Totengräber des traditionellen Fußball ist und dass die Fans der anderen Vereine das nicht vergessen werden …
Naja, er hat sich halt fürs Geld entschieden …