FSV Zwickau: Nach Verein, nun auch Stellungnahme der Ultras
Juni 5, 2011 | In: Ausschreitungen, FSV Zwickau, Fußballfans, Oberliga NOFV-Süd, Ultras
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Nach dem Spielabbruch am vergangenen Sonntag hatte der Vorstand des FSV Zwickau eine Stellungnahme zu den Vorfällen beim Spiel der NOFV-Oberliga Süd gegen Dresden-Nord abgegeben (ostfussball.com). Grund genug für uns, auch die Gegenseite zu Wort zu kommen lassen.
Auszug aus der Stellungnahme von Red Kaos
(…) Aber ganz im Gegenteil begann dann die Gerüchteküche zu brodeln, unter Spielern hieß es, die Polizei habe Pyrotechnik gefunden und das Spiel stand auf der Kippe, was aber zu keinem Zeitpunkt der Fall war. Als Nächstes erhielten wir via Telefon vom Mitarbeiter des Fanprojektes Michael Voigt die Information, dass Präsidiumsmitglied Gerhard Neef sagte, dass der E-Block geschlossen bleibt. Wir verstanden daraufhin die Welt nicht mehr und nutzten die kurzen Wege im Verein und teilten Neef mit, dass diese Maßnahme die höchste Stufe der Repression sei, dass wir um einen Höhepunkt unseres Lebens beraubt werden und unter diesem Umstand die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit von unserer Seite in Frage gestellt werden muss. Herr Neef ging nicht auf diese Umstände ein und teilte uns mit, dass ihn das gänzlich nicht berühre. Neef nutzte ebenfalls nicht den kurzen Weg über das Mitglied unserer Gruppe und noch damaliges Präsidiumsmitglied Lange, sondern entschied bewusst allein. Der Tag und unsere besondere Verabschiedung, mit einigen aufwendig geplanten optischen Aktionen, war somit für uns gelaufen und die Emotionen kochten hoch. Daran änderte auch der Fakt nichts mehr, dass Fanprojektvorstand Thomas Richter uns wenige Minuten vor Spielbeginn ein Angebot der Polizei unterbreitete, nachdem wir mit 10 Leuten noch unseren Block hätten herrichten sollen, obwohl dieser doch bereits aufgeräumt und komplett kontrolliert war. Eine Farce. Der Drops war gelutscht. Wir harrten zunächst mit über 100 Leuten vor dem Stadioneingang aus, bevor wir uns entschlossen für unseren Block zu kämpfen. Unser erster Weg führte uns deshalb in Richtung E-Block, den wir auch erreichten, ehe wir dort unter Anwendung von Gewalt von der Polizei vertrieben wurden. Bei unserer Reaktion agierten wir bewusst nicht vermummt und OHNE jegliche Gewaltanwendung. Wir wollten keine Randale. Wir wollten einfach nur in unseren E-Block. Die Berichterstattung ist in dieser Hinsicht einfach völlig abstrus. Es wurde nichts beschädigt und wir gingen auch niemanden an. Nachdem wir freiwillig das Spielfeld verließen, hätte das Spiel problemlos weitergeführt werden können. Die Begriffe “Randale”, “Krawalle” oder “Chaoten” gehen völlig an der Realität vorbei. Wir konnten nicht mehr tolerieren, dass etwas für uns derart Elementares mit Füßen getreten wird. Wir haben demonstriert, dass wir uns nicht einfach aus persönlichen Befindlichkeiten unseren Block und dieses Spiel nehmen lassen. Wir haben demonstriert was das alles für uns bedeutet. Dazu wurden bewusst Grenzen überschritten. Mit einer Radikalität, die uns innewohnt. Genau mit der gleichen Radikalität, ohne die wir vor über einem Jahr auch nie die Rettung unseres FSV Zwickau hätten anschieben können. Es wurde uns DAS Spiel geraubt. Das Spiel, für welches wir selbst in Zusammenarbeit mit dem Präsidium massiv geworben haben und dafür sorgten, dass knapp 1500 Leute überhaupt den Weg in die Geinitzstraße fanden. Das Spiel, was wir gemeinsam zu einem großen Ereignis machen wollten. Wir wollten unser Westsachsenstadion gebührend verabschieden. Es waren und sind die Momente, die das Vereinsleben und Fandasein bei unserem FSV Zwickau ausmachen. Dies wäre für uns ebenfalls ein großer Moment gewesen.
- Foto: redkaos.de
(…) Im Nachgang sind wir maßlos enttäuscht über alle Äußerungen die getroffen wurden. Natürlich, können Verantwortungsträger einen Platzsturm nicht gutheißen. Doch Aussagen über “sogenannte Fans” oder “einem Krankheitskeim, von dem der FSV schon lange infiziert ist” lassen an gesundem Menschenverstand zweifeln. Denn diese Passagen stammen von denselben Herrschaften, die uns nur wenige Tage zuvor Honig um den Mund schmieren wollten, damit wir dem Verein bares Geld bringen. “Wir brauchen Leute die anpacken, keine die alles besser wissen”, warb Neef für den Umzug der Stahlrohrtribünen in den Sojus. Mit unserer Hilfe sollten 50.000 Euro der Stadtgelder durch Spendenrückflüsse der am Umbau beteiligten Firmen dem FSV zu Gute kommen. Natürlich finden wir diese Aktion richtig für den Verein. Es ist nur fraglich, ob die an diesen, an Veruntreuung öffentlicher Gelder grenzenden Maßnahmen, beteiligten Personen befugt sind, uns über Sitte, Moral und Gesetz aufklären zu müssen. [redkaos.de]
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