Laut der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zug drängt sich immer mehr der Verdacht auf, dass der mittlerweile 76-jährige Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA in seiner damaligen Funktion als Generalsekretär sehr wohl von Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe an seinen Amtsvorgänger Joao Havelange (96) und dessen ehemaligen Schwiegersohn Ricardo Teixeira (65) gewusst hat. Blatter leitete schon damals das Tagesgeschäft der FIFA.
“Nicht infrage gestellt werden kann die Feststellung, dass die FIFA Kenntnis von Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hat”, heißt es in der nun publizierten Einstellungsverfügung. Das Geld war geflossen von der inzwischen insolventen FIFA-Vermarktungsagentur ISL unter Führung von Jean-Marie Weber, der als langjähriger FIFA-Geschäftspartner ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Blatter gepflegt haben soll.
Laut Gerichtsbeschluss hat die ISL zwischen 1989 und 1998 Provisionen von 122.587.308,93 Schweizer Franken bezahlt (102 Millionen Euro). Zwischen 1999 und 2001 – da war Blatter bereits FIFA-Präsident – sind weitere 37.399.114,05 Franken (31 Millionen Euro) verzeichnet. Insgesamt sind rund 160 Millionen Schweizer Franken (133,22 Millionen Euro) geflossen. So berichtet die Schweizer Handelszeitung.
Doch anscheinend wird jetzt erst richtig schmutzige Wäsche gewaschen, nachdem ihm Reinhard Rauball, der Präsident des Ligaverbandes, telefonisch zum Rücktritt aufforderte -
In einem Interview der Schweizer Boulevardzeitung “SonntagsBlick” deutete der FIFA-Präsident Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland an. Mit diesen nebulösen Vorwürfen setzte er sich gegen die zunehmende Kritik deutscher Fußball-Funktionäre zur Wehr.
“Gekaufte WM – Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv”, sagte Blatter. Auf die Nachfrage, ob er vermute, dass die WM gekauft worden sei, antwortete der FIFA-Boss: “Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.”
Die Kampagne “My Game is Fair Play – Ich spiele fair” der FIFA sollte eigentlich den Jugendliche einen positiven Verhaltenskodex vermitteln. Nun scheint sie genau das Gegenteil zu bewirken.
[ab]
- Fifa-Mafia (Buch) – Leseprobe (Ostfussball.com, 8. Mai 2012)
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1 Antwort to FIFA korrupt – der DFB ebenfalls?
[om]
Juli 17th, 2012 at 16:20
“(…) Wer glaubt, dass es innerhalb der Fifa eine Mehrheit ernstlich empört, dass Blatter von den Schmiergeldzahlungen an den heutigen Ehrenpräsidenten Havelange und dessen ehemaligen Schwiegersohn Ricardo Teixeira wusste, der glaubt auch, dass der Zitronenfalter Zitronen faltet (…)”
| “Die Ethik-Farce im Fifa-Königreich” | blog.bazonline.ch | 17. Juli 2012 |