FC Hansa Rostock: Polizei erklärt das Ultra-Phänomen

Februar 8, 2012 | In: 2. Bundesliga, FC Hansa Rostock, Ultras


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Die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP M-V) erklärt das deutsche Gewaltproblem im Fußball. Dabei wird auf gewalttätige Ultras, allgemeine Gefahren für den deutschen Fußball sowie auf den negativen Wirtschaftsfaktor für Vereine eingegangen. Einige Auszüge dieser umfangreichen Ausarbeitung, welche natürlich nur den einseitigen Blickwinkel der Polizei darlegt, publiziert Ostfussball.com nachfolgend an dieser Stelle zur eigenen meinungsbildenden Lektüre.

RHS Dresden, Oktober 2010 (Foto: Ultras Dynamo)

(…) Der Deutsche Fußball Bund (DFB) reagiert mit harten Strafen gegen die beteiligten Vereine. Pokalausschluss für die SG Dynamo Dresden oder das Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit des F.C. Hansa Rostock.

(…) Die gewaltbereiten Ultras nehmen schon seit geraumer Zeit Einfluss auf den Spielplan und die Abläufe im deutschen Fußball. Erinnert sei hier nur an die zahlreichen Absprachen zwischen Polizei und DFB/DFL bei der Spieltagplanung. Die Gewalt ist ein allumfassendes Problem und umfasst neben den Stadien auch das Stadionumfeld, die Autobahnraststätten, oder die Bahnanreisen. Die Gefahr, die von den gewaltbereiten Ultras ausgeht, ist mittlerweile so groß, dass sie den ordnungsgemäßen Spielbetrieb in den Ligen gefährdet.

(…) In den Ultraszenen herrscht eine fast schon krankhafte Angst vor Infiltration durch die Polizei und den Staat im Allgemeinen. Bevor neugewonnene Mitglieder in den inneren (vertrauenswürdigen) Kreis aufgenommen werden, müssen sie sich an verschiedenen Aktionen/Prüfungen beteiligen. Dafür wurde ein streng geheimes Punktesystem entwickelt. So erhält das Mitglied für das Rauben eines Fanschals wie für den Angriff auf einen Polizisten eine festgeschriebene Punktzahl. Dieser Prozess zieht sich in der Regel über mehrere Monate hin. Die Professionalität in der Abschottung der gewaltbereiten Szene und die Vorbereitung und Durchführung von Aktionen hat erheblich zugenommen. Die Netzwerke und die Kommunikationsstrukturen der Ultras sind nur einem kleinen vertrauenswürdigen Personenkreis bekannt. In diesem engen Kreis werden auch die Aktionen besprochen, geplant und abgestimmt. Beispiele für derart geplante Aktionen sind der Überfall auf einen Regionalexpress am 28. Mai 2011 bei Schwerin, mehrere Angriffe auf Polizeidienststellen in Mecklenburg-Vorpommern und die Bedrohung des Leiters der Polizeiinspektion Rostock im Mai 2011.

(…) Der Ausbau des wirtschaftlichen Erfolgs geht in erster Linie zu Lasten der Vereine. Da viele Mitglieder der Ultraszene über beschränkte wirtschaftliche Möglichkeiten verfügen, werden vermehrt die Ultraartikel und nicht die Fanartikel der Vereine gekauft. Die Ultraszene, die angeblich alles für “den Verein” gibt, entzieht somit “ihrem Verein” einen Teil des wirtschaftlichen Ertrags. Ein Grundsatz des Ultramanifestes, der sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs richtet, wird durch die eigene wirtschaftliche Ausrichtung ad absurdum geführt.

(…) Ein nicht zu unterschätzender Fakt ist die körperliche Präsenz der gewaltbereiten Ultras. Neben der mittlerweile erheblichen Anzahl gewaltbereiter Ultras ist ihre körperliche Fitness und Kampfsporterfahrung von Bedeutung. Um auf die geplanten oder zufälligen Auseinandersetzungen vorbereitet zu sein, trainieren die Ultras regelmäßig in Fitnessklubs. Dazu gehört auch, dass Zweikampfkurse mit professionellen Trainern belegt werden. Diese beabsichtigte körperliche Präsenz wirkt im Umfeld und schüchtert andere Fangruppierungen ein.

Das Wissen um ihre Stärke zeigt sich in zunehmend ihrem Gebaren. So führten z. B. gewaltbereite Ultras (50 Personen am Rande eines Zweitligaspiels (Rostock gegen Paderborn) Schaukämpfe auf dem benachbarten Spielfeld durch, ohne dass die Polizei oder der Ordnungsdienst eingreifen konnten. Auch die Veröffentlichungen der Szene werden immer militanter. So veröffentlichte die Ultraszene des F.C. Hansa Rostock in ihrem Ultrablatt “Greif zu!” ein Foto mit einer deutlichen Drohung gegen den Ordnungsdienst.

(…) Das Phänomen der Erstürmung der Einlassbereiche hat in der letzten Zeit deutlich zugenommen. Dabei wird der Druck auf die Eingangsbereiche der Stadien bewusst durch eine größere Anzahl von Ultras derart erhöht, dass der Ordnungsdienst und die Polizei die Kontrollen aus Sicherheitsgründen einstellen müssen, weil die Gefahr des Erdrückens von Personen gegeben ist. Diese Taktik hat das Ziel, Personen mit Stadionverbot und mit Pyrotechnik in das Stadion hineinzubekommen. Aufgrund dieser Aktionen waren in Rostock am 19.11.2011 beim Spiel des F.C. Hansa Rostock gegen den F.C. St. Pauli fünf verletzte Ordner und am 25.11.2011 beim Spiel des F.C. Hansa Rostock gegen den 1. F.C. Union Berlin drei verletzte Ordner zu beklagen (…)

Olaf Kühl – GdP M-V [gdp.de]


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3 Antworten to FC Hansa Rostock: Polizei erklärt das Ultra-Phänomen

[ab]

Februar 8th, 2012 at 12:29

Wenn man Fotos von anderen Webseiten “klaut”, sollte man zumindest mit Gegenaktionen rechnen, siehe der erste Flyer mit dem Auswärtszug. gdp.de <- Einfach mal drauf klicken!

Ansonsten besteht bei solchen Vorgängen zudem die Gefahr einer Anklage wegen Urheberrechtsverletzung. Die Polizei sollte das eigentlich wissen …

PVG

Februar 8th, 2012 at 13:17

Mensch, dass man das noch erleben würde. Der (polizeiliche) Autor sehnt sich nach den guten alten Hooligans statt der Ultras. Da habe es wenigstens noch einen Kodex gegeben etc. pp. … Wahnsinn.

Ost-Kurt

Februar 8th, 2012 at 18:09

Vielleicht vermisst der polizeiliche Autor auch einfach nur den Weltfrieden … ;-)

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