Dynamo Dresden vs. Eintracht Frankfurt: Im Spiegel der Medien

September 28, 2011 | In: 2. Bundesliga, Ausschreitungen, Fußballfans, Hooligans, SG Dynamo Dresden, Spieltage - Berichte, Ultras


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Das Punktspiel am 9. Spieltag der 2. Bundesliga zwischen der SG Dynamo Dresden und der SG Eintracht Frankfurt (Ostfussball.com berichtete bereits mehrfach) endete am 26. September 2011 im offiziell ausverkauften Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion (RHS) vor 28.976 Zuschauern mit einem 1:4-Ergebnis. Die Tore erzielten Cristian Fiel (31.) sowie Theofanis Gekas (35., 40.) und Mohamadou Idrissou (84., 87.). Schiedsrichter Wolfgang Stark leitetete die Partie auf dem Rasen.

Ostfussball.com präsentiert reflektierend einen kleinen, in einzelnen Darstellungen durchaus divergierenden, Streifzug durch den Medien-Wald rund um diese Fußball-Begegnung. [om]

Der Hauptbahnhof war sicher (Foto: Ostfussball.com)

(…) Die ersten Highlights gab’s auf den Tribünen, wo sich beide Fanlager einen verbal-optischen Schlagabtausch lieferten. Den entschieden die Einheimischen mit ihrer geilen Choreographie klar für sich, auch weil die Gäste zumindest mit einem Banner (“Bomben auf Dynamo”) geschmacklich ziemlich daneben lagen. Allerdings büßte der K-Block durch idiotische Gesänge später wieder ein … (…)

[Dresdner Morgenpost, 27. September 2011]

(…) Dresden wollte eigentlich (…) einen rauschenden Fußball-Abend erleben. Doch auf den Rängen gab es mehr als fragwürdige Choreographien. Gert Zimmermann berichtet (…)

[Tondokument als Audio-Datei (2:35 Minuten) | MDR1 Radio Sachsen, 27. September 2011, 13:45 | Traurige Fan-Choreographien in Dresden | -> mdr.de]

(…) Während des Spiels hatte es das ein oder andere Scharmützel gegeben, nach der Partie zwischen Dynamo Dresden und Eintracht Frankfurt flogen Steine. Die Fans aus Hessen erwiesen sich diesmal jedoch als wahre Unschuldslämmer.

Als es am Montagabend gegen Mitternacht am Straßburger Platz nahe der Dresdner Altstadt zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kam, waren die allermeisten Anhänger der Frankfurter Eintracht längst auf dem Weg in Richtung Heimat. Rund 250 teils vermummte Dynamo-Fans hatten zuvor vergeblich versucht, die von der Polizei eskortierte Abreise der Hessen zu verhindern.

Wohl aus Frust über die 1:4-Niederlage und die verpasste Abreibung mit den gegnerischen Anhängern lieferten sich anschließend rund 80 Dynamo-Fans einen Straßenkampf mit der Polizei. Drei Beamte wurden dabei von umherfliegenden Flaschen verletzt, neun Randalierer konnten festgenommen werden. “Das ist immer nur eine sehr kleine Gruppe, die große Mehrheit ist friedlich”, ärgerte sich Dresdens Polizeisprecher Marko Laske über die neuerlichen Vorfälle (…)

Dabei sei das Einsatzkonzept der Ordnungskräfte ansonsten wie erhofft aufgegangen. Rund 1.100 Beamte waren bei der vom Deutschen Fußball-Bund als “Hochbrisanzspiel” eingestuften Zweitliga-Partie vor Ort. “Das sind deutlich mehr Kräfte als gewöhnlich”, sagte Laske (…) Im Vorfeld eingegangene Hinweise auf Gewalt hätten diese Vorkehrungen jedoch nötig gemacht.

Während der Begegnung blieb die Lage weitgehend ruhig. Ein paar Scharmützel unter den Fangruppen, der ein oder andere provokative Gesang in Richtung des Gegners, ein vereinzeltes Abbrennen von Pyrotechnik. “Das war alles im normalen Rahmen, das ist ja auch ein stückweit Fankultur”, so der Polizeisprecher. Auch als Dresdner Krawallmacher Mitte der zweiten Halbzeit versuchten, den Eintracht-Block zu stürmen, hatten Polizei und Ordner das Geschehen schnell wieder im Griff. Dass es nach Spielende doch noch einmal knallte, ist umso bedauerlicher. Zumindest hatten sich diesmal die Frankfurter Anhänger rechtzeitig aus dem Staub gemacht.

[hr-online.de, 27. September 2011, 15:45]

(…) Die Akteure auf dem Rasen hatten es vorgemacht. Der 4:1-Sieg von Eintracht Frankfurt über Dynamo Dresden lässt sich zwar nicht in die Rubrik “Fußballfest” einordnen, immerhin blieben den Zusehern brutale Fouls, Rote Karten und Rangeleien aber erspart, beide Teams präsentierten sich sportlich fair. Für einige Dynamo-Hooligans galt dies allerdings nicht. Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen (…)

Wegen der im Vorfeld bekannten Gefahren holte sich die Dresdener Polizei Verstärkung aus Berlin, Brandenburg und bei der Bundespolizei. So waren die Beamten dann auch in der Lage, sieben Dynamo-Fans, die sich mit selbst gebastelter Pyrotechnik ausgerüstet hatten, aus dem Verkehr zu ziehen. Auch die Eintracht wurde um 27 mitgereiste “Anhänger” beraubt, da gegen sie landesweites Stadionverbot vorlag (…)

Auf die vehemente Trennung der beiden Fangruppen wurde während des Spiels besonderer Wert gelegt. Warum das geschah, zeigte sich, als einige Hooligans versuchten, in den Eintracht-Block zu gelangen. Ordner und Polizisten gelang es, Zusammenstöße der Fans während des Spiels zu verhindern (…)

Als die Frankfurter Fans die Heimreise antreten wollten, versuchten ungefähr 250 teils vermummte Dynamo-”Fans”, dieses Unterfangen zu stören (…) Schlimmer wurde die Situation, als es gegen Mitternacht in der Nähe des Stadions zu einer Massenschlägerei mit 80 Personen kam (…) Bei den Auseinandersetzungen wurden außerdem drei Beamte verletzt, nachdem Hooligans mit Flaschen geworfen hatten. Der zweifelhafte Titel des “Randalemeisters” scheint von Frankfurt nach Dresden weitergereicht werden zu können.

[goal.com, 27. September 2011, 16:55]

K-Block im RHS (Foto: Ostfussball.com)

(…) Die gegenseitigen Sticheleien unter den gegnerischen Schlachtenbummlern hatten bereits während des Spiels im (…) Stadion eine erhebliche Schärfe – vor allem seitens der Gäste-Fans. So entrollten die Frankfurter erst ein Transparent mit der Aufschrift “Bomben auf Dynamo” mit dem Umriss der Frauenkirche. Die Dresdner konterten mit “asoziale Wessis”, die “heute noch aufs Maul kriegen”. In der zweiten Halbzeit steigerten die Frankfurter ihre Sprechchöre und riefen “Nazi-Schweine” beziehungsweise “Stasi-Schweine” – das war nicht so genau erkennbar. Erst Minuten später unterbrach der Schiedsrichter die Partie. Ein Stadionsprecher forderte die Fans auf, diese “rassistischen Gesänge” zu unterlassen. Als in den Fanblocks von Dynamo und den Gästen die Aggressionen zunahmen, rückten sogar bewaffnete Einsatzzüge der Polizei ins Stadion ein. Dynamo-Fans hatten versucht, in den Gästefanblock einzudringen.

Noch ehe die Frankfurter Fans das Stadion verlassen hatten, zündete Chaoten im Blüherpark Pyrotechnik. Sie wollten die abreisenden Fans aus Frankfurt angreifen. Wenige Meter weiter griffen Chaoten Verkehrspolizisten an, die gerade die St.-Petersburger-Straße sperrten. Sie wurden mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen und mit Leuchtkugeln beschossen. Drei Beamte wurden verletzt.

Fast gleichzeitig wurden mehrere Seitenscheiben eines Reisebusses der Gäste am Georgplatz eingeworfen. Auch am Lennéplatz wurden angeblich Shuttlebusse mit Frankfurter Fans angegriffen. In drei DVB-Bussen gingen Scheiben zu Bruch – laut Polizei jedoch meist verursacht von den Insassen.

Höhepunkt war eine Auseinandersetzung unter etwa 80 Dresdner Chaoten (…) am Straßburger Platz nach Mitternacht. Als die Polizei kam, richteten sich die Aggressionen gegen die Uniformierten. Die Beamten stellten die Identitäten zahlreicher Störer fest – und fassten dort auch Tatverdächtige des Angriffs in der St.-Petersburger-Straße. Neun Dresdner wurden festgenommen. Gegen sie wird wegen Körperverletzung und Landfriedensbruchs ermittelt. Drei weitere landeten im Gewahrsam (…)

[Sächsische Zeitung (Print-Ausgabe), 28. September 2011]


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5 Antworten to Dynamo Dresden vs. Eintracht Frankfurt: Im Spiegel der Medien

[om]

September 28th, 2011 at 13:44

(…) Mit einer Entgleisung (…) haben Ultras des Fußball-Zweitligisten Eintracht Frankfurt (…) für Entsetzen gesorgt. Die Fangruppe entrollte am Montagabend in Dresden ein 20 Meter langes Kriegsplakat mit Jagdbombern über der Dresdner Skyline und dem Schriftzug “Bomben auf Dynamo”. Die unfassbare Anspielung auf die Zerstörung der Stadt (…) Ende des Zweiten Weltkriegs hat ein Nachspiel: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt gegen die Eintracht-Ultras (…)

“Der Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eintracht Frankfurt wurde angeschrieben und zu einer Stellungnahme aufgefordert”, sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker (…)

| welt.de | 28. September 2011, 13:36 |

sachsen7

September 28th, 2011 at 19:10

Dumm und Schade von den Frankfurter Ultras! Machen ihre eigene gute Stimmung mit so nem Mist kaputt! Hoffe, die Antwort unserer Ultras im Rückspiel bleibt “über der Gürtellinie” und unsere Kicker “bomben” alle drei Punkte nach Elbflorenz

Netterjens

September 29th, 2011 at 16:06

… das glaube ich nicht!!!!! Was die drei Punkte angeht, wünsche ich Dresden im Rückspiel den Sieg!!

[om]

September 29th, 2011 at 20:16

(…) Der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt Heribert Bruchhagen hat in der Affäre um das Plakat “Bomben auf Dynamo” den Verantwortlichen von Dynamo Dresden indirekt Nachlässigkeit unterstellt.

Man habe ein klares Zeichen gesetzt und drei Spiele lang den eigenen Fans jegliche Plakatierung untersagt, erklärte Bruchhagen (…) “Davon hatten unsere Sicherheitsbeauftragten auch die Verantwortlichen bei Dynamo Dresden informiert. Das Plakat hätte dort nicht erscheinen sollen.” (…) Offenbar war das Plakat auch schon vor dem Spiel in Frankfurt aufgetaucht. Bruchhagen bezeichnete die Aktion als “Verunglimpfung”.

Außerdem bezog Bruchhagen Stellung zu den Schmährufen der Frankfurt-Fans als Reaktion auf Beschimpfungen gegenüber Eintracht-Spieler Mohamadou Idrissou.

Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte in seinem Bericht die Rufe “Stasi-Schweine” vermerkt. Bruchhagen hatte nach eigener Aussage “Nazi-Schweine” verstanden, stellte jedoch klar: “Das eine ist nicht entschuldbar, das andere auch nicht.” In jedem Fall müsse man sich gegenüber dem DFB verteidigen müssen.

| spox.com | 29. September 2011 |

[om]

September 29th, 2011 at 21:11

(…) “Das Plakat verstößt gegen jegliche Sitten. Was darauf zu lesen war, ist – vor dem Hintergrund unserer Geschichte – einfach nur abstoßend und an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten”, sagte Lötzbeier [Fan-Vorstand Eintracht Frankfurt] (…)

Lötzbeier betonte allerdings, dass die Eintracht-Fans vor dem Spiel mit Beleidigungen seitens der Dresdener Anhänger provoziert worden seien und es dadurch offenbar zu einer Überreaktion gekommen ist. “Das Plakat ist aber durch nichts zu entschuldigen”, sagte der für Fan-Arbeit zuständige Vorstand (…)

(…) Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt in dem Fall und forderte die Eintracht zu einer Stellungnahme auf (…)

Lötzbeier erklärte, dass der Eintracht die Hände gebunden seien. Man habe keine Hinweise, sowohl von der Polizei in Dresden, als auch von den Fanbeauftragten, wer das Plakat entrollt hat. “Wir werden der Sache deshalb auch nicht nachgehen”, sagte er und kritisierte den Sicherheitsdienst in Dresden. “Bei uns hätte es ein solches Plakat nie gegeben. Unser Sicherheitsdienst hätte sofort eingegriffen und das Plakat konfisziert.”

Zudem gelte der Verhaltens- und Ehrenkodex, der beim Zweitligisten zu Beginn der laufenden Saison eingeführt wurde, nur für das eigene Stadion. “Daher wird es auch keine Konsequenzen für die Fans geben”, sagte Lötzbeier (…)

| hr-online.de | 29. September 2011 | 15:29 |

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