Dynamo Dresden und die Pokalsperre durch den DFB: Im Spiegel der Medien
November 25, 2011 | In: Deutscher Fußball-Bund, DFB-Pokal, SG Dynamo Dresden
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Wie Ostfussball.com bereits berichtete, verkündete am abendlichen 24. November 2011 kurz nach halb acht das DFB-Sportgericht unter Leitung seines Vorsitzenden Hans E. Lorenz das befundene Strafmaß gegen die SG Dynamo Dresden (SGD) und auch Borussia Dortmund (BVB) aufgrund der Auswertung, Beurteilung und sportgerichtlichen Wertung der Ereignisse bei der diessaisonalen Pokalbegegnung beider Vereine.
Ostfussball.com präsentiert nachfolgend auszugsweise reflektierend einen kleinen, in einzelnen Darstellungen und Kommentierungen durchaus divergierenden, Streifzug durch den Medien-Wald rund um diese Entscheidung beziehungsweise Urteilsfällung des DFB. [om]
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(…) Manche führen, manche folgen -
Böse Miene, gutes Spiel (…)Wenn Ihr keine Antwort wisst -
Richtig ist, was richtig ist (…)[Rammstein]
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(…) Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine Mannschaft von diesem Wettbewerb ausgeschlossen wird. Richter Hans E. Lorenz wies indirekt darauf hin, was Kritiker nach der Empfehlung des Strafmaßes durch den Kontrollausschuss vermutet hatten: Der mit knapp 10.000 Mitgliedern größte ostdeutsche Fußballverein ist das Bauernopfer für Verfehlungen an anderer Stelle (…)
Opfer und Bay Boy ist wieder einmal Dynamo Dresden, wie bereits 1990, als der achtmalige DDR-Meister für internationale Wettbewerbe gesperrt wurde. Die Strafe gegen den Klub kommt einem Genickschlag gleich. Dresden hat in dieser Saison alleine 1,5 Millionen Euro durch die Pokalspiele verdient, mehr als ein Drittel seines Gesamtetats für Profikader, Trainer und Betreuer (…)
Beim Sondergipfel hatten DFB, DFL und die Innenminister beschlossen, den Strafenkatalog für Randalierer nicht zu verschärfen. “Gewalt ist nicht allein ein Problem des Fußballs”, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball vor wenigen Wochen, die Verantwortlichen sprachen sich für Besonnenheit aus, für Dialog. Im Falle Dynamo Dresdens bestraft der DFB aber einen Fußballklub. Und nutzt damit die Bühne mit einer symbolischen Strafe für die eigenen Zwecke aus. Zwar präsentiert sich der Verband damit als handlungsfähig. Aber die Gewalt wird bleiben (…)
“Pokal, Geld und Geilheit auf Gewalt – DFB missbraucht Dresden für die Bühne” -> n-tv.de, 25. November 2011
(…) Das DFB-Sportgericht hat im Dresdner Fall ein Signal gesetzt, das ausdrücklich über den Anlass der Verhandlung, die Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund, hinaus wirken soll. Es war nicht nur ein Urteil über Dynamo Dresden, sondern auch ein Zeichen an alle anderen Klubs und ihre Anhänger. Aber das Urteil wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt (…)
(…) Da das Urteil ausdrücklich mit präventivem Impetus erging, wird man es auch daran messen, ob der Dresdner Pokalausschluss den deutschen Fußball wirklich sicherer macht. Oder wollte das Sportgericht mit seinem Hinweis auf mögliche Tote und verbunden mit einer harten Haltung nur möglicher Kritik vorbeugen, nicht entschieden genug reagiert zu haben, falls es tatsächlich zum Äußersten kommt? (…)
Das harte Urteil ist nicht zuletzt Ausdruck von Hilflosigkeit. Der Dresdner Fall hat die Sportgerichtsbarkeit in einer mehr als fünfstündigen Verhandlung an ihre Grenzen geführt (…)
Aber es gibt, nicht nur in Dresden, gewaltbereite Anhänger, die mit klassischer Fanarbeit nicht zu erreichen sind. Es besteht kein Zweifel, dass Gewalttäter den Fußball als Bühne missbrauchen (…) Aber man muss sich jenseits der Sportgerichtsbarkeit auch fragen: Was passiert eigentlich, wenn es diese Bühne für Gewalttäter nicht mehr gibt? Denn die Bühne, auf der Dresden nun nicht mehr spielen darf, ist nicht das Problem.
“Zeichen der Hilflosigkeit” -> faz.net, 25. November 2011
(…) Doch jetzt könnte es noch schlimmer kommen, denn der Hauptsponsor Veolia hatte zu Saisonbeginn bereits angedroht, bei Randale und negativer Außendarstellung des Vereins aus dem Sponsorenvertrag auszusteigen (…)
“DFB: Verband kickt Dynamo aus dem DFB-Pokal” -> Ostfussball.com, 25. November 2011
(…) Es ist ein Urteil gesprochen worden, das niemanden glücklich macht. Nicht den Deutschen Fußball-Bund, der nun wieder als Hardliner dasteht. Nicht die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden, die mit dem Ausschluss von der kommenden DFB-Pokalrunde harte finanzielle Einbußen hinnehmen muss.
Nicht die Hardcore-Fans der Sachsen, die den Richterspruch als neuerliche Provokation auffassen könnten. Nicht den Profifußball in Deutschland, der anscheinend von gewaltbereiten Invasoren überrannt zu werden droht. Es scheint nur Verlierer zu geben (…)
Der DFB sah sich offenbar genötigt, ein drakonisches Urteil zu fällen. Zu viel war ja auch in der Vergangenheit passiert (…) Als Höhepunkt der Delinquenz aber gilt das Pokalspiel der Dresdner am 25. Oktober in Dortmund. Bereits vor dem Spiel war es zu Ausschreitungen gekommen. Im Stadion wurden Böller und Raketen gezündet. Das Spiel musste zweimal unterbrochen werden. “Es wäre ein Blutbad entstanden – das sage ich hier so deutlich – wenn wir härtere Maßnahmen getroffen hätten”, sagte der Dortmunder Polizeidirektor Peter Andres vorm DFB-Sportgericht. Er sprach auch von “bürgerkriegsähnlichen Zuständen”, die gedroht hätten, wäre die Polizei härter eingeschritten (…)
Das war starker Tobak, der seine Wirkung nicht verfehlen sollte. Sportrichter Anton Nachreiner begründete das harte Urteil nämlich so: “Nie war die Gewalt in Stadien größer als in diesem Jahr. Tote gab es noch keine. Aber wenn es so weitergeht, werden wir die ersten Toten zu beklagen haben.” Man wolle nun ein Zeichen setzen: “Wir können auch anders.” (…)
Die Erziehung der ungebärdigen Fans mit der Knute könnte aber auch weniger erfolgreich verlaufen, nämlich dann, wenn auf die Bastonade nicht Einsicht folgt, sondern trotziger Widerspruch (…)
“Warum es nach dem Dynamo-Urteil nur Verlierer gibt – Unter der Knute von Richter Gnadenlos” -> taz.de, 25. November 2011
(…) Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz: ” Ich glaube kaum, dass dieses Urteil irgendetwas bringt. Ich hoffe jetzt nur, dass unsere Fans keine negative Reaktion zeigen, das wäre wohl das Schlimmste!” (…)
“Stimmen” -> Dresdner Morgenpost, 25. November 2011
(…) So bitter es für die Dresdnerer ist, die – bei allen eigenen Fehlern – nun auch für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung den Kopf hinhalten müssen: Der Urteilsspruch ist richtig. Der Dialog zwischen Vereinen, Verbänden und Fanorganisationen ist vorerst gescheitert. Den Fanvertretern ist es nicht gelungen, die Selbstreinigungskräfte der Szene zu aktivieren. Im Gegenteil: Wenn ein Großteil der Zuschauer, wie am vergangenen Wochenende in Rostock, es beklatscht, wenn Leuchtraketen im Gästefanblock einschlagen, dann haben die Gewalttäter die Mitte der Gesellschaft erreicht. Von dort gehören sie schleunigst wieder vertrieben (…)
“Fankrawalle – Die Sperre für Dynamo ist das richtige Urteil” -> welt.de, 25. November 2011
(…) “Wir haben das Urteil des DFB-Sportgerichts am Donnerstagabend mit großer Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Wir warten jetzt die schriftliche Urteilsbegründung ab und beraten uns dann intensiv und in aller Ruhe mit unserem Rechtsanwalt Christoph Schickhardt, wie wir darauf reagieren werden. Mehr möchte und kann ich im Moment nicht dazu sagen”, teilte Geschäftsführer Volker Oppitz in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Der Verein kann binnen einer Woche Berufung vor dem DFB-Bundesgericht einreichen (…)
“DFB-Pokal – Politiker und Ex-Profis kritisieren Pokal-Ausschluss von Dynamo Dresden” -> dnn-online.de, 25. November, 12:51
(…) Dresdens Präsident Andreas Ritter zeigte sich betroffen. “Ich bin zutiefst enttäuscht. Wenn man das Urteil der beiden Vereine ansieht, dann ist es in höchstem Maße befremdlich, dass bei uns an der Höchststrafe festgehalten und die Strafe für Dortmund abgemildert wird. Es ist fast schon ein Affront gegenüber Dynamo Dresden.” (…)
“Dynamo-Präsident Ritter: Urteil ein Affront” -> mz-web.de, 25. November 2011, 11:07
(…) Dynamo täte gut daran, sich nun nicht in eine “Märtyrerrolle” hineinzusteigern. Es wäre kontraproduktiv, mit dem Finger auf andere zu zeigen (…) Die Rolle des verbrämten und benachteiligten (Ost-) Klubs steht Dynamo nicht, sie steht dem Verein gerade jetzt nicht (…)
“Pokalausschluss von Dynamo Dresden: Der DFB konnte gar nicht anders” -> goal.com, 25. November 2011, 10:43
(…) Der Vorwurf an den DFB, man wolle an Dynamo ein Exempel statuieren, wurde (…) von vielen Verantwortlichen ins Spiel gebracht. Doch der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz hatte die Konsequenzen nach fünfstündiger Verhandlung wohl überdacht. Immerhin standen zwei “Geisterspiele” im Liga-Alltag alternativ zur Debatte.
Finanziell hätte ein solches Urteil Dynamo weitaus härter getroffen als der nun erfolgte Ausschluss für den DFB-Pokal in der Saison 2012/2013, wo es in diesem Jahr in Runde eins lediglich rund 95.000 Euro Antrittsgeld gab. Ein Weiterkommen kann ohnehin nicht eingeplant werden. Dresden erreichte seit 1996 nur zweimal die zweite Runde im DFB-Pokal.
So wie in dieser Saison, als man in Runde eins dank eines 4:3 gegen Bayer Leverkusen gewann und dann auf den deutschen Meister Borussia Dortmund traf. Bei zwei Heimspielen ohne Fans wäre der Verlust, der im Etat fest eingeplant ist, viel höher gewesen. Die geschätzten Zuschauereinnahmen von Dynamo bei einem ausverkauften Heimspiel liegen bei rund 300.000 Euro (…)
“Dresden unter Schock – Ritter: Affront gegen Dynamo” -> focus.de, 25. November 2011, 10:30
(…) Strafen gegen die Vereine sind letztlich nur eine Billiglösung des Problems. Es sind tragfähige Antworten gegen die Gewalt über sie hinaus erforderlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Fußball oft nur ein Ventil zum Dampf-Ablassen für die Perspektivlosen dieser Gesellschaft ist.
“Überzogene Rote Karte” -> thueringer-allgemeine.de, 25. November 2011
(…) Zu lang sei das Vorstrafenregister des gelb-schwarzen Vereins, argumentierte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes. Und der Richter folgte ihm, was sein gutes Recht ist. Die Vorfälle in Dortmund waren skandalös genug. Trotzdem ist das Urteil in dieser Form unmöglich. Und das gleich aus mehreren Gründen.
Es ist nicht fair, weil es neben den vielen Tausenden friedlichen Dynamo-Fans vor allem die Spieler bestraft und einen Eingriff in den sportlichen Wettbewerb darstellt. Es ist nicht gerecht, weil Dortmund als Gastgeber an den Vorfällen eine Mitschuld trägt, aber nur mickrige 8000 Euro zahlen soll. Das steht in keinem Verhältnis. Das Bedauerlichste aber an diesem Urteil ist: Es löst das Gewaltproblem rund um den Fußball nicht, weder hier in Dresden und erst recht nicht anderswo (…)
“Ungerechte Strafe” -> sz-online.de, 25. November 2011
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20 Antworten to Dynamo Dresden und die Pokalsperre durch den DFB: Im Spiegel der Medien
Maiky75
November 25th, 2011 at 23:13
… Dynamo sollte das Urteil hinnehmen und entsprechend darauf reagieren!
Es war der x-te Vorfall in dieser Hinsicht und wenn man immer davon spricht, dass es sich nur um ein paar vereinzelte handelt, die dem gesamten Verein und den tausenden friedlichen Fans schaden, frage ich mich, warum man es seit Jahren nicht versteht, diese paar Leute dauerhaft fernzuhalten???
Man sollte aufhören rumzuheulen und immer den armen benachteilgten Ost-Club zu mimen, sondern endlich mal ernsgemeinte Aktionen gegen diese Personen zu unternehmen! Das würde bei den friedlichen Fans und sicher auch beim Sponsor besser ankommen, als nur auf den DFB zu schimpfen! Der konnte hier nicht anders entscheiden!
[om]
November 26th, 2011 at 06:40
Fangemeinschaft Dynamo – 25. November 2011 – (…) Es ist an der Zeit, alle Befindlichkeiten innerhalb unserer Fanszene in den Hintergrund zu stellen! Zeigen wir dem DFB und der bundesweiten Fußballwelt, was unsere Gemeinschaft erreichen kann, wenn sie zusammen hält! Zeigen wir allen, dass unsere Gemeinschaft in die Enge getrieben zur absoluten Einheit wachsen kann und wir damit Zeichen setzen können! (…)
[om]
November 26th, 2011 at 07:10
(…) Nach dem Pokalausschluss von Dynamo Dresden gerät der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unter Druck. Am Freitag [25. November] hagelte es Kritik am bisher härtesten Urteil der Verbandsgeschichte. Fanforscher Gunter A. Pilz fürchtet, dass es dadurch zu einer Solidarisierung der Fans gegen den DFB kommt (…)
| mz-web.de | 25. November 2011 | 23:10 |
[om]
November 26th, 2011 at 07:30
(…) “Ich halte die Entscheidung für überzogen. Der ökonomische Verlust könnte für Dynamo in die Millionen gehen”, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit: “Ich gehe davon aus, dass der Verein dagegen vorgeht und bis zur letzten Patrone kämpft.” Der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) steht mit seiner Meinung nicht alleine da (…)
| sueddeutsche.de | 26. November 2011 | 06:40 |
sachsen7
November 26th, 2011 at 07:45
@Maik75. Bitte erst INFORMIEREN – bevor man seine Unwissenheit in Buchstaben durchs Internet jagt! Danke
[om]
November 26th, 2011 at 07:46
(…) Nachdem das Sportgericht Dynamo wegen der massiven Ausschreitungen seiner Hooligans im Pokalspiel bei Borussia Dortmund zurecht hart bestraft hatte, bauten die Verantwortlichen des Zweitligisten in Gedanken die Mauer wieder auf: Wenn die da drüben – im Westen – auf der Anklagebank gesessen hätten, wäre das Urteil milder ausgefallen. Nur weil wir ein Ost-Verein sind, wurden wir aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen.
Bei den eigenen Anhängern mag das Heraufbeschwören des alten Feindbildes ankommen. Das ändert aber nichts daran, dass es einfach nur peinlich ist. Ein Klub, der als Sicherheitsbeauftragten einen geistigen Brandstifter beschäftigt, darf sich nicht wundern, wenn das DFB-Sportgericht ein Zeichen setzt.
(…) Ein Klub, der sich von dubiosen Gruppierungen unterwandern und manipulieren lässt, darf sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, sondern muss vor der eigenen Haustür kehren.
| morgenweb.de | Mannheimer Morgen | 26. November 2011 |
Maiky75
November 26th, 2011 at 10:26
… dem Mannheimer Morgen ist nichts hinzuzufügen!
[om]
November 26th, 2011 at 13:19
(…) In Deutschland liegt die Messlatte des DFB nun aber ziemlich hoch. Was passiert mit Hansa Rostock, was mit Eintracht Frankfurt, wenn Teile ihrer Anhängerschaft sich weiterhin als unbelehrbare Chaoten erweisen? Ausschluss aus der Liga? Die Folgen wären unabsehbar.
Auf Dauer wird es nicht damit getan sein, Vereine zu bestrafen. Gewalttäter müssen identifiziert und aus dem Verkehr gezogen, die Clubs dabei in die Pflicht genommen werden. Doch viele Vereine – siehe Rostock – haben vor den Randalierern bereits kapituliert oder stehen kurz davor. Aus Angst.
| Frankfurter Neue Presse | 26. November 2011 | 10:00 |
[om]
November 26th, 2011 at 13:28
(…) Das Dresdner Fußballmuseum hat als Reaktion auf den Pokal-Ausschluss für Zweitligist Dynamo Dresden die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) für beendet erklärt. Wie das Museum auf seiner Homepage mitteilte, werden keine Exponate mehr kostenfrei als Dauerleihgabe an das DFB-Fußballmuseum gehen. Geschäftsführer Jens Genschmar wurde mit den Worten zitiert: “Ich erkläre mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres jegliche Zusammenarbeit mit der Stiftung DFB-Museum von meiner Seite für beendet.”
Dabei ärgert Genschmar nicht nur das Urteil des Sportgerichts gegen Dynamo, sondern eine angebliche Ungleichbehandlung. “Dem Dresdner Fußball-Museum geht es nicht um die Strafen im Allgemeinen, sondern um das Strafmaß im Vergleich zum Vergehen anderer Vereine – besonders aus dem Gebiet der alten Bundesrepublik. Der Eindruck, hier werde mit zweierlei Maß gemessen, wird aus unserer Sicht nun bestätigt. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist für uns mit den Vertretern des DFB bis auf weiteres nicht möglich” (…)
| dpa @ newsticker.sueddeutsche.de | 26. November 2011 | 11:51 |
[om]
November 26th, 2011 at 15:10
(…) Der DFB-Pokal-Ausschluss von Dynamo Dresden spaltet Fußball-Deutschland und baut 21 Jahre nach der Wiedervereinigung eine mühsam abgerissene Mauer wieder auf (…)
(…) Der Deutsche Fußball-Bund, der durch die Vermarktung von Bundesligen und Pokal Unmengen von Geld verdient, hat an Dynamo ein Exempel statuiert, statt sich seiner Verantwortung zu stellen. Ein Verein mit beschränkten Mitteln kann den Kampf gegen die Gewalt alleine nicht gewinnen, er braucht Hilfe und keinen schulmeisterlichen Tadel (…)
(…) Im Osten Deutschlands sind laut einer Online-Umfrage des Mitteldeutschen Rundfunks gut zwei Drittel der Meinung, dass die Strafe viel zu hart ausgefallen ist, in der gesamtdeutschen Umfrage der “Bild”-Zeitung finden dagegen über 60 Prozent den Entscheid richtig. Die Diskrepanz zwischen Ost und West ist riesig (…)
(…) “Ich bin der Überzeugung, dass man an Dynamo unbedingt ein Exempel statuieren wollte. Da wird mit zweierlei Maß gemessen: Auf die einen wird draufgeprügelt, die anderen kommen fast ungeschoren davon”, teilte der frühere deutsche Nationalstürmer Ulf Kirsten mit.
| Basler Zeitung | 26. November 2011 | 14:01 |
[om]
November 26th, 2011 at 15:38
(…) Prügelnde Hooligans im Dynamo-Trikot? Das sind “erlebnisorientierte Fans”. Sagt übrigens der Sicherheitsbeauftragte von Dynamo Dresden. Dieser Schwachsinn verstärkt das Gefühl vieler Fußball-Anhänger: Mit Dynamos Sperre für den DFB-Pokal wurden die Richtigen getroffen.
Ein bisschen rationaler gesehen: Dresden wirkt trotz der üblen Gewalt auch ein wenig wie ein Bauernopfer. Dresdens Image ist kaputt, Dynamo-Fans sind Wiederholungstäter, der Klub ist nur Zweitligist, da stößt so eine kostspielige Sperre auf viel öffentliches Verständnis. Gegen harte Strafen ist nichts einzuwenden, aber es geht auch um die Frage der Verhältnismäßigkeit.
Wo ist die Grenze? Wann droht nur ein Geisterspiel, wann eine Pokalsperre? Die Kriterien für eine angemessene Strafe sind nicht klar, das ist das Problem (…)
| tagesspiegel.de | 25. November 2011 | 22:49 |
[om]
November 26th, 2011 at 15:55
(…) Dynamo-Anwalt Schickhardt sagte nach dem Urteilsspruch: “Die Wellness-Atmosphäre, die viele Vereine bei Auswärtsspielen auch ihren Problemfans bereiten” gehöre abgeschafft (…)
| Frankfurter Rundschau | 26. November 2011 |
MAT
November 26th, 2011 at 20:06
Wie wärs mal mit ein bißchen Demut?
Vielleicht kann man ja nochmal zur “Bewährung aussetzen” beantragen.
Dass die Fanszene sich selbst kontrolliert und die Idioten ausgrenzt, scheint zwar doch Utopie.
Ich hätte aber durchaus Sympathie für eine “letzte” Chance …
Don Kanallie
November 26th, 2011 at 22:44
Ich frage mich allerdings auch, was für eine Reaktion des DFB´s auf Spiele wie BVB vs S04 oder FCK vs FFM erfolgt.
Die Bedenken der Ostclubfans werden so lang Bestand haben bis der Gegenbeweis erbracht ist.
Septi
November 27th, 2011 at 10:34
Das Gewaltphänomen ist doch ein gesamtgesellschaftliches Problem, der Fussball dient hier nur als Plattform. Wenn der DFB Fans ausschließt, Geisterspiele ansetzt und Vereine aus Wettbewerben ausschließt, dann tut er nichts anderes als sich seiner Verantwortung zu entziehen. Das Problem wird nicht gelöst, nur die Plattform verändert. Der Fussball hat dann vielleicht kein Problem mehr, die Gesellschaft hat es aber weiterhin. Der einzig richtige Lösungsansatz wird in der Basler Zeitung genannt:”(…) Der Deutsche Fußball-Bund, der durch die Vermarktung von Bundesligen und Pokal Unmengen von Geld verdient, hat an Dynamo ein Exempel statuiert, statt sich seiner Verantwortung zu stellen. Ein Verein mit beschränkten Mitteln kann den Kampf gegen die Gewalt alleine nicht gewinnen, er braucht Hilfe und keinen schulmeisterlichen Tadel (…)”
Der DFB kann sich seiner Verantwortung nicht entziehen, dass ein paar Monate nach den massiven Ausschreitungen in englischen Städten ausgerechnet der Englische Fussball und die dort erreichte Gewaltfreiheit nach dem Liverpoolausschluss angeführt wird ist schon lächerlich.
Septi
Pfeffi
November 27th, 2011 at 11:03
Es ist so und es bleibt so … Dieser Mafia-Verein DFB möchte die unliebsamen und aufrührerischen Ostclubs nicht!!!
[ab]
November 27th, 2011 at 12:43
Wenn man nun beim Deutschen Fußball-Bund weiter hart durchgreifen möchte, müsste man alle Pyroaktionen am vergangenen Wochenende mit dem sofortigen Rauswurf aus der jeweiligen Ligen beantworten. Anhänger von Schalke zum Beispiel hatten zum “Revier-Derby”, an gleicher Stelle wie zuletzt Dynamo Dresden, Pyroartikel, Rauchbomben und Bengalen in Dortmund gezündet. Auch dieses “Blutbad” sollte natürlich harte Konsequenzen nach sich ziehen. Ähnliche Pyroaktionen gab es aber auch bei den Spielen Hannover vs. Hamburg, Köln vs. Mönchengladbach sowie in unzähligen anderen Stadien! DFB – nun aber bitte überall hart durchgreifen – oder eben umgehend das Skandalurteil gegen Dynamo zurückziehen!
PVG
November 28th, 2011 at 16:50
(1) Das Urteil ist ein Witz auch und gerade angesichts dessen, was zuletzt in FFM, HRO, DO vs S04 und anderswo hinter der Elbe passiert ist. Da fehlt irgendwie die Relation.
(2) Dennoch – so lang man sich in DD darauf beschränkt, sich in der Opferecke zu suhlen und dazu zu behaupten, es handele sich nur um eine ganz kleine Minderheit, statt zumindest Anstrengungen zu unternehmen, die immer wiederkehrenden Gewaltausbrüche der Fans zu unterbinden, wird die schwarzgelbe Kolonne weitere Sympathien in Fußballdeutschland verspielen und auch kaum wieder ernsthaft Gehör finden.
Ein beeindruckender Verein, gerade was die zahlenmäßige Unterstützung und das Engagement in Fußballdingen angeht. Erschreckend, was aber auch an Gewaltpotenzial da ist und vom großen schweigenden Rest (mind.) hingenommen wird (ab und an auch mal mit Applaus bedacht).
Fussel80
November 28th, 2011 at 18:00
Ich denke nicht, dass der DFB sich die Folgen überlegt hat.
Klar ist Dynamo nicht gerade der Vorzeigeverein, aber ist Dortmund nicht auf eben diese Fans vom Verein hingewiesen worden. Und was muss man feststellen, selbst eine Stunde vor Anpfiff wird nicht einmal in den Rucksack geschau und nur mangelhaft kontrolliert.
Wie kann die Polizei von kriegsähnlichen Zuständen reden, nur weil sie sich nicht in Lage sieht, die Störer aus dem Verkehr zu ziehen und zu guter letzt werden auch noch die Störer und Randalierer unkontrolliert ins Stadtion gelassen um den Anpfiff nicht noch länger hinauszuzögern, was ist das für eine Logik? WENN MAN SICH DANN ÜBER DIE FOLGEN UNTERHÄLT, SOLLTE MAN DIE UMSTÄNDE ANSEHEN.
Zu hause wenn Dynamo der Hausherr ist, funktiooniert es ja auch, das liegt zum Teil aber auch daran, dass zu HAUS das Stadionverbot greift, auswärt fast nie, denn die Polizei kann keine Namen nennen um das Verbot durchzusetzen.
Jay
November 30th, 2011 at 15:26
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