Dynamo Dresden ohne Fans in Unterhaching: “… Endstation Sackgasse?”

April 9, 2010 | In: 3. Liga, Ausschreitungen, Fußballfans, Hooligans, SG Dynamo Dresden, Ultras


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Nein, wahrlich nicht zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit des bezahlten Fußballs werden (Auswärts)Kontingente von Fans – zumeist weniger als mehr berechtigt – zum Zielort eines Spiels der eigenen Mannschaft schon vorab beschnitten. Bislang geschah dies zumeist aufgrund wie auch immer begründeter Interventionen durch die jeweils regional verantwortlich zeichnenden Polizei- und Sicherheitskräfte (ostfussball.com berichtete).

Aktuell wurde nun durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die SG Dynamo Dresden (SGD) in der 3. Ligawegen eines unsportlichen Verhaltens in Tateinheit mit einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst mit einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro belegt. Des Weiteren hat Dynamo Dresden das Auswärtsspiel (…) gegen die SpVgg. Unterhaching am 13. April 2010 unter Ausschluss ihrer Anhänger auszutragen. Der Gästezuschauerblock hat in diesem Spiel frei zu bleiben. Zudem hat Dresden der SpVgg. Unterhaching einen pauschalierten Schadensersatz in Höhe von 6.000 Euro zu zahlen (…)” [dfb.de]. Unterstellt könnte durchaus vermutet werden, dass dabei auch eine nach wie vor offiziös völlig undifferenzierte Vermischung von Ultras und Hooligans für so einiges begründend herzuhalten hatte.

“(…) Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die aktuellen DFB-Urteile sowohl in ihrer Härte als auch in ihrer Intention eine neue Qualität haben. Denn neben Rekordstrafhöhen ist an den aktuellen Erziehungsmaßnahmen des DFB besonders innovativ, dass nach eigener Aussage nun nicht mehr allgemein ein Verein, sondern der Fan selbst bestraft wird. Und hat die Praxis, Fußballfans pauschal als gewalttätige Asoziale darzustellen, vor denen die friedliebende Allgemeinheit präventiv per Sippenhaft geschützt werden muss, durchaus schon eine perverse Tradition, darf auch die nun ganz offene Stigmatisierung speziell von Stehplatzfans durchaus als neu bezeichnet werden (…)” [die-fans.de, 8. April 2010]

Faksimile: board.gulli.com

Foto: Fünf oder Vier vor Zwölf? (Quelle: board.gulli.com)

Darüber hinaus fragt und artikuliert sich die Fangemeinschaft Dynamo -

“(…) Was all diese Verbote, Schikanen und Repressionen mit dem Ahnden von Ordnungswidrigkeiten, mit echter Gewaltprävention und sozialer Verantwortung zu tun haben oder von Lebensgefahr in Stadien schwafelnde Demagogen (…) mit Dialogbereitschaft und Deeskalation? Wir wissen es nicht, diese Frage können wohl nur jene Spezialisten beantworten. Was wir beinahe sicher kennen, ist die zu befürchtende Antwort der Fans auf Herrn Lorenz’ [Vorsitzender des DFB-Sportgerichts] knackigen Spruch ['Wir können auch härter.'] Die wird nämlich genausso knackig lauten: Wir auch.

Um dies zu verhindern, fordern wir ein Ende von Sippenhaft und Kollektivstrafen, sowie eine konsequente Anwendung von rechtsstaatlichen Prinzipien auch für Fans. Denn wir sind keine Bürger zweiter Klasse! Mit Repressionen wird es sich zu einfach gemacht: wirken sie nicht, wird einfach noch mehr davon gefordert und praktiziert, statt ihre Wirksamkeit infrage zu stellen (…) Das sind keine Lösungen oder adäquate Antworten sondern unzweckmäßig und hilflos verteilte Ohrfeigen an Fans im Allgemeinen aber vor allem auch an jene, die ernsthaft um Abhilfe bemüht sind! In einer von zunehmendem Unsicherheitsgefühl geprägten Gesellschaft scheint der Griff zu Maßnahmen des Zwangs und der Repression oft der naheliegendste und auch einfachste. Doch offenbart er sich bei näherer Betrachtung als Ausdruck von Ratlosigkeit und Unkenntnis, welcher eher problemverschärfend wirkt. Daher rufen wir die Verantwortlichen in den Verbänden und Vereinen, bei den Sicherheitsorganen und Medienschaffenden auf, sich vom zu kurz greifenden Law&Order Paradigma zu lösen! Ohne Maß und Vernunft, Vertrauen und Dialog sind jegliche Ansätze zum Scheitern verurteilt.” [Nürnberg, Köln, Berlin, Dresden ... Endstation Sackgasse? --- fangemeinschaft-dynamo.de, 8. April 2010]

Die Rechtssprechung und insbesondere die Begründung durch das DFB-Sportgericht dahin gestellt, skandierte wenige Stunden nach Bekanntwerden des Urteils am Abend des 7. April der K-Block im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion beim Spiel gegen die Amateure von Borussia Dortmund wiederholt “Fußball-Mafia DFB”. Die SGD hat besagtem DFB-Urteil zugestimmt, somit ist es rechtskräftig.

Unterdessen kündigten die Ultras Dynamo für das Heimspiel am 10. April gegen den FC Ingolstadt an:

“(…) In der zweiten Hälfte werden wir unsere Schwenkfahnen einsammeln, unsere Zaunfahnen abmachen und von organisierter Stimmung absehen. Wir rufen damit ausdrücklich NICHT zu einem Stimmungsboykott auf (auch wenn eine schweigende Kurve in diesem Moment wohl demonstrativer wäre). Aber wir wollen zeigen, welches Bild ohne eine gewachsene und strukturierte Fanszene zukünftig in deutschen Stadien zu sehen sein wird, oder eben nicht! Die Aktion richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Mannschaft, welche in den letzten Spielen sehr erfreuliche Leistungen gezeigt hat! So schwer es auch fallen mag, aber wenn keine aussagekräftigen Zeichen gesetzt werden, wird sich auch die verzerrte Spirale im Blick der Öffentlichkeit weiterdrehen und es werden irgendwann generell keine Gästefans mehr zugelassen. Nicht nur bei uns, sondern auch bei allen anderen Vereinen (…)” [Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen! --- ultras-dynamo.de, 9. April 2010]

[om]


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6 Antworten to Dynamo Dresden ohne Fans in Unterhaching: “… Endstation Sackgasse?”

  Optischer Fan-Protest in Dresden: “Das will der DFB” by Ostfussball.com

April 10th, 2010 at 19:35

[...] von Ultras und Hooligans für so einiges begründend herzuhalten hatte (…)” (ostfussball.com berichtete). “(…) Die aktuellen DFB-Urteile sind Bestrafungen, die sowohl in ihrer [...]

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April 11th, 2010 at 12:37

Ich kann das überhaupt nicht verstehen, ein wirklicher Dynamofan schadet Dynamo nicht mit irgendwelchen Handlungen, er genießt das Spiel und freut sich wie ich gestern live im Stadion den Sieg. Es war eine Superstimmung obwohl mir die Schiedsrichterentscheidungen manchmal seltsam vorkamen.

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April 11th, 2010 at 13:42

Kein wirklicher Dynamofan wird durch Randale dem Verein schaden. Wer diese Leute sind weiß doch keiner. Wir Dresdner hoffen das wir siegen, denn wir sind bei euch auf jeden Fall im Herzen.

  Ostderby: Dresden vs. Jena mit voller Hütte by Ostfussball.com

April 14th, 2010 at 16:13

[...] Vermischung von Ultras und Hooligans für so einiges begründend herzuhalten hatte (…)” (ostfussball.com [...]

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April 16th, 2010 at 09:58

Es waren ja nun doch 1000 Fan´s da und mitten unter den “Gegner´n” und trotzdem gab es keine Randale. Friedlich wurde zusammen das Spiel geguckt. Unter diesen 1000 waren dann wirklich die “echten” Fan´s die einfach für ihren Club da waren.

  FC Hansa Rostock: Erneute Aussperrung der Fans by Ostfussball.com

April 21st, 2010 at 12:19

[...] gab es ähnliche Einschnitte bei den Fanrechten bei Spielen von Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock und so langsam hat man den Verdacht, es könnte in Deutschland zur Gewohnheit verkommen [...]

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