Dresden: Dynamo-Fan-Spendenmobilisierung diskriminiert?
März 22, 2010 | In: Fußballfans, SG Dynamo Dresden, Stadion-Infos, Ultras
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Einige Tage vor der Stadtratsentscheidung zu den Nutzungsverträgen um das Rudolf-Harbig-Stadion (RHS) und damit auch zu Solvenz oder Insolvenz der SG Dynamo Dresden (ostfussball.com berichtete), startete die Fan-Initiative Pro RHS eine Spendenaktion. Diese Aktion soll auch dem Nachwuchssport in der Region zugute kommen. Beabsichtigt ist, bei den verbleibenden Saison-Spielen der SGD Geld durch die Fans zu sammeln.
“(…) Der Erlös soll anschließend dem Kreissportbund Dresden, einer karitativen Einrichtung und dem Dynamo-Nachwuchs zur Verfügung gestellt werden (…) ‘Wir wären sehr erfreut, wenn die Stadträte erkennen, welche positive Kraft in einem Verein wie Dynamo Dresden steckt’, argumentiert Robert Pohl von der Fan-Initiative Pro RHS” [sz-online.de, 18. März 2010].
Einige Tage nach besagter Stadtratsentscheidung scheinen sich allerdings auch Schatten über der Fan-Initiative für die Aktion Sportstadt Dresden auszubreiten.
“(…) Also werden Freitag bis spät in der Nacht noch Spruchbänder gemalt und geklebt, die alle Bürger von Dresden dazu aufrufen sollen, für den Fußballverein Dynamo und den Sport in Dresden mal paar Euro locker zu machen. Ehrensache, macht man doch gerne!
Am Spieltag dann die Ernüchterung. Am Eingang wird man vom Fan- und Sicherheitsbeauftragten gebührend empfangen und die Spruchbänder sogleich konfisziert und weggeschlossen! Grund: Nicht offiziell angemeldet! Wer spätestens jetzt denkt, er wäre im falschen (Dynamo-) Film, der irrt. Schikanen, Verbote und Versuche einzelne Fangruppen bei Dynamo gezielt zu sabotieren, kennt man ja besonders aus der Ära Bernd Maas. Diese Versuche sind bekanntlich allesamt fehlgeschlagen, die feinen Herren über alle Berge abgehauen und wurden nie mehr gesehen. Die Fanszene ist dadurch nur noch näher zusammengerückt! Aber Spruchbänder die zu Spenden für den Verein und die Sportstadt Dresden aufrufen, zu verbieten, das hat es noch nie gegeben. Um dem Ganzen noch einen drauf zu setzen, sollen in Zukunft Fans die sogenannte ‘nicht genehmigte Banner’ im Stadion präsentieren, vom Verein eine Anzeige sowie Stadionverbot erhalten. Die Dynamo-Diktatur lässt grüßen.
Die Fancharta besagt zwar, dass Spruchbänder vorher rechtzeitig beim Fanbeauftragten angemeldet werden müssen, aber worin liegt darin eigentlich der Sinn? Spruchbänder leben von ihrer Spontanität, ihrem Witz, der freien Meinungs- und Kritikäußerung die Fans im Stadion schließlich haben sollten. Oder doch nicht? Gilt das Grundgesetz in Deutschlands Fußballstadien etwa nicht mehr? Wozu dann diese sinnlosen Anmeldeschikanen? (…) Diese Leute die das veranlassen, tragen Dynamo nicht im Herzen, sie stehen nur auf der Gehaltsliste und wollen sich profilieren. Funktionäre, Manager und Präsidenten etc. haben wir in den letzten Jahren bei Dynamo Dresden kommen und gehen gesehen. Sie hinterließen leider oft genug einen Scherbenhaufen, an dem unser Verein noch bis heute zu leiden hat. Was allerdings immer geblieben ist, das sind wir, die sogenannten Fans. Oft genug durch Medien als ‘Chaoten und Unbelehrbare’ gescholten und diskriminiert!”

Faksimile: news.de
“Da freie Meinungsäußerung von Fans, sowie Spendenaufrufe im Rudolf-Harbig-Stadion wohl leider nicht mehr erwünscht sind, gibt es unsere Botschaft an alle Dynamofans und Bürger von Dresden, denen unsere Sportstadt am Herzen liegt, hier und jetzt! Ganz ohne lästige Anmeldeschikanen und Ordnerterror, einfach so!
Mach mit! Hilf Dynamo und unterstütze den Sport in Dresden! (…)” [Ultras Dynamo, 22. März 2010]
Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung der Aktion Sportstadt Dresden sind auf der Homepage der Initiative zu finden. [om]
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