Die Amateur-Mannschaften-Konzilianz
April 23, 2010 | In: 3. Liga, Blog-Ostalgie, DDR-Ligen, Fußballfans, Oberliga NOFV-Nord, Oberliga NOFV-Süd, Regionalliga Nord
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Vornweg, ja sie sind wichtig, das streitet niemand ab! Doch die zweiten Mannschaften (Amateure) in den verschiedenen Ligen abwärts der 3. Liga wirken auf die werte Anhängerschaft des Fußballs nicht gerade als Zugpferd oder Kassen-Magnet. Oft verlaufen sich bei Spielen von diesen Nachwuchsmannschaften (U 21) gerade einmal 300 Besucher in den Stadien der hochgelobten dritthöchsten deutschen Spielklasse, ganz zu schweigen weiter unten in den Ligen. Zudem wird durch die Teilnahme dieser Amateur-Mannschaften auch die Aufstiegsmöglichkeit für finanziell schwächer gestellte Traditionsvereine verbaut. Gerade in unserer Region wirkt sich diese unsoziale Sportpolitik der Funktionäre aus dem soooooo weit entfernten Verband in Frankfurt/M. oft gravierender aus, da die allgemeine schlechte wirtschaftliche Infrastruktur ein besonderes Handicap für alle ostdeutschen Vereine darstellt.

Foto: 11freunde.de
Deshalb unser Vorschlag, der im Prinzip kein neuer Vorschlag ist – die Amateur-Mannschaften-Konzilianz. Wichtig: die Amateurvereine müssten umgehend aus dem regulären Spielbetrieb herausgelöst werden, natürlich ohne wenn und aber! Zu DDR-Zeiten gab es bis 1989 das durchaus gut funktionierende Modell, dass vor den jeweiligen Oberligaspielen immer ein sogenanntes Vorspiel der Nachwuchsmannschaften der beiden spielenden Vereine stattgefunden hat. Spielte also zum Beispiel der BFC Dynamo gegen den HFC Chemie um 15.00 Uhr in der Oberliga, so kam es bereits zwei Stunden vorher zur Begegnung der beiden Mannschaften der Junioren-Oberliga (heute Amateure oder U21). Das lockte nicht selten bereits ab 13.00 Uhr etliche tausende Besucher in die Stadien der DDR zum gemeinsamen Plausch und fußballerischen Fachsimpeln. Der eigene Nachwuchs wurde, nicht wie heute, zum Konkurrenten oder gar argwöhnisch betrachtet. Nicht selten kam auch bei den Begegnungen der Junioren richtig Stimmung unter den Zuschauern auf. Die Spannung steigerte sich gegen Ende dieser Partien und die jungen Spieler bekamen den Hauch der großen Kulisse sowie die Emotionen meist schon deutlich zu spüren, denn nicht selten waren während der letzten 30 Minuten die Stadien dann schon prächtig gefüllt.
Eine eigene Amateur-Liga würde sich heutzutage aus verschiedenen Gesichtspunkten sicherlich nicht anbieten. Aber diese Amateurvereine könnten an den Zuschauereinnahmen oder/und Fernsehgeldern beteiligt werden. Zusätzlich könnte als Anreiz die Teilnahme am DFB-Pokal zum Beispiel für die besten fünf Mannschaften aus dem Amateurbereich in einer eigenen Qualifikation untereinander in Aussicht gestellt werden.
Die Auswirkungen aus solchen Veränderungen wären enorm. Es würde mehr Platz für finanziell schwächer gestellte Vereine mit Tradition in der 3. Liga, den Regional- und Oberligen geben. Die Zuschauerzahlen, damit auch die Einnahmen, nicht nur der Ostvereine würden zudem durch attraktivere Gegner deutlich ansteigen. Auch die Image-Aufwertung der verschiedenen Ligen würde sich deutlich erhöhen. Der kleine soziale Fußball-Frieden wäre wieder hergestellt und nicht nur die Zuschauer sowie Vereine aus Ostdeutschland, sondern auch im Westen würden sicherlich davon profitieren. [ab]
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3 Antworten to Die Amateur-Mannschaften-Konzilianz
olodum
August 15th, 2010 at 19:54
Dann will ich mal den Anfang machen und das Ganze kommentieren: Klingt fuer mich nach ner guten Idee. Nicht das Rad neu erfinden, sondern auch mal schauen, was lief damals gut.
[ab]
August 16th, 2010 at 11:03
Danke für das erste Feedback. Unser Vorschlag unterscheidet sich von der so genannten “Pro-Regionalliga-Reform-2012″ in zwei wichtigen Punkten.
1. Die Reform darf sich keinesfalls nur auf die Regionalliga beschränken! Es muss bereits dringend ab der 3.Liga abwärts reformiert werden!
2. Wir raten von einer eigenen Amateurliga ab! Dies würde für den Nachwuchs schwerwiegende Konsequenzen und Nachteile bei der sportlichen Entwicklung bedeuten.
Fakt ist aber, daß sich dringend mit einer Lösung zu diesem Thema beschäftigt werden muß! Wie es am Ende aussieht, liegt an der Kompromissbereitschaft aller Beteiligten.
Die oben genannte Aktion (PRR) sehr wir dennoch als sehr positives Zeichen in die richtige Richtung.
admin
August 16th, 2010 at 17:12
Scheinbar sieht man das beim zuständigem Verband anders:
Auf dem Bundestag im Oktober in Essen soll eine RL-Reform beschlossen werden, die dann im Sommer 2012 umgesetzt werden soll. Laut der Nord Sport arbeitet eine Kommision bereits seit Monaten an der Umsetzung, ohne das bisher Vereinsvertreter informiert oder befragt werden!
Mögliche Modelle: Eine Verschlankung auf zwei Regionalligen, sowie eine echte U23-Staffel.
SHFV-Präsident Hans Meyer bevorzugt dagegen ein Modell mit sechs oder acht Regionalligen. Ideen mit vier Staffeln oder fünf Staffeln oder Vorschläge, die den Status quo beinhalten, scheinen derzeit vom Tisch.