Demonstration für den Erhalt der Fankultur: Was war? Was wird sein?
Oktober 9, 2010 | In: Fußballfans, Ultras, Videos
.
Ladbrokees.com - Nr. 1 bei Fussballwetten!
50 Euro kostenlose Wette!
ladbrokes.com >>>
Beginnend ab den frühen Mittagsstunden nahmen am 9. Oktober 2010 in Berlin tausende Fußballfans jeder Provenienz an einer schon längere Zeit angekündigten (ostfussball.com berichtete) Demonstration zum “Erhalt der Fankultur” teil. Die Organisatoren der Veranstaltung gingen zwischenzeitlich bilanzierend von “mindestens 4.000 Teilnehmern und Anhängern von knapp 50 Vereinen” aus (eurosport.yahoo.com, 9. Oktober, 16:32). Der Berliner Kurier berichtete später von über 5.000 Fußball-Anhängern, die “friedlich für den Erhalt der Fankultur” demonstriert hätten.
Anliegen der Demonstration war es – neben den bereits weit vorab kontinuierlich von aktiven Fußballfans immer wieder erhobenen und mehr als deutlich artikulierten Forderungen der Fan-Szene hinsichtlich beispielsweise willkürlich verhängter Stadionverbote, steigender Eintrittspreise, fehlend zugelassener Meinungsfreiheit, zunehmender Kommerzialisierung, kaum noch nachvollziehbarer Splittung der Spieltagsanstoßzeiten sowie Willkür bei Polizeieinsätzen und nicht zuletzt fehlender Kennzeichnungspflicht für die Poilizeibeamte – “dass alle Gruppen ‘den Schalter umlegen’ und ihre Rivalitäten während der Demonstration ruhen lassen”, so Steffen Toll, ProFans, zitiert von morgenpost.de (9. Oktober, 13:05).
Zu den Organisatoren der Demonstration gehörten Fan- und Ultraszenen quasi aus der ganzen Bundesrepublik, federführend die Vereinigungen ProFans, Bündnis Aktiver Fußballfans und Unsere Kurve. In Berlin vertreten waren augenscheinlich Fans von Bundesligisten bis hin zu Anhängern von Regionalligisten. Allerdings hatten auch einige Fan- beziehungsweise Ultra-Kreise – nur aus Westdeutschland (?) – ihre Teilnahme an der Demonstration mehr oder weniger öffentlichkeitsheischend via Online-Erklärung offiziell abgesagt.
Natürlich kann letztendlich eine relativ kurzfristige Reflektion einer wie auch immer gemeinsam agierenden Fan-Aktion höchstens ein allererster Versuch eines Resümees zur besagten Gesamtproblematik sein.
Ist nun der schon weit im Vorfeld auf vielerlei Art und Weise verschlammt wordene Trampelpfad zwischen besagten Parteien vielleicht plötzlich – wenigstens kommunikativ – begehbarer geworden, gar beidseitig offener als bisher?
Nach ostfussball.com übermittelten Informationen soll es übrigens, trotz des postulierten kleinsten gemeinsamen Nenners der Demonstration “Getrennt in den Farben – Vereint in der Sache”, im Umfeld der Veranstaltung in Berlin doch zu einigen Rangeleien zwischen nicht gerade freundschaftlich verbundenen Fangruppierungen gekommen sein.
[om]
.

42 Antworten to Demonstration für den Erhalt der Fankultur: Was war? Was wird sein?
[ab]
Oktober 10th, 2010 at 10:20
Auf dem Video sieht es für mich schon wie die Beerdigung der Fankultur in Deutschland aus.
Dass es auf so einer Demonstration auch noch zu Rangeleien zwischen den Fanszenen kommt, ist natürlich für die Untermauerung der Forderungen eher ein negativer Gesichtspunkt.
Diete
Oktober 10th, 2010 at 13:18
Zustimmung. Und Rangeleien auf einer gemeinsamen Demo – das geht eigentlich gar nicht.
Für mich ist das gesamte “Fußballgeschäft” schon seit Jahrzehnten derart verlogen, dass man eigentlich nur noch Kreisliga- oder Jugendspiele anschauen kann. Mein damaliger Jungendtrainer hat vor ca. 20 Jahren schon gesagt, dass er die Bundesligen nicht mehr ernst nehmen kann, weil es dort nur noch um Kommerz geht.
Daher zeigen die Retortenmannschaften nur im Extrem auf, was schon lange überall im Profifußball der Fall ist: Fußball in den höheren Ligen ist kein Sport, es ist ein Geschäft. Wer da nicht mitmachen will, bleibt außen vor. Ich sage damit nicht, dass die Retortenclubs “besser” sind als die anderen, aber sie zeigen eben die Wahrheit über den Fußball schonungslos auf. Und daher sind sie mir eher symphatisch als das Gegenteil. Es ist halt so: wer sich ertappt fühlt, schreit auf. (“Getroffene Hunde bellen”)
Und Fantradition gibt es für mich in dem Sinne nicht, da bei jedem Club es so ist, dass die Fans mit dem Misserfolg abnehmen und mit dem Erfolg zunehmen. Da gibt es – mit ganz geringen Abweichungen – keine Ausnahme.
Vereinstradition? Das hieße für mich: in München spielen mindestens 70 Prozent Münchner (eigentlich 100 Prozent), in Stuttgart Stuttgarter usw. …. Und in deutschen Clubs dürften nur deutsche Akteure spielen, in türkischen Clubs nur türkische usw. ……
Wie lächerlich ist doch eine Championsleague, in der Inter Mailand mit nicht einem Italiener (geschweige denn Mailänder) auf dem Platz das Finale gewinnt!!! Ist uns das eigentlich klar, was das heißt? Und dann wird Inter als “Traditionsclub” angesehen und RB Leipzig beschimpft.
Sorry, ist nur eines von vielen Beispielen. Frage: wo wären Inter und Co ohne Geld? Antwort: die gäbe es gar nicht!!! Oder nur in den untersten Klassen – ohne Fans.
Schmachthaken
Oktober 10th, 2010 at 14:20
Was im Umkehrschluss bedeutet, dass ein guter Fußballer ggf. dazu verdammt ist in Liga 5 oder 11 vor sich hinzudümpeln?
Das ist naiv und vollkommen an der Realität vorbei. Ja, Fußball ist Kommerz, übrigens auch schon in Liga 5 oder 6. Jeder muss sehen, dass er das Beste herausholen kann. Was gegen einen Türken, Franzosen, Spanier oder Deutschen bei Inter Mailand oder Bayern München sprechen soll, ist mir auch nicht klar.
Gott sei dank haben sich dank EU und Globalisierung Grenzen verwischt, würde weiterhin so in Grenzen gedacht und gehandelt, würden wohl auch immer noch Deutsche und Franzosen an der Maginot-Linie aufeinander schießen.
Diete
Oktober 10th, 2010 at 14:54
Nun, wenn meine Argumente naiv sind, dann ist es umso naiver, noch auf RB zu schimpfen. Das Problem ist zudem, dass das, was ihr als Tradition bezeichnet, nur eine leere, hohle Worthülse ist. Denn Tradition bedeutet viel mehr, als nur ein mindestens 80 Jahre altes Gründungsdatum zu haben. Aber das würde ja Ehrlichkeit voraussetzen, dies zuzugeben.
Wer Inter, Leverkusen und den gesamten Profifußball nicht für kommerzialisiert und verlogen hält, der hat nicht das Recht, sich über Hoffenheim oder Red Bull aufzuregen. Denn da ist null komma null Unterschied.
Derjenige soll halt, wenn es ihm nicht passt, zu Jägermeister Braunschweig gehen!! Oder wie wärs mit der Bayarena? (Fa. Bayer) Oder der Allianz(Versicherungs)arena?
Was bitteschön ist da an Red Bull anders??? Antwort: nichts. Und das macht die Heuchelei der RB-Gegner so unerträglich groß. Entweder ich erkenne, was Fußball ist, nämlich ein kommerzialisierter Sklavenhandel, dann muss ich aber auch die Kommerzvereine akzeptieren, oder ich finde alles schlecht (zu Recht), dann sollte ich mir aber nur noch unterklassige Spiele ansehen. Denn wenn schon, dann sollte man schon konsequent sein.
Diete
Oktober 10th, 2010 at 15:05
Und noch was: die einzigen Teams, die heute noch traditionell sind, sind die Nationalmannschaften. Aber dir, Schmachthaken, würde es wohl im Zuge der Globalisierung egal sein, wenn bei uns in der deutschen Mannschaft Türken, Italiener oder Serben kicken würden. Na denn: Prosit!
Schmachthaken
Oktober 10th, 2010 at 15:12
Warum sollte ich auf RB schimpfen?
Die haben einen Plan und versuchen den konsequent umzusetzen. Daran ist nichts verwerflich. Wer Kommerz nicht will, muss zum Dorfverein (aber auch da ists schon schwierig, weil der örtliche Tankstellenbetreiber ja eventuell den eigenen Verein “sponsort”).
Keine Ahnung, welche Tradition du hier heraufbeschwören möchtest, aber Tradition beinhaltet laut meiner Definition nicht das Zwangsverpflichten germanischer Fußballspieler für germanische Fußballvereine.
Und bitte, mit Sklavenhandel hat das Ganze überhaupt nichts zu tun. Ein Fußballer bietet seine Fertigkeit auf einem Markt an. Niemand zwingt ihn Fußballer zu werden, er könnte ja auch einen anständigen Beruf erlernen. Aber auch da gilt, auf der einen Seite der Arbeitgeber, auf der anderen Seite der Arbeitnehmer und beide Seiten können sich auf einen Arbeitsvertrag einigen.
Beim Sklavenhandel wären wir wohl eher bei deiner Definition des Sports.
Schmachthaken
Oktober 10th, 2010 at 15:14
Özil hat ja ne verdammt lange “deutsche Tradition” und ja, ist mir egal, weil das auch heute schon so sein kann und DAS find ich verdammt gut.
Grün Weiß
Oktober 10th, 2010 at 15:49
Man man man ihr RB-Eventis, ihr zieht euch auch an allen hoch, wo man nur die Spur von Tradition anbringen kann.
Man, wenn ihr kein Mitspracherecht an eurem Kunstprodukt haben wollt, Bitte …
Aber ich möchte nicht erleben, dass in ein paar Jahren es einen RB-Cup geben wird, wo man im RB-Flieger sitzt, komplett in Marketingklamotten von RB, und dann weiter in einem RB-Bus steigt, der euch ins RB-Hotel mit Eventcharakter bringt. Dann als geführte Reisegruppe man einen ins RB-Stadion leitet, um dann dem Österreicher zu huldigen …
Sorry, darauf, wie viele andere auch, haben wir keinen Bock …
Sa mal, ne Frage an euch Eventis: Was passiert eigentlich, wenn der Matteschitz mal nicht mehr ist? (Er ist gesellschaftener Geschäftsführer der GmbH)
Glaubt ihr, dass der nächste Manager dann diese diffuse Werbekampagne weiterführt?
Ich glaube nicht, denn wie man aus der BWL weiss, kann man den Werbeerfolg nie in einem monetären Betrag erfassen.
Bedeutet, die 100 Mios in solche Werbung zu stecken, ist sehr umstritten unter BWLern und Marketing. Also wird ein nachfolgender Manager dies nicht mehr tun, da die Aktionäre ihre fetten Dividende am Jahresende haben wollen.
Und wie man munkelt, werden schon die ersten Stimmen laut im Unternehmen, da auch der Gewinn sich langsam schmälert. (Bsp. Preise für das Gesöff sinken am laufenden Band)
Also erfreut euch noch, solange es dieses Kunstprodukt gibt.
Schmachthaken
Oktober 10th, 2010 at 18:48
Dann geh ich zu den Traditionsclubs, die noch nicht Pleite sind oder sich gerade einen “Gassponsor” gesucht haben, um nicht den Weg in Liga 6 antreten zu müssen.
Diete
Oktober 10th, 2010 at 20:28
O.k. Schmachthaken, deine Antwort ist konsequent. Du findest den Kommerzfussball insgesamt gut, und schimpfst daher auch nicht auf R.B. Das finde ich in Ordnung. Mich stören nur die, die so tun, als ob R.B der einzige Kommerzverein ist. Und das ist echt lächerlich. Schönen Abend noch.
Schmachthaken
Oktober 10th, 2010 at 22:13
Dann haben hoffentlich alle ihren Frieden.
Jay
Oktober 10th, 2010 at 22:25
@Diete -
Der einzigste Kommerzverein?
Klar!
Wo in Deutschland gibt es ein Industrie-Produkt, bei welchem, zum Zwecke der Werbung und Neukundengewinnung, extra eine neue Fußball-Mannschaft drumherum konstruiert wird???
*Kopfschüttel*
“Das kapitalistische Naturgesetz beruht auf der Bewusstlosigkeit der Beteiligten.” (Rudi Dutschke)
Diete
Oktober 11th, 2010 at 08:43
Tradition heißt heute nur noch, älter als zirka 80 Jahre zu sein.
Aber ansonsten gibt es keine mehr. Fans kommen dann, wenn sich der Erfolg einstellt. Und sie gehen, wenn er nicht mehr da ist.
Wie ich oben schon erklärte, gibt es ab Liga 3 aufwärts keinen Verein mehr, der ohne Sponsoren auskommt. Und jeder Sponsor – einzige Ausnahme ist Dietmar Hopp von Hoffenheim – benutzt den Verein den er sponsert nur als Marketingobjekt, um Werbung für sein Produkt zu machen.
Seht ihr denn nicht welche Namen die Bundesligastadien inzwischen bekommen haben?
Alle Sponsoren bauen den Verein nur um ihr Produkt herum, egal ob der Verein 0 oder 100 Jahre besteht. Das ist wirkliche Ver……. der Fans, die das nicht kapieren. Oder meinst Du, Jay, der Vorstand der Fa. Bayer unterstützt Leverkusen, weil sie den Verein so toll finden? Nein, sie wollen ihren Pharmakonzern noch bekannter machen!
Und so ist es bei allen Profivereinen. Außer Hoffenheim, denn der Dietmar sponsert nur aus Heimatliebe.
Aber bei allen anderen Clubs ist der Verein nur ein Marketinganhängsel für die Sponsoren. So, wo ist nun der ach so große Unterschied zu RB? Richtig, es gibt keinen. Schönen Tag noch.
Jay
Oktober 11th, 2010 at 12:40
Zitat: “Alle Sponsoren bauen den Verein nur um ihr Produkt herum …”
Das ist Unsinn, Schönrederei! Das macht nur Red Bull.
Und Leverkusen ist eine Werksmannschaft!
[ab]
Oktober 11th, 2010 at 12:50
Mich würde mal interessieren, ob sich auch nur ein führender Politiker oder Funktionär aus dem Fußball-Verband bisher dem Anliegen dieser Fandemonstration angenommen hat. Gibt es öffentliches Feedback oder wird diese Massendemonstration einfach ignoriert?
“Was war, Was wird sein?” scheint durchaus eine berechtigte Frage!
MikeRohsoft
Oktober 11th, 2010 at 13:40
… DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte die Aktion nicht überbewerten. “Selbstverständlich gehen die Interessen der Fans und Verbände auch einmal auseinander. Wenn die Fans dann vom Recht zur Demonstration Gebrauch machen, ist das ein völlig normaler Vorgang”, sagte der Jurist in der Welt am Sonntag und betonte: “Wir werden weiter den Dialog mit den Fans suchen.” …
http://www.zeit.de/sport-newsticker/2010/10/10/258342xml
[om]
Oktober 11th, 2010 at 15:05
“(…) selbst der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn räumte ein: ‘Ich kann durchaus verstehen, dass die Fans auf die Straße gehen.’ (…)” -> http://www.sueddeutsche.de/sport/fussballfans-ein-mosaik-des-unmuts-1.1010434
Grün Weiß
Oktober 11th, 2010 at 15:39
Ein Red Bull beauftragter Netztroll schrieb … “Alle Sponsoren bauen den Verein nur um ihr Produkt herum, egal ob der Verein 0 oder 100 Jahre besteht. Das ist wirkliche Ver……. der Fans” …
Hey hört doch mal auf, so einen geistigen Bullshit zu schreiben! Wie schon ein User vor mir schrieb …
ES GIBT BLOß EIN VEREIN DER SOLCHE SCH… MACHT UND DAS IST RB !!!!
Nochmal, mein Verein wird von Klein- und Kleinstsponsoren mit über Wasser gehalten, nicht um einen Werbeerfolg hauptsächlich zu erzielen, denn, ich schrieb es schon mal, kann man einen Werbeerfolg nicht direkt einem monetären Betrag entgegensetzen, weil man nie weiß, ob der Kunde nun wegen der Werbung konsumiert oder nicht …
Die Sponsoren machen es bei uns, weil sie ihren alten, geliebten traditionsreichen Verein unterstützen wollen aus A) Lokalpatriotismus oder B) weil sie schon mit Daddy vor 40 Jahren hingegeangen sind oder C) vor solchen Auswüchsen, wie sie RB gerade fabriziert, zu schützen …
Achso liebe RB-Eventis, beantwortet mal meine Frage, was macht der Verein, wenn der Ösi nicht mehr ist?
Jay
Oktober 11th, 2010 at 15:48
@Grün Weiß -
Dann wird aus Rot-Weiß plötzlich Blau-Weiß und das Wappen ist rund mit nem Fußball in der Mitte. Schöne neue Fußball-Welt …
Das kann auch ein Nicht-Eventi beantworten: Dann nennt sich die Mannschaft BMW Leipzig – Ball-Mannschafts und Wiesensport Leipzig e.V.
Wer das gut findet, muss zum Arzt.
Grün Weiß
Oktober 11th, 2010 at 15:56
Na das glaube ich nicht, wenn dieses Kunstprodukt so den Bach runtergeht, denn möchte sich wohl kein Konzern mehr so die Finger verbrennen …
Denn ist es für BMW einfacher, kostengünstiger und nicht so zeit- und personalintensiv (man siehe mal bei RB, was für ein Rattenschwanz da schon an Personal dranhängt), wenn sie enfach Hauptsponsor von XYZ werden, also ein normaler z.B. Brustsponsor …
Denn RB ist und wird immer mit einem Negativimage verbunden bleiben (siehe RB Salzburg, da hasst man sich noch heute an …)
Und nix ist im Marketing schlimmer, als eine “NO-GO-Marke” versuchen zu puschen oder zu versuchen wiederzubeleben …
Bsp googelt mal die Kosten die Shell (mit Brentspar) = oder BP jetzt hatte, oder haben werden …
Glaube, dieses Risiko wird kein Konzern eingehen …
Jay
Oktober 11th, 2010 at 16:17
Ok, BMW war nur ein ironisches Bsp.
Vielleicht wird es auch ein heute unbekannter asiatischer Autobauer, welcher seine Mittelklasse-PKW-Marke in Europa vermarkten will. Die nutzen dann einfach die vorhandene Infrastruktur. So gibt es aller paar Jahre ein farben- und wappenwechselndes Konstrukt aus Leipzig in der 1.Buli zu “bestaunen”.
Dass es Leute gibt, denen das Wurscht ist, wird ja mehr und mehr deutlich. Tenor: Hauptsache 1. Buli, Meister und CL – egal wer, wie oder was. Armes Leipzig – das habt’er nich verdient. Oder doch?
Trulli
Oktober 11th, 2010 at 16:35
Marketing-Arenen der Bundesliga (nur ein paar Beispiele):
Allianz Arena (früher Olympiastadion)
Bayarena (Werbung für Pharmakonzern- toller Werksclub!!!)
Mercedes Benz Arena (früher: Neckarstadion)
Commerzbank Arena (der Name sagt echt alles)
Schüco Arena (früher: Bielefelder Alm)
Easy Credit Stadion (früher: Frankenstadion)
Signal Iduna Park (Leute, auf geht´s , versichert euch doch!)
Wer das als Tradition ansieht, dem ist echt nicht zu helfen.
Insofern ist mir Red Bull Arena noch lieber, da wird gar nicht erst versucht, noch was zu beschönigen, wie bei den Pseudomarketingclubs, die ihren Fans vorgaukeln, dass sie irgendeine “Tradition” hätten. Aber die Stadionnamen offenbaren ja, worum es wirklich geht. Gut so!!!!
Jay
Oktober 11th, 2010 at 17:00
Mensch, Trulli, da ist es wieder: Äpfel und Birnen!
Dass die damit ihre Spieler finanzieren ist nich schön. Weiter sollte das aber nicht getrieben werden. Wenn aber Industrie-Produkte (wie Red Bull) gegeneinander antreten, dann wird es wirklich unerträglich.
Zum Thema:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1119276/Aufmacher:-Bundesliga
Trulli
Oktober 11th, 2010 at 17:47
Red Bull tritt ja nicht gegen Red Bull an, sondern gegen die Allianz, gegen die Kommerzbank, gegen den einfachen Kredit … Wo sind da bitte Äpfel und Birnen? Es sind Äpfel und Äpfel!!!
Diete
Oktober 11th, 2010 at 17:56
@Jay -
gutes Video, bis auf die letzten 50 Sekunden, wo wieder der Fehlschluss aufkommt. Aber vorher wurde alles gesagt.
Der Fußball wird nicht mehr vom Sport, sondern vom Geld bestimmt. Die – oft geradezu lächerlichen – Stadionnamen zeigen es auf. Daher gibt es objektiv zwischen der Allianz-Arena und der Red-Bull-Arena keinen Unterschied.
Wer was anderes meint, sucht nur wieder einen Anlass für Aggression. Dabei gibt es die doch schon genug zwischen den frustrierten Tradiclubs. Noch nicht einmal bei der gemeinsamen Fan-Demo in Berlin konnten die Fans friedlich bleiben. Wie ärmlich!
Jay
Oktober 11th, 2010 at 18:11
RBL ist kein Verein, welcher als eigenständiges Wirtschaftsunternehmen handelt, so wie alle anderen. Nein, sie müssen keine Einnahmen generieren, müssen keine Sponsorten finden, sie haben keine Mitglieder. Nein, sie bekommen ihr Budget aus dem fernen Fuschel am See!
… und verteilen Eintrittskarten in Schulen.
RBL hat nichts gemein mit Fußballclubs.
Diete
Oktober 11th, 2010 at 18:49
Nun, wenn ein Verein selber ein Wirtschaftsunternehmen ist, dann hat das mit Sport noch viel weniger zu tun, als wenn ein Unternehmen wie Red Bull einen Verein nach oben bringt. Von Schaffen kann man ja nicht reden, weil Markgranstädt ja schon vorher existiert hat. Daher ist RB Leipzig auch kein Retortenverein, wie einige denken.
Das Red-Bull-Projekt ist viel ehrlicher als alle anderen hochklassigen Vereine, denen es in Wahrheit nur um Marketing und Vertrieb geht, die dies aber heuchlerisch verbergen. Wenn ich schon Scheiße baue, aber dazu stehe, dann ist das immer noch besser, als ebenso Scheiße zu bauen, aber so zu tun, als wäre man der Saubermann.
Trulli
Oktober 11th, 2010 at 18:54
Bayern München, Schalke 04 usw … müssen auch keine “Einnahmen generieren!” Wie denn auch? Sondern sie kriegen alle Knete frei Haus von den Sponsoren, im Falle Schalke von nem schwerreichen Gasanbieter aus dem Osten.
Wer da die Gemeinsamkeit nicht sieht, dem fehlt es offensichtlich an Hintergrundwissen und an fundierten wirtschaftlichen Kenntnissen.
trulli
Oktober 11th, 2010 at 18:57
Und viele Vereine verteilen Eintrittskarten an Schüler. Müssen diese jetzt deshalb beschimpft werden? Mein Lieblingsclub, die Stuttgarter Kickers, tun das sogar öfters Und? Sind sie deshalb kein Fußballverein? Achtung: die gibt es schon 111 Jahre, Vorsicht!!!
trulli
Oktober 11th, 2010 at 19:32
@Grün Weiß:
Du fantasiert echt total. Nenne mir einen einzigen Verein ab Liga 3 aufwärts, wo der Sponsor aus edlen Motiven oder Liebe zum Verein Geld gibt. Ich erspare Dir die Mühe, du wirst keinen finden. Man sollte schon ein wenig in der Realität bleiben.
Natürlich rede ich nicht vom 8-Ligadorfclub, wo der Metzger Bäuerle mal 50 Euro aus Sympathie beisteuert. Wir reden hier über Profifußball!
thognas
Oktober 12th, 2010 at 08:25
und schon wieder diskutieren alle nur über rb. gibts denn keinen anderen verein im osten über den es wert ist, intensiv geredet zu werden?
Grün Weiß
Oktober 12th, 2010 at 09:39
“Wir reden hier über Profifußball!”
Aha, nicht gewusst, dass die 4. Liga so professionell ist. Wenn ich mir so die anderen Ostclubs (darum geht es ja bei den meisten hier) so angucke, sind da nicht all zuviel in den oberen Segmenten des Profifußball …
“Nenne mir einen einzigen Verein ab Liga 3 aufwärts, wo der Sponsor aus edlen Motiven oder Liebe zum Verein …”
Dann fahre mal nach Cottbus oder Rostock oder Dresden und gucke dir mal die Sponsorenpools an, da findeste viele regionale Handwerksbetriebe usw., die sich für ihren Verein angagieren …
Kommt doch bitte nicht immer mit solchen Milchmädchenrechnungen …
Meiner Meinung nach werden die so schnell wieder verschwunden sein, wie sie da waren. Weil zu viele Eventualitäten drumrum sind …
Bsp.: Der Verein ist auf Gedeih und Verderb auf den Umsatz und Firmengewinn von RB abhänig. Meine damit, wenn RB mal in eine richtige Krise rasselt (was jedem Unternehmen passieren kann), werden die größten Ausgabenposten gekappt.
Und wenn der Initator dieser Aktion (Matteschitz) mal nicht mehr ist, wer sagt, dass die neuen Manager oder Erben dieses überteuerte Projekt weiterführen …
Oder, was mich freut, ein traditioneller lokaler Verein, wieder zu neuen Stärken kommt und die traditionsbewussten Leipziger lieber wieder zu ihrer alten Loksche gehen … Und dadurch das Kunstprodukt links liegen lassen. Goldgas, guter seriöser Sponsor ausm Energiesektor (wer da wohl dahinter steckt?)
[ab]
Oktober 12th, 2010 at 10:03
Bitte beachtet, dass die eigentlichen Forderungen dieser Fandemo folgende waren: Zu hohe Eintrittpreise, unmögliche Anstoßzeiten, ungerechtfertigte Stadionverbote, willkürliche Polizeigewalt, Pyrotechnik legalisieren, Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte …
Natürlich spielen solche Vereine wie RB Leipzig in Zeiten von Kommerzialisierung des Fußball auch eine große Rolle für Proteste, nur war es eben diesmal nicht das eigentliche Thema dieser Veranstaltung.
Grün Weiß
Oktober 12th, 2010 at 10:06
P.S.: Und bitte kommt jetzt nicht mit den Totschlagsargument, dass Lok sich jetzt auch verkauft usw …
Nein, Falsch sage ich schon mal im Voraus, weil so wie es Lok und Goldgas macht, so soll und sollte Sponsoring laufen …
Goldgas, ein neues junges Unternehmen mit 200.000 Kunden im Moment, sucht sich halt in Lok ein traditionsreichen Partner, der in der Region Sachsen sehr bekannt ist um auch die Marke Goldgas den Menschen näher zu bringen …
Becks_159
Oktober 12th, 2010 at 12:25
@all – http://www.zeit.de/2009/37/DOS-Lok-Leipzig?page=1
Wenn das eure tollen Traditionsvereine sind, dann bin ich sehr gern Eventi und bin stolz ein solcher zu sein
Becks_159
Oktober 12th, 2010 at 13:07
Das wäre übrigens auch mal ein “Fundstück” gewesen, aber das würde wohl eure Traditionsvereine in ein Licht rücken, das ihr nicht wollt
admin
Oktober 12th, 2010 at 13:12
Der Beitrag ist über ein Jahr alt, man sollte schon etwas aktuellere Themen posten. In der Zwischenzeit hat sich auch bei Lok Leipzig einiges verändert.
Becks_159
Oktober 12th, 2010 at 13:29
Bestimmt ist das jetzt ein Linkenverein (Achtung Ironie!!!)
thognas
Oktober 12th, 2010 at 13:30
@admin. ja. wobei sich hauptsächlich etwas verändert hat, weil rb gekommen ist. und das ist ja auch das, was von beginn an sinn der sache war. sadlo hat immer betont, dass rb niemanden “schaden” bzw. “etwas wegnehmen” will. ebenso war die hoffnung, dass im sog von rb die angeschlagenen traditionsvereine wieder erstarken, sich aufs wesentliche besinnen und damit auch für sponsoren aus der wirtschaft attraktiver werden.
in diesem sinne: auf eine glorreiche zukunft für den leipziger fußball
Becks_159
Oktober 12th, 2010 at 13:31
Du kannst ja am Samstag mal nach Leipzig kommen und gucken, wer da so alles demonstriert und kannst dann mal zu LOK gehen und die Gesichter vergleichen. ich kann dir jetzt schon sagen, dass du da viele wieder erkennen wirst
trulli
Oktober 12th, 2010 at 13:45
@grün weiß: “… um auch die Marke Goldgas den Menschen näher zu bringen! …” Ach, wie wahnsinnig edle Motive!!! Na ja, gegen solche Gutmenschen kommen wir von RB natürlich nicht an!
Aber wenn ihr schon so gut seid, dann hört auch auf zu schimpfen, denn das gehört zum Gutsein auch dazu! Dann hätten wir nämlich alle Frieden.
admin
Oktober 12th, 2010 at 14:16
Ich sage mal Thema verfehlt, hier geht es um die Fandemo in Berlin! Deshalb wird jetzt hier auch geschlossen!