DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5

April 30, 2010 | In: 1. FC Lok Leipzig, 1. FC Magdeburg, 1. FC Union Berlin, BFC Dynamo, Blog-Ostalgie, BSG Chemie Leipzig, BSG Sachsenring Zwickau, BSG Stahl Riesa, BSG Wismut Aue, DDR-Ligen, FC Carl Zeiss Jena, FC Karl-Marx-Stadt, FC Rot-Weiß Erfurt, FC Vorwärts Frankfurt, Hallescher FC, SG Dynamo Dresden


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Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980

Sa 03.05. 15:00 BSG Stahl Riesa – BSG Wismut Aue 4:0
Sa 03.05. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt – 1. FC Magdeburg 3:0
Sa 03.05. 15:00 Dynamo Dresden – BSG Chemie Leipzig 4:0
Sa 03.05. 15:00 1. FC Union Berlin – Berliner FC Dynamo 0:6
Sa 03.05. 15:00 1. FC Lokomotive Leipzig – FC Vorwärts Frankfurt 1:1
Sa 03.05. 15:00 FC Rot-Weiß Erfurt – FC Carl Zeiss Jena 0:1
Sa 03.05. 15:00 Hallescher FC Chemie – BSG Sachsenring Zwickau 3:1

Tabelle nach dem 25. Spieltag der DDR-Oberliga 1980

1. (1.) Dynamo Dresden 25 20 2 3 65:21 +44 42-8
2. (2.) Berliner FC Dynamo 25 19 3 3 71:16 +55 41-9
3. (3.) FC Carl Zeiss Jena 25 13 5 7 40:23 +17 31-19
4. (5.) 1. FC Lokomotive Leipzig 25 11 6 8 49:33 +16 28-22
5. (4.) 1. FC Magdeburg 25 11 6 8 40:35 +5 28-22
6. (7.) Hallescher FC Chemie 25 12 4 9 37:35 +2 28-22
7. (6.) FC Vorwärts Frankfurt 25 10 8 7 38:39 -1 28-22
8. (8.) BSG Sachsenring Zwickau 25 8 4 13 24:41 -17 20-30
9. (11.) BSG Stahl Riesa 25 5 10 10 20:48 -28 20-30
10. (9.) FC Rot-Weiß Erfurt 25 6 6 13 32:35 -3 18-32
11. (12.) FC Karl-Marx-Stadt 25 6 6 13 26:38 -12 18-32
12. (10.) BSG Wismut Aue 25 7 4 14 24:41 -17 18-32
13. (13.) 1. FC Union Berlin 25 6 4 15 17:41 -24 16-34
14. (14.) BSG Chemie Leipzig 25 4 6 15 21:58 -37 14-36

ddr_mai_demo

Foto: ndr.de

Der 1. Mai war in der DDR für die regierenden Kommunisten sozusagen der heiligste Tag des Jahres und war fast schon mit dem Weihnachtsfest der katholischen Kirche zu vergleichen. In der DDR wurde dieser Feiertag auch als Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus lanciert.

Ursprünglich wurde er von den Nazis im Jahre 1933 zum gesetzlichen Feiertag ernannt, damals noch als Nationaler Feiertag. Auch wenn die antiimperialistische Erziehung zum Grundbestandteil der sozialistischen Gesellschaftsordnung gehörte, konnte man im Alltag durchaus überall alte Relikte aus braunen Tagen erkennen. Nationale Front, Kampfgruppe, Pioniere und FDJ hatten deutliche Prägungen alter deutscher Tugenden sowie Zucht und Ordnung, selbst die Bahn nannte sich immer noch Deutsche Reichsbahn, obwohl das Deutsche Reich längst nicht tausend Jahre alt geworden war.

So war die Teilnahme an den Demonstrationen, mit dem Vorbeimarsch an den Tribünen mit führenden Parteimitgliedern und anderen Ehrengästen, für VEB`s und Kombinate sowie auch die Schulen eine absolute Pflichtveranstaltung. Da warteten die führenden Partei-Funktionäre der Volkseigenen Betriebe meist schon ab 7 Uhr auf den vorgeschriebenen Stellplätzen auf ihre Arbeiter mit den Unterschriftslisten zur Anwesenheitskontrolle. Nicht selten kamen viele Werktätige nur, um kurz zu zeigen, dass man da war und verschwanden dann wieder unauffällig in der riesigen Masse. Wer überhaupt nicht kam oder keine plausible Entschuldigung auf Lager hatte, musste sich auf eine harte Ermahnung vor einem SED-Tribunal im Betrieb gefasst machen. Einige Jugendliche zeigten sich aber darüber recht unbeeindruckt und nutzten den Feiertag lieber um sich in einem der vielen Festzelte überall im Land zu amüsieren.

Immer am 1. Mai gab es plötzlich auch an den vielen Verkaufsständen und Fress-Buden auf den sozialistischen Volksfesten exlusive DDR-Luxusartikel, wie Bananen aus dem befreundeten Angola, Bier aus Wernesgrün oder Radeberg, Würstchen aus Halberstadt oder so genannte Negerküsse aus Grabow. Schon Wochen vorher wurden die Lager der Kaufhallen mit diesen Waren gefüllt und aufgespart, damit pünktlich zum ersten Tag im Mai alles im Überfluss vorhanden war, wenigstens an diesem einen Tag im Jahr. Wollte man sonst auf Luxusgüter zurück greifen, musste man schon den Gang ins Kaufhaus “Delikat” in Erwägung ziehen; für die meisten war der Einkauf dort aber unerschwinglich. Besser hatten es da schon Bürger und Bürgerinnen, welche immer ein paar West-Mark in der Tasche locker hatten, denn die konnten sich im “Intershop” mit diversen Artikel vom kapitalistischen Klassenfeind eindecken. Es gab auch einen offiziellen DDR-Umstauschkurs von 1:1 von West zur Ostmark, der aber inoffiziell bei 1:5 lag, und inoffiziell noch höher, da man als braver Arbeiter keine Möglichkeit hatte auf den Staatsbanken sein Geld offiziell umzutauschen.

So neigte sich der 1. Mai gegen Abend mit allerhand Jubel, Trubel, Heiterkeit und natürlich wie immer bei solchen Anlässen, mit jeder Menge Alkohol, welcher auch an diesem Tag nicht fehlen durfte. In der Aktuellen Kamera ab 19.30 Uhr liefen natürlich abends dann fast ausschließlich die großartigen Bilder der machtvollen Kundgebungen und Demonstrationen und den mit Orden hochdekorierten alten Greisen auf den Tribünen, die stundenlanges Dauerwinken hinter sich hatten.

Fußballspiele gab es in der DDR an den Maifeiertagen gelegentlich auch, während die Oberliga an diesem Tag immer frei hatte, wurden in anderen Jahren zum Beispiel Spiele der DDR-Nationalmannschaft oder sogar Endspiele im FDGB-Pokal durchgeführt. [ab]

Die bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden:

DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1

DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2

DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3

DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4


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