DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4
April 15, 2010 | In: 1. FC Lok Leipzig, 1. FC Magdeburg, 1. FC Union Berlin, BFC Dynamo, Blog-Ostalgie, BSG Chemie Leipzig, BSG Sachsenring Zwickau, BSG Stahl Riesa, BSG Wismut Aue, DDR-Ligen, FC Carl Zeiss Jena, FC Karl-Marx-Stadt, FC Rot-Weiß Erfurt, FC Vorwärts Frankfurt, Hallescher FC, SG Dynamo Dresden
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Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980
Sa 19.04. 15:00 BSG Stahl Riesa – 1. FC Union Berlin 2:0
Sa 19.04. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt – Dynamo Dresden 1:3
Sa 19.04. 15:00 FC Vorwärts Frankfurt – BSG Sachsenring Zwickau 3:1
Sa 19.04. 15:00 Berliner FC Dynamo – Hallescher FC Chemie 4:1
Sa 19.04. 15:00 BSG Chemie Leipzig – FC Rot-Weiß Erfurt 0:0
Sa 19.04. 15:00 1. FC Magdeburg – 1. FC Lokomotive Leipzig 2:1
Sa 19.04. 15:00 BSG Wismut Aue – FC Carl Zeiss Jena 0:1
Aktuelle Tabelle der DDR-Oberliga 1980
1. (1.) Dynamo Dresden 22 18 1 3 54:19 +35 37-7
2. (2.) Berliner FC Dynamo 22 16 3 3 59:15 +44 35-9
3. (5.) FC Carl Zeiss Jena 22 11 5 6 35:20 +15 27-17
4. (3.) Hallescher FC Chemie 22 11 4 7 31:27 +4 26-18
5. (4.) 1. FC Lokomotive Leipzig 22 10 5 7 44:28 +16 25-19
6. (6.) 1. FC Magdeburg 22 10 5 7 35:28 +7 25-19
7. (7.) FC Vorwärts Frankfurt 22 9 6 7 32:34 -2 24-20
8. (8.) BSG Sachsenring Zwickau 22 7 4 11 20:36 -16 18-26
9. (9.) FC Rot-Weiß Erfurt 22 6 5 11 30:30 0 17-27
10. (10.) BSG Wismut Aue 22 6 4 12 22:35 -13 16-28
11. (13.) BSG Stahl Riesa 22 3 10 9 15:43 -28 16-28
12. (11.) FC Karl-Marx-Stadt 22 4 6 12 22:37 -15 14-30
13. (12.) 1. FC Union Berlin 22 5 4 13 13:32 -19 14-30
14. (14.) BSG Chemie Leipzig 22 4 6 12 21:49 -28 14-30

Foto: einestages.spiegel.de
Im Vergleich zu heute waren die Eintrittspreise beim Fußball zu DDR-Zeiten doch sehr sozial gehalten. Der Sport war ein wichtiger kultureller Inhalt der sozialistischen Gesellschaft, zu dem jeder getreue DDR-Bürger uneingeschränkt Zutritt haben sollte. Für Kinder kostete es damals 25 Pfennige und Vollzahler mussten 1,10 DDR-Mark (Alu-Chips) an den oft trostlos wirkenden Kassenhäuschen berappen.Viele zahlten aber gar nichts, denn in der Fanszene war man auch bekannt bei den Einlasskontrollen vorm Stadion. Ein Handschlag reichte meist aus – und schon war man drin. An etwaige polizeiliche Leibesvisitation anno 2010 war damals gar nicht erst zu denken.
Rechnet man die eine Ost-Mark für den Eintritt in D-Mark und dann auch mit der nochmaligen Währungsunion zum Euro um, würde es heute grandiose 25 Cent für Vollzahler kosten. Naja, ist nur mal so ein Gedankengang, heute müssen ja auch die teuren Spieler-Legionäre, Manager, Präsidenten sowie die Vize vom Vize bezahlt werden.
Solche Probleme gab es vor 30 Jahren nicht, denn die Vorzeigefußballer waren alle gelernte Facharbeiter und erhielten ihre monatliche Gage von den angeschlossenen Betrieben der Vereine. Oft hat man sie zwar nicht an der Drehmaschine gesehen, aber mindestens einmal im Monat (um den 15. eines Monats war Zahltag) waren sie dann doch in den VEB’s der Kombinate anzutreffen. Abends ging es dann nicht selten zusammen mit den Spielern und den Fans zum allgemeinen Besäufnis in die vielerorts stadtbekannten Sportlerheime und anderen Lokalitäten der Deutschen Demokratischen Republik. Heute wäre so etwas undenkbar, da werden die teuren Spieler mit Käfigen um die Fans, wie wilde Tiere, weitgehend auf Distanz gehalten.
Das Bier war zwar offiziell kein Grundnahrungsmittel, aber es wurde ebenfalls zum Preis dieser Warengruppe ausgeschenkt. So kostete ein Glas Gerstensaft vom staatlichen Getränkekombinat rund 50 Pfennig und das Schnitzel mit Ei (Mattscheibe) und Kartoffelsalat gerade mal zwei läppische Ost-Mark in der Stammkneipe an der Ecke. Pünktlich 22.00 Uhr gingen dann alle ziemlich besoffen in Richtung der eigenen Wohnung, denn länger waren die gastronomischen Einrichtungen größtenteils in der Woche nicht geöffnet. Und das war auch gut so, denn für alle begann 6 Uhr morgens die Schicht in den Betrieben. Verquollene Augen und Alkoholfahne waren aber schon eingeplant und wer es nicht aus der Heia schaffte, machte entweder mal einen Tag blau oder holte sich einen Krankenschein beim Hausarzt.
Die medizinischen Bezeichnungen für gern gewählte und gängige Symptome waren 465 (Grippe) und 558 (Scheißerei). Arbeitslosigkeit gab es damals offiziell keine und Hartz 4 war nicht mehr als ein fremd klingendes Zauberwort aus viel späteren Jahren. Am Wochenende erlaubte der sozialistische Staat den jungen FDJ’lern immerhin bis 24.00 Uhr den Besuch in Diskotheken, wer aber nach Ende die letzte Bahn nicht schaffte, hatte eben einfach Pech und musste nach Hause laufen. Private Sauforgien wurden aber in Trockenräumen oder Partykellern bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. [ab]
Die bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden:
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1
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1 Antwort to DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5 by Ostfussball.com
April 30th, 2010 at 11:13
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