An diesem 30. Oktober 1982 siegte der BFC Dynamo klar mit 3:0 über die BSG Wismut Aue und sollte sich fortan bis zum Ende der gezählten DDR-Tage mit tatkräftiger Unterstützung durch die sozialistische Führungsriege den ehrenvollen Titel “Schiebermeister” sichern. Der Aufsteiger BSG Chemie Böhlen konnte gegen den Halleschen FC in der ausverkauften legendären Jahnbaude durch zwei Tore von Klaus Havenstein einen Punkt erkämpfen. Am Ende der Saison sollte es aber trotzdem nicht für den Verbleib der 7000-Einwohner-Gemeinde im Oberhaus des DDR-Fußballs reichen.
Tabelle Oktober 1982 -
1. Berliner FC Dynamo 9 6 3 0 26:9 +17 15:3
2. FC Carl Zeiss Jena 9 7 0 2 16:10 +6 14:4
3. 1. FC Lokomotive Leipzig 9 4 4 1 13:6 +7 12:6
4. 1. FC Magdeburg 9 5 2 2 17:11 +6 12:6
5. Hansa Rostock 9 5 2 2 14:11 +3 12:6
6. FC Vorwärts Frankfurt 9 4 3 2 21:14 +7 11:7
7. FC Rot-Weiß Erfurt 9 4 3 2 17:15 +2 11:7
8. FC Karl-Marx-Stadt 9 4 1 4 17:15 +2 9:9
9. Dynamo Dresden 9 3 2 4 20:17 +3 8:10
10. BSG Wismut Aue 9 2 3 4 13:15 -2 7:11
11. 1. FC Union Berlin 9 2 2 5 8:17 -9 6:12
12. Chemie Böhlen 9 0 4 5 7:24 -17 4:14
13. Hallescher FC Chemie 9 1 1 7 11:18 -7 3:15
14. BSG Sachsenring Zwickau 9 0 2 7 3:21 -18 2:16
Durch fehlende Reisemöglichkeiten und massive Kontrollen an den Grenzen gab es in der DDR fast keinen Konsum bekannter Rauschmittel oder Drogen. Dafür war der Missbrauch von Medikamenten (Faustan mit Cola-Wodka) oder erhältlichen chemischen Substanzen in Waren des täglichen Bedarfs (Nuth-Fleckenentferner) weit verbreitet. Letzteres wurde von vielen Jugendlichen gerne “geschnüffelt”, so dass in den achtziger Jahren der Verkauf sogar teilweise gestoppt wurde.
Die Volksdroge “Nummer 1″ war aber in der Deutschen Demokratischen Republik ganz sicher der Alkohol. In den HO- und Konsumgeschäften gab es meterlange Regale mit verschiedenen Schnäpsen. Im Gegensatz zu anderen Artikeln waren diverse Liköre und Weinbrände niemals Mangelware. So wurde auch auf Auswärtsfahrten zu DDR-Oberligaspielen, aber ebenso vor den Heimspielen, Alkohol zum so genannten “Vorglühen” kräftig konsumiert.
In der DDR floss durch den kommunistischen Staatsapparat jede Menge Geld in den Leistungssport. So sorgten vielerorts die besten Sportanlagen, hochwissenschaftliche Trainingseinheiten sowie ein gut organisiertes System zur frühzeitigen Erkennung von Talenten bereits im Kindesalter beziehungsweise später bei Jugendlichen dafür, dass die weltbesten Sportler aus diesem verhältnismäßig kleinen Land kamen. Im Fußball besiegte man im Jahre 1974 den späteren Weltmeister und Klassenfeind, die Bundesrepublik Deutschland, durch ein Sparwasser-Tor mit 1:0.
Doch der Erfolg beruhte nicht nur auf den genannten Gründen. Weitverbreitet im DDR-Spitzensport war die Einnahme von illegalen Substanzen, sprich es wurde gedopt auf Teufel komm raus. So wurden DDR-Leistungssportler im Rahmen des unter der Bezeichnung Staatsplanthema 14.25 staatlich organisierten Dopingprogramms teilweise ohne ihr Wissen von Trainern und Sportärzten gedopt. Besonders häufig wurde das vom VEB Jenapharm hergestellte Anabolikum Oral-Turinabol eingesetzt. Prof. Dr. Hans Schuster, langjähriger Direktor des FKS, schätzte ein, “dass ohne die Verabreichung von Anabolika die internationale Spitzenstellung nicht zu halten wäre”.
Alle bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden -
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 14
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 13
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 12
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 10
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 9
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 8
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 7
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 6
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4
DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3
.
