DDR-Liga: Leben diese Vereine noch?
März 17, 2010 | In: Aktivist Brieske Senftenberg, Blog-Ostalgie, BSG Chemie Böhlen, BSG Stahl Brandenburg, BSG Stahl Eisenhüttenstadt, BSG Stahl Riesa, BSG Wismut Gera, DDR-Ligen, Eisenhüttenstädter FC Stahl, FC Pommern Stralsund, FC Rot-Weiß Erfurt, FC Stahl Brandenburg, FSV Glückauf Brieske Senftenberg, SV Chemie Böhlen, TSV Stahl Riesa, Ultras, Vorwärts Stralsund
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Pleiten, Schulden und Misswirtschaft – eine fast einheitliche Geschichte der kleinen Traditionsvereine aus der ehemaligen DDR
Einst waren sie das Aushängeschild der zweithöchsten Spielklasse der DDR, nicht selten durften gar einige von ihnen selber die Oberliga-Luft ein paar Jahre schnuppern. Doch was ist aus den einst so erfolgreichen und traditionellen Vereinen geworden, wo spielen sie nach 20 Jahren deutscher Einheit jetzt?
BSG Wismut Gera: Die BSG Wismut Gera spielt heute im 7.000 Stehplätze fassenden “Stadion am Steg” im Süden der Stadt. Nach der Insolvenz im Jahre 2009 fusionierte der Verein mit dem FV Gera Süd und spielt in der Thüringenliga. Die Fangemeinde der BSG ist immer noch erstaunlich groß und erscheint zahlreich unter dem Namen UG (Ultras Gera) zu den Spielen. Größtes Highlight in diesem Jahr wird das Pokalspiel gegen den Erzrivalen FC Rot-Weiß Erfurt.
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Vorwärts Stralsund: Der Verein heißt heute FC Pommern Stralsund und spielt seit 2008 in der siebtklassigen Landesliga Mecklenburg-Vorpommern.
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BSG Stahl Eisenhüttenstadt: Der Verein wurde in den Namen Eisenhüttenstädter FC Stahl umbenannt uns spielt heute in der 6. Liga Brandenburgs (Brandenburgliga) Auch dieser Verein mußte 2004 zwischenzeitlich die Insolvenz beantragen.
-> Eisenhüttenstädter FC Stahl
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Aktivist Brieske Senftenberg: Heute nennen sich die Sportsfreunde FSV Glückauf Brieske Senftenberg und spielen in der Brandenburgliga. Der Verein feierte im letzten Jahr seinen 90. Geburtstag
-> FSV Glückauf Brieske/Senftenberg
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BSG Stahl Riesa: Auch dieser Verein musste sich nach der Insolvenz im Jahre 2003 auflösen und umbennen. Fast schon sensationell war 1974 der sechste Platz in der DDR-Oberliga. Der Verein verpasste damals nur knapp den Sprung in den Uefa-Cup. Heute darf man immerhin in der Bezirksliga Dresden antreten. Die Fans haben dem Traditionsverein von der Elbe über all die ganzen Jahre hinweg die Treue gehalten und maßgeblich beim Neuaufbau nach der Pleite mitgeholfen.
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BSG Stahl Brandenburg: Nachdem der Verein 2007 vor dem finanziellen Kollaps stand, versuchten Politiker eine Fusion mit dem Lokalrivalen BSC Süd 05 anzustreben. Eine riesige Spendenaktion von Fans, teilweise aus ganz Ostdeutschland, sowie die Entscheidung der Mitglieder konnten jedoch diese Pläne vereiteln. Ein damals vorgelegtes Entschuldungskonzept wurde akzeptiert und der Spielbetrieb in der Brandenburgliga konnte erhalten werden.
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BSG Chemie Böhlen: Die wirtschaftlichen Bedingungen sahen nach der Wende ähnlich schlecht aus wie bei allen anderen Vereinen der ehemaligen DDR. Nachdem man aber 1991 sportlich den Aufstieg in die NOFV-Oberliga geschafft hatte, fusionierte man mit Chemie Leipzig zum FC Sachsen Leipzig. Der Verein wurde erhalten, musste aber 1997 ebenfalls die Insolvenz beantragen und spielt seitdem in der siebtklassigen Bezirksklasse Leipzig.
Fazit: Alle Vereine hier zu nennen, würde sicherlich den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Viel wichtiger ist doch zu sehen, dass all die ganzen Vereine von Schiebock (Bischofswerda), über Motor Suhl, Motor Altenburg bis hoch zu Dynamo Schwerin, über die hier genannten hinaus, immer noch existieren und eindrucksvoll von ihren Anhängern – auch in den untersten Ligen – unterstützt werden. Denn bevor die Tradition stirbt, geht der Kommerz an sich selber kaputt! [ab]
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