Chemnitzer FC: Piratenpartei als Spielverderber?

Oktober 12, 2011 | In: 3. Liga, Chemnitzer FC, Stadion-Infos


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Die Freude der Chemnitzer Fußballfans letzte Woche war riesengroß, als sich der Stadtrat mit überzeugender Mehrheit für den Bau eines neuen Stadions entschieden hatte (Ostfussball.com berichtete). Doch eine fast schon unglaubliche Meldung, ausgelöst von der Piratenpartei, so jedenfalls die gestrige Freie Presse aus Chemnitz, sorgt nunmehr wiederum für allgemeine Unruhe unter den himmelblauen Anhängern.

(…) Der Chemnitzer Kreisverband der Piratenpartei hat die Stadtratsentscheidung von vergangener Woche zum Komplettumbau des Stadions an der Gellertstraße angefochten. In einem Schreiben an den Präsidenten der Landesdirektion, Dietrich Gökelmann, wird die Aufsichtsbehörde gebeten, den Beschluss für nichtig zu erklären. Als Grund geben die Piraten die Befangenheit von zwei Ratsmitgliedern an, die dem Aufsichtsrat des Chemnitzer Fußballclubs (CFC) angehören. Beide hatten der Beschlussvorlage zugestimmt (…) [freiepresse.de, 11. Oktober 2011]

(Faksimile: fakeblog.de)

Da natürlich der laute Aufschrei der Empörung einer eventuell zukünftigen Wählerschaft binnen kürzester Zeit auch die Zentrale der Piratenpartei Chemnitz erreicht hatte, gab man nun ein weiteres Statement auf der eigenen Homepage zum Stadionneubau ab.

(…) Der Vorsitzende der Piratenpartei Chemnitz zu diesem Vorfall:
Hier geht es nicht um Praxis und die Stadionentscheidung, sondern ums Prinzip. Nicht wir, sondern Herr Runkel ist daran schuld, das dieser Schritt nun geschah. Für ihn war die Anfechtung sicher bereits absehbar. Er ist, mit der Entscheidung gegen die Befangenheit, der Verursacher von Verschwendung vieler Steuergelder.

Des weiteren hat dieser Paragraph mehrere Hintergründe. Die Personen sollen auch davor geschützt werden, gegen ihren Interessenverband stimmen zu müssen, wenn es mal soweit kommen sollte. Wäre einer der beiden Aufsichtsräte nur gegen eine Klausel in der Finanzierung gewesen, denkt ihr, er hätte gegen das Projekt gestimmt? Er wäre im hohen Bogen aus dem Aufsichtsrat geflogen und müsste sich jetzt mit verbalen Attacken auseinandersetzen. Auch unter seinen Freunden im CFC hätte es gehagelt. Es hat nichts mit Fußball oder dem CFC zu tun, das wir in Richtung die Fehler aufzuzeigen die ein korrupter Stadtrat an den Tag legt. Des weiteren haben die beiden nicht nur abgestimmt, sondern auch lange Reden halten dürfen. Damit haben sie eventuell Viele weitere beeinflusst.

Es kam die Frage, warum Herr Füsslein und Herr Lehmann nicht mit in die Anfechtung aufgenommen wurden. Laut $20 können diese beiden nicht als befangen erklärt werden, da sie vom Stadtrat in die GGG eingesetzte Stadträte sind. Diesen Umstand prangern wir allerdings auch an.

Es ist eine Sache des Prinzips. Wir wünschen dem CFC ebenfalls ein wundervolles Stadion, aber nicht auf Kosten der Demokratie und der rechtsstaatlichen Prinzipien. Diese sind in unseren Augen auch nicht mit Geld aufzuwiegen. Wir bedauern jeden Schaden den wir dem CFC damit vielleicht getan haben. Aber ich bin zuversichtlich, das vor dem neuen Jahr und dem möglichen Baubeginn die Sitzung nachgeholt wird (…) ["Wir wollen das Stadion!" - piraten-chemnitz.de, 11. Oktober 2011]

[ab]


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9 Antworten to Chemnitzer FC: Piratenpartei als Spielverderber?

FRITZass

Oktober 12th, 2011 at 11:51

Jede kleine Partei hat das Recht sich zu profilieren. Dies allerdings auf dem Rücken der Zukunft eines Fußballvereins wie dem CFC zu machen, fällt den Piraten in Chemnitz hoffentlich mörderisch auf die Füße!

Jener

Oktober 12th, 2011 at 12:36

Ich würde es als eine absolute Frechheit von den Piraten bezeichnen! Bisher war ich Symphatisant mit dieser noch recht jungen Partei. Doch das hat sich jedoch mit dem heutigen Tag für mich erledigt.

FRITZass

Oktober 12th, 2011 at 12:48

Ich habs schon immer gewusst – Piraten gehören an die Rah ;-) .

Netterjens

Oktober 12th, 2011 at 13:40

Auch die können unserem Verein keinen Schaden anrichten. Es wurde mit klarer Mehrheit abgestimmt und deshalb ist das für mich uninterresant. Alle negativen Bemühungen dieser merkwürdigen Partei, sowohl deren Anhänger, haben nicht den Hauch einer Chance, das Projekt Stadionneubau zu kippen. Leute, lasst euch nicht verrückt machen von solchem Mist!!!!!!!! … 

Ost-Kurt

Oktober 12th, 2011 at 14:55

Politik können die “Piraten” offenbar noch nicht so richtig, Populismus scheinbar allerdings schon … Schnell von den Grünen genau das Falsche gelernt?

PVG

Oktober 12th, 2011 at 15:01

@ Ost-Kurt: Eher anders herum. Nichts scheint mir derzeit unpopulistischer zu sein, als den Himmelblauen ihr neues Stadion streitig machen zu wollen.

Und eine Frage sei erlaubt – gelten die Maßstäbe, die man zu Recht an Politiker stellt, nur dann, wenn sie einem in den Kram passen? Die beiden hätten ganz einfach nicht an der Abstimmung teilnehmen sollen. Es hätte dennoch gereicht und alles wäre in Butter.

[om]

Oktober 12th, 2011 at 15:29

Wortlaut Sächsische Gemeindeordnung, Paragraf 20 (Befangenheit) <- "Die Frage einer möglichen Befangenheit der beiden Räte war in der Sitzung schon (…) aufgeworfen worden. Rechtsbürgermeister Miko Runkel (…) hatte dies jedoch zurückgewiesen. Aus seiner Sicht liege keine Befangenheit vor, da aus dem Stadionbeschluss kein persönlicher Vorteil für die beiden Ratsmitglieder erwachse (…) [Freie Presse].

I.d.R. ist der Stadtrat als solcher m.E. erst einmal generell Herr des Verfahrens. Wenn eventuelle Befangenheit vor einer Abstimmung angesprochen und nachfolgend vom Stadtparlament für die Abstimmung als nichtig erachtet wird, ist der so gefasste Beschluss formaljuristisch korrekt.

Wir-wollen-ja-auch-das-Stadion-Piraten – wo ist der Geck versteckt?

Ost-Kurt

Oktober 12th, 2011 at 15:39

@ PVG – Sorry, aber ich bleibe trotz alledem bei meinem Populismus-Vorwurf an die “Piraten”.

PVG

Oktober 12th, 2011 at 16:59

Yepp, nur dass sich Befangenheit nicht nur aus möglichen persönlichen Vorteilen ergeben kann, sondern eben auch aus Vorteilen für Dritte, denen man nahesteht. Sei das nun eine Person, eine Firma, ein Verein … So i.Ü. auch in der o.g. Gemeindeordnung aufgeführt. Und das wird auch der “Rechtsbürgermeister” (was auch immer das sein soll) wissen, oder jedenfalls sollte er es wissen.

Um es klarzustellen – ich gönne Kalle-Malle ihren Neubau. Trotzdem bleibt das “Geschmäckle”. Das hätte man eleganter und im Ergebnis genauso erfolgreich lösen können. Und wer Korruption oder auch nur Befangeneheit in politischen Entscheidungen nicht will, darf sie in KEINER Entscheidung wollen.

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