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	<title>Ostfussball.com &#187; BSG Sachsenring Zwickau</title>
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		<title>Fundstück des Tages # 221 [Jürgen Croy, 65. Geburtstag]</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 17:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>outrider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei ihrerseits sprechen oder eben auch einfach nur Geschichten über die Geschichte zu erzählen scheinen; wie beispielsweise über den &#8220;Panther von Planitz&#8221;, welche anlässlich des heutigen Geburtstages von Jürgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In loser Folge dokumentiert</em> <a href="../" target="_blank">Ostfussball.com</a> <em>in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges schon selbst postulieren, dabei ihrerseits </em><em>sprechen oder eben auch einfach nur Geschichten über die Geschichte zu erzählen scheinen; wie beispielsweise über den &#8220;Panther von Planitz&#8221;, </em><em>welche anlässlich des heutigen Geburtstages von Jürgen Croy zudem den Leserinnen und Lesern von </em>Ostfussball.com<em> als vielleicht kleiner und wie auch immer weiterbildender Lesetipp mitnichten vorenthalten werden sollen …</em></p>
<div id="attachment_33738" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2011/10/fussballzitate-buch.de_.jpg"><img class="size-full wp-image-33738" title="fussballzitate-buch.de" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2011/10/fussballzitate-buch.de_.jpg" alt="" width="450" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">(Faksimile: fussballzitate-buch.de)</p></div>
<p>(&#8230;) Zwickau spielte immer die Hauptrolle. Torhüter Jürgen Croy personifizierte sich wie kaum ein Fußballer mit einer Stadt. Alle 372 Pflichtspiele bestritt er für die BSG Motor beziehungsweise Sachsenring Zwickau. Und auch danach blieb er in Westsachsen: als Trainer, Sportbürgermeister oder Geschäftsführer des städtischen Kulturzentrums (&#8230;)</p>
<p>Als Croy wegdelegiert werden sollte, bekam er Unterstützung der Arbeiter des VEB Sachsenring. &#8220;Die meinten, notfalls müsste der Betrieb mal ein paar Tage ruhen.&#8221; Es half. Man ließ Croy in Ruhe und für immer in &#8220;Zwigge&#8221; (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Auf ewig Zwigge - Jürgen Croy wird 65, <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/209252.auf-ewig-zwigge.html" target="_blank"><em>neues-deutschland.de</em></a>, 18. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Als größten Erfolg im Trikot der Westsachsen bezeichnet Croy den Pokalsieg im FDGB-Pokal 1975 nach Elfmeterschießen. Damals hielt er gegen Dynamo Dresden die Elfer von Weber und Dörner und verwandelte den entscheidenden Strafstoß zum 4:3-Sieg höchstselbst (&#8230;) Vor dem Elfmeterschießen rieben sich Zuschauer und Journalisten verwundert die Augen, da nur vier Zwickauer Feldspieler im Mittelkreis als Schützen auszumachen waren. Croy hatte seinen Coup sorgfältig geplant. &#8220;Dass der Torhüter selbst schießt, war damals noch nicht so üblich. Ich stand aber von Anfang an als Schütze fest.&#8221;</p>
<p>Die Erfolge in der darauf folgenden Europapokal-Saison gegen Panathinaikos Athen (0:0, 2:0), AC Florenz (0:1, 1:0/5:4 i.E./Croy verwandelte auch hier den entscheidenden Elfer) und Celtic Glasgow (1:1, 1:0) bis hin zum Halbfinaleinzug gegen den späteren Sieger RSC Anderlecht (0:3/0:2) waren ebenfalls Glanzlichter seiner einzigartigen Karriere, die erst mit 35 im Jahr 1981 endete (&#8230;)</p>
<p>(&#8230;) Am Ende wurde er als &#8220;bester Fußballer in 40 Jahren DDR&#8221; gewürdigt. Noch vor so namhaften Feldspielern wie Rekordauswahlspieler Joachim Streich (102 LS), Hans-Jürgen &#8220;Dixie&#8221; Dörner (100) oder Dribbelkönig Peter Ducke (&#8230;) Croy selbst zählt sich &#8220;zu den vier, fünf besten Torhütern&#8221; seiner Zeit &#8211; zusammen mit Dino Zoff aus Italien, Ronnie Hellström (Swe) und Sepp Maier &#8230;</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; 7500 Westmark für Sieg über die BRD, <a href="http://www.svz.de/nachrichten/home/top-thema/article/111/7500-westmark-fuer-sieg-ueber-die-brd.html" target="_blank"><em>svz.de</em></a>, 18. Oktober 2011, 21:56]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Croy war &#8220;nie ein Show-Flieger&#8221;, wie er selbst sagt. Stellungsspiel und Nervenstärke zeichneten den dreimaligen DDR-Fußballer des Jahres aus (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Keeper-Legende Croy feiert heute 65. Geburtstag!, <em>Dresdner Morgenpost</em>, 19. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Nach 94 Spielen beendete Croy seine internationale Karriere. Erreicht hat er viel &#8211; unter anderem die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976. Im Viertelfinale mussten sich die Franzosen mit 0:4 geschlagen geben. Damals in ihren Reihen: der junge Michel Platini. Heute ist der ehemalige Mittelfeldspieler Präsident des europäischen Fußballverbandes Uefa. An Jürgen Croy schreibt er: &#8220;Alles Gute zum Geburtstag, Jürgen. Es ist selten, dass ich meine besten Wünsche an einen Torwart ausspreche, gegen den ich noch nie getroffen habe.&#8221; (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Glückwünsche kommen aus aller Welt, <a href="http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/Glueckwuensche-kommen-aus-aller-Welt-artikel7792820.php" target="_blank"><em>freiepresse.de</em></a>, 19. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Auf internationaler Ebene war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1974 ein Highlight, bei der Croy unter anderem beim legendären 1:0-Sieg gegen die BRD das Tor hütete. Von den Olympischen Sommerspielen 1972 in München (Bronze) und 1976 in Montreal (Gold) brachte Croy Medaillen mit. &#8220;Ich hatte das Glück, dass die beste Phase des ostdeutschen Fußballs genau in die Zeit meines eigenen Leistungshöhepunkts hineinfiel.&#8221; (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Der "Panther von Planitz" - Jürgen Croy aus Zwickau, einst einer der besten Torhüter der Welt, wird heute 65 Jahre alt, <a href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12197901/62449/Juergen-Croy-aus-Zwickau-einst-einer-der-besten.html" target="_blank"><em>maerkischeallgemeine.de</em></a>, 19. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Jürgen Croy scheint an der Schwelle zum &#8220;Rentnerdasein&#8221; ein Mensch zu sein, der mit sich im Reinen ist. &#8220;Ich glaube, ich habe in meinem Leben vieles richtig gemacht&#8221;, schmunzelt er und meint dabei sowohl das Sportliche als auch das Private. Mit Christa ist er mittlerweile 44 Jahre verheiratet und ebenso eng mit seiner Heimatstadt Zwickau verbunden, deren Ehrenbürger er seit 1976 ist. Deshalb kam es für ihn nie infrage, für einen anderen Verein zu spielen, wobei die Verlockungen groß waren. DTSB-Funktionäre hätten ihn gern zu Dynamo Dresden oder zum FC Carl Zeiss Jena gelotst. Doch Croy blieb standhaft. &#8220;Was sollte ich dort? Wir hatten hier eine Mannschaft mit einem Super-Charakter, die Tausenden von Beschäftigten der Sachsenring-Werke standen wie ein Mann hinter uns. So etwas gibt man nicht auf&#8221;, blickt der 94-fache Nationalspieler zurück (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Torwart-Legende Jürgen Croy: Ich habe in meinem Leben vieles richtig gemacht, <a href="http://www.freiepresse.de/SPORT/Torwart-Legende-Juergen-Croy-Ich-habe-in-meinem-Leben-vieles-richtig-gemacht-artikel7793007.php" target="_blank"><em>freiepresse.de</em></a>, 19. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Ohne Jürgen Croy hätten sie in Westsachsen, beim ersten DDR-Meister, nie ohne Unterbrechung bis 1982 in der Oberliga gespielt. In 372 Partien stand der beste Torhüter, den die DDR je hatte, für Motor und später Sachsenring zwischen den Pfosten, führte seine Elf zu zwei Pokalsiegen und im Europapokal 1976 ins Halbfinale. Dazu absolvierte er 94 Länderspiele, gewann bei Olympia Gold (1976) sowie Bronze (72), war 1974 die Nummer 1 bei der einzigen WM-Teilnahme, wurde dreimal Fußballer des Jahres und bester Fußballer in 40 Jahren DDR.</p>
<p>Geliebt und verehrt haben sie ihn wegen seiner Bodenständigkeit. Die Verlockungen, mit einem Spitzenklub um den Titel zu spielen, ließen ihn kalt. Den Drohungen, ihn aus dem Nationalteam zu werfen, weil er Sachsenring nicht verließ, bot er die Stirn. Auch weil sie im Trabi-Werk mit Streik drohten und die Stadtväter Croy fix zum Ehrenbürger ernannten (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Jürgen Croy wird 65 - Die Legende mit den goldenen Händen, <a href="http://www.berliner-kurier.de/fussball/juergen-croy-wird-65-die-legende-mit-den-goldenen-haenden,7168900,11026840.html" target="_blank"><em>berliner-kurier.de</em></a>, 19. Oktober 2011]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Mit seinen Glanzparaden verdiente er sich den Respekt der Stürmer und die Anerkennung seiner Fans. Croy zeichnet aber noch eine Besonderheit aus, die im heutigen Profifußball beinahe antiquiert erscheint. Er personifizierte sich stets mit seiner westsächsischen Heimatstadt Zwickau, der er bis heute treu bleibt. Und das haben ihm die Zwickauer Fußballanhänger auf der Halde, wie das Westsachsenstadion umgangssprachlich genannt wird, immer hoch angerechnet (&#8230;)</p>
<p>Nach seiner aktiven Zeit versuchte der Ehrenbürger der Stadt Zwickau sein Glück als Trainer bei der BSG, nach der Wende saß er zudem im Präsidium und Aufsichtsrat des Klubs. Später übernahm Croy das Amt des Kulturbürgermeister der Muldestadt. Heute ist er Geschäftsführer der Kultur-, Tourismus- und Messebetriebe Zwickau GmbH, Ende des Jahres geht er in den Ruhestand. In einem Fußballtor hat Croy nach eigenen Angaben zuletzt vor zehn Jahren gestanden. &#8220;Ich vermisse es nicht, denn ich habe ja meine Erinnerungen&#8221;, sagt die Keeperlegende, die bis heute sprichwörtlich auf dem Boden geblieben ist (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Zwickauer Torwartlegende Croy wird 65, <a href="http://www.mdr.de/sachsen/Croy100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html" target="_blank"><em>mdr.de</em></a>, 19. Oktober 2011, 14:57]</p></blockquote>
<p>(&#8230;) Der FSV Zwickau e.V. gratuliert der Zwickauer Torwartlegende und seinem Vereinsmitglied Jürgen Croy von ganzem Herzen zu seinem 65. Geburtstag. Für die Zukunft wünschen wir vor allen Dingen viel Gesundheit und Energie für die kommenden Jahre und viel Erfolg in jeder Hinsicht.</p>
<p>Mit seinen unvergesslichen Glanzparaden verdiente sich Jürgen Croy über Jahre den Respekt vieler Stürmer und große Anerkennung und Sympathie bei seinen Fans (&#8230;)</p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original -&gt; Torwartlegende Jürgen Croy wird 65, <a href="http://www.fsv-zwickau.de/2011/10/torwartlegende-jurgen-croy-wird-65/" target="_blank"><em>fsv-zwickau.de</em></a>, 19. Oktober 2011, 15:20]</p></blockquote>
<p><strong>*******<br />
</strong></p>
<p><strong><a href="../" target="_blank"><em>Ostfussball.com</em></a> sagt Danke für alles, Jürgen Croy &#8211; und wünscht nur das Beste weiterhin!<br />
</strong></p>
<p><strong>*******</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 13</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 07:19:44 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch zur Winterpause 1980/1981 konnte man sich in der Tabelle der DDR-Oberliga wieder auf den BFC Dynamo verlassen. Nach 13 Spieltagen lag man mit 21 Punkten zwar gleichauf mit dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden, jedoch durch das bessere Torverhältnis wie gewohnt auf dem 1. Platz &#8211; ganz zur Freude von Erich Mielke und den anderen BFC-Fans. Die Winterpause in der Deutschen Demokratischen Republik wurde regelmäßig schon Ende November eingeläutet, so dass man sich allerorts auf die nahenden Feiertage konzentrieren konnte.</p>
<p><span>1. 	(1.) 	Berliner FC Dynamo 	13  	9 	3 	1 	 39:12  	+27 	21-5<br />
2. 	(2.) 	1. FC Magdeburg 	13  	10 	1 	2 	 33:13  	+20 	21-5<br />
3. 	(3.) 	Dynamo Dresden 	13  	10 	1 	2 	 26:13  	+13 	21-5<br />
4. 	(4.) 	FC Carl Zeiss Jena 	13  	9 	1 	3 	 32:18  	+14 	19-7<br />
5. 	(5.) 	1. FC Lokomotive Leipzig 	13  	7 	1 	5 	 31:18  	+13 	15-11<br />
6. 	(8.) 	FC Vorwärts Frankfurt 	13  	4 	4 	5 	 26:26  	0 	12-14<br />
7. 	(10.) 	Hallescher FC Chemie 	13  	5 	1 	7 	 22:23  	-1 	11-15<br />
8. 	(6.) 	Hansa Rostock 	13  	3 	5 	5 	 16:19  	-3 	11-15<br />
9. 	(7.) 	FC Rot-Weiß Erfurt 	13  	5 	1 	7 	 15:28  	-13 	11-15<br />
10. 	(9.) 	Chemie Böhlen 	13  	4 	2 	7 	 12:22  	-10 	10-16<br />
11. 	(11.) 	FC Karl-Marx-Stadt 	13  	2 	5 	6 	 17:26  	-9 	9-17<br />
12. 	(12.) 	BSG Wismut Aue 	13  	3 	3 	7 	 13:30  	-17 	9-17<br />
13. 	(14.) 	BSG Sachsenring Zwickau 	13  	2 	2 	9 	 12:28  	-16 	6-20<br />
14. 	(13.) 	BSG Stahl Riesa 	13  	1 	4 	8 	 18:36  	-18 	6-20</span></p>
<p>Ja, auch zu DDR-Zeiten feierte man das Weihnachtsfest. Trotz der angehaucht sozialistisch-kommunistischen Staatsform war das christliche Weihnachstfest samt seinen beiden Weihnachstfeiertagen sozusagen die allerheiligste Feierlichkeit &#8211; gleich nach dem Männertag (zumindest bei der männlichen Spezies). An diesen Tagen hatten die Kirchen einen sehr hohen Zulauf, obwohl es eigentlich überhaupt nicht in das politische Weltbild der großen Vorbilder Marx, Engels und Lenin passte.</p>
<p>Natürlich wurde auch das eine Woche später stattfindende Silvester wie jedes Jahr sehr ausgiebig gefeiert. Drei Tage vor dem Jahreswechsel begann der Verkauf von Pyroartikeln in den Drogerien des Landes. Oftmals stellten sich die Menschen deshalb schon morgens ab drei Uhr in langen Schlangen vor den Geschäften an &#8211; sehr beliebte Frage: &#8220;Gibts hier was?&#8221;. Ebenfalls beliebt waren damals die Harzer-Knaller und die extra-fortissimo-Knallraketen. Obwohl die Auswahl im Vergleich zu heute eher spärlich ausfiel, waren diese pyrotechnischen Artikel um ein vielfaches lauter. Die Packung Knaller ga es immerhin für stolze 4 Mark, die Knallraketen das Stück für 1,10 Ost-Mark.</p>
<p>Klar wurde sich kräftig mit der heiß begehrten Ware eingedeckt, denn es sollte ja nach Möglichkeit auch für die Fußball-Events noch lange genug reichen. Die Pyrotechnik war nämlich schon vor 30 Jahren im Umfeld von Fußballspielen sehr beliebt. Zu gewissen Derbys konnte man deshalb oftmals Pyrotechnik im Stadion bewundern, obwohl es offiziell verboten war. Die Kontrollen an den Eingängen der Stadien wurden aber nur schlampig durchgeführt, was ein Abbrennen von Feuerwerkskörpern stets vereinfachte. Erwischt oder bestraft wurde deswegen meistens niemand. Lediglich eine Woche später gab es dann meistens in den Programmheften Rapporte über Verstöße gegen die sozialistische Moral, welche recht gerne gelesen und beschmunzelt wurden. Von sogenannten <a title="Hooligans" href="http://www.ultrafans.de" target="_blank">Hooligans</a> gab es damals noch weit und breit weder etwas zu hören oder zu lesen.</p>
<div id="attachment_21749" class="wp-caption alignright" style="width: 224px"><img class="size-full wp-image-21749 " title="plaste und elaste" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/12/plaste-und-elaste.jpg" alt="Foto: dhm.de" width="214" height="361" /><p class="wp-caption-text">Foto: dhm.de</p></div>
<p>Rauchbomben wurden mit einfachen Methoden selber hergestellt und ebenfalls in das Stadion geschmuggelt. Ich kann mich dabei noch an diese Zeichendreiecke und Lineale aus bestimmten PVC aus dem VEB Plaste und Elaste aus Schkopau erinnern. Für ein paar EVP-Pfennige wurden diese Schulutensilien in Massen eingekauft und mittels umwickelteter Silberfolie für andere Zwecke missbraucht. Die weißen, kleinen Tischtennisbälle funktionierten auch ähnlich, nur war das Ergebnis der Qualmentwicklung im Vergleich eher dürftig. Wichtig war, dass man diese DDR-Rauchbombe &#8220;Marke Eigenbau&#8221; nach dem Entzünden ausblasen und ein kleines Loch in der Aluminium-Folie für den Austritt des Rauches lassen musste. Der Geruch hatte seinen eigenen, speziellen &#8220;Duft&#8221;, welcher mit Sicherheit stark gesundheitsschädigend war.</p>
<p>Manchmal gingen die Fähigkeiten bei der Herstellung von alternativen Knallkörpern in ungeahnte Weiten. Mit Hilfe von Schwefel (Streichholzkuppen), Magnesium (gab es kostenlos in frisch fertig gestellten Wohnungen der Plattenbauten) und Wunderkerzen wurden teilweise richtige Sprengsätze hergestellt. Man konnte da zuweilen richtig böses Zeug bewundern, die Auswirkungen waren stellenweise vehement. Die jungen Rekruten von der Fahne brachten die Übungsgranaten, mit oder ohne Peifton, heimlich von ihrem Grundwehrdienst mit. Diese Teile hatten sich dort zur Handelsware und auch auf dem Schwarzmarkt zu absolutem Goldstaub entwickelt.</p>
<p>Der Jahreswechsel wurde dann natürlich gemeinsam mit Freunden oder eben mit dem Fußball-Fanclub mit jeder Menge &#8220;Sterbehilfe&#8221; (Bier) sowie kräftig &#8220;Kiwi&#8221; (Kirschwhiskey), &#8220;Wilde Sau&#8221; (Gewürzlikör mit Zitrusnote) oder &#8220;Pfeffi&#8221; (Pfefferminzlikör), &#8220;Klarem&#8221; (Nordhäuser Doppelkorn) und &#8220;Braunem&#8221; (Weinbrand, beispielsweise Goldkrone) begossen.</p>
<p>[Hoppel, z. Zt. in Mannheim]</p>
<p><em>Alle bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden -</em></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-12-546/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 12</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-11-509/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-10-449/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 10</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-9-409/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 9</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-8-394/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 8</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-7-325/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 7</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-6-322/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 6</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-5-292/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
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		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 12</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 07:58:44 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne große Überraschungen ging der 8. Spieltag der DDR-Oberliga 1980/1981 über die Runden. In dem brisanten Sachsen-Anhalt-Derby konnte sich der 1. FC Magdeburg nur knapp mit 1:0 gegen den HFC Chemie durchsetzen. Auch beim Sachsen-Derby der SG Dynamo Dresden gegen den 1. FC Lok Leipzig gab es einen 2:1 Sieg der Gastgeber. Beide Spiele sorgten damals, wie gewohnt, für tolle Atmosphäre und aufgeheizte Stimmung sowie opulente Emotionen auf den Rängen.</p>
<p><strong>Spieltag:</strong></p>
<p><span>Sa 18.10.  	15:00  	1. FC Magdeburg  	-  	Hallescher FC Chemie  	1:0<br />
Sa 18.10. 	15:00 	FC Vorwärts Frankfurt 	- 	BSG Sachsenring Zwickau 	6:1<br />
Sa 18.10. 	15:00 	Hansa Rostock 	- 	Chemie Böhlen 	2:0<br />
Sa 18.10. 	15:00 	FC Karl-Marx-Stadt 	- 	Berliner FC Dynamo 	1:2<br />
Sa 18.10. 	15:00 	FC Rot-Weiß Erfurt 	- 	BSG Stahl Riesa 	2:0<br />
Sa 18.10. 	15:00 	BSG Wismut Aue 	- 	FC Carl Zeiss Jena 	1:4<br />
Sa 18.10. 	15:00 	Dynamo Dresden 	- 	1. FC Lokomotive Leipzig 	2:1</span></p>
<p><strong><span>Tabelle:</span></strong></p>
<p><span>1.  	(1.)  	FC Carl Zeiss Jena  	8   	7  	0  	1  	 23:10   	+13  	14-2<br />
2. 	(2.) 	Berliner FC Dynamo 	8  	6 	1 	1 	 25:6   	+19 	13-3<br />
3. 	(3.) 	1. FC Magdeburg 	8  	6 	1 	1 	 21:7   	+14 	13-3<br />
4. 	(4.) 	Dynamo Dresden 	8  	6 	1 	1 	 15:9   	+6 	13-3<br />
5. 	(7.) 	FC Vorwärts Frankfurt 	8  	3 	3 	2 	 18:13  	+5 	9-7<br />
6. 	(5.) 	1. FC Lokomotive Leipzig 	8  	4 	1 	3 	 15:10  	+5 	9-7<br />
7. 	(6.) 	Chemie Böhlen 	8  	4 	1 	3 	  9:9   	0 	9-7<br />
8. 	(8.) 	Hansa Rostock 	8  	2 	4 	2 	  9:9   	0 	8-8<br />
9. 	(9.) 	BSG Wismut Aue 	8  	2 	2 	4 	  7:16  	-9 	6-10<br />
10. 	(10.) 	FC Karl-Marx-Stadt 	8  	1 	3 	4 	  8:13  	-5 	5-11<br />
11. 	(13.) 	FC Rot-Weiß Erfurt 	8  	2 	1 	5 	 10:21  	-11 	5-11<br />
12. 	(11.) 	Hallescher FC Chemie 	8  	2 	0 	6 	 13:19  	-6 	4-12<br />
13. 	(12.) 	BSG Stahl Riesa 	8  	0 	3 	5 	  8:21  	-13 	3-13<br />
14. 	(14.) 	BSG Sachsenring Zwickau 	8  	0 	1 	7 	  6:24  	-18 	1-15</span></p>
<p><span> </span></p>
<div id="attachment_16215" class="wp-caption alignnone" style="width: 444px"><img class="size-full wp-image-16215" title="erich_mielke_bfc_dynamo" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/10/erich_mielke_bfc_dynamo.jpg" alt="Foto: newsclick.de" width="434" height="317" /><p class="wp-caption-text">Foto: newsclick.de</p></div>
<p><span>Die Staatssicherheit in der DDR hatte natürlich auch ein Auge auf die neue, gerade entstehende Subkultur &#8220;Fußballfans&#8221; geworfen. Dabei blieb auch nicht der ständige politik-kritische</span><span> Unterton einiger Anhänger gegenüber dem sozialistischen Regime im Verborgenen. Gerade bei Spielen gegen Erich Mielkes Vorzeigeclub aus der Hauptstadt, den BFC Dynamo, kamen immer wieder Rufe wie beispielsweise &#8220;Rotes Schwein!&#8221; gegenüber den Schiedsrichtern oder wie </span>&#8220;Scheiß Stasi-Gesocks!&#8221; gegen Spieler und Funktionäre <span>aus den Kurven der gegnerischen Fans. Über solche oder ähnliche Vorfälle wurde oft anschließend seitenweise </span>Rapporte<span> in den geheimen Protokollen des Minesterium für Staatssicherheit berichtet. Im weiteren Verlauf erhielt diese Institution (liebevoll Horch &amp; Guck AG genannt) gar einen eigenen Sicherungsbereich, die Abteilung Sport. </span></p>
<p><span>Da der Sport in der Deutschen Demokratischen Republik für das kommunistische Regime einen sehr hohen Stellenwert besessen hatte, sollte auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die aufkommende Krisis bei Fußballspielen angekämpft werden. Denn gerade dort hatte man es zunehmend mit einem hohen Gewaltpotenzial zu tun bekommen, das bedeutete natürlich eine Bedrohung für die sozialistische Gesellschaft, samt ihren Werten und Grundsätzen. So wurden Sicherheitsmaßnahmen, wie die konsequente Überwachung der Fußballfans, hinter verschlossenen Türen beim MfS beschlossen und fortan auch mit aller Härte durchgesetzt. Schaut man sich heute in den alten Unterlagen der Stasi etwas um, wird man feststellen, dass auch viele </span>unerhebliche Vorfälle ohne großartige Relevanz<span> in den Dokumenten ihren Platz gefunden hatten. </span></p>
<p><span>Möglich war die totale Überwachung, indem man sogenannte &#8220;Inoffizielle Mitarbeiter&#8221; (IM) in die auffällig gewordenen Fanclubs einschleuste. Zu brisanten Spielen gab es zudem zusätzliche Mitarbeiter der Staatssicherheit </span>en masse<span> in den Blöcken der Stadien, die nicht nur ihre Augen und Ohren weit aufsperrten, sondern auch gezielt mit dem Einsatz von Schlagstöcken auf sich aufmerksam machten. Meist waren diese Typen schon an ihren schwarzen Ledermänteln zu erkennen, später wurde aber auch ganz gerne nur zivile Kleidung getragen. Wurde man erwischt und hatte keine plausible Ausrede zur Hand, musste man mit Stadionverbot oder im schlimmsten Fall mit einem Antrittsbesuch</span><span> hinter &#8220;schwedischen Gardinen&#8221; rechnen. </span></p>
<p><span>Wehrte man sich gegen solche Einsätze, gab es nicht selten schnelle Verurteilungen wegen Rowdytum oder Widerstandes gegen die Staatsgewalt, für mindestens ein Jahr ohne Bewährung. Meistens war schon die U-Haft nicht gerade ein Zuckerschlecken für die Betroffenen. Für besonders schwere Fälle wartete nach der Aufnahme erstmal die Dunkelzelle für ein paar Tage, wo man lediglich auf einer harten Holzbank gefesselt etwas zu Essen und zu Trinken bekam. </span>Ging es dann weiter in berühmt-berüchtigte Stasigefängnisse wie Bautzen II <span>oder Berlin-Hohenschönhausen, durfte man sich dort auf eine ähnliche, besondere &#8220;Behandlung&#8221; gefasst machen.</span></p>
<p>[Hoppel, z. Zt. in Mannheim]</p>
<p><em>Alle bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden -<br />
</em></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-11-509/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-10-449/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 10</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-9-409/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 9</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-8-394/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 8</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-7-325/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 7</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-6-322/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 6</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-5-292/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
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		<item>
		<title>Fundstück des Tages # 83 [DDR-Liga-Underdog, Lokalderby gegen Hertha BSC, Eisern Union!]</title>
		<link>http://ostfussball.com/fundstueck-des-tages-83-ddr-liga-underdog-lokalderby-gegen-hertha-bsc-eisern-union-511/</link>
		<comments>http://ostfussball.com/fundstueck-des-tages-83-ddr-liga-underdog-lokalderby-gegen-hertha-bsc-eisern-union-511/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 16:58:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In loser Folge dokumentiert ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist einiges selbst postulieren, dabei ihrerseits sprechen oder eben einfach nur eine Geschichte über die Geschichte erzählen, durchaus vielleicht auch in teilweiser Ergänzung beispielsweise einer vormaligen ostfussball.com-Publikation (DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11) &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In loser Folge dokumentiert</em> ostfussball.com <em>in dieser     Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der     deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist   einiges selbst postulieren, dabei ihrerseits </em><em>sprechen oder eben einfach nur eine Geschichte über die Geschichte erzählen, durchaus vielleicht auch in teilweiser Ergänzung beispielsweise einer vormaligen </em>ostfussball.com<em>-Publikation (<a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-11-509/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11</a>) &#8230;</em></p>
<blockquote><p>(&#8230;) Es war ein Sonnabend im Oktober 1982. Ich war 11 Jahre alt, als mich ein Virus gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen hat. Dank meiner Horterzieherin, Gott hab&#8217; sie selig, durfte ich erstmals ins Stadion. Sie wusste um meine Fußball-Begeisterung und hatte meinen Eltern offeriert, dass mich ihr Mann und ihr Sohn, Ralf hieß er, zum 1. FC Union mitnehmen würden.</p>
<p>Union? Ich wusste, dass der Verein seine Spiele meistens verlor. Aber das war mir egal. In einem Wartburg fuhren wir durch Ostkreuz, durch Rummelsburg und parkten irgendwann in Köpenick am Waldrand. Wir liefen eine Weile durchs Unterholz, bis wir im Stadion &#8220;Alte Försterei&#8221; waren. Ralf und sein Vater standen immer unten am Zaun, schräg gegenüber von der heutigen VIP-Tribüne. Nach 90 Minuten wurde es auch mein Stammplatz.</p>
<p>Sachsenring Zwickau hieß der Gegner, 1:1 endete das Spiel, schön mit anzusehen war es nicht. Dennoch war ich fasziniert. Von Fans, die ihr Team bedingungslos angefeuert hatten und von Spielern, deren fußballerische Qualität teilweise zwar limitiert war, die aber bis zum Ende gekämpft hatten. Dieser Einsatz, dieser Wille und alles im Einklang mit Anhängern, die ihr Team immer wieder nach vorn brüllten &#8211; ich fand es genial. Noch am Abend rief ich meine Oma an und bat sie, mir einen rot-weißen Schal zu stricken.</p>
<p>Nach einer Woche war er fertig; ich war jetzt Fan von Union. Nur zu Feiern gab es nicht viel. Da hätte ich zum BFC Dynamo gehen müssen. Was sogar sehr praktisch gewesen wäre, denn der Klub vom damaligen Stasi-Chef Erich Mielke spielte nur zehn Minuten zu Fuß entfernt von meinem Elternhaus. Ab und zu bin ich auch mal hin. Dann saß ich mit vielen anderen Berlinern direkt neben dem Gästefanblock. Ansonsten war der BFC ein rotes Tuch. Ein Verein, gehätschelt von der Regierung, bestückt mit den besten Spielern des Landes, die auf Befehl zu Dynamo kamen. Siege waren programmiert, notfalls half der Schiedsrichter mit zweifelhaften Entscheidungen nach (&#8230;)</p>
<p>Und Union? Obwohl der Klub immer zwischen DDR-Oberliga und DDR-Liga pendelte, lag er in der Gunst viel, viel höher. Durch das Image des &#8220;Underdogs&#8221; und die Missbilligung durch die DDR-Führung wurde der Verein ein Sammelbecken für Menschen, die ihrem Unmut gegen das System Luft machen wollten. Menschen jubelten einer Mannschaft zu, die im DDR-Fußball so unterdrückt wurde wie ein Großteil von ihnen im Alltag.</p>
<p>In der Saison, in der ich mein Herz an den Klub verlor, feierten wir am Ende den Klassenerhalt. Im Jahr darauf stieg Union ab. Wir hatten am letzten Spieltag Chemie Leipzig besiegt, beide Mannschaften waren jetzt punkt- und torgleich; die folgenden zwei Entscheidungsspiele entschied Chemie für sich. Doch Union stieg nach nur einem Jahr wieder auf und spielte unter Karl Schäffner eine grandiose Saison. Am Ende stand Union auf Platz sieben und im Pokalfinale. Das gewann Lok Leipzig zwar klar 5:1. Dennoch feierten 45.000 von 50.000 Menschen im Stadion das Team (&#8230;)</p></blockquote>
<div id="attachment_14532" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/09/union_pluesch.jpg"><img class="size-medium wp-image-14532" title="union_pluesch" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/09/union_pluesch-300x248.jpg" alt="union_pluesch" width="300" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Faksimile: picasaweb.google.com</p></div>
<p style="text-align: center;">
<blockquote><p>Für einen Unioner war aber auch Hertha BSC immer ein Thema, für einige sogar ein großes. Wie viel dem einen oder anderen Hertha bedeutete, lässt sich sogar in Zahlen ausdrücken. Vor Heimspielen von Union gab es hinter dem Fanblock immer einen, nennen wir es Schwarzmarkt. Besonders begehrt waren Devotionalien aus dem Westen. Ich hatte Glück und bekam im Sommer regelmäßig von meinem Onkel das &#8220;kicker&#8221;-Sonderheft geschickt. Für das Mannschaftsfoto eines Bundesligisten &#8211; es hatte damals wie heute A-4-Größe &#8211; bekam ich fünf Ost-Mark. Für das der Bayern zehn, für das von Hertha BSC so viel wie monatlich als Taschengeld von meinen Eltern: 20 Mark.</p>
<p>Wie ernst es einige Anhänger von Hertha mit uns meinten, erlebte ich am 28.Mai 1988. Rund 3.500 Union-Fans fuhren zum Abstiegs-Endspiel nach Karl-Marx-Stadt &#8211; darunter rund 100 Hertha-Fans. Sie hatten sich mit blau-weißen Schals zu erkennen gegeben und für Union nicht einmal den Zwangsumtausch von 25 D-Mark gescheut. Union musste gewinnen und auf einen Punktverlust von Frankfurt/Oder hoffen, um die Klasse zu halten. Frankfurt spielte 1:1. Aber in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, waren noch einige Sekunden zu spielen. Es stand 2:2, als es Ecke für Union gab. Die letzte Chance. Der Ball kam hoch rein, Mario Maek erwischte ihn und traf zum 3:2.</p>
<p>Was für ein Moment: Ich sehe mich noch heute auf dem Zaun stehen. Ich sehe die Spieler wie wild über den Platz und Fans auf den Rasen stürmen. 22 Jahre ist es her, aber ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Später, auf der Heimfahrt, fragte mich bei Tempo 80 ein Hertha-Fan nach meiner Union-Mütze. Ich gab sie ihm während der Fahrt und bekam dafür eine Flasche Sekt.</p>
<p>Doch lang, lang ist es her (&#8230;) Nur so schön das alles war, irgendwann ging man eben wieder seinen eigenen Weg. Ich war Unioner, was hatte ich &#8211; bitteschön &#8211; mit Hertha am Hut? Nun gibt es das Derby. Klar, das hat was. Aber ich mache mir mehr Sorgen über das grundsätzliche sportliche Befinden der Truppe als darüber, ob sie Hertha BSC schlägt.</p></blockquote>
<p><a href="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/09/pussy_sic7.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14535" title="pussy_sic" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/09/pussy_sic7.jpg" alt="pussy_sic" width="407" height="302" /></a></p>
<blockquote><p>[Quelle im vollständigen Original: "Vor dem Lokalderby - Eisern Union!", <a href="http://www.morgenpost.de/sport/union/article1395577/Eisern-Union.html" target="_blank"><em>morgenpost.de</em></a>, 15. September 2010, 15:53]</p></blockquote>
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		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 11</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 07:33:23 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem 5. Spieltag in der Spielzeit 1980/1981 war die Tabellensituation doch etwas überraschend. Der Aufsteiger aus Böhlen mischte weiterhin oben mit und konnte auch an diesem Spieltag durch einen 1:0 Sieg über Wismut Aue die Konkurrenz nur zum Staunen bringen. An der Spitze stand der FC Carl Zeiss Jena, vor Dynamo Dresden und dem 1. FC Magdeburg. Erst auf Platz 4 konnte man den ewigen Meister Berliner FC finden, gleich dahinter schon Chemie Böhlen.</p>
<p><strong>Spieltag</strong></p>
<p><span>Sa 20.09.  	15:00  	Hallescher FC Chemie  	-  	BSG Sachsenring Zwickau  	4:2<br />
Sa 20.09. 	15:00 	FC Carl Zeiss Jena 	- 	1. FC Lokomotive Leipzig 	2:1<br />
Sa 20.09. 	15:00 	BSG Stahl Riesa 	- 	FC Vorwärts Frankfurt 	1:1<br />
Sa 20.09. 	15:00 	Berliner FC Dynamo 	- 	1. FC Magdeburg 	1:1<br />
Sa 20.09. 	15:00 	Chemie Böhlen 	- 	BSG Wismut Aue 	1:0<br />
Sa 20.09. 	15:00 	Hansa Rostock 	- 	FC Rot-Weiß Erfurt 	1:1<br />
Sa 20.09. 	15:00 	FC Karl-Marx-Stadt 	- 	Dynamo Dresden 	1:2 </span></p>
<p><strong><span>Tabelle</span></strong></p>
<p><span>1.  	(1.)  	FC Carl Zeiss Jena  	5   	5  	0  	0  	 15:5    	+10  	10-0<br />
2. 	(4.) 	Dynamo Dresden 	5  	4 	0 	1 	  9:5   	+4 	8-2<br />
3. 	(2.) 	1. FC Magdeburg 	5  	3 	1 	1 	 12:4   	+8 	7-3<br />
4. 	(3.) 	Berliner FC Dynamo 	5  	3 	1 	1 	 11:4   	+7 	7-3<br />
5. 	(9.) 	Chemie Böhlen 	5  	3 	0 	2 	  6:6   	0 	6-4<br />
6. 	(5.) 	1. FC Lokomotive Leipzig 	5  	2 	1 	2 	  8:7   	+1 	5-5<br />
7. 	(7.) 	FC Vorwärts Frankfurt 	5  	1 	3 	1 	  8:8   	0 	5-5<br />
8. 	(8.) 	Hansa Rostock 	5  	1 	3 	1 	  6:6   	0 	5-5<br />
9. 	(6.) 	BSG Wismut Aue 	5  	2 	1 	2 	  4:5   	-1 	5-5<br />
10. 	(10.) 	Hallescher FC Chemie 	5  	2 	0 	3 	 10:12  	-2 	4-6<br />
11. 	(11.) 	FC Rot-Weiß Erfurt 	5  	1 	1 	3 	  7:12  	-5 	3-7<br />
12. 	(12.) 	FC Karl-Marx-Stadt 	5  	0 	2 	3 	  4:10  	-6 	2-8<br />
13. 	(13.) 	BSG Stahl Riesa 	5  	0 	2 	3 	  5:12  	-7 	2-8<br />
14. 	(14.) 	BSG Sachsenring Zwickau 	5  	0 	1 	4 	  3:12  	-9 	1-9</span></p>
<p><span>Wer glaubt, nur heutzutage gehören Ausschreitungen und Krawalle im Umfeld von Fußballspielen zum &#8220;normalen&#8221; Alltag, der irrt sich aber gewaltig. Vor und nach den Oberliga-Spielen wurde sich wöchentlich </span>exzessiv der 3. Halbzeit gewidmet. An Hooligans war zu dieser Zeit noch nicht zu denken, aber rabiate Gewalt gehörte doch immer auch dazu. Dagegen sind heutige Meldungen über angebliche Schlägereien wirklich nur mickrige Peanuts. Heute finde ich die Gefahr, von einem Stein oder einer Flasche getroffen zu werden, deutlich höher, leider eine fatale Auswirkung durch riesige Polizeiketten.</p>
<p>Oftmals waren damals Polizei und Einsatzkräfte aufgrund geringer Präsenz im Stadion und außerhalb der Sportstätten hoffnungslos überfordert. In den Stadien konnte man sich frei bewegen, eine große Mauer um unser Land hatten wir zwar, aber Gitterkäfige anno 2010 gab es zumindest in den Stadien nicht. Und so herrschte dort auch das Gesetz des Stärkeren, wo auch schnell mal ein Gäste- oder Heimblock gestürmt wurde. Ich würde es als eine Art Selbsterziehung bezeichnen und die Polizei ließ den &#8216;Spaß&#8217; bis zu einem gewissen Punkt auch gewähren. Vielleicht war es eine von oben verordnete Frustbewältigung für die werktätigen Massen der DDR oder einfach nur das fehlende Geld für hundertfach überlegene Polizeiaufgebote.</p>
<div id="attachment_14468" class="wp-caption alignnone" style="width: 412px"><img class="size-full wp-image-14468" title="Archiv_Jena-BFC_80-81" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/09/Archiv_Jena-BFC_80-81.jpg" alt="Foto: ostpower-eisenberg.de" width="402" height="274" /><p class="wp-caption-text">Foto: ostpower-eisenberg.de</p></div>
<p>Besonders beliebt waren schon zu damaligen Zeiten der Fahnen- sowie Schalklau. Sehr gerne wurden solche Trophäen als Andenken mit nach Hause genommen. Bei den Fanschals handelte es sich um reine Handarbeit, denn sie wurden meist von den Omas in stundenlanger Arbeit gestrickt. Während der Schalwechsel, Mann gegen Mann, auf der Straße oftmals mit nur ein paar Backpfeifen abging, wurde im Stadion wegen der fehlenden Absperrung sehr gerne auch heimlich geklaut. Manche Fans von DDR-Vereinen hatten mehr Fahnen als die ganze Oberliga. So reisten zum Beispiel die Fans vom FC Carl Zeiss Jena oftmals mit einem riesigem Fahnenmeer auswärts an, und verloren jedes Mal dadurch eine Menge Material. Komischerweise ist das Ernst-Abbe-Sportfeld auch 30 Jahre später noch immer ein einziges Fahnenensemble, eine Tradition welche bis heute noch Bestand hat.</p>
<p>Bei bestimmten Spielen ging es jedoch auch teilweise sehr bedenklich zu. Da konnte man schon durchaus seine Gesundheit riskieren. So kam es bei brisanten Derbys oftmals zu wahren Schlachten hunderter Fans gleich nach dem Spiel in der Nähe der Stadien. Ich würde solche Aufeinandertreffen mit kleinen &#8220;Römer-Schlachten&#8221; vergleichen. Zumindest für neutrale Beobachter musste sich das so, aus sicherer Entfernung, angesehen haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass am Boden liegende Personen weiter getreten wurden, dafür gab es einen Ehrenkodex, an den sich auch der größte Teil der Fußballfans gehalten hat. Statt dessen gab es aber auch mal ausgeschlagene Zähne, blutunterlaufene Augen und Hämatome am Körper, meist aber nichts Ernstes.</p>
<p>So richtig abgezockt wurde man aber mitunter beim BFC Dynamo, denn einige dieser Fans hatten sich, neben der normalen Reliktesammlung, auch auf Kleidung, Geldbörsen und Ausweise spezialisiert. Da hörte natürlich der Spaß auf, wenn man halbnackt und ohne Zahlungsmittel im Zug die Heimreise antreten musste. Neben dem Verlust war man so auch noch den hämische Blicken der eigenen Anhänger ausgesetzt, also das war schon Demütigung pur. Jeder wusste aber im Vorfeld, auf was er sich da einließ. Entweder machte man sich auf die Reise oder blieb lieber aus Angst zu Hause. Es war eine sehr rauhe, aber durchaus schöne, Zeit für alle, die sie erleben durften.</p>
<p>[Hoppel, z. Zt in Mannheim]</p>
<p><em>Alle bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden :</em></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-10-449/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 10</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-9-409/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 9</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-8-394/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 8</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-7-325/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 7</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-6-322/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 6</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-5-292/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
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		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 10</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 17:40:51 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Start der DDR-Oberliga 1980/1981 verlief gleich sehr torreich. Insgesamt fielen 29 Tore in den sieben Begegnungen des 1. Spieltages der neuen Spielzeit. Für die Überraschung des Tages sorgte der Aufsteiger aus Böhlen mit einem, zu jeder Zeit verdienten, 2:0 Sieg über die BSG Sachsenring Zwickau. Der 1. FC Magdeburg durfte aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenführung nach einem grandiosen 5:2 Sieg bei Rot-Weiß Erfurt übernehmen.</p>
<p><strong>Ergebnisse des 1. Spieltag 1980/1981</strong></p>
<p><span>Sa 23.08. 	15:00 	BSG Stahl Riesa 	- 	FC Carl  Zeiss Jena 	3:5<br />
Sa 23.08. 	15:00 	Berliner FC Dynamo 	- 	Hallescher FC Chemie 	3:0<br />
Sa 23.08. 	15:00 	Chemie Böhlen 	- 	BSG Sachsenring Zwickau 	2:0<br />
Sa 23.08. 	15:00 	Hansa Rostock 	- 	1. FC Lokomotive Leipzig 	2:2<br />
Sa 23.08. 	15:00 	FC Karl-Marx-Stadt 	- 	FC Vorwärts Frankfurt 	1:1<br />
Sa 23.08. 	15:00 	FC Rot-Weiß Erfurt 	- 	1. FC Magdeburg 	2:5<br />
Sa 23.08. 	15:00 	Dynamo Dresden 	- 	BSG Wismut Aue 	3:0</span></p>
<p><strong><span>Tabelle nach dem 1.Spieltag 1980/1981</span></strong></p>
<p><span>1. 	  	1. FC Magdeburg 	1  	1 	0 	0 	  5:2   	+3  	2-0<br />
2. 	  	Dynamo Dresden 	1  	1 	0 	0 	  3:0   	+3 	2-0<br />
2. Berliner FC Dynamo 	1  	1 	0 	0 	  3:0   	+3 	2-0<br />
4. 	  	FC Carl Zeiss Jena 	1  	1 	0 	0 	  5:3   	+2 	2-0<br />
5. 	  	Chemie Böhlen 	1  	1 	0 	0 	  2:0   	+2 	2-0<br />
6. 	  	1. FC Lokomotive Leipzig 	1  	0 	1 	0 	  2:2   	0 	1-1<br />
6. Hansa Rostock 	1  	0 	1 	0 	  2:2   	0 	1-1<br />
8. 	  	FC Karl-Marx-Stadt 	1  	0 	1 	0 	  1:1   	0 	1-1<br />
8. FC Vorwärts Frankfurt 	1  	0 	1 	0 	  1:1   	0 	1-1<br />
10. 	  	BSG Stahl Riesa 	1  	0 	0 	1 	  3:5   	-2 	0-2<br />
11. 	  	BSG Sachsenring Zwickau 	1  	0 	0 	1 	  0:2   	-2 	0-2<br />
12. 	  	FC Rot-Weiß Erfurt 	1  	0 	0 	1 	  2:5   	-3 	0-2<br />
13. 	  	Hallescher FC Chemie 	1  	0 	0 	1 	  0:3   	-3 	0-2<br />
13. BSG Wismut Aue 	1  	0 	0 	1 	  0:3   	-3 	0-2</span></p>
<p><span> </span></p>
<div id="attachment_11801" class="wp-caption alignnone" style="width: 454px"><img class="size-full wp-image-11801" title="mitropa" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/08/mitropa.jpg" alt="Foto: www.mitropa-freunde.de" width="444" height="304" /><p class="wp-caption-text">Foto: mitropa-freunde.de</p></div>
<p>Das wichtigstes Verkehrsmittel, um Auswärtsspiele der DDR-Oberliga zu besuchen, waren ganz klar die Züge der Deutschen Reichsbahn. Dieser im Prinzip nicht ganz zeitgemäße Name stammte noch aus der Weimarer Republik und wurde auch während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich verwendet. Die so genannten Kommunisten der Deutschen Demokratischen Republik schienen sich aber auch nicht großartig daran zu stören. Der Grund lag wohl bei den hohen, im Ausland liegenden, Vermögenswerten, um die man sich jahrelang mit der Deutschen Bahn der BRD stritt.</p>
<p>In enger Interaktion zur Eisenbahn stand auch die Mitropa. Sie nutzte das an einen Reichsadler (siehe Foto) erinnernde Zeichen in der DDR aber  abgewandelt. Der Adlerkopf über dem &#8220;M&#8221; entfiel, das vormals  vierspeichige, in der Verbindung mit dem Adler an ein Hakenkreuz erinnernde Rad erhielt fortan zwei weitere Speichen. Solche Mitropa-Restaurants gab es praktisch an jedem noch so kleinem Bahnhof in der DDR. Auf den Langstrecken gab es auch spezielle Mitropa-Abteile oder auch nur Verkaufsstände in ausgewählten Reisezügen.</p>
<p>So entwickelten sich diese beiden volkseigenen Betriebe in der DDR gerade bei den Fußballfans der achtziger Jahre zu einem wichtigen Dreh- und Angel-Kreuz für Besuche außerhalb des eigenen Stadions. Die Abstecher dauerten dabei schier endlos, auch wenn das Ankunftsziel oftmals nur wenige Kilometer von zu Hause entfernt lag. So dauerte beispielsweise eine Verbindung zwischen Karl-Marx-Stadt ins 29 Kilometer entfernte Aue rund 2 Stunden. Die Abteile waren nach solchen Kurztrips meistens nicht mehr zu gebrauchen oder mussten hinterher neu aufgebaut oder instand gesetzt werden. Aschenbecher an den Armlehnen gehörten im Allgemeinen zu den Andenken, Gardinen oder Gepäcknetze flogen einfach aus den Zügen. Die Zerstörungsrate war extrem hoch und die Reichsbahn im Prinzip völlig machtlos gegen diesen Vandalismus.</p>
<p>Bezahlt wurde für die Auswärtsfahrten ebenfalls nur selten, es gehörte einfach zum guten Ton <em>&#8220;schwarz zu fahren&#8221;</em>. Da die Züge meist nur von zwei bis drei Trapo-Beamten und einem Schaffner begleitet wurden, war es für diese eine unlösbäre Aufgabe, ganze Horden von angetrunkenen Fans zu kontrollieren. Entweder versteckte man sich auf der Toilette oder man verließ an einem der vielen Haltepunkte unterwegs den Zug hinten, um dann wieder vorne einzusteigen.</p>
<p>Einige Leute waren aber auch ziemlich dreist: Ich erinnere mich da an eine Auswärtsfahrt nach Berlin, als ein Fan beobachtete, wie ein normaler Reisender das WC besuchte. Als der Ahnungslose, auf dem Lokus sitzend, plötzlich von draußen dazu angehalten wurde: &#8220;Fahrkartenkontrolle &#8211; Bitte schieben Sie Ihren Fahrtausweis durch den Schlitz!&#8221; Bereitwillig wurde das Billet zur Entwertung unten durch geschoben und weg war es &#8211; natürlich nicht an den Schaffner.</p>
<p>Waren Bier und Schnaps unterwegs restlos aufgebraucht, fungierten die Mitropa-Abteile als wichtige Nachschubstellen, um den Alkoholspiegel auf hohem Level zu halten. Vielmalig waren diese Versorgungseinrichtungen an Bord der Eisenbahn mit dem Ansturm der durstigen Fahrgäste hoffnungslos überlastet und wurden einfach leer gekauft. Obwohl alles sehr erschwinglich im Vergleich zu heute war, waren die Finanzen bei den jungen Nachwuchsfans meist sehr knapp bemessen. Ein Lehrling im ersten Lehrjahr verdiente gerade mal 120 Ost-Mark im Monat. Nicht viel, wenn man auch noch F6-, Club- oder Cabinet-Raucher war. Deshalb war auch die Marke &#8220;Caro ohne Filter&#8221; zum halben Preis sehr angesagt. Die &#8220;Alten&#8221; zeigten sich aber oft spendabel und am Ende waren alle irgendwie rundherum versorgt. Und so gab man es auch später von Generation zu Generation weiter.</p>
<p>Nicht selten wurden unterwegs aber auch Konsum- oder HO-Kaufhallen an den Umsteigebahnhöfen regelrecht geplündert. Sehr beliebt waren Nordhäuser Doppelkorn, Goldkrone aber auch Pfeffi (Pfefferminzlikör) und Kiwi (Kirschwhisky). Manche trugen auch Bierkästen einfach am Kassenpersonal vorbei, das dann nur noch machtlos zuschauen konnte. Erwischt wurde man bei solchen Aktionen recht selten. Zurück im Zug wurde alles friedlich geteilt, bis die Reserven irgendwann im Laufe des Tages wieder aufgebraucht waren.</p>
<p>Aber auch in der fußballfreien Zeit waren die Mitropas auf den Bahnhöfen Anlaufpunkte für allerhand extraordinäre Leute. Hier traf sich im Prinzip die &#8220;Creme de la Creme&#8221; der DDR-Unterwelt. Frisch aus dem Knast Entlassene trafen hier ebenso sofort wieder auf alte Kumpane, wie asoziale und arbeitsscheue Elemente der sozialistischen Gesellschaft und eben die Subkultur der Fußballfans der wilden Achtziger. So genannte &#8220;Bahnhofsnutten&#8221; ( Prostitution war ja offiziell verboten) oder aus umliegenden Jugendwerkhöfen frisch entlaufene nymphomanische, minorenne Mädchen konnte man dort auch immer wieder einmal antreffen. Wieso waren die eigentlich immer blond?</p>
<p>Die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten war im Umfeld solcher Bahnhofs-Lokalitäten enorm hoch. Oftmals trafen sich gleich ganze Fanclubs nach dem Kontakt mit so einem Girlie gemeinsam auf einer der Aufnahmestellen der örtlichen Gesundheitsbehörden. Durch dieses breitgefächerte Publikum hatten die Mitropa-Restaurants nach außen hin ein besonders schlechtes Image und einen extrem verruchten Charakter. Das Essen in diesen Kantinen bestand fast ausschließlich aus Soljanka, Bockwurst mit Brötchen oder mit ohne Brötchen, dafür mit Kartoffelsalat &#8211; oder halt eben der allzeit beliebte Goldbroiler (Brathähnchen). Von Esskultur konnte man also nicht gerade sprechen, es wurde ja auch mehr getrunken.</p>
<p>Zu erwähnen wäre an dieser Stelle noch, dass das Besteck mit original Mitropa-Aufschrift sehr gerne entwendet wurde und so manche heimische Küche schmückte. Irgendwie waren Reichsbahn und Mitropa aus der damaligen Fankultur nicht weg zu denken und sollten deshalb auch einen Platz in dieser Oberliga-Rückschau von 1980 finden.</p>
<p>[Hoppel, z.Z. in Mannheim]</p>
<p><em>Alle bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden :</em></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-9-409/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 9</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-8-394/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 8</a><em><br />
</em></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-7-325/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 7</a><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-6-322/" target="_blank"></a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-6-322/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 6</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-5-292/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
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		<item>
		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 5</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 08:07:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980 Sa 03.05. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; BSG Wismut Aue 4:0 Sa 03.05. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt &#8211; 1. FC Magdeburg 3:0 Sa 03.05. 15:00 Dynamo Dresden &#8211; BSG Chemie Leipzig 4:0 Sa 03.05. 15:00 1. FC Union Berlin &#8211; Berliner FC Dynamo 0:6 Sa 03.05. 15:00 1. FC Lokomotive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span><strong>Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980</strong></span></strong></p>
<p><strong></strong><span>Sa 03.05. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; BSG Wismut Aue 4:0<br />
Sa 03.05. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt &#8211; 1. FC Magdeburg 3:0<br />
Sa 03.05. 15:00 Dynamo Dresden &#8211; BSG Chemie Leipzig 4:0<br />
Sa 03.05. 15:00 1. FC Union Berlin &#8211; Berliner FC Dynamo 0:6<br />
Sa 03.05. 15:00 1. FC Lokomotive Leipzig &#8211; FC Vorwärts Frankfurt 1:1<br />
Sa 03.05. 15:00 FC Rot-Weiß Erfurt &#8211; FC Carl Zeiss Jena 0:1<br />
Sa 03.05. 15:00 Hallescher FC Chemie &#8211; BSG Sachsenring Zwickau 3:1</span></p>
<p><span><strong>Tabelle nach dem 25. Spieltag der DDR-Oberliga 1980</strong></span></p>
<p><span>1. (1.) Dynamo Dresden 25 20 2 3 65:21 +44 42-8<br />
2. (2.) Berliner FC Dynamo 25 19 3 3 71:16 +55 41-9<br />
3. (3.) FC Carl Zeiss Jena 25 13 5 7 40:23 +17 31-19<br />
4. (5.) 1. FC Lokomotive Leipzig 25 11 6 8 49:33 +16 28-22<br />
5. (4.) 1. FC Magdeburg 25 11 6 8 40:35 +5 28-22<br />
6. (7.) Hallescher FC Chemie 25 12 4 9 37:35 +2 28-22<br />
7. (6.) FC Vorwärts Frankfurt 25 10 8 7 38:39 -1 28-22<br />
8. (8.) BSG Sachsenring Zwickau 25 8 4 13 24:41 -17 20-30<br />
9. (11.) BSG Stahl Riesa 25 5 10 10 20:48 -28 20-30<br />
10. (9.) FC Rot-Weiß Erfurt 25 6 6 13 32:35 -3 18-32<br />
11. (12.) FC Karl-Marx-Stadt 25 6 6 13 26:38 -12 18-32<br />
12. (10.) BSG Wismut Aue 25 7 4 14 24:41 -17 18-32<br />
13. (13.) 1. FC Union Berlin 25 6 4 15 17:41 -24 16-34<br />
14. (14.) BSG Chemie Leipzig 25 4 6 15 21:58 -37 14-36</span></p>
<div id="attachment_6279" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-6279" title="ddr_mai_demo" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/04/ddr_mai_demo.jpg" alt="ddr_mai_demo" width="400" height="300" /><p class="wp-caption-text">Foto: ndr.de</p></div>
<p><span>Der 1. Mai war in der DDR für die regierenden Kommunisten sozusagen der heiligste Tag des Jahres und war fast schon </span><span>mit dem Weihnachtsfest der katholischen Kirche</span><span> zu vergleichen. In der DDR wurde dieser Feiertag auch als </span>Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus lanciert.</p>
<p>Ursprünglich wurde er von den Nazis im Jahre 1933 zum gesetzlichen Feiertag ernannt, damals noch als Nationaler Feiertag. Auch wenn die antiimperialistische Erziehung zum Grundbestandteil der sozialistischen Gesellschaftsordnung gehörte, konnte man im Alltag durchaus überall alte Relikte aus braunen Tagen erkennen. Nationale Front, Kampfgruppe, Pioniere und FDJ hatten deutliche Prägungen alter deutscher Tugenden sowie Zucht und Ordnung, selbst die Bahn nannte sich immer noch Deutsche Reichsbahn, obwohl das Deutsche Reich längst nicht tausend Jahre alt geworden war.</p>
<p>So war die Teilnahme an den Demonstrationen, mit dem Vorbeimarsch an den Tribünen mit führenden Parteimitgliedern und anderen Ehrengästen, für VEB`s und Kombinate sowie auch die Schulen eine absolute Pflichtveranstaltung. Da warteten die führenden Partei-Funktionäre der Volkseigenen Betriebe meist schon ab 7 Uhr auf den vorgeschriebenen Stellplätzen auf ihre Arbeiter mit den Unterschriftslisten zur Anwesenheitskontrolle. Nicht selten kamen viele Werktätige nur, um kurz zu zeigen, dass man da war und verschwanden dann wieder unauffällig in der riesigen Masse. Wer überhaupt nicht kam oder keine plausible Entschuldigung auf Lager hatte, musste sich auf eine harte Ermahnung vor einem SED-Tribunal im Betrieb gefasst machen. Einige Jugendliche zeigten sich aber darüber recht unbeeindruckt und nutzten den Feiertag lieber um sich in einem der vielen Festzelte überall im Land zu amüsieren.</p>
<p>Immer am 1. Mai gab es plötzlich auch an den vielen Verkaufsständen und Fress-Buden auf den sozialistischen Volksfesten exlusive DDR-Luxusartikel, wie Bananen aus dem befreundeten Angola, Bier aus Wernesgrün oder Radeberg, Würstchen aus Halberstadt oder so genannte Negerküsse aus Grabow. Schon Wochen vorher wurden die Lager der Kaufhallen mit diesen Waren gefüllt und aufgespart, damit pünktlich zum ersten Tag im Mai alles im Überfluss vorhanden war, wenigstens an diesem einen Tag im Jahr. Wollte man sonst auf Luxusgüter zurück greifen, musste man schon den Gang ins Kaufhaus <em>&#8220;Delikat&#8221;</em> in Erwägung ziehen; für die meisten war der Einkauf dort aber unerschwinglich. Besser hatten es da schon Bürger und Bürgerinnen, welche immer ein paar West-Mark in der Tasche locker hatten, denn die konnten sich im <em>&#8220;Intershop&#8221;</em> mit diversen Artikel vom kapitalistischen Klassenfeind eindecken. Es gab auch einen offiziellen DDR-Umstauschkurs von 1:1 von West zur Ostmark, der aber inoffiziell bei 1:5 lag, und inoffiziell noch höher, da man als braver Arbeiter keine Möglichkeit hatte auf den Staatsbanken sein Geld offiziell umzutauschen.</p>
<p>So neigte sich der 1. Mai gegen Abend mit allerhand Jubel, Trubel, Heiterkeit und natürlich wie immer bei solchen Anlässen, mit jeder Menge Alkohol, welcher auch an diesem Tag nicht fehlen durfte. In der Aktuellen Kamera ab 19.30 Uhr liefen natürlich abends dann fast ausschließlich die <em>großartigen</em> Bilder der machtvollen Kundgebungen und Demonstrationen und den mit Orden hochdekorierten alten Greisen auf den Tribünen, die stundenlanges Dauerwinken hinter sich hatten.</p>
<p>Fußballspiele gab es in der DDR an den Maifeiertagen gelegentlich auch, während die Oberliga an diesem Tag immer frei hatte, wurden in anderen Jahren zum Beispiel Spiele der DDR-Nationalmannschaft oder sogar Endspiele im FDGB-Pokal durchgeführt. [ab]<a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/"></a></p>
<p>Die bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden:</p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
<p><a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-4-265/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 4</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 13:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980 Sa 19.04. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; 1. FC Union Berlin 2:0 Sa 19.04. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt &#8211; Dynamo Dresden 1:3 Sa 19.04. 15:00 FC Vorwärts Frankfurt &#8211; BSG Sachsenring Zwickau 3:1 Sa 19.04. 15:00 Berliner FC Dynamo &#8211; Hallescher FC Chemie 4:1 Sa 19.04. 15:00 BSG Chemie Leipzig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span><strong>Aktueller Spieltag in der DDR-Oberliga 1980 </strong></span></p>
<p>Sa 19.04. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; 1. FC Union Berlin 2:0<br />
Sa 19.04. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt &#8211; Dynamo Dresden 1:3<br />
Sa 19.04. 15:00 FC Vorwärts Frankfurt &#8211; BSG Sachsenring Zwickau 3:1<br />
Sa 19.04. 15:00 Berliner FC Dynamo &#8211; Hallescher FC Chemie 4:1<br />
Sa 19.04. 15:00 BSG Chemie Leipzig &#8211; FC Rot-Weiß Erfurt 0:0<br />
Sa 19.04. 15:00 1. FC Magdeburg &#8211; 1. FC Lokomotive Leipzig 2:1<br />
Sa 19.04. 15:00 BSG Wismut Aue &#8211; FC Carl Zeiss Jena 0:1</p>
<p><strong>Aktuelle Tabelle der DDR-Oberliga 1980 </strong></p>
<p>1. (1.) Dynamo Dresden 22 18 1 3 54:19 +35 37-7<br />
2. (2.) Berliner FC Dynamo 22 16 3 3 59:15 +44 35-9<br />
3. (5.) FC Carl Zeiss Jena 22 11 5 6 35:20 +15 27-17<br />
4. (3.) Hallescher FC Chemie 22 11 4 7 31:27 +4 26-18<br />
5. (4.) 1. FC Lokomotive Leipzig 22 10 5 7 44:28 +16 25-19<br />
6. (6.) 1. FC Magdeburg 22 10 5 7 35:28 +7 25-19<br />
7. (7.) FC Vorwärts Frankfurt 22 9 6 7 32:34 -2 24-20<br />
8. (8.) BSG Sachsenring Zwickau 22 7 4 11 20:36 -16 18-26<br />
9. (9.) FC Rot-Weiß Erfurt 22 6 5 11 30:30 0 17-27<br />
10. (10.) BSG Wismut Aue 22 6 4 12 22:35 -13 16-28<br />
11. (13.) BSG Stahl Riesa 22 3 10 9 15:43 -28 16-28<br />
12. (11.) FC Karl-Marx-Stadt 22 4 6 12 22:37 -15 14-30<br />
13. (12.) 1. FC Union Berlin 22 5 4 13 13:32 -19 14-30<br />
14. (14.) BSG Chemie Leipzig 22 4 6 12 21:49 -28 14-30</p>
<div id="attachment_5147" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><img class="size-thumbnail wp-image-5147" title="helles_bier" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/04/helles_bier-150x150.jpg" alt="Foto: einestages.spiegel.de" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Foto: einestages.spiegel.de</p></div>
<p>Im Vergleich zu heute waren die Eintrittspreise beim Fußball zu DDR-Zeiten doch sehr sozial gehalten. Der Sport war ein wichtiger  kultureller Inhalt der sozialistischen Gesellschaft, zu dem jeder  getreue DDR-Bürger uneingeschränkt Zutritt haben sollte. Für Kinder  kostete es damals 25 Pfennige und Vollzahler mussten 1,10 DDR-Mark (Alu-Chips) an den  oft trostlos wirkenden Kassenhäuschen berappen.Viele zahlten aber gar  nichts, denn in der Fanszene war man auch bekannt bei den  Einlasskontrollen vorm Stadion. Ein Handschlag reichte meist aus &#8211; und  schon war man drin. An etwaige polizeiliche Leibesvisitation anno 2010 war damals gar nicht erst zu denken.</p>
<p>Rechnet man die eine Ost-Mark für den Eintritt in D-Mark und  dann auch mit der nochmaligen Währungsunion zum Euro um, würde es heute  grandiose 25 Cent für Vollzahler kosten. Naja, ist nur mal so ein  Gedankengang, heute müssen ja auch die teuren Spieler-Legionäre,  Manager, Präsidenten sowie die Vize vom Vize  bezahlt  werden.</p>
<p>Solche Probleme gab es vor 30 Jahren nicht, denn  die Vorzeigefußballer waren alle gelernte Facharbeiter und erhielten  ihre monatliche Gage von den angeschlossenen Betrieben der Vereine. Oft  hat man sie zwar nicht an der Drehmaschine gesehen,  aber mindestens  einmal im Monat (um den 15. eines Monats war Zahltag) waren sie dann  doch in den VEB&#8217;s der Kombinate anzutreffen. Abends ging es dann nicht  selten zusammen mit den Spielern und den Fans zum allgemeinen Besäufnis  in die vielerorts stadtbekannten Sportlerheime und anderen Lokalitäten  der Deutschen Demokratischen Republik. Heute wäre so etwas undenkbar, da  werden die teuren Spieler mit Käfigen um die Fans, wie wilde Tiere,  weitgehend auf Distanz gehalten.</p>
<p>Das Bier war zwar offiziell kein  Grundnahrungsmittel, aber es wurde ebenfalls zum Preis dieser Warengruppe  ausgeschenkt. So kostete ein Glas Gerstensaft vom staatlichen Getränkekombinat rund 50 Pfennig und das  Schnitzel mit Ei (Mattscheibe) und Kartoffelsalat gerade mal zwei läppische Ost-Mark in der Stammkneipe an der Ecke.  Pünktlich 22.00 Uhr gingen dann alle ziemlich besoffen in Richtung der  eigenen Wohnung, denn länger waren die gastronomischen Einrichtungen größtenteils in der Woche nicht geöffnet. Und das war auch gut so, denn für alle begann 6 Uhr morgens die Schicht in den Betrieben. Verquollene Augen und  Alkoholfahne waren aber schon eingeplant und wer es nicht aus der Heia  schaffte, machte entweder mal einen Tag blau oder holte sich einen  Krankenschein beim Hausarzt.</p>
<p>Die medizinischen Bezeichnungen für gern  gewählte und gängige Symptome waren 465 (Grippe) und 558 (Scheißerei).  Arbeitslosigkeit gab es damals offiziell keine und Hartz 4 war nicht mehr als ein  fremd klingendes Zauberwort aus viel späteren Jahren. Am Wochenende  erlaubte der sozialistische Staat den jungen FDJ&#8217;lern  immerhin bis  24.00 Uhr den Besuch in Diskotheken, wer aber nach Ende die letzte Bahn  nicht schaffte, hatte eben einfach Pech und musste nach Hause  laufen. Private Sauforgien wurden aber in Trockenräumen oder  Partykellern bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. [ab]</p>
<p>Die bisherigen Beiträge unserer Reihe können hier gelesen werden:</p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 1</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</a></p>
<p><a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-3-245/" target="_blank">DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</a></p>
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		<item>
		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 3</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 09:57:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[An diesem schönen Wochenende im Jahre 1980 wurde zum Osterfest natürlich auch Fußball in der DDR gespielt. Die Spielergebnisse von 20. Spieltag der DDR-Oberliga 1980 Sa 05.04. 15:00 BSG Stahl Riesa - FC Rot-Weiß Erfurt 1:0 Sa 05.04. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt - 1. FC Lokomotive Leipzig 2:2 Sa 05.04. 15:00 Dynamo Dresden - 1. FC [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem schönen Wochenende im Jahre 1980 wurde zum Osterfest natürlich auch Fußball in der DDR gespielt.<em> </em><em><br />
</em></p>
<p><strong>Die Spielergebnisse von 20. Spieltag der DDR-Oberliga 1980</strong></p>
<p><span>Sa 05.04. 	15:00 	BSG Stahl Riesa 	- 	FC Rot-Weiß  Erfurt 	1:0<br />
Sa 05.04. 	15:00 	FC Karl-Marx-Stadt 	- 	1. FC Lokomotive Leipzig 	 2:2<br />
Sa 05.04. 	15:00 	Dynamo Dresden 	- 	1. FC Union Berlin 	1:0<br />
Sa 05.04. 	15:00 	Berliner FC Dynamo 	- 	FC Carl Zeiss Jena 	1:0<br />
Sa 05.04. 	15:00 	BSG Chemie Leipzig 	- 	BSG Sachsenring Zwickau 	 1:1<br />
Sa 05.04. 	15:00 	1. FC Magdeburg 	- 	Hallescher FC Chemie 	2:0<br />
Sa 05.04. 	15:00 	BSG Wismut Aue 	- 	FC Vorwärts Frankfurt 	0:3</span></p>
<p><span><strong>Tabelle der DDR-Oberliga nach dem 20. Spieltag 1980</strong></span></p>
<p><span>1. 	(1.) 	Berliner FC Dynamo 	20  	15 	3 	2 	  54:12  	+42 	33-7<br />
2. 	(2.) 	Dynamo Dresden 	20  	16 	1 	3 	 47:16  	+31 	33-7<br />
3. 	(3.) 	Hallescher FC Chemie 	20  	10 	4 	6 	 28:23  	+5 	24-16<br />
4. 	(5.) 	1. FC Lokomotive Leipzig 	20  	9 	5 	6 	 38:26  	+12 	 23-17<br />
5. 	(4.) 	FC Carl Zeiss Jena 	20  	9 	5 	6 	 31:19  	+12 	23-17<br />
6. 	(6.) 	1. FC Magdeburg 	20  	9 	4 	7 	 30:24  	+6 	22-18<br />
7. 	(7.) 	FC Vorwärts Frankfurt 	20  	8 	6 	6 	 28:30  	-2 	22-18<br />
8. 	(8.) 	BSG Wismut Aue 	20  	6 	4 	10 	 20:30  	-10 	16-24<br />
9. 	(10.) 	BSG Sachsenring Zwickau 	20  	6 	4 	10 	 17:32  	-15 	 16-24<br />
10. 	(9.) 	FC Rot-Weiß Erfurt 	20  	6 	3 	11 	 27:27  	0 	15-25<br />
11. 	(11.) 	FC Karl-Marx-Stadt 	20  	4 	6 	10 	 20:32  	-12 	14-26<br />
12. 	(14.) 	BSG Stahl Riesa 	20  	2 	10 	8 	 13:38  	-25 	14-26<br />
13. 	(13.) 	BSG Chemie Leipzig 	20  	4 	5 	11 	 21:47  	-26 	13-27<br />
14. 	(12.) 	1. FC Union Berlin 	20  	4 	4 	12 	 11:29  	-18 	12-28</span></p>
<p><span> </span></p>
<div id="attachment_4136" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-4136 " title="chemie_leipzig_1980" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/03/chemie_leipzig.jpg" alt="Foto: fc-anhalt-dessau.de" width="400" height="160" /><p class="wp-caption-text">Foto: fc-anhalt-dessau.de</p></div>
<p>Neben dem traditionellen Eiersuchen an Ostern wurde aber auch wie jedes  Fußball-Wochenende in der Deutschen Demokratischen Republik der <em>freundliche</em> Kontakt zum gegnerischen Anhang gesucht. Die staatlichen Organe der Volkspolizei hielten sich im Großen und Ganzen bei dieser Art der Freizeitbeschäftigung der sozialistischen Jugendkultur dezent im Hintergrund und griff nur selten ein. Nur bei gelegentlichen Großereignissen durfte die Bepo (Bereitschaftspolizei) jedoch auch mal ganz gerne ihre Knüppel tanzen lassen. Wurde man erwischt, gab es ein geringes Ordnungsgeld in Höhe von 50 DDR-Mark, nur wirklich selten wurde damals schon ein Stadionverbot ausgesprochen.</p>
<p>Selbst in den Stadien durfte man die sonst ungewohnte Freiheit gänzlich ohne störende Zäune oder Mauern genießen, sozusagen ganz nach den Idealen der FDJ &#8211; Hau drauf,  freie deutsche Jugend hau drauf (<a href="http://ingeb.org/Lieder/jugender.html" target="_blank">&#8220;Bau auf, freie deutsche Jugend bau auf &#8220;</a> &#8211; bekanntes FDJ-Lied). So begannen sich Ende der 70iger Jahre überall in den Vereinen straffe und geschlossene Fanszenen und Fanclubs zu bilden. Oftmals tausende Leute brachten damals schon Union und Chemie zu ihren Auswärtsspielen mit, auch nicht ohne waren die Magdeburger. Die allerübelste Sorte kam aber vom HFC Chemie aus Halle-Neustadt, bei dem Anblick dieser Knastis konnte einem schon Angst und Bange werden. Damals sind dort ziemlich dunkle Gestalten mit rumgelaufen, tätowierte Stirnbänder und Lidschatten bei Männern waren im Bau wahrscheinlich der grosse Renner.</p>
<p>Überhaupt schien der sogenannte Asi-Paragraph (&#8220;Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch  Asoziales Verhalten&#8221;) gerade beim Fußball zum guten Umgangston zu gehören. Der Bahnhof in <a href="http://www.doberlug-kirchhain.de/" target="_blank">Doberlug-Kirchheim</a> war für  viele sportlich-orientierte Reisende damals ein Begriff, denn  fast alle  Verbindungen mit den Zügen trafen sich irgendwie mitten in  dieser  Provinzstadt der kommunistischen Pampa. Somit konnte man auch ständig darauf warten und hoffen, dort  auf Fans anderer Vereine zu treffen.</p>
<p>Nach gepflegten Schlägereien ging es immer anschließend in den nahegelegenen Konsum (Supermarkt der DDR), um sich mit Gratis-Alkohol  für die weitere Zugfahrt ordentlich einzudecken. Jeder, der mal dabei war weiß, wieviel Flaschen Schnaps so unter eine Bison-Jeansjacke  passen. Diese Kaufhalle konnte einem schon fast leid tun. Die &#8220;Kasse des Vertrauens&#8221;, bekannt vom morgendlichen Brötchenklau, rückte bei solchen Massenplünderungen in weite Ferne unter den ganz alltäglichen kriminellen Handlungen der sozialistischen Gesellschaft und Moralansichten. Warum auch, es war doch alles Volkseigentum.</p>
<p>Die Woche darauf gab es  in den Stadien- und Programmheften immer eine Ermahnung an die Grundwerte der sozialistische Moral, das war es aber auch schon. In den Tagessendungen des DDR 1-Fernsehens (auf DDR 2 liefen fast nur russische Kriegsfilme) von Aktuelle Kamera oder Sport Aktuell  blieben solche Meldungen fast immer außen vor.</p>
<p>So richtig planstabsmäßig organisierte Fankrawalle führten aber erst die Jungs des BFC ein. Während vielerorts das Outfit mit Jesus-Latschen und Studentenkutte völlig &#8220;In&#8221; war, traten die Befis (BFC) schon mit ersten Bomberjacken und rasierten Köpfen in Erscheinung. Da konnte man auch gleich mal neben den Fanutensilien, wie Schals oder Fahnen, seine komplette Brieftasche als Andenken in der Hauptstadt lassen. Die &#8220;Berliner Großschnauzen&#8221; schafften es tatsächlich,  ganze Stadien mit ihrer Arroganz auf die Palme zu bringen. Jeder wollte diesen Typen unbedingt mal eine richtige aufs Maul hauen, doch sie wussten sich zu wehren. Für viele war es eine herrliche Zeit und obwohl die Stasi immer heimlich präsent war und mitlauschte, stand man doch deutlich weniger unter Kontrolle, als im heutigen sogenannten Rechtsstaat der BRD. [ab]</p>
<p>Die bisherigen Beiträge unserer Reihe DDR-Oberliga vor 30 Jahren können hier gelesen werden:<br />
<a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/">DDR-Oberliga  vor 30 Jahren # 1</a><br />
<a href="../ddr-oberliga-vor-30-jahren-2-207/">DDR-Oberliga  vor 30 Jahren # 2</a></p>
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		<title>DDR-Oberliga vor 30 Jahren # 2</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:45:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nachdem der erste Artikel unserer (N)Ostalgie-Serie durchweg positiv bei unseren Lesern angekommen war, gibt es nun heute  endlich wieder mal eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse genau vor 30 Jahren in der Oberliga der Deutschen Demokratischen Republik. Die Spielergebnisse von 16. Spieltag der DDR-Oberliga 1980 Sa 08.03. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; FC Vorwärts Frankfurt 1:1 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem der <a href="http://ostfussball.com/ddr-oberliga-vor-30-jahren-1-185/" target="_blank">erste Artikel</a><em> </em>unserer (N)Ostalgie-Serie durchweg positiv bei unseren Lesern angekommen war, gibt es nun heute  endlich wieder mal eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse genau vor 30 Jahren in der Oberliga der Deutschen Demokratischen Republik.</p>
<p><strong>Die Spielergebnisse von 16. Spieltag der DDR-Oberliga 1980</strong></p>
<p><span>Sa 08.03. 15:00 BSG Stahl Riesa &#8211; FC Vorwärts Frankfurt 1:1<br />
Sa 08.03. 15:00 FC Karl-Marx-Stadt &#8211; FC Carl Zeiss Jena 0:0<br />
Sa 08.03. 15:00 Dynamo Dresden &#8211; BSG Sachsenring Zwickau 3:1<br />
Sa 08.03. 15:00 1. FC Union Berlin &#8211; Hallescher FC Chemie 0:2<br />
Sa 08.03. 15:00 1. FC Lokomotive Leipzig &#8211; FC Rot-Weiß Erfurt 0:2<br />
Sa 08.03. 15:00 1. FC Magdeburg &#8211; Berliner FC Dynamo 0:1<br />
Sa 08.03. 15:00 BSG Wismut Aue &#8211; BSG Chemie Leipzig 5:2</span></p>
<p><span><strong>Tabelle der DDR-Oberliga nach dem 16. Spieltag 1980</strong></span></p>
<p><span>1. (1.) Dynamo Dresden 16 14 0 2 42:11 +31 28-4<br />
2. (2.) Berliner FC Dynamo 16 12 2 2 39:11 +28 26-6<br />
3. (3.) Hallescher FC Chemie 16 10 3 3 27:18 +9 23-9<br />
4. (4.) 1. FC Lokomotive Leipzig 16 7 4 5 29:20 +9 18-14<br />
5. (6.) FC Carl Zeiss Jena 16 7 4 5 25:17 +8 18-14<br />
6. (5.) 1. FC Magdeburg 16 8 2 6 27:22 +5 18-14<br />
7. (7.) FC Vorwärts Frankfurt 16 6 4 6 23:29 -6 16-16<br />
8. (8.) BSG Wismut Aue 16 5 4 7 17:21 -4 14-18<br />
9. (9.) BSG Chemie Leipzig 16 4 4 8 19:31 -12 12-20<br />
10. (10.) FC Karl-Marx-Stadt 16 3 5 8 17:26 -9 11-21<br />
11. (14.) FC Rot-Weiß Erfurt 16 4 2 10 22:25 -3 10-22<br />
12. (11.) 1. FC Union Berlin 16 3 4 9 9:23 -14 10-22<br />
13. (12.) BSG Sachsenring Zwickau 16 4 2 10 12:30 -18 10-22<br />
14. (13.) BSG Stahl Riesa 16 1 8 7 10:34 -24 10-22</span></p>
<p><span>Auch an diesem Spieltag durften sich die Dresdner Dynamos über die Tabellenführung nach einem eindrucksvollen Heimsieg über die BSG Sachsenring Zwickau freuen. Insgesamt stand die SG Dynamo Dresden in dieser Saison an 23 Spieltagen auf dem ersten Platz der DDR-Oberliga. Dass es am Ende nicht für die Meisterschaft reichte, lag an der 0:1 Heimniederlage gegen den BFC Dynamo am letzten Spieltag, welcher dann auch die Meisterschaft erfolgreich verteidigen konnte.<br />
</span></p>
<p><span> </span></p>
<div id="attachment_2274" class="wp-caption alignleft" style="width: 118px"><img class="size-full wp-image-2274 " title="Grapenthin_Hans_Ulrich" src="http://ostfussball.com/wp-content/uploads/2010/03/Grapenthin_Hans_Ulrich.gif" alt="Foto: fussball-ddr.de" width="108" height="132" /><p class="wp-caption-text">Grapenthin - Foto: fussball-ddr.de</p></div>
<p>Spieler des Jahres 1980 wurde der Tormann des FC Carl Zeiss Jena, Hans-Ulrich Grapenthin, welcher mit großem Vorsprung vor Frank Terletzki (BFC)  und Reinhard Häfner (SGD) gewählt wurde.  Zu den besten Torschützen in dieser Saison gehörten nach Abschluss dieser Spielzeit folgende Spieler: Dieter Kühn (21 Tore) vom 1.FC Lok Leipzig, Joachim Streich (19 Tore) vom 1. FC Magdeburg und Gerd Weber (16 Tore) von der SG Dynamo Dresden. Die meisten Zuschauer der Saison konnte das Leipziger Derby am 10. Spieltag zwischen Chemie Leipzig und 1. FC Lok Leipzig anlocken. Insgesamt 38.000 Zuschauer besuchten die spannende Partie im Zentralstadion. Kaum Zuschauerzuspruch fanden hingegen die Spiele des Armeesportclubs aus Frankfurt an der Oder. Bei den Spielen des FC Vorwärts Frankfurt/O. gegen den FC Karl-Marx-Stadt und die BSG Sachsenring Zwickau kamen jeweils nur 3.000 Besucher ins Stadion der Freundschaft, somit der geringste Zuschauermagnet der DDR-Oberliga. Den höchsten Heimdurchschnitt erzielte Dynamo Dresden mit 24.615 vor dem HFC Chemie mit 18.230 Zuschauern pro Spiel. Und um diese Statistik komplett zu machen: In 182 Spielen kamen insgesamt 2.221.700 Zuschauer (Durchschnitt 12.207 pro Spiel) in die Stadien der DDR. Kleine Anmerkung am Rande: An besagtem 16. Spieltag, dem 8. März 1980, wurde übrigens, wie jedes Jahr, der Internationale Frauentag in der DDR gefeiert. An diesem Tag bekamen die Frauen in den volkseigenen Betrieben und Kombinaten traditionell  eine Rote Nelke von ihren Vorgesetzten, meist einem verantwortlichem SED-Parteifunktionär, überreicht. Die  Gleichberechtigung der Frau war ein wichtiger Bestandteil der sozialistischen Gesellschaft. Abends kam es dann nicht selten in vielen Kneipen und gastronomischen Einrichtungen zu hemmungslosen Frauenfeiern mit jeder Menge Rosenthaler Katarka und Sekt der Marke Rotkäppchen. Sehr zum Leidwesen der männlichen Fußballfans, die nach diesem Spieltag oft vor vollen Gaststätten wieder umkehren und ihr kulturelles Ritual nach dem Spiel &#8211; Saufen war ebenfalls Volkssport im Arbeiter- und Bauern-Staat &#8211; in private Räumlichkeiten verlegen mussten. [ab]</p>
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