Blick nach Osten – Medienspiegel vor der EM 2012
Juni 4, 2012 | In: Ausschreitungen, Fußballfans, Hooligans, Nationalmannschaft, Ultras
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Am 8. Juni beginnt die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Eine der meistgestellten Fragen vor dem offiziellen Start des europäischen Turniers – wird alles ruhig und friedlich bleiben? Wohl kaum!
Einige internationale Medien (BBC – Stadiums Of Hate) haben sich auch schon diesem leidlichen Thema angenommen. Im größten deutschen Fanforum Ultras.ws wurde bereits ein eigener Foren-Thread mit der Headline EM 2012 – Ausschreitungen/Krawalle vorbereitet, welcher mit folgenden Sätzen eines der dortigen Moderatoren einleitet …
So – B*** & Co, dann hetzt mal hechelnd los gegen ultras.ws wegen der Eröffnung dieses Threads, bereits über zwei Wochen vor der eigentlichen Prozedur zum offiziellen ‘Helau’ der EURO 2012. Aber – Helau? – derweil dabei bitte auch immer schön daran denken, dass ‘Provokation’ als Wort feminin & Ironie als solche manchen Menschen fremd scheint, allerdings durchaus konstanter Bestandteil dieses Boards hier ist. Aber: Pssssst! (…)
Medienspiegel -
(…) Deutschland unterstützt die Gastgeber der Fußball-EM bei der Sicherheit und schickt auf Bitten der Ausrichter 30 Polizeibeamte zur Endrunde (…) Zwölf von ihnen werden ihren Dienst in Polen verrichten, 18 in der Ukraine (…)
Die deutschen Beamten werden bei ihren EM-Auftritten allerdings keine Waffen tragen und somit vor allem auch in der polnischen Bevölkerung keine unnötigen Erinnerungen an Kriegserlebnisse schüren. Die Einsatzkräfte müssten ohne “hoheitliche Befugnisse” auskommen (…) “Das bleibt den polnischen und ukrainischen Behörden vorbehalten.” (…)
[rp-online.de, 31. Mai 2012]
(…) Hooligans, Gewalt, Pyrotechnik, Platzstürmung – die Menschen in Deutschland sind ohnehin für dieses Thema sensibilisiert, wenn nicht übersensibilisiert (…)
Wird die EM zum Schlachtfeld für internationale Hooligan-Aufmärsche? “Um Gottes Willen, nein”, sagt Michael Gabriel. Der 49-Jährige leitet die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt und kennt sich in der Szene aus (…)
[general-anzeiger-bonn.de, 31. Mai 2012]
(…) Mehr als 11.000 Polizisten werden in den vier polnischen Austragungsorten im unmittelbaren EM-Einsatz sein, dazu noch mehr als 1.000 Militärkräfte. Stadion, Fanmeile, VIP-Hotels, das alles gilt es zu sichern. Den Luftraum über den Arenen sollen Sensoren auf Bio- oder Chemiewaffenangriffe prüfen. Selbst F-16-Kampfjets stehen im Nato-Land bereit. Ähnlich umfänglich sind die Vorkehrungen in der Ukraine (…)
Auf das “TTT”-Konzept setzen die Organisatoren. Troska-Tolerancja-Tłumienie, heißt es auf Polnisch. Vorsorge, Toleranz und Eindämmung. Es ist eine international übliche Vorgehensweise, in Polen und der Ukraine aber waren es vor allem die deeskalierend wirkenden Maßnahmen, die in der Vergangenheit doch beflissentlich übersprungen wurden (…)
[welt.de, 3. Juni 2012]
(…) [Polens Ministerpräsident] Tusk ist mittlerweile überzeugt, dass seine Polizisten alles im Griff haben. Das Innenministerium hat in einem nie da gewesenen Ausmaß aufgerüstet. Spezialscanner sollen verhindern, dass Fans Feuerwerkskörper in die Stadien schmuggeln oder Terroristen Sprengstoff einsetzen. Hunderte 360-Grad-Überwachungskameras mit 35-facher Vergrößerung kontrollieren das Geschehen nicht nur vor und in den Arenen, sondern auch in den Stadtzentren und auf Zufahrtswegen (…)
Im Fadenkreuz befinden sich aber vor allem die Fans. Wer randaliert, kann an Ort und Stelle inhaftiert werden. Die EM-Arenen in Breslau, Danzig, Posen und Warschau verfügen über Gefängnisräume. Die Soforthaft gehört zu einem Gesetzespaket, das die polnische Regierung nach den Hooligan-Krawallen im vergangenen Jahr geschnürt hat. Seither können Schnellgerichte kurzen Prozess mit gewalttätigen Fans machen. Platzverbote werden mit Fußfesseln überwacht.
(…) Trotz der Hochrüstung sollen die Sicherheitskräfte möglichst unsichtbar bleiben. “Wir werden keine schwer bewaffneten Polizisten in Kampfmontur rund um die Stadien aufmarschieren lassen”, sagt der Warschauer Einsatzleiter Dariusz Dyminski (…)
Die Überwachung beginnt bereits an den EU-Binnengrenzen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen. Polen setzt dort nach einer Übereinkunft mit Brüssel für die EM-Wochen die Schengen-Regeln außer Kraft (…)
Das Co-Gastgeberland Ukraine setzt auf eine völlig andere Sicherheitsphilosophie als Polen. “Hier herrscht die sowjetische Schule vor”, sagen westliche Beobachter im Land. “Knüppel drauf und Schluss”, laute die Devise. Im Spielort Lemberg, wo die Deutschen zwei Gruppenspiele absolvieren, sagt Stadtsprecher Oleg Beresjuk: “Polizeikräfte müssen sichtbar sein, sonst schrecken sie niemanden ab.”
Wohin das Prinzip Einschüchterung führen kann, zeigen Berichte aus dem ostukrainischen Donezk. In der Heimatstadt von Präsident Viktor Janukowitsch finden fünf EM-Spiele statt, darunter ein Halbfinale. Die Polizei habe den Ultras dort den Krieg erklärt, berichtet der 33-jährige Andri, ein führendes Mitglied der Szene. “Sie haben uns gesagt: Wenn ihr randaliert, brechen wir euch die Beine. Ihr werdet dann sehr lange im Krankenhaus liegen.” Kurz vor der EM sollen aus Donezk keine Meldungen über Hooligan-Krawalle ausgehen (…)
[kleinezeitung.at, 3. Juni 2012]
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1 Antwort to Blick nach Osten – Medienspiegel vor der EM 2012
[om]
Juni 4th, 2012 at 18:32
(…) Die Bilder der BBC-Reportage gingen um die Welt (…) | rp-online.de | 4. Juni 2012 | 16:55 |