3. Liga: Erfolgreich sieht anders aus!

Dezember 27, 2010 | In: 3. Liga, FC Carl Zeiss Jena, FC Hansa Rostock, FC Rot-Weiß Erfurt, Fußballfans, SG Dynamo Dresden, Stadion-Infos, SV Babelsberg 03


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Die 3. Liga ist die dritthöchste Liga im deutschen Profifußball. Sie wurde in der Saison 2008/09 als neue Spielklasse in Deutschland eingeführt. Während der DFB gerne von seinem erfolgreichen Ziehkind spricht und es zugleich in den höchsten Tönen lobt, fällt die Realität doch bedeutend negativer aus. Durch einen kurzen Blick in die Google Trends kann man deutlich erkennen, dass sich das messbare Suchaufkommen seit dem Start in dieser Saison mehr als halbiert hat – Grund genug für uns, etwas Ursachenforschung zu betreiben.

Foto: fussball.com

Foto: fussball.com

Der Mitteldeutsche Rundfunk sprach sogar recht gerne von unserer “ostdeutschen Liga” und stellt dabei fest – der Osten spielt in der dritten Liga! Mit Rostock, Dresden, Jena, Erfurt und Babelsberg haben wir fünf Vereine mit von der Partie in dieser Profiliga. Immerhin reicht das aus, um beim Heimatsender der Volksmusik jeden Samstag pünktlich 16.30 Uhr mit der Sendung Sport im Osten wenigstens einmal in der Woche gute Einschaltquoten zu erreichen. Ein beachtlicher Erfolg beim TV-Sender für sonst hauptsächlich demenzkranke Rentner aus dem Alzheimer Hof – ja es gibt auch Gewinner!

Die ARD sendet in ihrer Sportschau ab 18.00 Uhr etwa 30 Minuten 3. Liga, bis zum Beginn der Zusammenschnitte aus der 1. Bundesliga. Anfänglich noch zuweilen erfolgreich, hört man neuerdings aber ganz andere Töne: “Unsere Begeisterung über die 3. Liga hält sich derzeit in Grenzen. Wir müssen sehr ernsthaft darüber nachdenken, ob wir auch nach 2012 noch weitermachen”, sagt Steffen Simon, der verantwortliche Mann bei der ARD-Sportschau. Kein Wunder, denn die Spielpläne bestimmen inzwischen die Polizei und da werden zum Beispiel die Spiele der Hanseaten aus Sicherheitsgründen gerne auf  Freitag oder Sonntag verlegt.

Zudem werden die Zuschauerzahlen in den Stadien werden ausschließlich durch ein paar Zugpferde wie Dresden, Braunschweig und Rostock halbwegs oben gehalten, sollten sie diese Spielzeit aufsteigen, bricht das Grundgerüst dieser verfälschten Statistik ohnehin endlich zusammen. Die Amateurvereine der Bundesligisten aus München, Bremen und Stuttgart ziehen gerade einmal durchschnittlich nur 800 Besucher in ihre Arenen. Ein Mega-Problem, was eine Klasse tiefer gar eine eigene Iniative mit den Namen ” Pro Regionalliga Reform” formte, welche aber vom DFB in seiner letzten Tagung abgeschmettert wurde, um seine Profiklubs noch mehr nach unten zu schützen (ostfussball.com berichtete). Überhaupt liegen gerade mal sieben von den teilnehmenden 20 Vereinen über dem Schnitt von 5.100 Besuchern pro Spiel.

Auch wenn der DFB ganz gerne von sinnvoller Wirtschaftlichkeit spricht, den Vereinen geht es in dieser dritten Liga nicht sonderlich gut. Vereine wie Ahlen und Unterhaching stehen kurz vor dem finanziellen Kollaps,  andere Vereine drücken heftige Schulden und konnten nur durch Bürgschaften oder städtische  Hilfen ihren weiteren Spielbetrieb sichern. “Zum Sterben zu viel, zum Überleben zu wenig” könnte man die derzeitige Situation dort schildern. Jedoch immer noch besser als eine Klasse tiefer, denn nach der Reform der Regionalliga vor zwei Jahren gehen dort allmählich überall die Lichter aus.

[ab]


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