1. FC Lok Leipzig: Förderverein Blau-Gelb gegründet

Die 1. Vorstandsitzung des neuen Netzwerk “Blau-Gelb” e.V. wurde am vergangenen Montag, dem 13. Februar, im Bayerischen Bahnhof in Leipzig durchgeführt, nachdem der Förderverein erst eine Woche zuvor gegründet wurde.

Das NETZwerk “blau-gelb” e. V. unterstützt Non-Profit-Projekte, die der Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens des Leipziger Fußballsports dienen. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich aktiv und passiv dem Fußballsport verbunden fühlen.

Ziel ist dabei die persönliche Entwicklung junger Menschen zu fördern, sie zu Toleranz und Kritikfähigkeit zu erziehen, ihnen wichtige Werte des Zusammenlebens zu vermitteln sowie ihnen die Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland näher zu bringen. [netzwerk-blau-gelb.de]

“Prinzipiell unterstützen wir jeden Leipziger Fußballverein, der Hilfe braucht. Wir haben unsere Satzung nicht für umsonst so ausgelegt”, so der Vorsitzende Gunter Weißgeber. Neben dem Sport, will der Förderverein sich aber auch um die Bildung der Kinder kümmern. So sind auch der Besuch von kulturellen Veranstaltungen oder Fahrten geplant. Auch Patenschaften für Fußballtalente aus sozial, schlechter gestellten Familien stehen auf dem Programm.

Auch die Inititiative  “Lokisten kaufen sich raus” wird unter dem Dach des “Netzwerk blau-gelb e. V.” weitergeführt und somit auch weiterhin dringend benötigte Gelder dem Leipziger Fußball-Nachwuchs zugeführt.

Diese Aktion entstand, als eine geplante Kooperation im Nachwuchsbereich mit dem Retortenprojekt “RB Leipzig” des österreichischen Getränkeabfüllers “Red Bull”,  Anfang des letzten Jahres mit überwältigender Mehrheit von den Mitgliedern des 1. FC Lok Leipzig abgelehnt wurde.

[ab]

Ballesterer: Wende Verlierer – Review

Das österreichische Fußballmagazin Ballesterer bringt in seinem neuen Heft die Titelschlagzeile “Wende Verlierer” und widmet sich dabei in seiner aktuellen Ausgabe dem DDR-Fußball. Obwohl man sich einiger Klischees bedient, liest sich das Ganze für Ostalgie-Fußballfans doch recht amüsant.

Leseproben der Online-Ausgabe:

(…) Wer in der DDR Fußball schauen wollte, brauchte gar nicht auf die Idee zu kommen, den Fernseher einzuschalten. Wer etwas erleben wollte, musste schon ins Stadion gehen. Dorthin, wo die Fans zwar Schnauzer, aber keine Frisuren trugen und wo die Würstchen aus dem Kombinat überall gleich schmeckten. Erinnerungen an Stahl Thale und eine Jugend in der DDR. [»Arbeiter, du Arschloch!«] (…)

(…) Eine Hand an einem europäischen Pokal hatten die Spieler von Lok Leipzig. Nach einer beeindruckenden Siegesserie schafften es Leipzigs »freche Hunde« bis ins Endspiel gegen Johan Cruyffs junges Ajax-Team. [Kollektive Individualisten] (…)

(…) Leipzig ist ein umkämpftes Terrain. Hier wurde Fußballgeschichte geschrieben und trotzdem trifft die Bezeichnung Traditionsverein auf keinen der Klubs wirklich zu. Zu oft wurde fusioniert, umbenannt, ausgelöscht und neu gegründet. Doch der Fußballkampf um die Stadt scheint entschieden, er droht mit einem Treppenwitz der Geschichte zu enden. [Stadt der Chemiker und Lokisten] (…)

Screenshot: Ballesterer.at

Der Ballesterer ist in Österreich und Deutschland in gut sortierten Zeitschriftenläden erhältlich.

Ostfussball: Der Blick auf den Spieltag # 32

1. FC Union Berlin vs. SG Dynamo Dresden (4:0) –

Im vierten Heimspiel hintereinander bleibt der 1. FC Union Berlin ohne Gegentor und gewinnt gegen Dynamo Dresden mit 4:0 (1:0). Christopher Quiring überzeugte mit einem Tor und zwei Vorlagen ebenso wie Doppeltorschütze Simon Terodde. Den vierten Treffer des Tages erzielte John Jairo Mosquera.

“Wir haben das Hinspiel korrigiert. Ich freue mich sehr über den Sieg, weil er verdient war”, eröffnete Uwe Neuhaus seine Analyse. Dabei war es für Unions Trainer nur zweitrangig, dass mit dem Spielende ein sehr deutliches Torverhältnis zu Buche stand. “Das Ergebnis ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass die Punkte hiergeblieben sind”, verdichtete Uwe Neuhaus das Spielgeschehen auf das Wesentliche. [FC-Union-Berlin.de]

Choreo: Berliner Bär schlachtet den Dresdner Löwen

 

FC Hansa Rostock vs. MSV Duisburg (4:2) –

Der F.C. Hansa hat am 21. Spieltag der 2. Bundesliga endlich seinen zweiten Saisonsieg einfahren können. Zweimal Marek Mintal sowie Tobias Jänicke und der neue Publikumsliebling Freddy Borg treffen zum hoch verdienten 4:2 (2:2) Heimsieg über den MSV Duisburg. Da die in der Tabelle vor den Hanseaten platzierten Mannschaften alle zu Punkteteilungen kommen, bleibt die Mannschaft von Trainer Wolfgang Wolf zunächst zwar weiterhin Schlusslicht, kann den Rückstand zum rettenden Ufer aber wieder auf drei Punkte verkürzen. Bis zum Relegationsplatz, den aktuell der FC Ingolstadt belegt, ist es sogar nur noch ein Punkt. [FC-Hansa.de]

FC Energie Cottbus vs. Alemmania Aachen (1:1) –

Der FC Energie Cottbus kommt gegen Alemannia Aachen nur zu einem 1:1-Remis. Die Rot-Weißen präsentierten sich vor 6.218 Zuschauern im eiskalten Stadion der Freundschaft als das drückend überlegene Team, egalisierten den glücklichen Führungstreffer der Gäste fast postwendend durch Neuzugang Uwe Möhrle. Doch alles mutige Anrennen brachte keinen weiteren Treffer für die Hausherren.

1. FC Heidenheim vs. SV Babelsberg 03 (5:0) –

Eine bittere Niederlage musste die Mannschaft am Sonnabend beim 1. FC Heidenheim einstecken. Mit 0:5 kassierte Nulldrei beim neuen Tabellenvierten die höchste Saisonniederlage. Dietmar Demuth war entsprechend bedient. Es wird wohl ein paar Tage dauern, um diese Schlappe wegzustecken. Babelsberg 03 rutschte durch die schlechtere Tordifferenz um einen Rang ab und belegt jetzt Platz 15. [Babelsberg03.de]

Hallescher FC – Berliner AK (1:0) –

Aller Anfang ist schwer: Im ersten Regionalliga-Heimspiel 2012 schloss der HFC mit Köpfchen zu Spitzenreiter RB nach Punkten auf. Telmo Teixeira-Rebelo köpfte nach 76 Minuten eine Flanke von Toni Lindenhahn vor zum entscheidenden 1:0 (0:0) gegen den Berliner AK ein. Mit diesem schwer erkämpften Erfolg nährte die Mannschaft des Trainers Hoffnung: “Wir wollen versuchen gegen RasenBall Leipzig am letzten Spieltag der Saison hier im eigenen Stadion ein Endspiel zu erleben”. Zum heutigen Spiel meinte Sven Köhler gegenüber dem CHEMIKER-online kurz und knapp: “Das Spiel war vielleicht ein Fingerzeig für die gesamte Rückserie. Wie heute, müssen wir bis zum Schluss an uns glauben und das Glück halt auch mal zwingen.”  [HallescherFC.de]

Alle anderen Partien der 2. Bundesliga, 3. Liga sowie der Regionalliga Nord mit ostdeutscher Beteiligung wurden aufgrund von Schnee und Kälte abgesagt.

Fundstück des Tages # 236 [Ostdeutsche Landespokale, Stand der Dinge]

In loser Folge dokumentiert Ostfussball.com in dieser Rubrik mehr oder weniger (ost)fußballtangierende Kostbarkeiten der deutschen Schriftsprache – unkommentiert, da die Fundstücke zumeist schon einiges postulieren und zuweilen gleichfalls einfach ihrerseits selbst vor sich hin sprechen und dabei durchaus aktuelle Geschichten über dieses und jenes erzählen, beispielsweise über das zuweilen andernorts gänzlich ausgeblendete oder mitunter nur spärlich beleuchtete jeweilige Geschehen in den Verbandspokalwettbewerben der einzelnen Bundesländer

(Foto: wikipedia.org)

(…) Während die Bundesligisten im Wettbewerb um die “große” Trophäe stehen, kämpfen die Amateurteams um einen zeitlich begrenzten Platz im deutschlandweiten Rampenlicht. Denn der Gewinn des Verbandspokals ermöglicht die Teilnahme an der DFB-Pokal-Hauptrunde (…) Holen wir also die “kleinen” Teams ins Rampenlicht (…)

Berliner Pokal
Die Berliner Fußball-Fans sollten sich den 18. und 19. Februar 2012 vormerken, denn dann wird das Achtelfinale des Berliner-Pilsner Pokal ausgespielt. Hier trifft unter anderem der Pokalverteidiger BFC Dynamo auf Sparta Lichtenberg. Die weiteren Partien: BFC Viktoria 89 – LFC Berlin, SC Gatow – BSV 92, Wittenauer SC Concordia – SV Lichtenberg 47, BAK 07 – Club Italia , VSG Altglienicke – Eintracht Mahlsdorf , FC Internationale – TSV Rudow , BFC Tur Abdin – SV Kladow.

Brandenburg Pokal
Hier steht das Halbfinale schon zur Hälfte fest: So spielt der Sieger aus SV Falkensee-Finkenkrug gegen den SG Blau-Gelb Laubsdorf gegen das Team vom FSV 63 Luckenwalde. Und die RSV Eintracht 49 aus Stahnsdorf trifft auf den Sieger der Partie FSV Optik Rathenow gegen SV Babelsberg 03. Das Lokalderby, welches auch überregional rocken wird, findet am 11. April um 17 Uhr statt.

Mecklenburg-Vorpommern Landespokal
Hier steigt das Viertelfinale am 5. und 7. April mit den Partien: Sievershäger SV 1950 – Torgelower SV Greif, 1. FC Neubrandenburg 04 – Malchower SV 90, FC Schönberg 95- TSG Neustrelitz, SG 03 Ludwigslust / Grabow – FC Eintracht Schwerin.

Sachsenpokal
Den Einzug ins Halbfinale haben der Chemnitzer FC (2:0 beim Heidenauer SV), der VfL 05 Hohenstein-Ernsthal (1:0 gegen FSV Budissa Bautzen) und der VFC Plauen (1:0 bei Stahl Riesa) sich schon gesichert. Am 29. Februar wollen das auch der FSV Zwickau und RB Leipzig für sich klarmachen, denn im Halbfinale wartet kein geringer als der Chemnitzer FC zum Ostknaller.

Sachsen Anhalt Pokal
Auch hier ist das Halbfinale noch nicht vollständig. Während der 1. FC Magdeburg und der Haldensleber SC bereits durch sind, müssen die Partien zwischen dem Magdeburger SV 90 Preussen und dem Hallescher FC sowie dem 1. FC Lok Stendal und FC Grün-Weiß Piesteritz nachgeholt werden. Je nach Losglück, könnte es also entweder zu einem Magdeburger Lokalderby oder zum Klassiker Magdeburg gegen Halle kommen.

Thüringen Pokal
Im Köstrizer Landespokal steht das Halbfinale mit den Mannschaften FC Union Mühlhausen, Rot Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena sowie der ZFC Meuselwitz , der nach dem Rückzug des 1.FC Gera 03 ohne Eigenleistung eingezogen ist.

(…) Anders als in England wo am FA-Cup weit über 700 Mannschaften aus allen Ligen teilnehmen, ist der DFB-Pokal eher ein exklusiver Wettbewerb, denn gesetzt sind nur die Klubs der ersten beiden Ligen, die anderen Vereine müssen sich über die Verbandspokale qualifizieren, deren Spiele in der Saison vor der DFB-Pokal-Hauptrunde stattfinden. Aber es geht noch tiefer: So müsste ein Team aus der Kreisklasse sich zur Teilnahme am DFB-Pokal mindestens drei Jahre durch die regionalen Pokale kämpfen. Erst muss der Kreispokal, dann der Bezirkspokal und dann der Verbandspokal gewonnen werden. Manch ein Fußballfan träumt von einer ähnlichen Pokalprozedur wie in England, die in Deutschland wohl aber nie Realität werden wird.

| Mit Dank für die Zusammenstellung an turus.net | DFB-Pokal-Hauptrunde als Ziel: die Highlights der 21 Verbandspokale | 8. Februar 2012 |

Futsal: NOFV-Meisterschaft in Magdeburg

Zum mittlerweile sechsten Mal veranstaltet der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) seine Futsal-Meisterschaft. Austragungsort im Jahr 2012 ist die “Sporthalle der Berufsbildenden Schule IV Dr. Otto Schlein” in Magdeburg. Dort spielen am 25. Februar ab 10.30 Uhr die Vertreter der sechs NOFV-Verbände ihren Sieger aus.

Die Ansetzungen –

SD Croatia vs. ESV Lokomotive Erfurt – 10:30
SV Petershagen/Eggersdorf vs. Baltic Futsal Rostock – 10:53
SV Eintracht Magdeburg vs. VfL 05 Hohenstein-E. – 11:16
SD Croatia vs. SV Petershagen/Eggersdorf – 11:39
ESV Lokomotive Erfurt vs. SV Eintracht Magdeburg – 12:02
Baltic Futsal Rostock vs. VfL 05 Hohenstein-E. – 12:25
SV Eintracht Magdeburg vs. SD Croatia – 12:48
ESV Lokomotive Erfurt vs. Baltic Futsal Rostock – 13:11
VfL 05 Hohenstein-E. vs. SV Petershagen/Eggersdorf – 13:34
SD Croatia vs. Baltic Futsal Rostock – 13:57
VfL 05 Hohenstein-E. vs. ESV Lokomotive Erfurt – 14:20
SV Petershagen/Eggersdorf vs. SV Eintracht Magdeburg – 14:43
VfL 05 Hohenstein-E. vs. SD Croatia – 15:06
ESV Lokomotive Erfurt vs. SV Petershagen/Eggersdorf – 15:29
Baltic Futsal Rostock vs. SV Eintracht Magdeburg – 15:52

Der amtliche NOFV-Futsal-Meister darf dann beim DFB-Futsal-Cup am 20. und 21. April 2012 in Lübeck teilnehmen und dort um die (noch) inoffizielle deutsche Meisterschaft mitspielen.

(Foto: wikipedia.de)

Kurze Einführung in Futsal:

Futsal lebt allein schon aufgrund des kleineren Spielfeldes im Vergleich zum Fußball im Freien von der Technik. Und an dieses Merkmal ist der Ball angepasst. Er ist ein wenig kleiner, weist einen geringeren Druck auf und ist etwas schwerer als ein “normaler” Fußball. Aufgrund dieser Eigenschaften verfügt er über ein vermindertes Sprungverhalten, was wiederum eine kontrollierte Ballführung und ein hohes Maß an Ballsicherheit nach sich zieht.

Gespielt wird beim Futsal analog zum Feldfußball und entgegen dem konventionellen Hallenfußball ohne Banden. Dies zieht ähnliche Laufwege wie beim Fußball nach sich, ganz im Gegensatz zum Hallenfußball mit Bande. Wenn der Ball die Auslinie des Spielfeldes überschreitet, gibt es einen Einkick anstelle eines Einwurfes für die gegnerische Mannschaft. Die Größe des Spielfeldes ist in etwa der eines Handballfeldes vergleichbar. Auch die Größe der Tore entspricht Handballtoren, so dass Futsal nahezu in jeder Sporthalle möglich ist.

Während des Spiels dürfen pro Mannschaft fünf Spieler auf dem Platz stehen, vier Feldspieler und ein Torwart. Bis zu sieben Ersatzspieler können auf der Bank Platz nehmen. Alle sieben Ersatzspieler dürfen während der Partie zum Einsatz kommen. Zudem sind beliebig viele Auswechslungen möglich. Die Spieldauer beträgt 2 x 20 Minuten. Bei Unterbrechungen wird die Uhr angehalten, so dass es sich um eine Nettospielzeit handelt. [PDF]

[ab]

Ultras und Polizeideutung – eine Replik

Auszüge eines durchaus umfangreichen Artikels (Der deutsche Fußball und sein Gewaltproblem) eines Vertreters der Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP M-V) publizierte am gestrigen Tag Ostfussball.com – FC Hansa Rostock: Polizei erklärt das Ultra-Phänomen – “zur eigenen meinungsbildenden Lektüre”.

Unterdessen kursiert seit gestern, ausgehend vom Online-Forum Ultras.ws, ebenso “eine Art offener Brief an den Autor des Artikels”, den an dieser Stelle Ostfussball.com – leicht redigiert – wiederum gleichfalls niemandem vorenthalten möchte. [om]

(Foto: indymedia.org)

Sehr geehrter Herr Kühl,

vielen Dank für Ihren wunderbaren Beitrag “Der deutsche Fußball und sein Gewaltproblem”.

Sie schreiben mit vielen schönen Worten jede Menge interessante Dinge.

Auf einige davon möchte ich – wenn Sie gestatten – kurz eingehen:

“Verletzte Ordner, Polizisten und Besucher von Stadien sind jedes Wochenende zu beklagen. Die Gewalt nimmt in Intensität und Härte weiter zu. Eine offene Bauchwunde eines Polizisten in Osnabrück nach dem Wurf eines Böllers, Fans die um ihr Leben laufen, um nicht von Dresdner Ultras erreicht zu werden, das gezielte Abfeuern von Leuchtraketen auf den Gästefanbereich bestimmen mittlerweile die Schlagzeilen und die Diskussionen.”

Es ist wirklich schade, dass es immer wieder zu Verletzten in Stadien kommt. Gehen wir der Sache doch mal sachlich auf den Grund, Sie haben doch sicher Statistiken zu diesem Thema. Mich interessiert, wie viel Prozent der Verletzten durch Böller und Leuchtspur verletzt werden. Dies ist – da muss ich Ihnen zustimmen – eine Unsitte. Jedoch ist es falsch, dies als ein Problem der Ultraszene oder der heutigen Zeit zu betrachten, wie Sie – auch wenn Sie dies bewusst verschweigen – sicherlich wissen. Die Hochzeit solcher Aktionen waren vielmehr die 80er und 90er Jahre. Aber da es dort in Deutschland keine Ultras gab, kann man damit natürlich in Ihrer Lage schlecht argumentieren. Wie soll denn sonst den Lesern auch das Gewaltproblem nahegebracht werden? Sehr spannend fände ich auch die Zahl der Verletzten durch unnötigen Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray durch Polizeibeamte oder aggressive und schlecht ausgebildete Ordner.

Die “gewaltbereiten Ultras” – wie ich persönlich finde, eine subjektive, nicht zutreffende Verallgemeinerung – nehmen also Einfluss auf die Spieltagsplanung.

Irgendwie interessant. Seit Jahren gibt es Kampagnen wie Pro15:30, die es nicht schaffen, Einfluss zu nehmen. Bisher dachte ich, dass Polizei und DFL schuld daran sind, dank Ihnen weiß ich nun, dass es die Ultras sind. Diese scheinen zusätzlich noch plündernd und brandschatzend durch die Lande zu ziehen. Rastplätze und Bahn sind scheinbar Kriegsschauplätze. Sogar der reguläre Spielbetrieb ist gefährdet.

Vielen Dank, dass Sie mich aufklären – wenn auch ein paar Quellenangaben (bitte nicht Polizeiberichte, die sind auch nicht näher an den Fakten oder objektiver, als die Bild oder der Express) nett wären. Ich scheine wöchentlich andere Bahnen zu benutzen, andere Stadien zu besuchen und auch andere Rastplätze aufzusuchen, als diese Verbrecher. Dabei sollte doch bei zweiwöchentlichen Reisen durch Deutschland und intensiver Bahnbenutzung im Ruhrgebiet wenigstens ab und an mal meine Gesundheit gefährdet sein. Oder ist das hier nur das gleiche Prinzip, wie es die Bush-Administration so schön vorgelebt hat? Das Schaffen einer fiktiven Bedrohung um weitergehende Befugnisse zu erhalten? Das wäre ja sinnvoll – wenn man gerne mehr Stellen, mehr Macht und überhaupt ein besseres Standing für seine Behörde möchte.

Regelmäßige Erstürmung klingt auch – für Laien – sehr nach gefährlichen Horden. Ebenso die “nicht mehr kontrollierbaren” Blöcke. Allerdings muss man – wenn Sie objektiv drüber nachdenken, oder dies zumindest versuchen – doch sagen, dass auch diese Erstürmungen früher häufiger der Fall waren und die Blöcke gar nicht kontrolliert wurden.

Eine meiner absoluten Lieblingspassagen, die mir ganz klar zeigt, dass diese Ultras wirklich vom Teufel gesandt wurden, ist die folgende: “In den letzten Jahren fand eine immer stärkere Vernetzung der einzelnen Ultraszenen statt. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass gemeinnützige Vereine gegründet und geschlossene Netzwerke gebildet wurden.” Wie können die nur? Sich organisieren in Vereinen? Noch dazu gemeinnützig? Das schreit ja geradezu nach Gewalt, Verfassungsfeindlichkeit und Kriminalität. Wie sonst sollte man unentgeltliches soziales Engagement bezeichnen?

Problematisch ist natürlich, dass die Ultras “eine fast schon krankhafte Angst vor Infiltration durch die Polizei und den Staat im Allgemeinen” haben. Wie können die nur? Wo doch die Polizei ihr Freund und Helfer ist und stets zum Dialog bereit ist. Auch Sie reichen den Ultras ja geradezu die Hand und schreiben diesen objektiven Artikel. Wie diese verzogenen Gewalttäter sich da erdreisten können, keine Ihrer Kollegen in Ihrer Mitte zu dulden, fragt sich wohl jeder aufrechte Bürger. Haben da eventuell einige Ihrer übereifrigen Kollegen im Eska… äh … Deeskalationstraining wieder nicht aufgepasst? Hat da wieder jemand den goldenen Schlagstock verdient? In diesem Falle sind gewisse Ressentiments durchaus nicht ganz unverständlich, oder? Oder wie reagieren Sie, wenn Sie bei Auswärtsfahrten keinerlei Rechte haben, dafür aber drangsaliert werden? Mit Liebe und Zuneigung?

Sehr schön finde ich auch den humoristischen Zwischenpart, der Außenstehenden allerdings vorgaukelt, der Realität zu entsprechen. Bitte kennzeichnen Sie Ironie in Zukunft etwas deutlicher, bevor falsche Schlüsse gezogen werden. Sie wissen schon, das Punktesystem. Klar klingt es witzig und fast jeder merkt, dass es nicht ernstgemeint ist, aber es gibt halt auch Menschen, die weniger schnell denken. Zu deren Schutz vor falschen Erkenntnissen dieser Tipp.

“Durch die Gründung von Dachvereinen sichert sich die Ultrabewegung ihre Geschäftsfähigkeit und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Neben der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist so auch die Anmietung von Sonderzügen für Eventfahrten möglich.”

Jetzt stehe ich etwas auf dem Schlauch, muss ich schweren Herzens gestehen. Ich bin halt doch nur ein Normalbürger und Fußballfan und dementsprechend vermutlich einfach nicht gewappnet für Ihre begnadete Logik und Rhetorik.

Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist also nur mit Dachvereinen möglich? Wie kommt es dann, dass auch meine Gruppe Beiträge erhebt? Nutzen wir eine Gesetzeslücke? Tun wir etwas Illegales? Bitte klären Sie mich auf.

Noch verwirrender finde ich den Verweis auf die Sonderzüge. Das ist doch spitze, oder? Irgendwie passt diese frohe Botschaft aber nicht in den Tenor Ihres Artikels, weswegen ich lieber noch einmal nachfrage:

Wenn Diese gewaltbereiten Horden einen Sonderzug nutzen, dann treffen Sie doch weder auf Rastplätzen, noch in der Bahn auf ahnungslose, zurecht ängstliche Mitbürger. Dies ist doch wunderbar und sollte unterstützt werden um die innere Sicherheit unseres Landes zu retten. Zusätzlich sind dadurch doch Polizisten frei. Also kann man sich entweder weniger wichtigen Themen wie Mord, Vergewaltigung und Co widmen, Urlaub machen oder an anderen Rastplätzen und in anderen Bahnen das Hauptgesellschaftsproblem “Ultras” angehen.

Jetzt finden Sie einen nahtlosen, toll gelungenen Übergang zum Thema Wirtschaft und erkennen direkt, dass Kommerzialisierung dem “Ultramanifest” widerspricht. Klasse. Wirkt auf Außenstehende direkt sehr belesen und empathisch und führt auch noch die Absurdität der Ultras vor Augen. Chapeau.

Allerdings finde ich einiges merkwürdig. Diese wenigen Ultras, die, wie Sie ja selber anführen, für die Wirtschaftskraft des Vereins nicht von großem Belang sind, entziehen diesem (da Sie ja zu großen Teilen wirtschaftlich beschränkte Möglichkeiten haben) Geld, was diesen wirtschaftlich schwächt. Ich weiß nicht, ob zusätzlich zu meinen schwachen wirtschaftlichen Möglichkeiten auch meine kognitiven beschränkt sind, aber mir persönlich kommt dies widersprüchlich vor.

Ach so. Das mit dem Ultramanifest ist eh so eine Sache. Aber das sollten Sie als Kenner ja wissen. Ansonsten fragen Sie doch Onkel Pilz, der ist vermutlich der Einzige, der noch fundierteres Wissen über die Szene hat, als Sie oder die meisten SKBs. Vermutlich hat er sich im Punktesystem nach oben gekämpft, wie sonst könnte man in dieser geschlossenen Ultragesellschaft an Informationen gelangen?

“Die Ultras sind im täglichen Leben sehr präsent. Neben den häufigen Treffen in den Vereinsräumen, trifft man sich in Diskotheken und anderen Szenelokalen.”

Dieser Satz hat mich schockiert. Diese Teufel sind so infam und tarnen sich zwischendurch als normale Menschen? Sie gehen in Kneipen und Diskotheken? Ich hoffe mal, dass ich wenigstens auf der Arbeit vor ihnen sicher bin. Wirtschaftlich schwache Menschen mit solchem Aggressionspotential sind doch sicherlich alle arbeitslos, oder? Sollte man diesen Subjekten nicht verbieten, den Fuß vor die Tür zu setzen? Vielleicht habe ich ja sogar unwissentlich schon mal Kontakt mit einem gehabt. Letztens in der Kneipe saß ich bei einem Wasser da und ein komischer, brutal aussehender Kerl (biertrinkend) sah mich aggressiv an. War das eventuell ein Ultra? Hätte ich Ihre Kollegen rufen sollen?

Aber ab und an müssen die wohl wirklich vor die Tür. Jetzt – und das ist wirklich erschreckend – traue ich mich nicht mehr ins Fitnessstudio. Nachher begegne ich dort diesen Kampfsportlern und sie greifen mich hinterrücks an. Oder schlimmer noch: Wenn ich trainiere und Fußball schaue, könnte ich selber dieser Truppe zugeordnet werden. Meine gesamte Reputation wäre im Eimer, wenn Sie diesen saloppen Ton entschuldigen würden.

Ein weiterer toller Abschnitt ist der folgende:

“Durch das vorhandene Bildungsniveau gelingt es den Ultras sowohl bei den Vereinsgremien als auch bei den Medien Gehör zu finden. Sie vermitteln den Eindruck, dass man mit ihnen über alles reden kann und sie eigentlich ‘nur’ aktive Fans des Vereins sind. Für Ausschreitungen machen sie in der Regel Einzeltäter, den Ordnungsdienst oder die Polizei verantwortlich. Durch die Unwissenheit der Gesprächspartner über die Struktur und die Ziele der Ultras erreichen sie immer wieder Verständnis für ihre Positionen und positive Verhandlungsergebnisse.”

Dazu ein paar Fragen und Anmerkungen:

Wie kommen diese rohen Kerle an Bildung? Und warum ist es nicht so, wie es doch in Deutschland vielen Studien zufolge ist, dass Bildung und Kaufkraft durchaus Hand in Hand gehen? Wie sieht eigentlich dieses “Gehör bei den Medien” aus? Ich muss gestehen, ich verstehe die meisten Beiträge mit dem Wort “Ultra” (oder halt dessen logischen Synonymen wie “sogenannte Fußballfans”, “Chaoten”, “Randalierer”, “Hooligans”) bisher immer als negativ. Sollten die Ultras etwa noch schlimmer sein? Und Unwissenheit führt zu Verständnis? Ach kommen Sie, das ist nun aber wirklich scherzhaft gemeint, oder? Ich meine, dass Unwissenheit oder Unkenntnis zu Angst oder Ablehnung führt, war mir bewusst und ist auch bewiesen, aber zu Verständnis? Könnten Sie mir Kretin das bitte belegen, damit auch ich mich an Ihrem Wissen laben kann, ohne weitere offene Fragen?

“Ein häufiger Fehler im medialen Umgang mit den Ultras ist die Gleichsetzung mit Hooligans. Beide Gruppen sind in keiner Weise vergleichbar und verfolgen unterschiedliche Ziele. Hatten die Hooligans in erster Linie das Ziel ein Kräftemessen mit Gleichgesinnten durchzuführen (ersatzweise auch mal mit der Polizei), verfolgen die Ultras das Ziel, dem Fußball in allen Facetten ihren Stempel aufzudrücken.

Hatten Hooligans bei Auseinandersetzungen noch Regeln und einen Ehrenkodex werfen die Ultras zur Sicherung und Ausbau ihrer Macht alle Regeln über Bord. Auf ihrer Jagd nach Trophäen und gegnerischen Fanutensilien ist kein friedlicher Fußballfan mehr sicher. Mittlerweile gibt es im Internet Verhaltenshinweise für Auswärtsfahrten zu bestimmten Vereinen. Es wird empfohlen, bestimmte Straßenzüge zu meiden und wenn möglich, nur in größeren Gruppen zum Stadion zu gehen. Die Fanutensilien sollte bei der Anreise nur verdeckt getragen werden. Das sind die Szenarien, die die Anreise friedlicher Fußballfans zu einem Auswärtsspiel bestimmen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind die Ultras und ihr Verständnis vom Event Fußball.”

Ein weiterer sehr interessanter – wenn auch sicher nicht ernstgemeinter – Absatz.

Richtig ist, dass Medien (und interessanterweise auch Ihre Kollegen bei der Polizei – vielleicht können Sie diese ja mal schulen) und deren Vertreter oft den Fehler machen, Hooligans und Ultras in einen Topf zu werfen. Dies geschieht deswegen, da der Begriff Ultras noch zu unbekannt, der Begriff Hooligans jedoch schon genügend negativ belastet ist. Dies zu Gunsten der Ultras auszulegen ist wirklich ein humoristisches Meisterstück.

Die Themen Ehrenkodex und Jagd nach Utensilien sind mir etwas zu oberflächlich behandelt worden. Schon in den 70ern war dies in Ost und West gang und gebe (also das sogenannte Ziehen oder Ruppen). Es ist also sicherlich – wenn es auch nicht legal und nicht schön ist – keine Erfindung der Ultras und tritt auch nicht stärker auf, als früher. Ehrenkodex ist wieder mal ein schönes Wort. Diesen gibt es bei Hooligans (meist) und Ultras (relativ häufig). Beide Gruppen sind jedoch vereint in der Ansicht, dass Außenstehende möglichst nicht in die Angelegenheiten einbezogen werden. Die Empfehlung bestimmte Stadtteile zu meiden, kam, fernab vom Fußball, auch in ausländischen Medien vor der WM 2006 vor. Auch in meiner Stadt und anderen Großstädten gibt es Viertel, die man nicht unbedingt abends oder alleine durchqueren möchte (ja manchmal fahren nicht einmal mehr Ihre Kollegen dort alleine lang). Dies liegt also alles an den Ultras? Und ich dachte schon, dass dies an tiefergehenden sozialpolitischen Themen wie Ghettoisierung liegen könnte. Zum Glück haben Sie mich bekehrt. Ich fühle mich jetzt, da das Problem viel greifbarer und lösbarer erscheint viel sicherer und erwarte eine schnelle und gewohnt kompetente Lösung.

“Die Ultraszene übt eine ungebrochene Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Auf der Suche nach Halt und Anerkennung in der Gesellschaft, finden die Kinder und Jugendlichen gleichgesinnte Partner in der Ultraszene. Durch das immer geringer werdende staatliche Angebot von Freizeitaktivitäten erhöht sich das Potential von Kinder und Jugendlichen, die die Treffpunkte der Ultras nutzen. Bei den Diskussionen über den Fußball und beim Herstellen der Choreografien finden sie Anerkennung, fühlen sich verstanden und gehören zur Gruppe. Die regelmäßigen Besuche der Treffpunkte ermöglicht auch eine intensive Werbung für die Grundsätzen und den Verhaltenskodexes der Ultras.”

Das ist mal ein Absatz, der mich verwundert. Der Staat ist doch perfekt, oder? Wie kann es dann sein, dass Jugendliche sich dennoch den Ultras zuwenden? Welches Ziel verfolgt der Staat denn mit diesen Kürzungen (übrigens ist auch die Unterstützung der Fanprojekte durch die Länder nicht gerade das Gelbe vom Ei)?

Und was ist so schlimm an kostenfreien Beschäftigungen, die Jugendliche von den Straßen holen? Wird dort heimlich eine terroristische Bewegung gegründet, die die Straßen langfristig noch unsicherer macht? Oder werden dort Kreativität, Zusammenhalt, Denken entgegen des Mainstream, Liebe zum Sport und weitere Dinge vermittelt, die eigentlich Sache der Eltern und des Staates sind? Wer versagt und wer sich hier gut engagiert, ist doch eigentlich logisch, oder?

Jetzt legen Sie sogar noch mal richtig los. Zwischen den Zeilen des nächsten Absatzes gelesen, sieht man, dass Demokratie und Vereinsrecht gefährlich sind. Herr Kühl, sind Sie etwa verfassungsfeindlich und sollten beobachtet werden? Ich hoffe, Sie lassen dann ständige Drangsalierung und Überwachung zu, sonst müsste ich denken, dass Sie mit den aussagen zur Angst vor Infiltration eine gewisse Bigotterie an den Tag legen.

“Der Anfang einer Lösung beginnt bei den Vereinen. Sie müssen sich konsequent von dem gewaltbereiten Teil der Ultras distanzieren. Dazu gehört auch, Maßnahmen gegen die gesamte Ultraszene anzudrohen und auch zu vollziehen, wenn sie sich nicht von den Gewalttätern trennt. Die Situation ist derart gefährlich, dass häufig nur noch konsequentes Vorgehen gegen die gewaltbereite Szene zur Lösung führt.

Es sollte darüber nachgedacht werden, ob die Vereinsstrukturen aufgrund der brisanten Situation noch zeitgemäß sind. Ein durch die Mitgliederversammlung zu wählender Aufsichtsrat ist eine Schwachstelle, wenn man bedenkt, dass die Mitgliederversammlung durch die zahlreichen Mitglieder der Ultraszene dominiert werden kann.”

Sippenhaft ist also der richtige Weg? Es erfreut mich, dass so das polizeiliche Verständnis eines Rechtstaates aussieht. Es deckt sich wunderbar mit den Ansichten von Saddam, Assad und Co. Und diesen wollen wir doch alle nacheifern, oder? Die Situation ist also derart gefährlich? Aber jetzt, wo Sie diese unheimliche Bedrohung aufgedeckt haben, kann ja an sich nichts mehr passieren.

Konsequentes Vorgehen hilft also?

Wie sieht denn diese Konsequenz aus? Bisher kenn ich die Varianten Sippenhaft (wie oben zu lesen sinnvoll und wünschenswert), unbegründete (oder zur Not durch Lügen erreichte) Stadion- und Stadtverbote und natürlich die beliebten erfundenen Anzeigen, Pfefferspray in Menschenmengen und ähnliches. Heißt Konsequenz in diesem Zusammenhang, dass Sie wirklich einmal konsequent den propagierten – aber nie wirklich umgesetzten (ok, Schulungen sind teuer, Empathie kann man im Gegensatz zu Stockkampf nicht lernen …) – Ansatz der Deeskalation nutzen möchten? Oder werden nur die Instrumente der Willkür stärker und flächendeckender eingesetzt?

Letzteres würde natürlich die Spirale der Ablehnung aufhalten. Sie als scheinbar promovierter Psychologe und Soziologe haben da wohl das Ei des Kolumbus neu entdeckt. Respekt dafür. Oder ist konsequentes Vorgehen etwa wieder mal nur eine leere Worthülse, die vortäuschen soll, dass die Polizei weiß, was sie tut? Wirklich viel Innovatives (wenn man davon ausgeht, dass wir nicht in den 30ern leben) ist da nun wirklich nicht dabei.

“Die Berufung von Fanbeauftragten aus der Ultraszene eines Vereins sind Organisationsentscheidungen, die schnellstmöglich revidiert werden müssen. Es ist nicht möglich Maßnahmen gegen gewaltbereite Ultras durchzuführen, wenn der Fanbeauftragte in der Ultraszene tief verwurzelt ist. Eine derartige Konstellation ist keinem Partner des Vereins zuzumuten. Dem Verein muss klar sein: gewaltbereite Ultras können nicht in die herkömmliche Fanarbeit integriert werden. Sie verfolgen ihre eigenen Ziele, die zum Teil den Vereinszielen entgegenstehen. Das Ziel einer neuausgerichteten Fanarbeit sollte die Zurückdrängung des Einflusses der Ultras sein.

Diese Fanarbeit sollte durch Personen geleistet werden, die eine sozialpädagogische Ausbildung vorweisen können. Des Weiteren sind diese Fanbetreuer intensiv über die Ultraszene aufzuklären und fortzubilden. Wünschenswert wäre es, wenn ehemalige Spieler des Vereins in die Fanarbeit integriert werden. Auch diese sind im Vorfeld intensiv zu beschulen.”

Hm. Es ist also verkehrt, Leute, die die Fanszene und “ihre Pappenheimer” kennen als Fanbeauftragte einzusetzen? Stattdessen sollten auswärtige Personen gewählt werden? Dazu eine kleine Frage: Warum wehrt sich die Polizei eigentlich so standhaft gegen Überprüfungen von unabhängiger Seite? Warum dürfen Polizisten, die sich – allen Statistiken nach – ordentlich gegenseitig decken, gegeneinander ermitteln und zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass der Betroffene unschuldig ist? Sollte die Polizei dann nicht mit gutem Beispiel vorangehen?

Ok, ich gebe zu, dass dieses Beispiel etwas an Ihrem vorbeigeht. Aber ich versuche das mal anders zu erläutern, vielleicht verstehen Sie dies ja.

In der Schule haben wir früher immer den Klassensprecher gewählt. Meist war dies einer der Rabauken. Hätte man stattdessen jemanden von Außen genommen, wäre keiner jemals zu dieser Person gegangen und die Position hätte sich selbst ad absurdum geführt. Das Selbe geschieht, wenn man einer gewachsenen Fanszene szenefremde Personen aufoktruiert. Diese finden keine Akzeptanz und werden demnach immer nur ein Schattendasein führen.

Sozialpädagogische Schulungen halte ich für eine gute Sache. Wenn genug Gelder in die Fanprojekte fließen wäre das auch machbar (und in vielen Vereinen ist es auch so). Aber auch hier einmal die Frage: Sollten nicht Leute, die mit Stöcken und Pfefferspray hantieren zumindest halbwegs emotional ausgeglichen sein? Sollten nicht gerade diese Personen vernünftig ausgewählt und geschult werden? Und zwar im sozialen, wie auch im psychologischen Bereich? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Interessant auch, dass Personen, die teilweise Interessen des Vereins entgegenstehen (Welchen denn und auf welche Art? Weil diese Leute nicht die totale Kommerzialisierung wünschen? Tun dies nicht auch immer mehr Menschen in immer mehr Ländern außerhalb des Fußballs? Sollte man diese dann auch ausgrenzen, statt Sie miteinzubeziehen? Interessante Ideen, die von uns Steuerzahlern bezahlte Menschen so haben …) nicht integriert werden können und zurückgedrängt werden müssen. Ich fürchte, Sie kennen sich nicht sonderlich mit Massenpsychologie aus. Es kann schnell zu Solidarisierungseffekten führen, aber nur zu, gehen Sie weiter Ihren Weg.

“Die Gestaltung eines attraktiven Programms im Fanprojekt könnte den Einfluss der Ultras zurückdrängen.”

Nicht wirklich, aber dennoch wären staatliche Gelder für Fanprojekte und “normale” Jugendhäuser doch mal was anderes, als andauernde Kürzungen. Na gut, für Theater und Museen zu sorgen ist halt wichtiger für diejenigen, die Macht und Geld haben, als Normalbürgern etwas zu bieten. Deshalb sollte man auch die Eintrittspreise für Stadien so weit nach oben setzen, dass der Pöbel nicht mehr teilhaben kann. Problem Ultras (wirtschaftlich schwach, wir erinnern uns) gelöst.

“Hundertschaften von Einsatzkräften versehen Woche für Woche ihren Dienst, um eine ordnungsgemäßen Spielbetrieb der Fußballligen abzusichern.”

Herr Kühl, noch mal der Versuch ernsthaft zu fragen: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie aus einem Zug steigen (in den Sie menschenunwürdig gepfercht wurden) und dann von einer bewaffneten, vor Testosteron strotzenden, gerüsteten Masse empfangen werden? Jubeln Sie und fühlen sich sicher? Oder fühlen Sie sich bedroht und bedrängt? Zweiteres löst zwangsläufig uralte Reflexe/Instinkte aus. Entweder Flucht oder aber Aggression. Tja. Und wenn dann die Polizei über die Jahre ihr Image gekonnt zerstört hat (Kinder wollen schon lange nicht mehr Polizist werden oder mit diesen zutun haben, wie es dann wohl mit so wie beschrieben behandelten Menschen aussieht, kann man sich denken) ist die Sache doch ganz logisch. Die Masse agiert/reagiert mit Aggression. In der Masse steigert sich das dann noch. Ohne Hundertschaften wäre häufiger weniger passiert. Aber, wer sich nicht in andere Menschen hineindenken kann, der kann es halt nicht. Allerdings haben diese Leute dann auch nichts mit einer Uniform auf der Straße zu suchen. Büroarbeit oder Putzdienst wäre eine schöne Alternative. Oder kräftig anpacken und schöne Jugendhäuser bauen, mal so als Anregung.

Auf die Erstürmungen (wie so einige Dinge ein uralter Hut und nicht nur nicht von den Ultras erfunden, sondern auch nicht nur von denen praktiziert) gehe ich mal nicht weiter ein.

“Neben den Rechten und Pflichten eines Ordners sollte der Umgang mit brennender Pyrotechnik geschult und über das Phänomen ‘Ultra’ aufgeklärt werden.”

Mein Tipp: Lassen Sie die Schulungen besser von jemandem durchführen, der wenigstens marginal Bescheid weiß oder sich die Mühe gibt, die Dinge objektiv darzustellen (Ok, das passt natürlich nicht zu Ihrer Intention, aber Hey, es würde Sinn machen, falls das noch eine Bedeutung für Sie hat, Herr Kühl).

So … jetzt habe ich mal ein wenig was geschrieben, aber den größten humoristischen Aspekt habe ich doch glatt noch unerwähnt gelassen. Den folgenden Teil lasse ich mal einfach völlig unkommentiert wirken. Na gut, nicht völlig.

“Leiter Fachausschuss Schutzpolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern”

Wenn Sie der Leiter eines Fachausschusses sind, wie sieht denn dann bitte das Wissen der anderen Beteiligten aus? Ist doch irgendwie grotesk, einen Blinden zum Farbenbeauftragten zu machen.

Besten Gruß und Danke für diesen lehrreichen und humorvollen Artikel, der mir die Arbeitszeit verkürzt hat.

Ollowain

PS: Wenn ich es recht bedenke, sollte man den Verfassungsschutz mal auf Grund Ihrer Demokratiefeindlichkeit und Propaganda dazu bringen, sich in Ihrem Fachausschuss umzusehen, denn der Fisch fängt ja am Kopf an zu stinken.

PPS: Hotlinking auf die Suptras-Seite sorgt bereits für Freude im Internet. Danke auch dafür.

| Ultras.ws – Stammtisch Deutschland | 8. Februar 2012 | 16:15 |

Regionalliga Nord: Start in die Rückrunde

Rein theoretisch startet bereits ab morgen Abend die Rückrunde der Regionalliga Nord 2011/2012. Doch Väterchen Frost dürfte sicherlich für die eine oder andere Absage sorgen. So fiel die Partie zwischen den beiden ostdeutschen Kontrahenten aus Magdeburg und Plauen bereits den kalten Temperaturen zum Opfer und wurde abgesagt.

Im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga wird es auch in der Rückrunde der Regionalliga Nord sicherlich noch bis zum Ende spannend bleiben. Unser ostdeutscher Verein Hallescher FC hat dabei immer noch ganz gute Karten. Mit 39 Punkten und Platz drei hat man den Blick zur Tabellenspitze noch nicht verloren und darf weiter von der dritthöchsten Spielklasse träumen.

Am Ende könnte unter Umständen gar der zweite Platz zum Aufstieg in den Profibereich ausreichen, nämlich wenn der DFB dem österreichischen Retortenprojekt “Red Bull Leipzig” die Lizenz verweigert. Nach derzeitigen Gesichtspunkten gilt es sogar als wahrscheinlich, da unter Umständen gegen die geltende 50+1-Regelung sowie den deutschen Mitgliederstatus verstoßen wird.

Foto: Ostfussball.com

Die Ansetzungen zum Rückrundenstart mit ostdeutscher Beteiligung –

Freitag, 10. Februar, 18:30
1. FC Magdeburg vs. VFC Plauen – abgesagt

Samstag, 11. Februar, 14:00
VfB Lübeck vs. FC Energie Cottbus II – abgesagt

Sonntag, 12. Februar, 13:30
Hamburger SV II vs. RasenBallsport Leipzig – abgesagt
SV Wilhelmshaven vs. ZFC Meuselwitz  – abgesagt
Hallescher FC vs. Berliner AK 07
VfL Wolfsburg II vs. VfB Germania Halberstadt – abgesagt

Zumindest an den Abstiegskampf braucht aber in dieser Spielzeit kein Verein irgendwelche Gedanken zu verlieren. Die neuerliche Reformation der Regionalliga macht es möglich – keine Mannschaft wird diese Saison in eine tiefere Spielklasse absteigen.

[ab]

FC Hansa Rostock: Polizei erklärt das Ultra-Phänomen

Die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP M-V) erklärt das deutsche Gewaltproblem im Fußball. Dabei wird auf gewalttätige Ultras, allgemeine Gefahren für den deutschen Fußball sowie auf den negativen Wirtschaftsfaktor für Vereine eingegangen. Einige Auszüge dieser umfangreichen Ausarbeitung, welche natürlich nur den einseitigen Blickwinkel der Polizei darlegt, publiziert Ostfussball.com nachfolgend an dieser Stelle zur eigenen meinungsbildenden Lektüre.

RHS Dresden, Oktober 2010 (Foto: Ultras Dynamo)

(…) Der Deutsche Fußball Bund (DFB) reagiert mit harten Strafen gegen die beteiligten Vereine. Pokalausschluss für die SG Dynamo Dresden oder das Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit des F.C. Hansa Rostock.

(…) Die gewaltbereiten Ultras nehmen schon seit geraumer Zeit Einfluss auf den Spielplan und die Abläufe im deutschen Fußball. Erinnert sei hier nur an die zahlreichen Absprachen zwischen Polizei und DFB/DFL bei der Spieltagplanung. Die Gewalt ist ein allumfassendes Problem und umfasst neben den Stadien auch das Stadionumfeld, die Autobahnraststätten, oder die Bahnanreisen. Die Gefahr, die von den gewaltbereiten Ultras ausgeht, ist mittlerweile so groß, dass sie den ordnungsgemäßen Spielbetrieb in den Ligen gefährdet.

(…) In den Ultraszenen herrscht eine fast schon krankhafte Angst vor Infiltration durch die Polizei und den Staat im Allgemeinen. Bevor neugewonnene Mitglieder in den inneren (vertrauenswürdigen) Kreis aufgenommen werden, müssen sie sich an verschiedenen Aktionen/Prüfungen beteiligen. Dafür wurde ein streng geheimes Punktesystem entwickelt. So erhält das Mitglied für das Rauben eines Fanschals wie für den Angriff auf einen Polizisten eine festgeschriebene Punktzahl. Dieser Prozess zieht sich in der Regel über mehrere Monate hin. Die Professionalität in der Abschottung der gewaltbereiten Szene und die Vorbereitung und Durchführung von Aktionen hat erheblich zugenommen. Die Netzwerke und die Kommunikationsstrukturen der Ultras sind nur einem kleinen vertrauenswürdigen Personenkreis bekannt. In diesem engen Kreis werden auch die Aktionen besprochen, geplant und abgestimmt. Beispiele für derart geplante Aktionen sind der Überfall auf einen Regionalexpress am 28. Mai 2011 bei Schwerin, mehrere Angriffe auf Polizeidienststellen in Mecklenburg-Vorpommern und die Bedrohung des Leiters der Polizeiinspektion Rostock im Mai 2011.

(…) Der Ausbau des wirtschaftlichen Erfolgs geht in erster Linie zu Lasten der Vereine. Da viele Mitglieder der Ultraszene über beschränkte wirtschaftliche Möglichkeiten verfügen, werden vermehrt die Ultraartikel und nicht die Fanartikel der Vereine gekauft. Die Ultraszene, die angeblich alles für “den Verein” gibt, entzieht somit “ihrem Verein” einen Teil des wirtschaftlichen Ertrags. Ein Grundsatz des Ultramanifestes, der sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs richtet, wird durch die eigene wirtschaftliche Ausrichtung ad absurdum geführt.

(…) Ein nicht zu unterschätzender Fakt ist die körperliche Präsenz der gewaltbereiten Ultras. Neben der mittlerweile erheblichen Anzahl gewaltbereiter Ultras ist ihre körperliche Fitness und Kampfsporterfahrung von Bedeutung. Um auf die geplanten oder zufälligen Auseinandersetzungen vorbereitet zu sein, trainieren die Ultras regelmäßig in Fitnessklubs. Dazu gehört auch, dass Zweikampfkurse mit professionellen Trainern belegt werden. Diese beabsichtigte körperliche Präsenz wirkt im Umfeld und schüchtert andere Fangruppierungen ein.

Das Wissen um ihre Stärke zeigt sich in zunehmend ihrem Gebaren. So führten z. B. gewaltbereite Ultras (50 Personen am Rande eines Zweitligaspiels (Rostock gegen Paderborn) Schaukämpfe auf dem benachbarten Spielfeld durch, ohne dass die Polizei oder der Ordnungsdienst eingreifen konnten. Auch die Veröffentlichungen der Szene werden immer militanter. So veröffentlichte die Ultraszene des F.C. Hansa Rostock in ihrem Ultrablatt “Greif zu!” ein Foto mit einer deutlichen Drohung gegen den Ordnungsdienst.

(…) Das Phänomen der Erstürmung der Einlassbereiche hat in der letzten Zeit deutlich zugenommen. Dabei wird der Druck auf die Eingangsbereiche der Stadien bewusst durch eine größere Anzahl von Ultras derart erhöht, dass der Ordnungsdienst und die Polizei die Kontrollen aus Sicherheitsgründen einstellen müssen, weil die Gefahr des Erdrückens von Personen gegeben ist. Diese Taktik hat das Ziel, Personen mit Stadionverbot und mit Pyrotechnik in das Stadion hineinzubekommen. Aufgrund dieser Aktionen waren in Rostock am 19.11.2011 beim Spiel des F.C. Hansa Rostock gegen den F.C. St. Pauli fünf verletzte Ordner und am 25.11.2011 beim Spiel des F.C. Hansa Rostock gegen den 1. F.C. Union Berlin drei verletzte Ordner zu beklagen (…)

Olaf Kühl – GdP M-V [gdp.de]

Ostfussball: Der Blick auf den Spieltag # 31

1. FC Union Berlin: ( SC Paderborn 07 vs. 1. FC Union Berlin 3:2/1:1 ) Die Vorzeichen waren nicht die besten – noch nie war den Eisernen in Paderborn ein Tor, geschweige denn ein Sieg gelungen. Doch diesmal ließ sich Union weder von der Sensationsmannschaft der Zweitliga-Hinrunde, noch von den arktischen Temperaturen in Ostwestfalen stoppen und lieferte eine beherzte und kampfstarke Partie, die dennoch verloren ging. [union-berlin.de]

SG Dynamo Dresden: (Dynamo Dresden vs. SpVgg Greuther Fürth 3:1/1:0 ) “Oh wie ist das schön”, sangen die 23.555 Zuschauer nach Abpfiff der Partie und sie hatten absolut Recht. Dynamo Dresden schlägt im ersten Pflichtspiel des Jahres die als Favorit angereisten Fürther mit 3:1 und feiert damit einen hochverdienten und wichtigen Heimsieg. [dynamo-dresden.de]

FC Hansa Rostock: (VfL Bochum vs. Hansa Rostock 2:1/1:0) Im ersten Zweitliga-Punktspiel des neuen Jahres ist der F.C. Hansa ohne Punktgewinn geblieben. Trotz einer couragierten Leistung in der zweiten Halbzeit unterliegen die Rostocker beim VfL Bochum am Ende knapp mit 1:2 (0:1) Toren. [fc-hansa.de]

FC Erzgebirge Aue: (Karlsruher SC vs. Erzgebirge Aue 2:1/1:1) Nach neunzig spannenden und nervenaufreibenden Minuten bleiben alle drei Punkte im Karlsruher Wildpark. Dabei gingen die Auer nach einer Viertelstunde mit einem Kopfball von König in Führung, mussten aber nur wenige Minuten später durch Groß den Ausgleich hinnehmen. Kurz nach dem Wiederanpfiff brachte dann ein Lupfer von Haas den spielentscheidenden Treffer für die Heimelf. [fc-erzgebirge.de]

FC Energie Cottbus: Heute Abend ab 20.15 Uhr gibt es die Partie beim TSV 1860 München live im Free-TV bei Sport1.

Chemnitzer FC: (Chemnitzer FC vs. SpVgg Unterhaching 5:1/2:0) Der Chemnitzer FC konnte am Samstag die Serie von zuletzt drei Siegen in Folge weiter ausbauen. Gegen Unterhaching gewann das Team von Trainer Gerd Schädlich mit 5:1 (2:0). Dreimal konnte Anton Fink den Ball hinter die gegnerische Linie befördern. [chemnitzerfc.de]

SV Babelsberg 03: (SV Babelsberg 03 vs. Preußen Münster 0:2/0:2) Wenig erfolgreich verlief leider auch die zweite Heimpartie nach der Winterpause. Gegen die gut von ihrem neuen Trainer Pavel Dotchev eingestellten Preussen aus Münster gab es wenig zu bestellen. Knapp 1.550 Zuschauer froren sich zu einem 0:2. [babelsberg03.de]

FC Carl Zeiss Jena: (Carl Zeiss Jena vs. 1. FC Heidenheim abgesagt)

Dynamo Dresden: Es klappert die Mühle …

Die Meldung vom gestrigen 1. Februar, dass Volker Oppitz sein Amt als Geschäftsführer der SG Dynamo Dresden (SGD) “auf eigenen Wunsch niedergelegt” hat (dynamo-dresden.de) – “Wurde Oppitz bei Dynamo verheizt?” (Sächsische Zeitung, 2. Februar) – drängte eine andere aktuelle Personalie bei den Schwarz-Gelben quasi ein wenig an den medialen Rand der Berichterstattungen.

Im Frühjahr 2011 verließ ein amtierender Pressesprecher auf eigenen Wunsch hin die SGD und fungierte hernach nahtlos anschließend in selbiger Funktion bei einem Leipziger Verein (Enrico Bach und Dynamo Dresden: Trauere keinem nach, der zu RasenBallsport Leipzig geht). “Also wenn ich höre, dass Enrico Bach in seiner ersten PK in Leipzig sagt, ‘ich bin stolz hier zu sein’ kommt mir einfach nur das große Kotzen. Der sollte sich schämen!!”, wurde damals teilweise eher unfein im mittlerweile nicht mehr existierenden Forum auf der vormaligen SGD-Homepage kommentiert.

Enrico Bach, März 2010 (Foto: dehli-news.de)

Kurze Zeit später, im Frühsommer 2011, übernahm dann urplötzlich ein Rapid-Wien-Getreuer von Peter Pacult den Pressesprecherposten bei besagtem Leipziger Verein. Der offizielle Facebook-Auftritt von Herrn Bach schien infolge lediglich nur noch irgendwie brachliegend vor sich hin schlummernd aktualisiert worden zu sein, letztendlich auch hinsichtlich der Präsentation seiner bisherigen Lieblingsvereine, erwähnte Ostfussball.com dazumal randläufig. Enrico Bach wirkte derweil sprachlos ob seiner Demission bei RasenBallsport Leipzig: “Ich brauche jetzt erst einmal ein paar Tage, um das alles setzen zu lassen” (rb-leipzig-news.de).

Unterdessen agierte in Dresden Holger Scholze als neues Mediensprachrohr von Dynamo. “Dieser Mann lebt – auf seine Art – mit Fachkenntnis und zuweilem deutlichen Enthusiasmus diesen Verein, einfach so. Bleibe es ihm erhalten …”, so Ostfussball.com im Frühjahr 2011 kurz vor der letztendlichen Inthronisierung.

Gut neun Monate später hat Holger Scholze “um die Entbindung von seinen Aufgaben gebeten, da das Arbeitspensum nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga deutlich zugenommen hatte und für ihn aufgrund seiner beruflichen Mehrfachbelastung auf Dauer kaum noch zu bewältigen war”, teilte Dynamo Dresden lediglich zehn Online-Minuten vor der Bekanntgabe des Rücktritts von Volker Oppitz dann nunmehr auch offiziell mit.

“(…) Enrico Bach übernimmt mit sofortiger Wirkung wieder das Amt des Pressesprechers und Leiters der Abteilung Kommunikation des Traditionsvereins. Der 30-Jährige hatte diese Funktion bereits von August 2009 bis März 2011 ausgeübt (…) Nachdem er zuletzt für den Regionalligisten RB Leipzig tätig war, kehrt er nun in seine Heimatstadt zurück (…)” (dynamo-dresden.de). SGD-Präsident Andreas Ritter deklarierte gegenüber dnn-online.de diese Neu-Verpflichtung als absolute Wunschlösung.

[om]